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View Full Version : Defiance - Ein Reisetagebuch



DeepThought
08-14-2017, 04:53 AM
Rundreise - Tag 1

Ich brauch eindeutig Urlaub. Also Mittags vom Job heimgelatscht und die Zockerkiste angeworfen. Hab beschlossen, mal ein wenig durch die virtuellen Lande zu tigern, um mich umzusehen. Wer rechnet denn damit, dass eine Runde mit dem Quad gleich zum dreistelligen Massenmord ausartet?

Drei Archenfälle in einer Stunde ... die linke Maustaste glüht, der rechte Zeigefinger raucht und mein Ava-Mädchen ist von oben bis unten mit giftgrünem Hellbug-Schleim besudelt.
Bei den ersten beiden nur verdammte Munitionspakete und ein paar Handgranaten. Aber beim dritten dann: Eine neue Knarre (mässig begeisterungswürdig) und zwei neue Schilde!
SCHILDE!
Wie sehnsüchtig habe ich darauf gewartet? Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gegangen dafür.

Zwischendurch ein paar 99ers zum Eingewöhnen und irgendeine Dockanlage voller Raiders.
Ehrlich! Ich wollte nur in Ruhe eine Runde spazieren fahren!
Aber romantisch war's nachher trotzdem. Der Sonnenaufgang am Meer, die Möwen, die über mir kreisen, die ganzen toten Raiders um mich verstreut... Urlaub eben!

Beim zweiten Archenfall rast irgendsoein Berserker mit seinem Quad heran, lässt sich professionell aus dem Sattel rollen und mir trabt sein alleingelassenes Vehikel in den Augenwinkel. In der Hektik einmal herumgedreht und den Abzug gedrückt ... da geht das Gefährt doch tatsächlich in Flammen auf und wirft alle vier Räder von sich.
Wusstet Ihr, dass das geht?
Ich nicht!
War mir echt peinlich!
Aber als adrenalingetränkter Instinktschütze im Blutrausch differenziert man nicht zwischen unterschiedlichen Formen.
Es bewegt sich, es wird abgeknallt!
Sorry Mann!
Ich hoffe, Du musst jetzt nicht zu Fuss gehen! :cool:

DeepThought
08-14-2017, 07:58 AM
Rundreise - Tag 2

"Gulanier-Archenbruch. Hört sich spannend an. Ma' gucken!" dacht' ich mir.
Ego-Level 402. Gaaanz schlechte Idee!
Aber es war so sprichwörtlich naheliegend. War gerade am Krater, als das rote Flämmchen aufglomm am Horizont. Keine 350 Meter entfernt. Na, da sprinten wir doch gleich mal hin! Mit der Verwegenheit der Ahnungslosen im Marschgepäck!
Grosse Überraschung schon bei der Ankunft, da ist "nur" ein Teleporter und sowas wie ein abgestürztes Raumschiff.
Roswell lässt lieb grüssen?
Na gut, dann eben rein da und mitmischen, ich bin ja nicht allein. Es tut immer gut, violette Pfeilchen über Köpfen schweben zu sehen, das gibt so ein trügerisches Gefühl von Geborgenheit.
Meine knackigste Knarre geschultert, was soll schon schiefgehen? Ein Disruptor, geziert von der Zahl 318. Der spuckt so schön breitgefächert, da kann sogar 'ne Flitzpiepe wie ich kaum daneben ballern.
Diese Erkenntnis hat auch schon so manchen Hellbug, Raider oder 99er überraschend ereilt.

Dass es da drin zugeht wie in einem explodierenden Feuerwerkslager war nicht direkt vorhersehbar!
Ich hatte schon ganz vergessen, wie sich nackte Panik anfühlt!

Und wie ich da so unkoordiniert um mich schiesse in zunehmender Verzweiflung kriecht mir ein Violetthäkchen vor die Füsse. Na dann ... Zeit für die gute Tat des heutigen Tages. Auf zur Reanimation! Ich wusste doch, dass ich zu irgendwas nütze bin.
Meine Mitstreiter tummeln sich auf Ego-Levels im fast vier- oder schon vierstelligen Bereich. Mit meinem weiblichen Ava bin ich also sowas wie die kleine Schwester hier drin. Kann nur hoffen, dass ich auch standesgemässe Beschützerinstinkte wecke.

Letztendlich kommt man sich vor, wie eine Katze, die hat angeblich auch neun Leben. Als mir dann der Gulanier begegnet - Hey! Neil Armstrong auf Mushrooms! - entpuppt sich mein Waffenarsenal mal wieder als eher bescheiden dimensioniert.
Ich hab nur selten so dermassen viel Munition verballert in meinem Zockerdasein, aber bewirken tut das wenig. Jedoch ... der gute Wille war da!

Wieder draussen - der Tod von Neil Armstrong war wohl der Sinn der ganzen Sache - ist vom gecrashten UFO keine Spur mehr zu sehen.
Roswell lässt also doch grüssen!
Betont unauffällig schlende ich zum Krater zurück, um meine Beute zu begutachten.
DAS war den Aufwand echt nicht wert.

Wie?
Was?
Was für ein UFO?
Ich hab keine Ahnung, wovon Sie da reden ... !
Das war nur ein Wetterballon! :p

Neutronenstern
08-14-2017, 09:36 AM
Oh man vielen, vielen Dank! Das ist so lange her aber wenn ich deinen Text lese erinnert es mich daran wie es war, die ersten Tage in Paradise. Wieviel es zu entdecken gab und was man nicht alles erlebt hat!

Und genau, das Adrenalin.:D
Bei mir war es ein anderer Mitspieler der in mein Blickfeld geriet als ich mich grad an eine Mine voller Raider anschleichen wollte. Aus Reflex hab ich das Feuer auf ihn eröffnet. Ihr wisst schon, erst schießen dann fragen.^^ Er ballerte natürlich gleich ein paar Salven zurück. Und dachte sich dann wahrscheinlich was ich denn für ein Noob bin. War mir auch extrem Peinlich, aber ich hatte echt die Hosen voll.:o Kurz vorher hatte ich meine erste Begegnung mit einer Volge Straßensperre, da wusste ich nicht mal was Volge überhaupt sind. Sie waren Übermächtig und haben mich Kilometerweit verfolgt. Als ich endlich Hilfe organisiert hatte und wieder zu der Stelle zurück kam, waren sie verschwunden.

Bin schon sehr auf deinen nächsten Reisebericht gespannt.:)

DeepThought
08-14-2017, 03:02 PM
Rundreise - Tag 2

"Gulanier-Archenbruch. Hört sich spannend an. Ma' gucken!" dacht' ich mir.
Ego-Level 402. Gaaanz schlechte Idee!
Aber es war so sprichwörtlich naheliegend. War gerade am Krater, als das rote Flämmchen aufglomm am Horizont. Keine 350 Meter entfernt. Na, da sprinten wir doch gleich mal hin! Mit der Verwegenheit der Ahnungslosen im Marschgepäck!
Grosse Überraschung schon bei der Ankunft, da ist "nur" ein Teleporter und sowas wie ein abgestürztes Raumschiff.
Roswell lässt lieb grüssen?
Na gut, dann eben rein da und mitmischen, ich bin ja nicht allein. Es tut immer gut, violette Pfeilchen über Köpfen schweben zu sehen, das gibt so ein trügerisches Gefühl von Geborgenheit.
Meine knackigste Knarre geschultert, was soll schon schiefgehen? Ein Disruptor, geziert von der Zahl 318. Der spuckt so schön breitgefächert, da kann sogar 'ne Flitzpiepe wie ich kaum daneben ballern.
Diese Erkenntnis hat auch schon so manchen Hellbug, Raider oder 99er überraschend ereilt.

Dass es da drin zugeht wie in einem explodierenden Feuerwerkslager war jetzt nicht direkt vorhersehbar!
Ich hatte schon ganz vergessen, wie sich nackte Panik anfühlt!

Und wie ich da so unkoordiniert um mich schiesse in zunehmender Verzweiflung kriecht mir ein Violetthäkchen vor die Füsse.
Na dann ... Zeit für die gute Tat des heutigen Tages.
Auf zur Reanimation!
Ich wusste doch, dass ich zu irgendwas nütze bin.

Meine Mitstreiter tummeln sich auf Ego-Levels im fast vier- oder schon vierstelligen Bereich. Mit meinem weiblichen Ava bin ich also sowas wie die kleine Schwester hier drin. Kann nur hoffen, dass ich auch standesgemässe Beschützerinstinkte wecke.

Letztendlich kommt man sich vor, wie eine Katze, die hat angeblich auch neun Leben. Als mir dann der Gulanier begegnet - Hey! Neil Armstrong auf Mushrooms! - entpuppt sich mein Waffenarsenal mal wieder als eher bescheiden dimensioniert.
Ich hab nur selten so dermassen viel Munition verballert in meinem Zockerdasein, aber bewirken tut das wenig.
Jedoch ... der gute Wille war da!

Wieder draussen - der Tod von Neil Armstrong war wohl der Sinn der ganzen Sache - ist vom gecrashten UFO keine Spur mehr zu sehen.
Roswell lässt also doch grüssen!
Betont unauffällig schlendere ich zum Krater zurück, um meine Beute zu begutachten.
DAS war den Aufwand echt nicht wert.

Wie?
Was für ein Raumschiff?
Ich hab keine Ahnung, wovon Sie da reden ... !
Das war nur ein Wetterballon! :rolleyes:

DeepThought
08-15-2017, 08:41 PM
Übermut - Tag 2

"Gulanier-Archenbruch. Hört sich spannend an. Ma' gucken!" dacht' ich mir.
Ego-Level 402. Gaaanz schlechte Idee!
Aber es war so sprichwörtlich naheliegend. War gerade am Krater, als das rote Flämmchen aufglomm am Horizont. Keine 350 Meter entfernt. Na, da sprinten wir doch gleich mal hin! Mit der Verwegenheit der Ahnungslosen im Marschgepäck!
Grosse Überraschung schon bei der Ankunft, da ist "nur" ein Teleporter und sowas wie ein abgestürztes Raumschiff.
Roswell lässt lieb grüssen?
Na gut, dann eben rein da und mitmischen, ich bin ja nicht allein. Es tut immer gut, violette Pfeilchen über Köpfen schweben zu sehen, das gibt so ein trügerisches Gefühl von Geborgenheit.
Meine knackigste Knarre geschultert, was soll schon schiefgehen? Ein Disruptor, geziert von der Zahl 318. Der spuckt so schön breitgefächert, da kann sogar 'ne Flitzpiepe wie ich kaum daneben ballern.
Diese Erkenntnis hat auch schon so manchen Hellbug, Raider oder 99er überraschend ereilt.

Dass es da drin zugeht wie in einem explodierenden Feuerwerkslager war jetzt nicht direkt vorhersehbar!
Ich hatte schon ganz vergessen, wie sich nackte Panik anfühlt!

Und wie ich da so unkoordiniert um mich schiesse in zunehmender Verzweiflung kriecht mir ein Violetthäkchen vor die Füsse. Na dann ... Zeit für die gute Tat des heutigen Tages. Auf zur Reanimation! Ich wusste doch, dass ich zu irgendwas nütze bin.
Meine Mitstreiter tummeln sich auf Ego-Levels im fast vier- oder schon vierstelligen Bereich. Mit meinem weiblichen Ava bin ich also sowas wie die kleine Schwester hier drin. Kann nur hoffen, dass ich auch standesgemässe Beschützerinstinkte wecke.

Letztendlich kommt man sich vor wie eine Katze, die hat angeblich auch neun Leben.
Und immer wieder muss ich vom Extraktionspunkt zurück durch das Labyrinth spurten.
Als mir dann der Gulanier begegnet - Hey! Neil Armstrong auf Mushrooms! - entpuppt sich mein Waffenarsenal mal wieder als eher bescheiden dimensioniert.
Ich hab nur selten so dermassen viel Munition verballert in meinem Zockerdasein, aber bewirken tut das wenig.
Jedoch ... der gute Wille war da!

Wieder draussen - der Tod von Neil Armstrong war wohl der Sinn der ganzen Sache - ist vom gecrashten UFO keine Spur mehr zu sehen.
Roswell lässt also doch grüssen!
Betont unauffällig schlendere ich zum Krater zurück, um meine Beute zu begutachten.
DAS war den Aufwand echt nicht wert.

Wie?
Was für ein Raumschiff?
Ich hab keine Ahnung, wovon Sie da reden ... !
Das war nur ein Wetterballon!

DeepThought
08-15-2017, 08:51 PM
Sniping in Paradise - Tag 3

Ich liebe meine Scharfschützenwaffe!
Es ist DIE Knarre der Wahl für den bekennenden Feigling!
Der Blick durch das Zielfernrohr aus sicherer Distanz beruhigt ungemein. Sollte der Gegner wirklich herkommen, fängt er sich schon auf dem Weg zwei Magazine ein. Aber so weit kommen sie selten. Und wenn doch, ein Ruck am Mausrad und 40 Schuss aus der MP erwarten den reichlich Angeschlagenen schon. Ich hab jetzt schon Hunderte gekillt auf die Art.

Die meisten Zielobjekte lassen sich durch geschickte Umgehungen aus einer fast unerreichbaren überhöhten Stellung ins Visier nehmen.
Dauert ein bisschen, lohnt aber ungemein!
Spätestens wenn die Raketen von unten kommend an mir vorbei in den blauen Himmel fauchen, ohne zu treffen, weiss ich, dass meine Stellung gut gewählt ist.
Von einem Hügel herab ins Gelände zu spähen und die ahnungslosen Opfer mit dem Fadenkreuz zu verfolgen, bis sie den Fehler machen, kurz stehenzubleiben ... was kann es Schöneres geben?
Ein satter Kopfschuss aus 100 Meter, die fast schon legendäre "Rote Wolke", und ein Schluck Kaffee mit Rum danach ... schon ist der Tag gerettet!

Ich streune viel zu Fuss durch die Landschaft.
Immer in der Hocke, immer wieder um mich spähend durch das Fernrohr.
Und immer von Erhöhung zu Erhöhung pilgernd.
Immer schön über den Dingen bleiben!
Dann noch ein kleiner Felsen als Deckung ... vor mir die Geländevertiefungen wie auf dem Präsentierteller.
Die 99ers sind inzwischen meine Lieblingsopfer. Wie sie da monoton und in kleinen Gruppen versprengt vor sich hinhacken, das ist fast schon wie "Moorhuhn 2.0"!
So kann man sich auch hochleveln.
Wenn einem der Sinn danach steht!

Manchmal warte ich in günstiger Lauerstellung über einem klassischen Missionsobjekt. Wenn ein anderer Spieler dann durch das Tor reinstürmt, um eine Mine, eine Fabrik oder ein Lager aufzumischen, puste ich ihm von oben so gut es geht den Weg frei.
Man hilft, wo man kann!

Wenn ihr also mal wieder alleine irgendwo eindringt und vor Euch kippen überraschend Gegner aus den Latschen, auf die Ihr noch gar nicht geschossen habt ... lächelt und wisset: Deep Thought is watching you!

DeepThought
08-15-2017, 08:55 PM
Parasitäre Kooperation - Tag 4

Ich hab mir eine Mission aufgehalst, der ich absolut nicht gewachsen bin.
Drei Mal probiere ich mein Glück, aber bei jedem Versuch werde ich schneller umgebügelt, als ich "Piep!" in den Chat tippen könnte.
Zurück am Extraction-Point keimt eine hundsgemeine Idee in mir auf. Ich soll drei Computerterminals ansteuern und irgendwelche Codes runterladen, aber ohne massive Rückendeckung komme ich nicht mal in die Nähe. Die Mission ist offen und unerledigt, ... alles was ich jetzt also brauche ist ein High-Level-Spieler, der das selbe vorhat wie ich und der mir eine Schneise schlägt.
Folglich heisst es abwarten.

Eine halbe Stunde später - zum Zeitvertreib lese ich inzwischen im RL in einem Buch und werfe hin und wieder einen Blick auf den Bildschirm - trabt ein Ava mit Ego-Level 3000+ an und steuert zielsicher auf mein Missionsobjekt zu.
Jetzt oder nie!

Ich hänge mich in seinen Windschatten und stürme knapp hinter ihm durch das Tor rein, sofort auf eine gute Deckung zu. Es blitzt, knallt und funkt ringsum, dass mir ganz anders wird, während sich mein unfreiwilliger Beschützer todesmutig ins Gemetzel stürzt. Ich warte ab, bis er die Gegner drastisch reduziert hat, dann sprinte ich los und im Zick-Zack auf den ersten Terminal zu. Qualvoll bange Sekunden lang dauert die Interaktion, während mir die Kugeln nur so um die Ohren pfeiffen, dann flüstert mir mein Ego-Implantat ins Hirn.
Noch zwei Computer!
Alibihalber knalle ich zwei leichtere Gegner über den Haufen, um mein schlechtes Gewissen in Schach zu halten. Dann spurte ich weiter vor.
Bloss nicht zu viel herumballern, ich will die Aufmerksamkeit echt nicht unnötig auf mich lenken!
In einer guten Deckung aktiviere ich die Tarnung und schleiche hinter meinem Mitspieler vorbei ans nächste Ziel heran. Mein "Kooperationspartner" fegt inzwischen recht gründlich den Hof der Minenanlage aus.
Nur noch ein Terminal, oben am Turm.
Menno, der Junge versteht sein Handwerk! Wo seine Knarre reinspuckt bleibt wahrlich kein Auge trocken.

Geschafft!
Der dritte Code ist gesichert und das Missionsfenster ploppt auf!
Ein voller Erfolg!
Und selber hab ich keine 30 Schuss abgegeben.
Ich elender Parasit!
Ich sollte mich echt was schämen!
"Thank you, my dear!" schreib ich noch in den Chat, ehe ich erleichtert von dannen ziehe.
Man hat schliesslich eine gute Erziehung genossen!

acidman
08-16-2017, 08:07 AM
Echt super geschrieben ! :cool:
Mach bitte weiter so ! Erinnert uns (die schon ein wenig länger dabei sind) an die gute alte Zeit von früher :):)

Und falls du mal Hilfe im game brauchst ... einfach mal antexten ... meine Nummer hast du ja :D :D

DeepThought
08-16-2017, 08:31 AM
Vielen Dank für das Lob!
Ich schreib gern so weiter, es macht mir selber sehr viel Spass, die schrägen Erlebnisse in Defiance in Worte zu fassen.
Und auch danke für das Hilfsangebot, das weiss ich zu schätzen! Vermutlich hast Du Dir damit aber die eine oder andere wirklich dümmliche Newbie-Frage eingehandelt!
:)
Wie zum Beispiel diese hier: Wieso krieg ich beim Aufsammeln von Stims und Spikes immer nur Geld, statt Stims und Spikes?

IRECKU1337
08-16-2017, 09:10 AM
Cringe, bin fast 3 mal gekommen nach dieser Story, mach weiter mein Schatz.

acidman
08-16-2017, 09:17 AM
Erstens müssen die Granaten, Stims und Spikes erst freischalten werden ... ab irgend einem Herausforderungslevel (sorry , ist zu lange her ;-) )
Dann bekommst auch nur max. 5 Granaten bzw. jeweils 10 Stims/Spikes. (wenn du Stammspielerpass hast , dann mehr)
Wenn die Anzahl erreicht ist , bekommst du automatisch script für jedes aufgesammelte item.

DeepThought
08-16-2017, 08:52 PM
Ah! Das wird also noch. Gut!
Handgranaten hab ich schon. Die wurden ziemlich am Anfang freigeschaltet.
Ich dachte schon, ich hab irgendwo in den Einstellungen etwas Falsches angeklickt. Das Labyrinth des Menüs ist mir ja leider immer noch ein wenig rätselhaft teilweise.
Vielen Dank, acidman!

DeepThought
08-16-2017, 08:54 PM
Friendly Fire - Tag 5

Im Towers Steinbruch tobt ein richtiger kleiner Krieg.
Und ich stecke mittendrin.
Warum genau das Ganze hier so zum völligen Chaos ausgeartet ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Irgendwie waren plötzlich drei oder vier weitere Spieler da und die Gegner spawnten entsprechend wie Pilze aus dem Boden. Mir bleibt kaum mehr, als wirr um mich zu ballern und zu versuchen, irgendwo eine gute Deckung in einer noch halbwegs ruhigen Ecke zu finden.
Gedacht, getan, im hektischen Zick-Zack hinter eine Art Stahlcontainer dicht an einer Mauer und dann - mit garantiert freiem Rücken - draufhalten, was die Wumme hergibt.

Links vor mir ist eine Vereengung zwischen einer Wand und ein paar Containern, sie kanalisiert mir die Feinde auf einen schmalen Bereich, in den ich nur noch mit dem Disruptor reinpulveren muss. Alles, was in meine Richtung kommt, muss da durch. Entsprechend leicht kann man die Figuren der Reihe nach umnieten.
Ringsum wird geballert, dass man denken könnte, die Welt geht unter.
Wer wann warum wohin was genau gerade abfeuert lässt sich nicht mehr feststellen. Und mir nimmt das vielgeschossige Geblitze meines Disruptors noch zusätzlich die Sicht.

Sieben oder acht um die Ecke stürmende Gegner hab ich schon ausgeschaltet, als ich vor mir eine Figur niederbrechen sehe, die mir genau in meine Salven gerannt sein muss. Und darüber entdecke ich ein violettes Pfeilchen.
Himmelherrgottnochmal!
Echt jetzt?
Hab ich gerade einen anderen Spieler weggepustet?
Geht das überhaupt?

Es ist nicht das erste Mal, dass ich versehentlich auf einen Player feuere und ich selber wurde auch schon mehrmals von einem Mitspieler beharkt. Das kommt vor in der Hitze des Gefechts.
Aber zum ersten Mal sehe ich, dass der Beschossene zu Boden geht währenddessen.
Allerdings könnte in dem chaotischen Kugel- und Granatenhagel ringsum auch jede andere Figur dafür verantwortlich sein.
Und ... kann man einen anderen Spieler überhaupt abknallen, wenn man nicht im PvP-Modus spielt?

Ungeklärte Fragen also.
Und absolut keine Gewissheit über die wahren Ereignisse.
Aber ich werde das mulmige Gefühl einfach nicht los, dass ich da mein erstes Friendly Fire - Opfer auf dem Gewissen habe!

Neutronenstern
08-17-2017, 07:01 AM
Welch kaltblütiger Archenjäger...erschießt einfach seine Mitspieler... tztztz:eek:

Nein, keine Sorge. Es gibt (leider) kein Friendly Fire in Defiance.:D
Obwohl...über kleine Umwege schon. Also wenn du Fässer zerschießt kann das einem Low-Level schon das Leben kosten, wenn er zu nah dran stand. Manche sterben auch durch explodierende Hellbugs...
Aber so ganz direkt durch deine Waffe...also wenn du das willst, dann musst du dich bei den Jungs von Echelon melden. Die rekrutieren ständig neue Archenjäger die sie dann gegeneinander antreten lassen. Allerdings ist Captain Grant ein harter Hund, der nimmt wirklich jeden auf. Ganz egal welche Ausrüstung und EGO-Level. Du bekommst keine Waffen und Schilde gestellt, die musst du schon selbst mitbringen und es gibt auch kein vorbereitendes Training. Wenn du bei Echelon mitmachst wirst du sofort ins kalte Wasser geschmissen und wirst dich gegen erfahrene Echelon-Agenten durchsetzen müssen.
Ich empfehle dir erst dein Waffenarsenal aufzustocken, Erfahrungen zu sammeln und dich dann erst bei denen zu Melden.

Dem PvP musst du immer Beitreten. Ausversehen gerät man da nicht rein. Selbst wenn du dich in dem großen lila Schattenmission-Kreis bewegst kann dir nix passieren. Du kannst den Leuten zuschauen und sie nerven (immer schön wenn so lila Punkte sinnlos in der Gegend rumballern und man den wahren Feind dadurch nicht bemerkt:rolleyes:) aber zum mitmachen musst du schon aktiv Beitreten.
Das geht entweder direkt über die Map wenn der lila Kreis zu sehen ist. Ansonsten über die Echelon-Söldner an den Schnellreisepunkten oder (am einfachsten) über das Schnellmenü.
...über die "N" Taste gehts, glaub ich, auch.

DeepThought
08-17-2017, 08:28 AM
Oh wow!
Da tun sich ungeahnte Schattenwelten auf. Echelon, Schattenmission-Kreis ... Das kann ja noch interessant werden! Aber erst mal streife ich allein umher und lerne mit dem Game umzugehen. Wenn ich mal sattelfest bin und entsprechend hochgelevelt habe, könnte sowas aber eine interessante Option werden.

Eine ganz andere Frage hab ich aber noch: Gibt es eine Möglichkeit, die roten und violetten Pfeilchen über den Köpfen abzuschalten? Ich spiele ungern mit einer Art "Gefechtsfeldradar", das mir Feinde und Verbündete durch Mauern und Hügel hindurch anzeigt. Das ist so unrealistisch. Ich würde lieber so zocken können, dass ich vollends darauf angewiesen bin, was ich wirklich sehen oder hören kann.
In den Games, die nur offline gespielt werden und die ich hobbymässig modifiziere ist das immer das erste, was ich abschalte. Aber Online-Spiele kann ich als User leider kaum beeinflussen.
Möglicherweise aber gibt es eine Einstellungs-Option, die ich noch nicht entdeckt habe und die das erlaubt!?

Neutronenstern
08-17-2017, 09:04 AM
Das Spiel und seine Mechaniken kennen und verstehen zu lernen, ist eine sehr vernünftige Einstellung. Gibt schon genug die grundlos "cheater!" schreien.:p:D

Die Pfeile wirst du wohl nicht wegkriegen. Es gibt die Möglichkeit dir nur Teile des Namens zB nur Char-Namen Anzeigen zu lassen. Aber die Pfeile werden bleiben. Die sind teilweise aber auch sehr praktisch wenn Gegner sich mal irgendwo hinbuggen wo sie nicht hingehören. An dem Pfeil kannst du dann erkennen das er im Felsen steckt. Falls das passiert: Massenkanonen, Shrill-Granaten und Schwerter können helfen. (Ein Schwert kannst du ohne DLC nur aus der Elite-Lockbox ziehen, für die du eine Keycode-Erweiterung brauchst oder etwas tricksen musst.)

Im PvP ist das nervig. Da kannst du mit Sniper-Gewehren die roten Pfeile auch durch Wände und so sehen. Kommt das ahnungslose Opfer dann um die Ecke gibts gleich ne Kugel zwischen die Augen. Der Schütze wird dann Cheater genannt. *lach* Das meinte ich mitunter auch mit: Game-Mechanik lernen.:)

acidman
08-17-2017, 09:05 AM
Nein , es gibt keine Möglichleit diese abzustellen.
Selbst wenn man den Cache des Grafikspeichers runterschraubt (damit das Spiel auf älteren Rechnern schneller läuft) ist die Reihenfolge des Bildaufbaus : Landschaft , Environment , die schicken ^ über den Köpfen und dann Feinde und zuletzt die Mitspieler

Mit diesem Trick spielen aber auch alle im PVP ! Du sieht halt deinen Gegner schon durch Wände an den ^.
Wer dies nicht nutzt , ist selber Schuld und soll sich dann nicht wundern , daß man dauernd abgeschossen wird :p


Edit : Sternchen war schneller :D

DeepThought
08-17-2017, 09:25 AM
Och, wie schade!
Ich hab mir in Fallout 3 und 4 mit einem selbstgebauten Plugin diese "Fernwahrnehmung" abgestellt und damit ein extremes Feeling geschaffen. Man muss so höllisch aufpassen dann, weil um jede Ecke der Tod überraschend lauern könnte. Insbesondere nachts kriegt man da die volle Panik und ballert sinnlos auf jeden verdächtigen Schatten. Fast wie in einem echten Krieg! Für Adrenalinjunkies wärmstens zu empfehlen!

Ach ja, die klassischen "Ich-stecke-in-der-Grafik-fest"-Defekte. Die gibt es leider in jedem Game. Die sogenannte "Collission-Geometry" funktioniert nie hundertprozentig. Obwohl die Spawn-Marker stets einen guten Meter über den Boden gesetzt werden und abseits von Mauern, Felsen oder sonstigen "festen" Gegenständen, tauchen die Kreaturen und NPCs immer wieder irgendwo hinter diesen Kollissions-Flächen auf. Und dann stecken sie fest. Nichtmal Game-Designer können sagen, warum das passiert. Theoretisch unmöglich, praktisch alltäglich. Ich hab mich schon mit vielen anderen Moddern darüber unterhalten, aber keiner hat eine praktikable Lösung gefunden.
Damit muss man einfach leben.
Vielleicht wird die Technologie hinter den Game-Engines das irgendwann beheben können, aber bis dahin ist kein Kraut dagegen gewachsen.

acidman
08-17-2017, 09:25 AM
Ich warte eigentlich auf den Tag X deines Reiseberichtes der folgendes beinhaltet (oder so ähnlich) ....

Da stand ich dann beim Händler und kaufte mir einen mod für meine neue schöne Wumme und als ich diesen installieren wollte , muß ich wohl eingeschlafen sein , weil mein Mädchen sich nicht mehr bewegte :( Oder Schockstarre ?
Dann bin ich wieder aufgewacht und war nicht mehr in Mount Tam sondern wieder zu Hause :-/ ..... weil das Spiel abgestürzt ist :D

Sorry , aber das wirst du auch noch erleben :)

DeepThought
08-17-2017, 09:32 AM
Bis jetzt läuft es tadelloser als jedes andere Spiel vorher. Ich bin selber ganz erstaunt, weil das noch nie so war. Selbst 12 Stunden Dauerzocken brachten kein Ruckeln, kein Mucken, kein Freezen, keinen Crash ... das grenzt an ein Wunder!

DeepThought
08-17-2017, 10:05 AM
Hero of the Day - Tag 6


Ich sitze in der Tinte.
Aber sowas von.
Bis Oberkante Unterlippe.
Dabei hat alles ganz harmlos begonnen. Mit einem Spaziergang durch eher leere Landschaften.
Hin und wieder eine kleine Ballerei zum Auslockern, mit dem Ergebnis, dass ich meine Munitionsvorräte ziemlich reduziert habe.
126 Schuss für den Disruptor und 32 Patronen für das Scharfschützengewehr.
Mehr ist nicht mehr da!
Da erspähe ich links unter mir im Tal neben der Strasse eine Munitionsbox.
Nichtsahnend rutsche ich den Steilhang runter, bleibe auf etwa halber Höhe an einem Felsvorsprung stehen und gucke mich durchs Zielfernrohr um. Hinter einer Geländekante erspähe ich einen Kopf.
Wer kann da schon widerstehen?
Ein markerschütterndes "Kawumm!" aus den Kopfhörern knutscht meine Trommelfelle.
Der Getroffene taumelt.
Dreht sich zu mir.
Sprintet los.
Gefolgt von gut einem halben Dutzend seiner Kameraden.
Oh! Oh!
So also sehen Volge aus!

Das Dumme ist, dass sie zurückschiessen.
Und zwar ziemlich wirkungsvoll!
Drei Sekunden Trommelfeuer und dieses besorgniserregende "Piep! Piep! Piep!" ertönt.
Sofort in die Hocke, Kopf runter! Warten bis sich der Schutzschild regeneriert hat. Dann wieder hoch, einen willkürlich erwählten Schädel ins Fadenkreuz und wieder "Kawumm!".
Das Problem wird schnell offensichtlich: es hat kaum einen nennenswerten Effekt!
Da unten stehen sieben oder acht Monster im Halbkreis, die ich mit meinen letzten paar Kugeln garantiert nicht unter Kontrolle bekomme. Zurück kann ich nicht, der Steilhang ist unpassierbar. Nach vorne kann ich auch nicht, denn sobald ich die Birne aus meiner Deckung strecke, werde ich mit Geschossen zugepflastert, dass es nur so prasselt ringsum.
Nach links oder rechts scheidet auch aus.
Alles deckungslos!
Der einzige Vorteil: Sie können nicht zu mir rauf, weil es unter mir ebenso steil weitergeht, wie hinter mir.

Die nächste Viertelstunde vergeht eher entmutigend.
Kopf aus der Deckung, "Kawumm!", Feuererwiderung, "Prassel!", "Piep! Piep! Piep!", Kopf runter, Schild aufladen lassen.
Und natülich schiesse ich auch noch in zwei Drittel der Fälle daneben vor Panik!
Ich überlege fieberhaft, wie ich da wieder rauskomme, aber mir will einfach nichts Brauchbares einfallen.
Und dann ... kurz bevor ich meine letzte Munition verballert habe, hat Gott Erbarmen mit mir!

Aus östlicher Richtung donnert ein Auto herbei. Ich seh den roten Flitzer schon von Weitem kommen, wie er sich die kurvige Strasse entlangschlängelt.
Kurz vor den Volge kollert ein Ava aus dem Gefährt und richtet sich auf.
Er sieht aus, als wäre er aus der letzten Star Wars - Episode entlaufen.
Und seine Rüstung harmoniert farblich exzellent mit seiner überdimensioniert wirkenden Knarre.
Der Mann hat Geschmack, das muss man ihm lassen!

In der nächsten Sekunde bricht ein wahres Höllenfeuer über die Volge herein, die sich erkennbar hirnträg in seine Richtung zu wenden begonnen haben. Keine Ahnung, womit der Junge da rumschiesst, aber das Ergebnis ist ein flammendes Inferno. Keine zwanzig Sekunden später kehrt unerwartete Stille ein.
Vöglein zwitschern, Rauchwölkchen kräuseln empor, ein paar Volge-Leichen brennen noch kurz nach ... da hüpft der Knabe wieder in seinen Wagen und braust kommentarlos davon.
Nichtmal die Beute hat er eingesammelt.
Er ist also auch bescheiden!

Etwas verstört aber merklich beeindruckt blicke ich dem davonbrausenden Sportflitzer hinterher, bis er im Sonnenuntergang verschwindet. Dann tippe ich rasch "THANK YOU!!!" in den Chat.
In Grossbuchstaben!
Mit drei Rufzeichen!
Aber er antwortet nicht.
Ein Gentleman geniesst und schweigt!

Da geht er hin ... mein edler Ritter in schimmernder Rüstung.
Mein furchtloser Held, der mich aus höchster Not in letzter Sekunde errettet hat!
Hach!

...
...

???

Herrgott!
Defiance tut mir echt nicht gut!

DeepThought
08-17-2017, 09:14 PM
Drüben auf dem Hügel - Tag 7

Ich hatte einen richtig schlimmen Arbeitstag und komm' geladen wie 'ne Duracell nach Hause. Da kann gepflegter Ingame-Aggressionsabbau nicht schaden!
Wo ich g'rade auf der Eisernen Dämonen Ranch erwache, noch mal schnell 'ne Runde Ex Inanis shoppen, da fühlt man sich gleich sehr viel vorbereiteter.
Das Quad trägt mich danach in Richtung Süden, bis auf einer Hügelkuppe eine Strassensperre sichtbar wird. Aus einem Strauch heraus betrachte ich die Szenerie im Zielfernrohr.

Das Volge-Gesocks erinnert mich doch irgendwie an Höhlentrolle aus den "Herr der Ringe"-Filmen.
Die kommen mir gerade recht!
Erstens bin ich heute übelst auf Krawall gebürstet und zweitens haben wir ohnehin von gestern noch 'ne Rechnung offen.
Dann wollen wir doch den Hackfressen da oben mal in aller Höflichkeit erläutern, was so abgeht, wenn mein Ava-Girlie ihre Tage hat!
Die weisse Rauchspur, die die Sniperwaffe zieht, endet mitten in der ersten Volge-Visage. Ein zweiter und ein dritter folgen, dann kippt das Biest nach hinten weg.
Die Spiele sind nun hiermit offiziell eröffnet!

Noch bevor sie halbwegs überringeln, was gerade Phase ist, hat ein zweiter Troll wegen Kopfschmerzen beschlossen, sich spontan ein bisschen hinzulegen.
Ich glaub, ich mag die neue Sniper-Wumme, die ich gestern aufgelesen hab!
Aber eigentlich will ich näher ran!
Also nichts wie los in Schlangenlinien, mitten durch das aufgeflammte Gegenfeuer.

Der Disruptor ist schon durchgeladen, als ich einen quergestellten LKW erreiche, um die Deckung auszunutzen, bis die Pfeiffen nachladen müssen. Kaum kehrt kurze Stille ein, spring ich auf und sprinte los. Um aus nächster Nähe in die Fratze eines dieser Monster abzuladen, was das Magazin so hergibt.
Nummer Drei hat ausgespielt für heute!

Im Gewirr der Strassensperre laufe ich chaotisch um die Hindernisse, pumpe kleine Lichter um mich und radiere Ziel um Ziel - meist von hinten kommend - ungespitzt in Grund und Boden.
Heute läuft es wirklich prima!
Bis mit einem Lichtblitz etwas vor mir auftaucht, das wohl gut und gerne zweimal grösser als mein Ava-Mädchen ist.
Erst die hässlichen Gesichter dieser Höhlentroll-Verschnitte und jetzt auch noch Sauron höchstpersönlich?
Bin ich hier in Mittelerde?

Diese üble Kreatur hat den Vorteil, nicht zu schiessen.
Sie schlägt eben einfach zu! Und das hat sich echt gewaschen!
Ich bin gezwungen, Abstand einzuhalten, was nicht ganz so leicht ist, weil das Monster beamen kann. Sobald man ihn zu viel beharkt hat, ploppt er weg ins Nirgendwo, um dann ganz woanders überraschend wieder aufzutauchen.
Meistens hinter mir!
Wo auch sonst?

Immer in Bewegung bleiben!
Bloss nicht allzu lange an dem selben Fleck verharren!
Und sobald er seine Schnauze raustreckt, reingebuttert, was sich machen lässt.

Minutenlang tänzel ich mit dem Biest umher, ehe sein Schutzschild einknickt.
Hoffnung keimt auf!
Jetzt aber so richtig draufgehalten!
Magazin um Magazin leert sich. Bald ist Ebbe in der Muni-Box.
Dann bleibt mir nur, auf die zweite Konstellation umzuschalten. Da hab ich eine Art LMG mit vollen 500 Schuss, das mich retten könnte. Aber jetzt - in dieser Stressituation - ins Menü, dort umschalten und abwarten, bis das Inventar neu geladen ist ... das überleb ich garantiert nicht!

Mir bleibt aber nichts Anderes übrig!
Also weg vom Ort des Geschehens im gestreckten Galopp!
Gerade Linie auf irgendeinen Baum zu und hoffen, dass ich schnell genug bin.

Immer wieder piept mein Schutzschild auf, immer wieder bin ich knapp davor, abzunippeln.
Dass ich bis hierher bestanden habe, hat mit Können gar nichts mehr zu tun.
Das war nur verdammt viel Glück!
Dann riskier ich's also!
Warte zitternd, bis das LMG in meinen virtuellen Händen auftaucht.
Krieg von hinten schon eins übergezogen.
Und dann fahr ich herum!
Das Fadenkreuz fokussiert genau in seine Fresse ... 174 Schuss im Dauerfeuer folgen!
Schöne Grüsse aus dem Auenland, Du fiese Bestie!!

Als mein Ava automatisch nachlädt, bricht das Monstrum nieder.
"So will ich das sehen!" trällert mir mein Ego-Implantat ins Ohr.
Und ich kann noch gar nicht glauben, was da gerade abgegangen ist.
Hab ich ernsthaft eine Volge-Strassensperre angegriffen?
Und erfolgreich aufgemischt?

Tja, Sauron!
Den Tag hast Du Dir sicher anders vorgestellt!
Was wohl Deine Troll-Kumpane davon halten, dass Dich ein kleines Archenjäger-Mädchen im Alleingang nach Mordor heimgepustet hat?

"Und?" fragt meine Mitbewohnerin betont süsslich. "Geht's Dir jetzt besser?"
Sie hat die ganze Zeit hinter mir gestanden und zugesehen.
"Jaaaa!" seufze ich erleichtert und lehne mich im Schreibtischsessel zurück.

Und das ist kein bisschen gelogen ...!

acidman
08-18-2017, 06:09 AM
Die nächste Viertelstunde vergeht eher entmutigend.



Also ich hätte keine Vietelstunde gewartet :)
Da gibt's das schöne Feature "Schnellreise" :p und *wuupp* wäre ich weg gewesen :D





Dann bleibt mir nur, auf die zweite Konstellation umzuschalten. Da hab ich eine Art LMG mit vollen 500 Schuss, das mich retten könnte


Disrupter und LMG benutzen die selbe Munition . Disrupter alle -> LMG auch alle

Dem Volge-Viscara kann man gut ausweichen , wenn man seinen Bewegungsablauf verinnerlicht hat.
Wenn er blau-durchsichtig wird , zur Seite springen.
Wenn er den rechten Arm nach hinten zieht , auch ausweichen (dann kommt der schwere aber langsame Eisflammen-Angriff)
Wenn er den Arm nach vorne macht - schneller aber "leichterer" Eisflammen-Angriff.

DeepThought
08-18-2017, 06:42 AM
Ach, Schnellreise ist langweilig. Die benutze ich so gut wie nie. Sägt mir zu sehr am Realismusgefühl. Es wird erst richtig interessant, wenn man fast leergeschossen irgendwo in der Pampa sitzt und sich durchschlagen muss bis zur nächsten Munitionsbox, ohne zu wissen, wo eine steht. Ich hab's nicht eilig im Spiel. Als passionierter Modder seh ich mir die virtuellen Landschaften gern genauer an, das bringt mich auch auf neue Ideen für meine Offline-Games. Kann schon mal vorkommen, dass ich zwei, drei Stunden nur in der Hocke durchs Gemüse streife, ohne konkretes Ziel.

Boah! Frag mich nicht, welche Knarre das genau war. Die Waffen kommen und gehen in meinem Inventar, die Namen merk ich mir nie alle. Ich hab auch schon bald aufgehört, sie zu modifizieren, weil man sowieso 'ne halbe Stunde später wieder irgendwas Besseres erbeutet. Schätze, wenn man Ego-Level 6000 erreicht hat, ist so ziemlich Ende der Fahnenstange, dann hat man wohl ein gutes Sortiment, das sich nur noch schwer toppen lässt. Aber bis dahin, hab ich den Eindruck, ist jede Waffe nur ein vorübergehendes Vergnügen.

Neutronenstern
08-18-2017, 10:03 AM
Immer diese faulen 6kler. Sich per Schnellreise aus der Affaire zu ziehen ist doch feige.:p;)
Wer Ärger anfängt muss ihn auch aussitzen.:)

Hab mich früher im Spiel auch oft an sowas "festgefressen". Dann wollt ich die unbedingt plattmachen, egal wie lang es dauert, egal wie oft ich drauf geh. Diese Einstellung hilft auch im PvP ungemein.:o
Und ich kanns bis heute nicht leiden, wenn mir so ein kleiner Raider ungefragt in den Rücken ballert. Der muss dafür dann büßen! Ist so.:cool:

Beim Landschaft erkunden wirst du viel entdecken können. Die Entwickler haben sich damals wirklich Mühe gegeben und erstaunlich viel Liebe ins Detail gesteckt. Ich hab mit dieser Rumstreif-Methode die 5.000 Bolter Abschüsse auf 3 Chars fertiggekriegt. Es war herrlich entspannend und stressfrei.:)

Da der Disruptor ein LMG ist, wird er wohl auch deren Mun benutzen.:p Aber ganz ehrlich, das hat der tollen Erzählung keinen echten Abbruch getan.:) Den alten Hasen fällt es aber natürlich sofort auf.
AR/LMG/SMG teilen sich leider den Munitionsvorrat.
Wenn man im anderen Loadout aber ein LMG mit richtig großen Magazin hat (und das vor dem Spaziergang aufgefüllt wurde) kann es trotzdem hilfreich sein, selbst wenn der Vorrat schon verbrannt wurde. Kommt halt darauf an wieviel noch am Gegner dran ist.:D

Ist schon richtig wie du das mit den Waffen machst.:)
Kenn das von meinen kleinen Chars sehr gut, da verbau ich auch kaum mal nen Mod. Lohnt sich nicht für die Waffen und es kostet vielzuviel Archenverwertung den Slot freizuschalten und dann noch den Mod zu verbauen.

DeepThought
08-18-2017, 10:52 AM
Ja, das mit der vielen Mühe stimmt. Die Landschaften sind wirklich schön gemacht und eine wahre Augenweide. Hie und da entdeckt man im Gelände einen kleinen Baufehler, wie schwebende Felsen, aber das ist auch ganz normal. Wem bei so einer Arbeit keine Fehler unterlaufen würden, der wäre kein Mensch. Ich finde die Kombination aus relativ realistischen und dann wieder komplett abgefahren phantastischen Elementen ziemlich gelungen. Diese sich kringelnden Wurzeln, die übergrossen Pilze, blaues Gras, die komischen korallenartigen Dinger ... das hat schon was!
Nur ein Manko hab ich bisher entdeckt.
Geht man von der Eisernen Dämonen-Ranch Richtung Südwesten, erstreckt sich dort ein riesiges Areal, in dem fast gar nichts los ist. Wundert mich ein bisschen, weil man sonst auch alle paar Minuten auf ein neues Problem stösst, aber dort drin ist ausser Landschaft kaum etwas zu finden.
Aber bisher kenne ich vielleicht ein Viertel der Karte, wenn überhaupt. Da kann noch viel kommen!

DeepThought
08-18-2017, 12:21 PM
Verkehrsunfälle - Tag 8

Wenn mir irgendwer beim Quadfahren zusieht, muss er denken, ich hock stockbesoffen vor dem Bildschirm. Nicht nur dass ich kategorisch die gesamte Strassenbreite brauche, ich donnere bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit in irgendetwas rein.
Am Schlimmsten enden immer die Versuche, Strassensperren zu umfahren.

Mal springe ich über die nächste Geländekante in einen sich auftuenden Abgrund, mal bolze ich ungebremst in die Leitplanken. Dann wieder schlingere ich wüst mittendurch und bleibe garantiert genau im Zentrum des grössten Chaos an einer Betonsperre hängen.
Das sind immer die kniffligsten Momente: Wenn man sich vom liegengebliebenen Gefährt herunterrollt und praktisch mitten zwischen allen Feinden sitzt.
Ich habe mir schnell abgewöhnt, mit gezogener Pistole oder Scharfschützengewehr auf das Vehikel aufzusteigen, denn wenn ich wieder mitten in 'nem Rudel Raiders spektakulär verunfalle, brauch ich eine grosse Magazinkapazität und hohe Feuerkraft in den Händen. Hab ich da die falsche Waffe in den Fingern, ist es aus mit mir!
Ich bin nicht nur einmal wegen dieser Tolpatschigkeit draufgegangen!

Wenn man doch das Tempo besser regulieren könnte, ich würde wohl mit der Geschwindigkeit eines Fahrradfahrers durch die Lande reisen. Aber so fahre nicht wirklich ich, sondern werde mehr oder weniger von meinem Quad mitgenommen.

An einer Volge-Strassensperre gelingt es mir tatsächlich, das Fahrzeug so auf die Leitplanken zu setzen, dass ich mit allen vier Rädern in der Luft feststecke. Da bleibt nur schnellstens absteigen und um sein Leben rennen, während die hellen Kügelchen um mich herum zischen.

Ein ander Mal drifte ich in voller Fahrt vom Bankett, springe über eine kleine Kuppe und segle gut und gerne 20 Meter in die Tiefe, wo ich direkt in einer Meeresbucht lande. Das Quad säuft neben mir ab, die 99ers, denen ich auszuweichen versucht habe, fächern sich oben an den Klippen auf und lassen es aus allen Rohren auf mich herabregnen, während ich verzweifelt ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen versuche.

Probiere ich, einen nahegelegenen Archenfall in direkter Linie zu erreichen, ist das auch immer wieder sehenswert.
Quer durchs Gelände zu rasen und blind darauf zu hoffen, dass man irgendwie rechtzeitig zum Ort des Geschehens gelangt, hat den unverkennbaren Charme von Russischem Roulette.
Nur so viel: Wenn mein Ziel näher als 500 Meter liegt, renne ich inzwischen lieber!

Solltet Ihr mal nichtsahnend irgendwo unterwegs sein und ein Quad springt plötzlich quer über die Strasse, um auf der anderen Seite zwischen Felsen oder Bäumen steckenzubleiben, in eine Schlucht zu fallen oder im Wasser zu versinken ... dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ihr mir begegnet seid.
Und wenn weit und breit nur ein einziger Baum auf einer grünen Wiese steht, wartet einfach ein wenig davor.
Ihr könnt Euch ziemlich sicher sein, dass ich demnächst reinbolzen werde!

DeepThought
08-18-2017, 10:45 PM
Rückzug - Tag 9

Man ist ja bekanntlich Archenjäger von Beruf. Also jagt man den Archenfällen hinterher.
Oder hab ich da was falsch verstanden?

Gewisse Arten von Archenfällen veranlassen mich zwar inzwischen aufgrund recht beklagenswerter Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit zur sofortigen Flucht - wie zum Beispiel diese elenden Volge - aber wenn ich Hellbugs oder 99ers entdecke, stürze ich mich mit Begeisterung in die Schlacht. So auch an diesem verregneten Samstagmorgen, wo mir der Frühstückskaffee gleich viel besser schmeckt, wenn er vom Geknatter meiner Knarren begleitet wird.

Ich bin irgendwo in der Nähe einer Farm angekommen, das rote Flämmchen ist noch knappe zweihundert Meter entfernt. Also sprinte ich darauf zu, kauere mich hinter einem Rindschweinkäfig (RINDSCHWEIN? What the F***???) in Deckung und beginne, die 99ers mit dem SSG ins Visier zu nehmen. Das läuft inzwischen schon recht routiniert ab und ich knalle die Typen ohne grössere Komplikationen über den Haufen.
Mir fällt auf, dass ich ganz alleine hier bin.
Aber erfahrungsgemäss bleibt das nicht lange so.
Andere Archenjäger haben ja das selbe Hobby und eilen bestimmt schon herbei. Ist nur eine Zeitfrage, bis noch jemand vorbeikommt und gemeinsam ist das Thema schon viel einfacher zu handhaben.
Dann halte ich mal brav die Stellung, bis Verstärkung eintrifft!

Entschlossen ballere ich also auf die Feinde, die in endlosen Wellen aus dem Archenfall-Gebiet auf mich zustürmen. Mann um Mann klappt aus den Latschen, Minute um Minute verstreicht, Patrone für Patrone geht dahin, bis ich von der Sniperwaffe auf die Maschinenpistole wechseln muss. Zwar sackt man immer wieder ein paar Schuss ein, wenn ein dahingeschiedener Gegner ein Munitionshäufchen hinterlässt, aber so richtig fett macht das das Kraut jetzt nicht. Ich verballere wesentlich mehr Geschosse, als ich auf die Art wieder reinkriege. Natürlich gibt es hier auch eine Munitionskiste, aber die steht selbstverständlich mitten im Getümmel und davon bin ich viel zu weit entfernt. Die MP ist auch bald leergeschossen, also muss ich in den zweiten Loadout-Slot wechseln. Disruptor und Massenkanone sind noch voll aufmunitioniert.

Irgendwie bin ich immer noch allein.
Wieso kommt da niemand?

Etwas nervös geworden beginne ich vor den gegen mich anrennenden Gegnern zurückzuweichen, werde immer weiter abgedrängt.
Und es kommt noch immer kein anderer Spieler.
Jetzt wird es dann langsam etwas eng!
Wo bleibt die Kavallerie, Herrgottnochmal??
Da fällt plötzlich der Groschen: Es ist Samstag kurz nach sechs Uhr morgens! Und ich zocke am EU-Server. Es wird wohl nicht viele andere Irre geben, die um diese Zeit nichts Besseres zu tun haben, als um ihr virtuelles Leben zu kämpfen!

Es kommt tatsächlich niemand.
Ich bin und bleibe völlig allein.
Mal ziehe ich mich ein paar Meter zurück, dann sprinte ich wieder vor, denn irgendwie muss ich an den blöden Kristall rankommen, um ihn zu zerstören. Aber das sagt sich so leicht, wenn man eigentlich ununterbrochen auf herumhastende 99ers schiessen muss.

Die Nervosität verwandelt sich in Panik.
Hiiilfeeee!
Ist da jemand?
Kann mich bitte irgendwer unterstützen kommen?
300 Millionen Europäer und ich bin der einzige mit Schlafstörungen??

Es ist hoffnungslos!
Mir bleibt nur, mich aufs Quad zu schwingen und den Rückzug anzutreten.
Nichteinmal die Beute einsammeln kann ich noch, weil ich mich durch das ständige Zurückweichen natürlich immer weiter davon entfernt habe.
Eine mörderische Ballerei und alles für die Katz!

In sicherer Entfernug halte ich auf einem Hügel und verschnaufe erstmal.
Nirgendwo ist eine Muni-Box zu entdecken.
Ein halbes Magazin für den Disruptor und drei Schuss für die Massenkanone.
Das ist alles, was ich noch dabeihab.
Dann mache ich mich wohl besser in Richtung der nächsten Strasse davon.
Irgendwo wird schon ein Munitions-Container stehen.

Da plötzlich ploppt oben mittig auf dem Bildschirm ein Schriftzug auf.
"Erledige den Monarch!" steht da geschrieben.
Und der verdammte Mistkäfer trabt schon wild entschlossen auf mich zu.

Heute ist wohl echt nicht so mein Tag ...!

DeepThought
08-19-2017, 12:52 PM
Uuuuaaaahhhh! - Immer noch Tag 9

Ego-Level 596.
Archenbruch.
Volge.
Irgendwo in einem Raumschiff.
Missionsname: Einbruch und Diebstahl.
74 Abschüsse.
21 Tode.
Schon wieder völlig allein da drin.
Mit SSG und MP.

ABSOLUT nicht mein Tag heute!
Heilige Katzenkacke!!!

DeepThought
08-20-2017, 12:55 AM
Teamwork - Tag 10

Durch das Zielfernrohr betrachte ich interessiert das Geschehen unter mir. In diesem bebauten Gelände scheint ein heftiges Gefecht zu toben. Und wenn ich das richtig beurteile, sitzt der Junge auf dem Dach da oben ziemlich in der Klemme. Wild ballert er mit seiner Scharfschützenwaffe um sich, während immer mehr 99ers einen regelrechten Belagerungsring um ihn ziehen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, bin ich gerade in seine Mission reingestolpert. Drei rautenförmige Kästchen oben in der Bildschirmmitte sind aufgetaucht, davon ist eines bereits ausgefüllt. Drei Computerterminals sind anzusteuern, einen davon hat er geschafft, dann hat er sich festgefahren. Wie er schliesslich auf das Dach gekommen ist, versteh ich nicht ganz, aber dass er von da oben kaum noch runterkommt, ohne übelst aufgemischt zu werden, ist offensichtlich.
Cool!
Jetzt kann ich mal den edlen Retter spielen!

Wild entschlossen schlittere ich den Abhang runter, springe über den Zaun und gehe in Deckung. Erst vor ein paar Minuten hab ich eine Maschinenpistole aufgegabelt, die satte 55 Schuss im Magazin hat. Das ist genau die Waffe, die ich jetzt brauche. Und das Baby muss ohnehin einem ordentlichen Praxistest unterzogen werden.
"Stay on this roof!" tippe ich in den Chat.
"ok" schreibt er zurück.
Dann stürme ich los.
Weil ich von hinten in das Gelände eingedrungen bin, tauche ich genau im Rücken seiner Gegner auf.
Und damit beginnt das sagenhafteste Feuergefecht meiner bisherigen Archenjäger-Karriere.

Der Junge auf dem Dach hat die Lage voll gecheckt. Zielsicher knipst er genau die schweren Gegner mit herrlich präzisen Kopfschüssen aus. Ich sprinte währenddessen um das Gebäude herum und kämpfe mit der MP die leichteren Feinde nieder. Wir arbeiten zusammen, als hätten wir noch nie was Anderes getan.
Während ich die beiden anderen Computer ansteuere, hält er mir vom Dach aus den Rücken frei. Immer wenn ich kurz nach oben blicke, sehe ich den Lauf seiner Waffe genau in meine Richtung ragen. Wenn er bemerkt, dass ich nachladen muss, feuert er gekonnt auf jene Feinde, die mir gefährlich nahe kommen.
Mann, wir sind echt ein tolles Team!

Die Mission geht damit weiter, dass ich auf einen Turm klettern und einen Funkspruch absetzen muss.
Kaum ist das geschehen, tauchen plötzlich jede Menge Raiders auf.
Zusätzlich kommen Echelon-Söldner durch das Tor gestürmt, die drei Bomben entschärfen sollen.
Jetzt nimmt die Sache erst so richtig Fahrt auf.

Diese verdammten Gnome mit ihren Schilden und den abgesägten Schrotflinten machen mich ganz krank! Ich hab noch immer nicht herausgefunden, wie man die am wirksamsten bekämpft. Aber mit meinem Sniper auf dem Dach sind auch die ein Klacks. Ich muss nur darauf achten, dass sie ihm den Rücken zuwenden, wenn sie auf mich losgehen. Dann pustet mein Teamkollege sie einfach von hinten weg. Zwischendurch nietet er die Raketenwerfer-Raiders um, die ringsum in erhöhten Positionen aufgetaucht sind. Noch bevor die so richtig auf mich anlegen können, haben sie schon eine Kugel aus seiner Scharfschützenwaffe abbekommen.
Ich muss lächeln!
Wenn wir uns das abgemacht hätten, würde es auch nicht reibungsloser laufen können.

Als das Missionsfenster aufklappt und die Sache erledigt ist, bin ich fast ein bisschen enttäuscht.
Das hat gerade richtig Spass gemacht!
"Awesome teamwork! Thank you!" schreibe ich ihm noch.
"Thank you too." tippt er zurück.
Dann schwingt er sich vom Dach herab, springt auf sein Quad und braust davon.

Was für ein gelungener Sonntagmorgen!

DeepThought
08-20-2017, 06:05 AM
Haarrrghrrmpfsnm!!! - Tag 10

Etwas nördlich vom Diablo-Leuchtturm erreiche ich ein Archenfall-Gebiet.
Ich bin der erste Spieler vor Ort.
Und entdecke die ultimative Feuerstellung auf einer leichten Geländeerhöhung.
Hinter einem abgesägten Baumstumpf gehe ich in Deckung und nehme das Zielgebiet ins Visier.
Zwei Hubschrauber der Mutanten schweben darüber und setzen ihre Luftlande-Einheiten ab.
Das wird ein regelrechtes Sniper-Festival werden hier!
Das reinste Truthahnschiessen.

Minutenlang lege ich Mutanten um, dass es eine wahre Freude ist.
Einer nach dem Anderen beisst ins Gras, ihr Gegenfeuer trommelt grossteils in den Baumstumpf, ich werde kaum getroffen.
Und immer wieder schweben neue Helis ein und setzen wieder neue Opfer für mich ab. Das ganze Gebiet leuchtet schon, überall liegen Items zum Aufsammeln herum. An mindestens vier Stellen schimmert es grün, ich kann im Zielfernrohr Waffen erkennen und mindestens zwei Schilde.
Ich hab noch nie bei einem Archenfall so dermassen abgeräumt.
Sobald das Chaos hier erledigt ist, geh ich einsammeln!
Aber jetzt wird erstmal gekämpft auf Teufel komm raus.

Andere Spieler trudeln ein und beginnen, den Kristall zu zerstören.
Plötzlich sagt mein Ego-Implantat: "Ich orte starke seismische Aktivitäten!"
Nicht gut! Gar nicht gut!
Da ploppen schon die Hellbugs dutzendweise aus dem Boden.
Die Sniperwaffe ist leergeschossen, also springe ich auf, verlasse meine gute Deckung und gehe runter, um mit der MP weiterzuschiessen.
Aber dadurch schlittere ich schlimm in die Bredouille!

Ich hätte bleiben sollen, wo ich war. Aber ich Idiot muss mich ja ins Getümmel stürzen.
Und tatsächlich kostet mich dieser hirnverbrannte Leichtsinn zweimal kurz hintereinander das Leben.
Als ich "T" drücke, bis ich zum Extraktionspunkt teleportiert werde, klappt mir die Kinnlade runter. Ich bin mehr als einen Kilometer vom Ort des Kampfes entfernt wieder aufgetaucht.
MEINE BEUTE!!!
Ich muss sofort zurück dorthin!
Also rauf aufs Quad und losgerast.

Übers Quadfahren hab ich ja schon erzählt.
Entsprechend dauert es, bis ich wieder hinkomme.
Der Archenfall ist inzwischen schon Geschichte. Die anderen Spieler haben aufgeräumt.
Aber meine Beute liegt noch dort, es ist noch nicht zu spät!
"Erledige den Monarch!" ist allerdings genau das, was ich jetzt nicht lesen wollte!
Das darf doch einfach nicht wahr sein.
Diese elenden Mistviecher tummeln sich genau dort, wo all meine Belohnungen verstreut liegen.
Und der Monarch ... tja ... der macht mich platt!

Einen Kilometer weiter hüpfe ich zum zweiten mal aufs Quad, rase wieder hektisch zurück, sterbe unter den Hieben eines Hellbug-Monarch, rase wieder hin ... zu spät!
Alles weg!
Meine ganze tolle Beute ist nicht mehr da.
Und der Monarch galoppiert zum dritten Mal auf mich zu.

Ich könnte schreien vor Wut!!!

DeepThought
08-21-2017, 09:52 AM
Mein Angstgegner - Tag 11

Die Kämpfe gegen die Hellbugs arten jedes Mal in unbeschreibliche Gemetzel aus.
Und nur wenige Minuten nach den ersten Schüssen ballert man wild um sich, während man von allen Seiten angesprungen, angespuckt und bombardiert wird. Ihre schiere Masse und die enorme Bewegungsgeschwindigkeit verunmöglichen jedes koordinierte Vorgehen.
Man kann nur noch draufhalten, was die Kanone hergibt, in der Hoffnung, möglichst viele von ihnen zu erwischen.
Das Schlimmste aber ist es, wenn als Endgegner in einer Mission ein Monarch auftaucht.
Das sind meine absoluten Angstgegner!

Drei Mal ist es mir bisher gelungen, einen platt zu machen, wenn ich alleine war. Die Archenfälle zähle ich nicht mit, weil da die Hauptlast der Insektenvernichtungsarbeit meist von anderen Spielern getragen wird. Stehe ich den Biestern allein auf weiter Flur gegenüber, siege ich nur äussert selten. Und das gelingt mir auch nur dann, wenn ich irgendeine Zuflucht finde, in die das Monster nicht vordringen kann, weil es dafür zu gross ist. Durch das Tor aus einem Gebäude rauszuschiessen, während die Bestie davor hilflos herumhampelt, ist meine einzige reale Chance.
In "offener Feldschlacht" faltet mich so eine Kreatur jedesmal fachgerecht zusammen.
Ich hab schon alle Arten von Waffen eingesetzt, die mir bisher in die Finger gefallen sind. Und bin mit aller Macht gegen diesen Gegner angerannt.
Umsonst!
Gelingt es ihm, mir in Nahkampfdistanz gegenüberzutreten, hab ich ausgespielt.
Egal, was ich auch mache.

In den letzten Tagen habe ich so viele Stunden vor Defiance verbracht, dass sich das Game in meine Träume zu schleichen begonnen hat.
Und heute Nacht bin ich tatsächlich aus dem Schlaf geschreckt, weil ich in meiner Traumwelt von einem Hellbug-Monarch angegriffen wurde.

Soetwas erlebe ich jetzt nicht zum ersten Mal.
Aber es ist doch immer wieder echt erstaunlich, wie sehr sich ein Computerspiel in die Psyche graben kann ...

Neutronenstern
08-21-2017, 10:23 AM
Hach, die Sache mit den Extractionspunkten ist schon mies. :( Das Spiel schickt dich halt immer zu dem an dem du zuletzt vorbei kamst.
Aber...wenn da doch andere Spieler sind...bleib liegen.:eek: Lass dich von denen aufheben!
Manchmal kanns dauern bis sie einen bemerken, aber es dürfte noch immer schneller gehen als Kilometerweit fahren zu müssen. Gebiets-Chat (bloß kein "help" in die Zone!) und der Emote "Hilfe" können dir zudem Aufmerksamkeit verschaffen.

Gegen die Monarchen hilft nur leveln und stärker werden. Mit Massenkanonen und Auto-Mörsern kann man ihnen, mit etwas Geschick, gut unter den Bauch schießen. Gelbe Zahlen = Kritischer Treffer = Käfer platzt schneller. ;)

Wenn du ein Gamepad hast, damit lassen sich die Fahrzeuge etwas leichter Steuern. Wenn du aber lieber mit Maus & Tastatur spielst müsstest du immer wenn du dein Vehikel besteigst zum Gamepad greifen. Mir war das zu Umständlich aber mein Mann hat immer so gespielt.

Mich hat Defiance auch schon in meinen Träumen heimgesucht. Waren aber weder Hellbugs noch Volge. Meine Angstgegner lauern scheinbar im PvP.:o

DeepThought
08-21-2017, 08:51 PM
Ja, das Gamepad hab ich auch schon ausprobiert, aber es ist wirklich etwas umständlich, dauernd hin- und her zu wechseln. Mal abgesehen von dem zusätzlichen Kabelsalat, der mich ganz konfus macht. Aber ein paar spektakuläre Quad-Stunts reichern den Alltag in Defiance mit zusätzlicher Unterhaltung an. Und ... ich muss auch anmerken: Übung macht den Meister! Ich werde schon besser und verunglücke weit seltener! :)

Die Monarchen umgehe ich inzwischen, wenn möglich. Da bewährt sich auch mein anfänglicher Entschluss sehr, die Fertigkeit "Tarnung" als Erstes freizuschalten. Diese Entscheidung hat mir schon x-mal den Allerwertesten gerettet. Dumm isses immer nur, wenn man für den Abschluss einer Mission den Monarchen zwingend ausschalten muss. Das war bisher aber nur in Gegenden der Fall, wo mir Gebäude, Zäune, Türme oder sonstige Infrastruktur zur Verfügung gestanden haben. Irgendwann fand ich ein Schlupfloch, in das er mich weder verfolgen, noch aus dem er mich heraussprengen konnte. Und inzwischen sind meine Waffen auch stark genug, um ihm irgendwann das Lebenslicht auszupusten. Ich sitz dann zwar meistens ohne Munition da am Schluss, aber da kehrt dann ohnehin Ruhe ein. :)

DeepThought
08-22-2017, 09:20 PM
Eigentore - Tag 12

Auf einem Turm stationiert beschiesse ich die anstürmenden Raiders mit dem Scharfschützengewehr. Ich arbeite an einer Vertragserfüllung und auch ein anderer Spieler ist aufgetaucht, der vom Ego-Level etwas unter mir rangiert. In der letzten Angriffswelle fluten die Gegner die Farm regelrecht und man kommt mit dem Anvisieren und Abschiessen kaum hinterher.
Wenigstens bin ich nicht alleine!
Der zweite Player agiert mit einer Art Massenkanone, die Projektile der Waffe zerplatzen in mehrere leuchtende Kugeln, ehe sie explodieren. Hinter einer grossen Kiste verschanzt feuert er Richtung Tor. Zum Nachladen duckt er sich kurz, dann richtet sich sein Ava wieder auf und schiesst erneut.
Bis er das Timing vermasselt und es genau umgekehrt macht:
Aufrecht stehend lädt er nach, dann duckt er sich und feuert.
Genau in die Deckung vor sich!
Schon hat er sich selbst weggesprengt.

Ich muss herzhaft lachen!
Es beruhigt ungemein, dass man nicht der einzige Vollpfosten im Spiel ist, dem solch dumme und fatale Fehler passieren.

Mörser, Granaten, Raketenwerfer ... alles was explodiert, hab ich mir schon versehentlich selber um die Ohren gehauen.
Eine Handgranate ist mir mal genau an einer schmalen Säule abgeprallt und wieder vor die Füsse gekollert. Ringsum war alles frei und ich erwische genau diesen schmalen Winkel, in dem ich das senkrecht stehende Hindernis treffe.
Oder ich schleudere so ein Ding auf ein Dach, um einen dort verschanzten Feind zu eliminieren, aber natürlich kollert der Sprengkörper wieder herab und detoniert erst, als er wieder bei mir angekommen ist.
Mit einem Raktenwerfer schiesse ich in einem hektischen Gefecht um mich, als mich überraschend von hinten jemand unter Feuer nimmt. Natürlich fahre ich herum, ziele, schiesse ... auf einen Gegner, der genau hinter mir steht.
Zumindest war er auch im Eimer!
Die Granatwerfer, deren Projektile irgendwo liegen oder haften bleiben und dann mit der selben Taste gezündet werden, die auch dem Nachladen dient ... nun ja.
Ich hätte nicht sofort hinterherstürmen sollen.

Ich bin schon etwas vorsichtiger geworden und verwende diese schweren Waffen nur noch selten.
Mit einer MP oder einem StG kann sowas immerhin nicht pasieren!

Als ich wieder mal die Möglichkeit habe, im Ego-Raster neue Funktionen freizuschalten, entdecke ich eine Option mit interessanter Beschreibung.
Sinngemäss steht da etwas von "Deine eigenen Explosionen fügen Dir weniger Schaden zu".

Ja, das nehm ich!
Das kann ich wirklich gut gebrauchen!

DeepThought
08-23-2017, 11:15 AM
Mein Schaaaatz! - Tag 13

Manchmal erbeutet man Waffen, in die man sich schon beim ersten Schuss verliebt.
Sie sind genau das, was man sich die ganze Zeit gewünscht hat.
Sie treffen präzise, haben eine enorme Schadenswirkung, die Kadenz ist in Ordnung, der Rückstoss handhabbar ... einfach perfekt.
Die Sache hat nur einen Haken: Man levelt weiter und weiter ... die Knarre leider nicht.
Und man weiss, dass die Stunde nicht mehr fern ist, in der man sich von der Wumme wieder trennen muss, weil sie den Gegnern einfach nicht mehr genug Zunder unter dem Allerwertesten macht.
Ich hasse die Momente, in denen mich diese ernüchternde Erkenntnis überkommt.

Meine zwei Disruptors waren so ein Geschenk des Himmels.
Was haben wir gemeinsam gemeuchelt und massakriert!?
Es war eine schöne Zeit, voll würdiger Schlachten und glorreicher Siege.
Aber leider kam der Tag der Trennung wie immer viel zu früh.
Und der Zeigefinger zögert in solchen Fällen unwillkürlich einen Moment, wenn der Mauszeiger über "Aufspalten" oder "Verkaufen" verharrt.
Man trennt sich einfach extrem ungern von solch einem herrlichen Tötungswerkzeug.

Seit ich etwa Ego-Level 600 passiert habe, besitze ich eine Scharfschützenwaffe, die mir jede Sekunde in Defiance versüsst. Aus völlig unerfindlichem Grund weist sie einen exorbitant überdosierten Schadenswert von über 3500 auf und ist somit zwischen 2000 und 1500 Punkte höher angesiedelt als jede andere Sniperknarre, die mir bis jetzt unterkommt.
Selbst auf Level 719 - wo ich gerade bin - hat das Ding noch so einen leichten Touch von Overkill.
Zwar sieht sie aus wie im Ersten Weltkrieg zusammengebaut und dann jahrzehntelang mit Klebeband repariert, aber sie pustet sogar Volge-Soldaten mit einem One-Shoot-Kill über den Haufen, wenn man sie überraschend erwischt und schön auf den Kopf gehalten hat. Schätzungsweise wird sie mich noch gute 100 Level weiterbegleiten können, ehe sie pensionsreif geworden ist.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sehr es schmerzen wird, sie ausmustern zu müssen.
Gäbe es hier sowas wie Player-Homes, ich würde mir dieses Gewehr glatt über den Kamin hängen.
Um dann gemächlich im Schaukelstuhl wippend voll sentimentaler Erinnerungen zu ihr aufblicken.

Nun, es gibt keine Playerhomes in Defiance.
Aber ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, sie weiter im Inventar zu behalten und manchmal, in stillen Momenten - vielleicht im Sonnenuntergang auf einem grünen Hügel oder an einem romantischen Meeresstrand - das Inventarmenü aufzurufen und wehmütig auf "Betrachten" zu klicken.

Und dann mit verzerrter Stimme und verdrehten Augen heiser "Mein Schaaaatz!" zu krächzen ...

DeepThought
08-24-2017, 10:49 AM
Wer wagt, verliert - Tag 14

Wieder einmal haste ich zu einem Archenfall, nur bin ich diesmal reichlich spät.
Vor Ort blitzt und donnert es hinter einem Hügel und oben am Bildschirm erscheint soetwas wie "Dunkle Materie irgendwas Trupp".
Ach, die kenn ich schon!
Mit denen hatte ich letzthin erst eine ausführliche Unterhaltung, die sie dann aus gesundheitlichen Gründen leider abbrechen mussten.
Na, dann wollen wir mal!

Ich zücke die Sniperwaffe und erklimme den Hügel, um einen Blick auf das Geschehen zu werfen.
Und mein Blick fällt zuallererst auf einen Maschinenkoloss von den Dimensionen eines Hochhauses.
Das Robo-Monster sieht auf dem Willkommensbild des Glyph-Accounts sehr viel putziger aus.
Ein gutes Dutzend anderer Spieler beharkt das komische Ding mit so ziemlich allem, was man sich vorstellen kann.
Offensichtlich ist das also der Feind!
Und Feinde werden beschossen.

Allerdings ... würde ich einen Kampfpanzer mit Wattebauschen bewerfen, wäre ich wohl ähnlich erfolgreich. Eigentlich merkt man nicht, dass ich wie besessen auf den Koloss feuere, sein Lebensenergiebalken nimmt das kommentarlos zur Kenntnis. Auch das Sturmgewehr, die MP, der Raketenwerfer ... alles reichlich wirkungslos.
Genausogut könnte ich auch gar nichts tun.
Und das hätte ich wohl auch besser.
Denn plötzlich dreht das Ding jenen Teil von sich in meine Richtung, von dem ich annehme, dass es sich um seinen Kopf handelt. Und mit einem roten Leuchtdings "glotzt" es mich direkt an.
Oh! Oh!
"Ähm ... ja. Möchtest Du vielleicht darüber reden?" denk ich noch.
Aber er möchte nicht darüber reden.
Das gibt er mir zu verstehen, indem er vier schwarze Knubbel in meine Richtung entsendet, die eine Rauchspur hinter sich herziehen.
Das sieht verdächtig nach Feuererwiderung aus.

Es folgt ein Lichtblitz, begleitet von einem ohrenbetäubenden Lärm, dann hebt mein Ava-Mädchen in einer idealen Flugparabel ab und segelt los.
"Meine Schilde versagen!" erklärt mir mein Ego-Implantat während des Fluges.
Was mich jetzt nur geringfügig erstaunt.
"Bin hier am Krepieren!" fügt es besorgt hinzu.
Auch das stellt keine wirkliche Überraschung dar.
Viel überraschter bin ich von der Tatsache, noch nicht völlig tot zu sein.
Und noch mehr überrascht mich, dass ich im Wasser aufschlage.
Wieso Wasser?
Ich war doch gar nicht an der Küste.
Oder doch?

Etwas irritiert von diesen verwirrenden Eindrücken der letzten fünf Sekunden versuche ich die Lage zu analysieren.
Mittels einigem Herumdrehen orte ich das rote Flämmchen wieder ... 186 Meter entfernt.
Mein Schild ist krankgeschrieben, mein roter Lebensenergiebalken gerade noch so am letzten Restchen hängengeblieben.
Das verdammte Ungetüm hat mich gerade etwa 100 Meter weit weggepustet und ins Meer geschmissen!
Aber ich lebe noch!

Also gut, Du Möchtegern-Transformer.
Für heute hab ich mal genug.
Sagen wir ... unentschieden!
Weil Du es bist!
Aber nächstes Mal bin ich bestimmt nicht mehr so nachsichtig!

DeepThought
08-25-2017, 06:22 AM
Morgens halb drei in Paradise - Tag 15

Eine ziemlich waghalsige Stechmücke reisst mich um zwei Uhr morgens aus dem Schlaf und schon nach wenigen Minuten hat sie keine Gelegenheit mehr, diesen undurchdachten Entschluss zu bereuen. Aber die hektische Luftschlacht hat mich wach und wütend hinterlassen.
Und wie ich mich kenne, kann ich bestimmt wieder ewig nicht einschlafen.
Also warum nicht 'ne Runde Defiance zocken?
Mitten unter der Woche zu nachtschlafener Zeit.

Habt Ihr Euch auch schonmal gefragt, was NPCs so machen, wenn kein Spieler da ist, der sie beobachtet?
Das ist eine Frage von fast metaphysischer Tiefe die wohl erst auf Quantenebene beantwortet werden könnte.
Wenn ich nicht das Glück gehabt hätte, mitten in eine entvölkerte Spielwelt einzutauchen!
Denn um halb drei Uhr morgens vor einem Werktag ist man mutterseelenallein in Defiance.

Etwas irritiert blicke ich mich um.
Kein anderer Spieler ist zu entdecken.
Ich schwinge mich auf mein Quad und beginne, die asphaltierten Strassen abzufahren.
Natürlich kommt man an dem ein oder anderen potentiellen Konfliktherd vorbei.
Aber die NPCs gucken mich nur komisch an.
Raiders spazieren um ihre Strassensperren und lassen mich problemlos vorbeifahren. Selbst wenn ich vom Tempo runtergehe, reagieren sie nicht.
Regelrecht verstört setze ich meine Rundfahrt fort.

99ers hacken unbehelligt auf Felsen ein, Volge-Soldaten grinsen mich bläulich an, Hellbugs krabbeln entspannt über die Strasse ... es ist ruhig und friedlich in ganz Paradise County.
Etwa eine halbe Stunde lang kurve ich durch die virtuellen Lande ohne einen einzigen Schuss abgeben zu müssen.
Niemand attackiert mich von allein.
Andere Spieler begegnen mir auch nicht.

Irgendwo weit südlich der Eisernen Dämonen-Ranch schliesslich entdecke ich des Rätsels Lösung:
"Waffenstillstandsfeier" steht in einem roten Balken auf dem oberen Bildschirmrand.
Und dazu die einladende Aufforderung: "Feiere mit!"
Erstaunt betrachte ich eine Gruppe NPCs, die sich um ein Feuer versammelt haben und tanzen.
Ein paar Fahrzeuge stehen geparkt daneben.
Manche von ihnen kommen also wohl von ausserhalb!
Alle wirken entspannt und fröhlich.

DAS also tun die NPCs in Defiance nach Feierabend!
Sie geniessen die Feuerpause, machen ein Fass auf und schmeissen 'ne Grillparty.
Das haben sie sich aber auch redlich verdient!
Morgen früh beginnt ohnehin wieder ein stressiger Arbeitstag und jeder dahergelaufene Violettpfeil schiesst völlig grundlos auf sie, sobald er nur ihre Silhouette am Horizont erahnt.

Und ich dachte immer, ich hab einen echten Scheissjob!

DeepThought
08-25-2017, 12:18 PM
Mein Stalker - Tag 16

Manchmal kehre ich ins Absturzgebiet zurück, dorthin, wo alles begonnen hat. Spiele einige Missionen abermals durch, die mir von Anfang an gefallen haben. Und während einer dieser Aktionen rutsche ich ins Gefecht eines Spielers, der kurz nach mir begonnen hat und etwa 200 Levels hinter mir nachhinkt.
Es war ein harter Kampf, in dem wir irgendwie intuitiv Seite an Seite fochten, uns teilweise den Rücken freihielten, teilweise weit voneinander entfernt uns gegenseitig die Flanken sicherten. Zwei Mal habe ich ihn wiederbelebt, einmal er mich.
Am Ende erhielt ich eine Freundschaftsanfrage von ihm, die ich gerne annahm.
Seit jenem Tag ist er mein offizieller Stalker.

Er ist ebenso oft online wie ich und folglich bleibt unser Levelabstand ziemlich konstant.
Und immer wieder taucht er plötzlich neben mir auf, weil er sich zu mir teleportiert hat.
Manchmal erscheint er einfach und kämpft ungefragt an meiner Seite.
Manchmal springt er zu mir, zieht sich etwas zurück und beobachtet nur.
Aber nur dann, wenn er sieht, dass ich alleine durchaus klarkomme.
Das Verrückte daran ist, dass wir noch nie ein Wort miteinander gechattet haben.

Heute aber hatten wir unsere Feuertaufe.
Ich befand mich zum ersten Mal südlich der Golden Gate Bridge und war in einen Feuerkampf verstrickt, der mir schon aussichtslos erschien. Von allen Seiten stürmten Dunkle Materie - Gegner auf mich ein, während ich versuchen musste, ein paar Computer zu hacken.
Und noch während ich dabei war, langsam aber sicher eiskalt zu verzweifeln, sah ich plötzlich ein violettes Pfeilchen mit seinem Namen nicht weit von mir entfernt.

Wir haben eine halbe Stunde lang gekämpft wie besessen.
Und wir haben gesiegt.
Gemeinsam!
Alleine wäre ich in der Schlussphase der Mission unter Garantie eingestampft worden.
Er hat mir wirklich den Arsch gerettet!
Als Ruhe einkehrte, verschwand er ebenso plötzlich, wie er aufgetaucht war.

Eine knappe Stunde später - ich wusste gerade nicht so recht, was ich als Nächstes angehen sollte - teleportierte ich mich zum ersten Mal ungefragt zu ihm.
Und fand mich mitten in der Gefangenenbefreiung am Kinship-Plaza wieder.
Eine jener Missionen, zu denen ich immer wieder gerne zurückkehre.
Sofort nahm ich den Kampf auf.
Und focht seine Gegner nieder.
Gemeinsam mit ihm.
Und für ihn!

Ich hab einen Stalker!
Wer kann das schon von sich behaupten?

DeepThought
08-25-2017, 08:20 PM
Ein weiter Weg - Tag 16

Ganz im Norden der Karte kann man eine Episoden-Mission aufgabeln, die zuerst zu einem Krankenhaus wenige hundert Meter weiter, dann aber etwa 7,2 km Luftlinie nach Südosten zu einer Basis der Dunklen Materie führt. Auf dem Landweg sind das geschätzte 9 bis 10 Kilometer.
Ich bin sie zu Fuss gegangen.
Einfach nur, um mal zu sehen, wie lange das dauert.
Die Antwort lautet: Inklusive sämtlicher Gefechte auf dem Weg, denen man wirklich nicht mehr entgehen konnte:
Rund dreieinhalb Stunden!
Und es war eine interessante Reise.

Nicht nur, dass ich manchen Kreaturen und Gegnern zum ersten Mal überhaupt begegnet bin, es war auch ein sagenhafter Trip durch die Landschaften von Paradise.
Zum ersten Mal musste ich die Golden Gate Bridge überqueren und bekam die nahezu ausserirdisch wirkende Gegend dort zu Gesicht. Erwartet hatte ich etwas völlig Anderes.
Mehr urbane Ruinen und etwas weniger Mondkrater.
Aber ich muss zugeben: Ich war beeindruckt!
Defiance gefällt mir immer besser.

Da ich nicht vorhatte, mir um jeden Preis eine blutige Schneise durch die Botanik zu stanzen, war ich ziemlich oft zu weiten Umwegen gezwungen, um Feinde zu umgehen und Problemen auszuweichen.
Manchmal lauerte ich irgendwo auf einer Hügelkuppe, spähte um mich und überlegte fieberhaft, wie ich ohne Feindkontakt zwischen den sichtbaren Krisenzonen durchschleichen könnte. Ein kleines Stück musste ich schwimmen, weil kein gangbarer Landweg an den Gegnern vorbeiführte.
Und ich kann mit Stolz sagen: Ich hab's überlebt!
Kein einziger Tod auf dem weiten Weg dort hinunter.

Es hat einen ganz eigenen Reiz, das Spiel so zu zocken. Es ist sehr viel spannender und kniffliger, als einfach nur mit dem Quad von A nach B zu brausen oder mittels Schnellreise durch die Lande zu beamen. Dieser fast schon stimulierende Hauch von Combat Survival, der dabei in der Luft liegt, verleiht dem Game zusätzlichen Pepp.

Ich kann das nur wärmstens empfehlen.
Wer die Zeit hat, sollte sich das mal gönnen.

Einen wirklich eigenartigen Ohrwurm hatte ich zeitweise im Kopf, während ich südlich der Golden Gate unterwegs war.
Scott McKenzie's 68er-Klassiker "San Francisco".
Der passt aber wirklich nur sehr bedingt als Soundtrack.
Vor allem der Text:

"If you're going to San Francisco
Be sure to wear some flowers in your hair
If you're going to San Francisco
You're gonna meet some gentle people there..."

Nö!
Nicht wirklich!
:D

Calm like a Bomb
08-26-2017, 01:21 AM
Einen wirklich eigenartigen Ohrwurm hatte ich zeitweise im Kopf, während ich südlich der Golden Gate unterwegs war.
Scott McKenzie's 68er-Klassiker "San Francisco".
Der passt aber wirklich nur sehr bedingt als Soundtrack.
Vor allem der Text:

"If you're going to San Francisco
Be sure to wear some flowers in your hair
If you're going to San Francisco
You're gonna meet some gentle people there..."

Nö!
Nicht wirklich!
:DHaha, ja du bist richtig, es gibt nicht viele sanfte Leute um San Francisco im Jahr 2046, das ist die Zeit, in der das Spiel eingestellt ist, aber in den 60er Jahren, als das Lied geschrieben wurde, gab es viel ... Wenn wir nur schnell reisen können, dann lol

Es ist einer meiner Lieblingssongs, eine so schöne Komposition. Sie können nicht alles andere als warm und glücklich sein, wenn Sie es hören. Die 60er Jahre waren so ein tolles Jahr für Musik. Eine Zeit, als Musiker wirklich talentierte Sänger und Songwriter waren.

7I0vkKy504U

Ich genieße deinen Faden. Im wirklich glücklich das Spiel bringt Ihnen die Freude, die es uns alle gebracht hat, als wir anfingen, es zu spielen. Viel Glück in deinen Arkhunting-Bemühungen.

DeepThought
08-26-2017, 02:23 AM
Dankeschön, Calm like a Bomb!
Wahrhaftig, eine legendäre Epoche der Musik.
Ich habe eine riesige Playlist am PC, die nur Musik aus dieser Ära enthält. Hört man immer wieder gerne, diese zeitlosen Klassiker! Leider bin ich viel zu spät geboren worden, um es selbst mitzuerleben.
Was hätte ich nur dafür gegeben, in Woodstock dabeisein zu können.
Bleibt mir nur zu hoffen, dass wir rechtzeitig eine Zeitmaschine erfinden. :)

DeepThought
08-26-2017, 04:33 AM
Mein ganz privates Waterloo - Tag 17

Es gibt eine Mission, bei der man gegen Raiders zu kämpfen hat, an der beiss ich mir jetzt schon seit Tagen die Zähne aus.
Versteht mich nicht falsch, ich krieg das zwar prinzipiell gebacken, aber nicht, ohne mindestens dreimal abzukratzen.
Dabei sind es doch nur die dämlichen Raiders!
Die Jungs sind ja sonst auch so leicht abzuservieren.
Aber auf dieser gottverdammten Hühnerfarm ist das echt zum Gackern.

Zuerst muss man an verschiedenen Stellen gefangene Rancher befreien, die sich dann auch eine Kanone schnappen und drauf los ballern. Wenn man das hingekriegt hat - was der vergleichsweise harmlose Teil der gesamten Geschichte ist - benötigt ein NPC Schutz im Erdgeschoss einer Scheune, während er Verwundete versorgt.
Und das zieht sich elendiglich in die Länge.
Währenddessen stürmen die Raiders in gefühlten Hundertschaften das Gelände. Und das Problem ist ... die Scheune ist auf allen vier Seiten zugänglich.
Man weiss echt nicht, in welche Richtung man zuerst schiessen soll.
Zu allem Überfluss befindet sich die Munitionsbox auch noch im oberen Geschoss dieses Gebäudes, während der schutzbedürftige Ersthelfer unten agiert.
Hat man sich leergeschossen, muss man über die Leiter rauf, um nachzutanken.
Der Gedanke liegt nahe, gleich oben zu bleiben.
Aber das geht dummerweise auch nicht!
Denn vom ersten Stock aus hätte man zwar einen herrlichen Schusswinkel für die Scharfschützenwaffe oder einen Raketenwerfer, zudem hervorragende Deckung gegen den Beschuss aus den niederen Etagen, aber spätestens wenn der Knabe da unten wieder aus den Gummistiefeln kippt, muss man zurück auf den Boden der unerfreulichen Tatsachen, um ihn wiederzubeleben.
Denn solange der seine Sanitäter-Arbeit nicht vollständig verrichtet hat, ist der Auftrag nicht abgeschlossen.

Wie ich es auch anstelle, ... alleine zieh ich jedes Mal ganz hässlich den Kürzeren.
Wenn andere Spieler auch da sind, ist es nicht weiter tragisch.
Aber ich hab mir jetzt in den Kopf gesetzt, das irgendwann ohne fremde Hilfe zu schaffen!
Wenn ich jedoch so weitermache, wird das in diesem Dasein nichts mehr werden ...

Mal tackert mich der anrückende Raider-Panzer an die Scheunenwand, mal blasen mir die verfluchten Schild-und-Schrotflinten-Zwerge das Lebenslicht aus. Und wenn sonst nichts schiefgeht, erdrückt mich die schiere Masse der Blitzer und Sprenger irgendwann.
Verrecken tu ich auf jeden Fall immer.
Es ist nur die Frage, wo, wann und warum genau.
Aufgeben kann ich aber auch nicht mehr!
Das ist jetzt so ein Gekränktes-Ego-und-verletzter-Kämpferstolz-Ding geworden.
Immer wenn ich in der Gegend bin, starte ich einen neuen Versuch.
Und so ende ich nach wie vor jeden Tag mehrere Male als Brathähnchen zwischen all dem Federvieh.

Diese vermaledeite Hühnerfarm ist mein ganz privates Waterloo geworden...

DeepThought
08-26-2017, 04:42 PM
Mein zehntausendster Mord - Tag 17

Einige der Herausforderungs-Updates, die in den kleinen Fenstern links unten am Bildschirm angezeigt werden, sind ja äusserst unterhaltsam.
Zum Beispiel die Mitteilung, dass ich gerade den tausendsten Meter irgendwo runtergefallen bin.
Oder dass ich 50 Meter am Stück mit dem Quad gesprungen bin.
Kaum etwas von diesen Dingen macht man bewusst und absichtlich.
Das mit dem Quad und dem Springen ... nun ja.
Ich will da jetzt nicht unbedingt ins Detail gehen!

Insgeheim warte ich ja schon ständig auf eine Mitteilung, die mir meinen eintausendsten Tod verkündet.
Aber möglicherweise haben die Spielentwickler aus Rücksicht auf die seelische Verfassung ihrer Kunden ja darauf verzichtet.

Was ich aber gerade eben gekriegt habe, war die Nachricht, dass ich den zehntausendsten Gegner nach Walhalla geschickt habe.
Es war ein Hellbug-Jäger.
Und das Quad war auch mal wieder daran beteiligt.
Ich hab ihn nämlich überfahren.
Und schon wieder war es keine Absicht!
Ich hätte sogar noch versucht, ihm auszuweichen.
Das Übliche eben ... meine Erfolge sind grossteils reine Versehen!

Wünscht mir weiterhin Glück!
Bei meinem Können kann ich das echt gebrauchen ...

Calm like a Bomb
08-26-2017, 05:41 PM
Die Pop-ups, die du empfängst, sind für die Verfolgungen, die du vervollkommst. Du kannst alle Verfolgungen im Radialmenü ansehen, indem du Ziele suchst.

Google translate just cant say it correct so I'll post it in English as well.

The pop ups you are recieving are for the pursuits that you are completing. You can view all the pursuits in the radial menu by selecting goals then pursuits.

DeepThought
08-26-2017, 05:59 PM
Haha! Oh yeah!
Google translations are amazing.
Sometimes, when I'm really bored, I'm feeding this machine with german sentences and again with its own english version to translate it back into german.
THAT's really great!

Thank you, Calm like a Bomb!
You can answer to my postings in english words. Not really a problem for me to read. Only writing in english is not easy.

Oh my god! Are you reading my short stories in google translations?
Must be awful!
A lot of my jokes are pure german slang, maybe impossible to translate into english.

Calm like a Bomb
08-26-2017, 09:42 PM
Yes, I'm using Google translate.:p There are some odd phrasing of sentences and words that seem to make no sense but I can figure out and understand what your talking about.:D

DeepThought
08-27-2017, 12:01 AM
Guten Morgen, Paradise! - Tag 18

Das Kommen und Gehen der verschiedenen Arten von Strassensperren und Feindansammlungen macht Defiance phasenweise ziemlich unvorhersehbar. Man weiss nie so recht, was einen um die nächste Ecke erwartet.
Oder, von wem man empfangen wird, wenn man sich wieder einloggt.

Ich bin am gestrigen Abend in der Nähe des Kinship-Plaza aus dem Spiel ausgestiegen. Und der Extraktionspunkt, dem ich jetzt zugeordnet bin, ist eine Munitionsbox direkt neben der Strasse. Beim Wiedereinstieg am heutigen Tag fällt mein Blick auf einige weiter entfernt stehende Gebäude.
Und von hinten bekomme ich gleich ordentlich eins übergebraten.
Jaaa, wünsche auch einen guten Morgen!
Der Tag fängt ja schon wieder äusserst begeisterungswürdig an!

Ich fahre herum und finde mich unmittelbar neben einer Strassensperre wieder, die am Vorabend sicher nicht hier war.
Und ausgerechnet eine Cyborg-Umwandlung muss es auch noch sein.
Ich hasse es, jeden Gegner zwei Mal ausdämpfen zu müssen. Und diese verdammten Revenants, die mit ihrem Blitzdings dafür sorgen, dass man abhebt, wie eine Silvesterrakete, kann ich schon überhaupt nicht ausstehen.
Ein paar 99ers ballern wild auf mich, ich ballere zurück, da fällt mein Blick auf einen Schriftzug: Echelon-Söldner.
Na wenigstens krieg ich Hilfe, denk ich noch.
Da fangen auch die an, mich unter Beschuss zu nehmen.
Was zum Geier ...?
Ich dachte, das sind die guten Jungs!!?
Und natürlich muss aus jedem der Abgeknallten wieder so ein silberner Vollidiot werden.
Während dem Schiessen weiche ich zurück, aber ich bin auf einer riesigen, fast leeren Fläche.
Pustekuchen mit guter Deckung!
Herrgott!
Und das noch vor dem ersten Schluck Kaffee!

Noch mehr 99ers kommen aus dem Boden, darunter zwei Schwarzlungen.
(Schwarzlunge? Wem bitte fällt sowas ein? Einem Kettenraucher?)
Grossartig! Auch noch Granatenbeschuss!
Warum eigentlich immer ich?
Ich wollte doch nur spielen!

Vor lauter zurückziehen vergesse ich völlig, dass hinter mir irgendwo diese Gebäude stehen.
Und die sind in dieser Gegend bekanntlich von Mutanten besiedelt.
Als ich ihnen nahe genug gekommen bin, gehen auch die noch auf mich los.
Ist das nicht herrlich?
Keine zwei Minuten im Spiel und schon stecke ich mitten in einer wüsten Kesselschlacht auf freiem Feld.

Meine Kaffeetasse dampft einladend vor sich hin auf dem Schreibtisch, aber ich kann ihr nur sehnsüchtige Blicke zuwerfen.
Denn mein armes, kleines Ava-Mädelchen wird durch die Luft geschleudert, von einer Ecke in die andere gesprengt, mit Kugeln zugepflastert und mit rostigen Schwertern verprügelt.
Und das alles gleichzeitig!
Da hilft selbst entschlossenste Gegenwehr nicht mehr viel.
Die Selbstwiederbelebung macht die Sache auch nicht besser, weil ich ja immer noch am selben Fleck bin.
Und beim zweiten Mal Sterben hab ich nur noch die Extraktion zur Verfügung.

Der Extraktionspunkt, dem ich zugeordnet bin, ist eine Munitionsbox direkt neben der Strasse.
Genau vor den Mündungen der 99ers an der Cyborg-Strassensperre ...

Neutronenstern
08-27-2017, 06:46 AM
Wer im Freien übernachtet muss sich nicht wundern wenn er von nem Bär geweckt wird.:D

Die meisten der Schnellreisepunkte sind "Sichere Orte". Miete dir für die nächste Nacht einfach ein Zimmer im Krater, das schlimmste was dich da am Morgen erwartet ist Cas.;)

DeepThought
08-27-2017, 06:51 AM
Hahaha! :D
Ja, Cas wäre eine vergleichsweise angenehme Überraschung.
Ist mir übrigens schon öfter passiert sowas. Meistens parke ich inzwischen meinen Ava in Top Notch, da kann beim nächsten mal einloggen nichts schiefgehen. Aber wenn ich mal wieder zu faul dazu bin, hab ich es nicht anders verdient!

DeepThought
08-27-2017, 06:54 AM
Überfallstouristen - Tag 18

Ich hab ja jetzt schon so Einiges gesehen in Defiance, aber was mir heute an zwei Volge-Überfallspunkten untergekommen ist, stellt alles davor in den Schatten.
Das ganze Geschehen wirkte so absurd, dass ich es jetzt noch kaum glauben kann.

Ich war eher zufällig dort, denn ich hatte beim Herumstreifen das Glück, dass der Überfall einen Katzensprung von mir entfernt einfach auftauchte. Ich musste nur ein paar Dutzdend Meter nach Westen, schon war ich da.
Feige und hinterhältig, wie das so meine Art ist, bezog ich wieder einen schönen Feuerposten auf einem Hügel und begann damit, den ersten Volge-Soldaten unter Beschuss zu nehmen.
Kaum hatte ich damit angefangen, geschah das Unfassbare.

Rund 15 bis 20 Buggys, Sportwagen und verschiedenste Quads rasten - alle aus der selben Richtung in einem regelrechten Pulk kommend - schnurstracks auf die Strassensperre zu. Unmittelbar davor bremsten alle nahezu gleichzeitig ab, sämtliche Spieler sprangen aus und von ihren Fahrzeugen und mit einem Schlag ergoss sich ein unbeschreiblicher Geschosshagel auf die Volge. Nur Sekunden später waren die Soldaten der ersten und zweiten Welle niedergemetzelt und ein Viscera erschein.
Aber auch der kam nicht dazu, überhaupt nur irgendetwas zu tun.
Ein Knallen, Prasseln, Blitzen und Donnern setzte wieder ein, Lichter zuckten, Granaten explodierten, Strahlen verschiedenster Farbe verwandelten den Ort des Geschehens in eine regelrechte Lasershow ... und wieder vergingen kaum mehr als 10 Sekunden, ehe der Riesen-Volge zusammensackte.

In atemberaubendem Tempo hatte diese wildgewordene Meute den kompletten Überfall von der Landkarte getilgt.
Und sofort riefen alle ihre Fahrzeuge herbei, sprangen auf und düsten wieder los, diesmal in die andere Richtung.
Erneut in einem geschlossenen Pulk.

Völlig fassungslos starrte ich dem Rudel Irrer hinterher.
Was zur Hölle war DAS gerade gewesen?
Ein Flash-Lynchmob?

Das Schrägste kommt aber noch.
Denn rund zwei Stunden später, kilometerweit vom ersten Vorfall dieser Art entfernt, wiederholte sich das exakt selbe Geschehen noch einmal.
Abermals rasten praktisch die selben Fahrzeuge zu einem Volge-Überfall herbei, die Spieler putzten auch diesen in weniger als einer halben Minute von der Strasse, sprangen wieder auf und waren verschwunden, als wäre nie etwas geschehen.
Und ich kauerte wieder komplett verstört daneben und verstand die Welt nicht mehr.

Wer bitte sind diese Wahnsinnigen?
Überfallstouristen?
Machen die das den ganzen Tag so und brausen von einem Volge-Massaker zum nächsten?
Und ... warum um alles in der Welt?

Neutronenstern
08-27-2017, 07:14 AM
Die Wahnsinnigen sind Archenjäger wie du und natürlich sind sie hinter Beute her!:D

Der Überfall, in deinem Fall Volge, endet doch nicht nach einer kleinen Strassensperre!:p Die Jungs und Mädels heizen zum nächsten weiter, deshalb die Hektik.
Das funktioniert ganz ähnlich den großen Archenfällen. Immer erst die kleinen Kreise wegräumen.
Bei Überfällen wandern die über die Karte und du musst immer zur nächsten Strassensperre. Immer den gelben Radioaktiv-Symbolen hinterher...oder einfach den Wahnsinnigen folgen.;)
Wenn ein Rudel Archenjäger irgendwo langheizt - immer hinterher!:cool:

DeepThought
08-27-2017, 07:18 AM
Ah, okay.
Das erklärt dieses eigenartige Verhalten.
Ich hatte schon die wildesten Vermutungen angestellt.
Gut zu wissen, dass das also "normal" ist in Paradise.
Ich war jedenfalls komplett von den Socken. Wäre aber wahrscheinlich jeder, der das zum ersten mal sieht.

Neutronenstern
08-27-2017, 07:38 AM
Na klar, völlig normal.:)
Ich hatte diesen "Effekt" damals beim ersten Valentins-Event. Hellbug Archenfall "Liebesgrüße aus der Kolonie". Ich kam durch eine Mission in das Archenfallgebiet und sah unheimlich viele Leute rund um einen Archenfallkern hüpfen. Also legte ich eine Missions-Pause ein und guckte mir das Spektakel mal genauer an. Als der Archenfall explodierte, konnte ich dasselbe Phänomen wie du beobachten: Alle sprangen auf die verschiedensten Vehikel und brausten los. Ich also hinterher...hab mich so kringelig gelacht das ich überall gegen gefahren bin. Du hast recht, es wirkt einfach nur absurd wenn so eine Meute unterwegs ist!:D
Dadurch das es bei mir ein Archenfall war, die bringen ja ihr eigenes Wetter mit, bekomm ich jedesmal "Riders on the Storm" in den Kopf.:cool:

acidman
08-27-2017, 11:51 AM
Na das ist halt der Teil des Spiels welcher wirklich MMO ist :)
Und ja , es sieht schon irgendwie lustig aus wenn eine Meute Fahrzeuge wie an einer Perlenschnur von einem kleinen Überfall zum Nächsten fahren .... kurz aussteigen ... alles niedermähen und direkt wieder einsteigen .. und ab wieder zum Nächsten.
Früher habe ich diese Verfolgungsjagden auch immer mitgemacht. Immer auf einen persönlichen Rekord hoffend , wieviel Volge oder Infizierte man ins Jenseits geschickt hat :)

Das war mal mein Rekord : http://i.imgur.com/3q1Mref.jpg
Funktioniert nur , wenn man wirklich den kompletten Überfall mitmacht.

DeepThought
08-27-2017, 08:59 PM
750 Abschüsse! Nicht schlecht! Was für ein Massaker! :D

Mich hat das ganze Geschehen irgendwie an einen Heuschreckenschwarm erinnert, der in Rekordzeit alles ratzekahl wegputzt und dann weiterzieht.

Was ich mich auch schon die ganze Zeit frage: Wenn mehrere Spieler auf den selben Gegner schiessen, für wen wird dann der Abschuss gezählt, wenn der Feind erledigt ist?
Den, der ihm die letzte, tödliche Kugel verpasst hat?
Oder den Spieler, der ihm insgesamt den meisten Schaden zugefügt hat?

Neutronenstern
08-28-2017, 08:13 AM
Meistens bekommen mehrere Spieler den Abschuss. Zum Beispiel der "Kritische Abschuss", den können gleich mehrere Spieler von nur einem Gegner bekommen. Also alle die ihm die letzten tötlichen Kugeln verpasst haben.:)
Vielleicht weil die Zeit in Defiance etwas "schwammig" ist.:confused:
Ich denk das liegt an den unterschiedlichen Systemen und wie der Server sie synchronisiert. Es könnte sonst das Problem entstehen das die schnelleren Systeme und Verbindungen die ganzen Abschüsse gutgeschrieben bekommen und langsame Rechner und Verbindungen gehen leer aus. Nach meiner Erfahrung liegt meist eine halbe bis ganze Sekunde zwischen den Spielern (ich schaff auch mehr:rolleyes:).
Da ich lange mit meinem Mann zusammen gezockt habe und unsere PCs im selben Raum stehen, kam ich gar nicht drumrum es zu bemerken. Er hat den besseren PC also wusste er auch immer schon vor mir wann ich zB sterben werde. Was spielerisch echt traumatisch ist, wenn du grad noch auf einen Gegner ballerst und währenddessen gesagt bekommst das man schon auf dem Weg sei dich aufzuheben!:eek: Wie eine art Wahrsager des Todes...;)

Man kann es auch bei anderen Spielern bemerken, wenn man gestorben ist und augenblicklich auf "Taste für Wiederbelebung" drückt. Schon steht ein hilfsbereiter Mitspieler über einen und will wiederbeleben. Für diesen Spieler kippte man vor geraumer Zeit um und er ging nun davon aus man könne grad nicht selber aufstehen.

Im PvE ist das also gut gelöst worden indem einfach mehrere Spieler den Abschuss bekommen.
Im PvP funktioniert diese Lösung aber nicht. Und spätestens dort merkt man auch wie verteufelt lang eine Sekunde ist.:(*seufz*

In den letzten Tagen ist es mir gleich 2x passiert das ich nem Typen in den Kopf schieße...ich hab verflucht nachmal gesehen wie die Kugel durch seine Stirn ging, ich habs sogar gehört! Doch irgendwer anders bekommt mich als Abschuss einfach weil er angeblich schneller war mir in den Kopf zu schießen. Der andere Typ rennt übrigens mit meiner Kugel im Kopf einfach weiter als sei es nie passiert. Cheater!!! Nee, in der neusynchronisierten Realität hat es meine Kugel nie gegeben da ich erschossen wurde bevor ich sie abgefeuert habe. Cool oder?:cool:

P.S. Trion, ich will den Titel "Timelord"!!!:cool::D

DeepThought
08-28-2017, 10:41 AM
".... in der neusynchronisierten Realität hat es meine Kugel nie gegeben da ich erschossen wurde bevor ich sie abgefeuert habe."

Wow!
Das ist wäre echt Stoff für einen guten Science-Fiction Film.
Und Erwin Schrödinger wäre bestimmt auch begeistert von dieser Sache! :D
Ingame ist das aber sicher fies!

DeepThought
08-28-2017, 01:52 PM
Die Zwergen-Phalanx - Tag 19

Ein Kampf gegen Raiders, die eine Farm überfallen.
Blitzer, Sprenger, Entflammer sterben wie die Fliegen durch meine gnadenlose Hand. In raschem, hektischem Gefecht durchkämme ich den weitläufigen Bauernhof, die Maschinenpistole gezückt und im "Feuerkampf auf nächste Distanz" - Modus.
Dann stürme ich um eine Hausecke und stehe vor ihnen: Die Schild-und-Schrotflinten-Zwerge!
Was heute allerdings neu ist: Sie sind zu sechst.
Und sie stehen Schulter an Schulter.
Na toll!
Machen da einen auf Römische Legionäre und bilden einen Schildwall, eine regelrechte Phalanx.

Man kann an die Biester nah ran gehen und ihnen dann eine mit dem Gewehrkolben verpassen.
Daraufhin drehen sie den Schild zur Seite und man pustet sie weg.
Aber mit der Methode fängt man sich garantiert einen Schrotschuss ein.
Das geht bei einem einzelnen, vielleicht auch bei zweien, aber sicher nicht bei sechs davon.

Man kann auch magazinsweise Munition gegen den Schild prasseln lassen, bis sie ihre Deckung öffnen.
Dann hält man weiter voll drauf, bis sie einknicken.
Das geht bei einem einzelnen, vielleicht auch bei zweien, aber sicher nicht bei sechs davon.

Man kann sie überspringen und dann im Sprung von oben bzw. nach der Landung von hinten auf sie schiessen.
Aber mit der Methode fängt man sich garantiert einen Schrotschuss ein.
Das geht bei einem einzelnen, vielleicht auch bei zweien, aber sicher nicht bei sechs davon.

Und man kann mit Mörser oder Raketenwerfer reinhalten.
Weder das Eine noch das Andere hab ich momentan dabei.

Ich muss zurückweichen, darf ihnen nicht in Schussdistanz kommen.
Ich brauch eine völlig neue Idee.
Aber mir kommt keine.

In der Hocke rückwärts watschelnd wie eine Ente überlege ich fieberhaft.
Und die Zwergenphalanx rückt kontinuierlich nach.
Zwar schiesse ich gegen ihre Schilde, aber das ist eigentlich eine Alibihandlung und Munitionsverschwendung.
Wirklich bringen tut das nichts.
Wie kommt man gegen diese gepanzerte Linie nur an?
Ich hab nie genug Munition, um alle sechs aufzuknacken.

Da faucht plötzlich eine Rakete von hinten an sie heran.
Ein Knall, ein Feuerregen, eine Kaskade an Explosionen ... und vier oder fünf Zwerge segnen das Zeitliche.
Ein zweiter Schuss und alle sind Zwergenmus.
Irgendein anderer Spieler hat mich da rausgehauen.

Aber noch Stunden später überlege ich, wie man so eine Zwergen-Phalanx knacken könnte.
Mir ist noch immer nichts eingefallen ...

Neutronenstern
08-28-2017, 02:24 PM
Handgranaten!!!;)
...hab ich dir schon bei der Hälfte vom Text zugerufen.:p

DeepThought
08-29-2017, 08:07 AM
Ach ja, ich und die Handgranaten.
Das ist so ein Thema.
Mal werf ich sie zu weit, mal zu kurz, mal kollern sie irgendwohin, mal mir wieder vor die Füsse. Wenn ich alle fünf einsetze hab ich einen guten Tag erwischt, wenn eine davon wirklich dort hochgeht, wo ich sie haben wollte. Ausser ich sitze mitten in einem Hellbug-Nest, dann trifft eigentlich jede. :)

DeepThought
08-29-2017, 09:02 AM
Die Schlacht am Wire Root Run (Teil 1) - Tag 20

Diese Geschichte wird etwas länger werden und ich muss sie in mehreren Teilen erzählen. Denn was sich in der 20. Nacht meiner Archenjäger-Existenz zu unchristlicher Stunde am Wire Root Run ereignet hat, lässt sich beim besten Willen nicht in ein paar knappen Sätzen wiedergeben.

Das Territorium, in dem sich dieses Geschehen abspielte, ist eigentlich nur eine Strassenkreuzung.
Fährt man von der Muir-Aufbereitungsanlage nach Westen in Richtung Küste, passiert man auf etwa halber Strecke einen malerischen Ort.
Während sich die Strasse hinter einer Kurve hier von Südost nach Nordwest erstreckt, quert ein Schotterweg diese Stelle recht schön im Winkel von 90 Grad. Biegt man hier links nach Südwesten ab, kommt man unter einer dieser kringeligen Wurzeln durch, die sich wie ein Torbogen über den Weg spannt. Hier beginnt das "Hellbug-Valley", wie ich es nenne, denn dort trifft man praktisch immer auf diese Mistkäfer. Links und rechts des Weges verlaufen sanfte Hügelketten, die sich
gut eignen, um immer in überhöhter Heckenschützenposition dem Wegesverlauf zu folgen.
Von der Kreuzung aus gesehen rechts voraus - also genau im Norden - erstreckt sich eine grosse Freifläche, die öfter mal Schauplatz von Archenfällen wird. Dreht man sich auf der Kreuzung genau nach Süden, ist ein recht hoher Hügel zu erkennen, auf dessen Spitze eine Art Sendemast emporragt. Ich nenne ihn etwas ironisch "Sniper's Ridge", weil man von da aus ziemlich freies Schussfeld in alle Richtungen hat. Entlang der Strasse selbst sind die Spawnpoints für Strassensperren und sonstige unangenehme Überraschungen wie Perlen an einer Schnur aufgereiht, alle paar Meter stolpert man über den nächsten Krisenherd. Und zwischendrin hacken versprengte 99ers auf irgendetwas herum.
Auch rings um die Kreuzung verteilt finden sich mehrere solche Punkte, wo Raiders, 99ers, Volge, Hellbugs, Cyborgs und manchmal auch Dunkle Materie erscheinen, um Ärger zu machen.
Die Kreuzung selbst ist ebenfalls solch ein Erscheinungsort für Komplikationen.

Und genau dort taucht auch der namensgebende Schriftzug am Bildschirm auf: Wire Root Run!

Es war fast exakt zwei Uhr morgens, als ich vom Sniper's Ridge auf die Kreuzung hin abzusteigen begann.
Und schon von Weitem deutlichen Gefechtslärm in den Kopfhörern hatte.

In Sichtweite der Kreuzung legte ich an und beobachtete durch das Zielfernrohr, wie ein anderer Spieler unten am Wire Root gegen zwei Volge-Bomber an einer dort aufgetauchten Strassensperre focht.
Meine Sniperwaffe habe ich so liebgewonnen, dass ich sie inzwischen modifiziert und hochgelevelt habe, um sie weiter behalten zu können. Noch nicht ganz auf Ego-Level 950 kann man mit dem Ding einen solchen Volge-Bomber bei einem kritischen Treffer mit einem One-Shoot-Kill erlegen.
Und da mir beide Biester schön brav das Gesicht zuwandten, konnte ich nicht widerstehen.

Jedes Gefecht beginnt mit dem ersten Schuss.
Hätte ich auch nur annähernd geahnt, was ich vom Zaun brechen würde, wenn ich jetzt abdrückte, ich hätte wohl kehrt gemacht und wäre unbemerkt davongeschlichen.
So aber visierte ich sauber in eine der Volge-Fressen und pustete den Bomber mit einem Schuss von der Strasse.
Den zweiten knallte ich keine Sekunde später ebenso ab.
Und wie das an den Volge-Sperren so üblich ist, schlug unmittelbar danach der Blitz ein und zauberte einen Viscera hervor.
Der fackelte dummerweise nicht lange und machte den anderen Spieler umgehend platt.

Offensichtlich war dieser schon vorher mal abgekratzt, denn statt wieder aufzustehen, verschwand er.
Vermutlich durch Extraktion.
Er kam auch nicht wieder.
Stattdessen stand ich alleine auf dieser Hügelflanke, zielte dem Viscera zwischen die Augen und drückte zum dritten Mal ab.

Und damit hatte die Schlacht am Wire Root Run begonnen ...

DeepThought
08-29-2017, 08:49 PM
Die Schlacht am Wire Root Run (Teil 2) - Tag 20

Einem Viscera mal eben so blöd zu kommen, ist nach wie vor eine heikle Angelegenheit für mich. Nur um seinen Schild runterzufahren braucht er schon drei bis vier kritische Treffer aufs Maul, nochmal mindestens so viele, um ihn einzustanzen. Verfehle ich den Kopf und treffe die Rüstung, klackt es nur metallisch, ansonsten passiert nicht viel.
Nicht kritische Treffer lassen ihn zwar nicht völlig kalt, aber man muss ihm schon zwei bis drei Magazine aus dem Sturmgewehr oder der MP zwischen die Lippen pressen, damit er ernsthaft angeschlagen ist.
Mit seinen Gegenangriffen heizt er mir dafür aber ordentlich ein!
Wird man von seinem Blitz getroffen, segelt der Avatar durch die Luft und knallt irgendwo wieder zu Boden. Bis man sich aufgerappelt hat, hat er sich längst auf Schlagdistanz herangebeamt und knüppelt fröhlich drauf los. Auch da kann es immer wieder passieren, dass man abhebt und mehrere Meter weggeschleudert wird.
Und der Schaden, den er dabei anrichtet, kann sich sehen lassen.
Mehr als drei harte Schläge kann ich kaum verkraften.
Im Zweikampf mit einem Viscera stehen meine Chancen derzeit ziemlich genau bei Fifty-Fifty.

Am Wire Root hatte mich das Biest schon nach dem ersten Treffer gefunden. Obwohl ich aus ziemlicher Distanz geschossen hatte, zappte er schlagartig bis fast vor meine Nase, verpasste mir einen seiner Blitzschläge und schleuderte mich ein gutes Stück den Hügel wieder nach oben. Wieder auf den Beinen versuchte ich sofort, Abstand zu gewinnen.
Aus der Distanz mit der Sniperwaffe hätte ich die besten Chancen!
Also stürmte ich den Hügel nach oben, aber der Volge war schneller.
Wieder hob mein Ava-Mädchen ab und landete unsanft neben dem Sendemasten am Sniper's Ridge.
Genau vor drei 99ers, die jetzt dort herumhackten und vorher noch nicht dagewesen waren!
Die klappten ihre Spitzhackenbajonette ein und legten an.
Im selben Moment blitzte es wieder, aber dieses Mal verhinderte die Steigung das Schlimmste. Der Viscera hatte mich verfehlt und stattdessen einen der 99ers hochkatapultiert.
Oder war das Absicht?
Würden diese beiden Gegner aufeinander losgehen?

Die Antwort hatte ich eine Sekunde später, als mir die Kugeln der 99ers um die Ohren pfiffen.
Zumindest war ICH denen lieber als der Volge!
Vor mir also die 99ers, die normalerweise kein allzu grosses Problem darstellten, ... aber mit einem wutentbrannten Viscera im Rücken war das eine ganz andere Geschichte. Also entschloss ich mich, scharf nach links abzubiegen, um nach unten zur Strasse zu kommen.
Nur weg von dieser Feindesansammlung!
Also stürmte ich den Steilhang runter, während mir immer noch die Kugeln nachjagten.

Unten angelangt drehte ich mich um, spähte den Hang aufwärts zurück dorthin, wo ich gerade hergekommen war, suchte den Volge, fand ihn aber in dem Gestrüpp, das den Hang bedeckte, nicht auf Anhieb.
Wer weiss, wo der sich wieder hingeploppt hatte inzwischen!?
Von oben schossen die Hackenknarren weiter auf mich, da plötzlich zischten auch von hinten Kugeln in meine Richtung.
Wieder fuhr ich herum.
Auf der anderen Strassenseite stand ein Lastwagen am Wegesrand.
Und links und rechts davon hatten weitere 99ers schon auf mich angelegt und feuerten munter drauf los.
Nach links würde ich von hier aus wieder zur Kreuzung gelangen.
Von rechts hastete einer dieser Flammenwerferzwerge, ein Schmelzer auf mich zu.
Ich knallte ihn über den Haufen, zog die MP und schoss zwei der 99ers nahe dem Lastwagen ab.

Da traf mich zum dritten Mal der Blitz ...

DeepThought
08-30-2017, 08:36 AM
Die Schlacht am Wire Root Run (Teil 3) - Tag 20

Ich landete auf der anderen Strassenseite zwischen ein paar Felsen.
Obwohl ich im ersten Moment inständig hoffte, zufällig in einer guten Deckung aufgeschlagen zu sein, stellte sich das sofort als fataler Irrtum heraus. Denn vom gegenüberliegenden Hügel herab fegten die Geschosse genau in meine Position.
Mit dem Scharfschützengewehr schaltete ich zwei weitere 99ers aus, als plötzlich alles grell aufleuchtete, und mein Vorhaben bis zur Unmöglichkeit erschwert wurde.
Ich fand mich mitten in der Flamme eines weiteren Schmelzers wieder.
Wo zum Geier war der plötzlich hergekommen?

Wird man von diesen unsympathischen Feuergnomen gegrillt, sieht man so gut wie gar nichts mehr. Das Feuer verdeckt den gesamten Bildschirm. Man kann sich nur so lange herumdrehen, bis das Fadenkreuz rot wird und dann mit einer hohen Kadenz und viel Munition im Magazin reinhalten, in der Hoffnung, diesen elenden Flammenzwerg auszuschalten.
Und genau das machte ich auch.
(Wieso sind eigentlich alle Zwerge in Definace solche Arschgesichter?)

Zum Glück traf ich sogar!
Ein volles Magazin aus der MP fegte den Schmelzer von den Beinen!
Und meine Sicht kehrte zurück.
Allerdings wollte ich den Viscera nicht unbedingt als erstes erblicken!
Schon gar nicht etwa drei Meter vor meiner Nase.
Bevor ich mit dem Nachladen fertig war und abdrücken konnte, schlug er zu.
Und der Kleine hat echt einen schweren rechten Haken!

Mit alarmpiependem Schild segelte ich Richtung Nordwesten - auf die Strassensperre zu - schlug auf dem Asphalt auf, rappelte mich hoch und begann, im Zick-Zack Richtung Kreuzung zurückzulaufen.
Verfolgt von 99ers in unbekannter Zahl und dem Viscera, der jederzeit überall wieder auftauchen konnte.
Ich wollte unbedingt die Strassensperre erreichen, denn dort könnte ich zwischen den Lastwagen und Betonklötzen vielleicht die nötige Deckung finden.
Also rannte ich um mein virtuelles Zweit-Leben, ohne mich umzudrehen.
So genau wollte ich gar nicht wissen, was mir da alles schon auf den Fersen war!
Kugeln zischten mir nach, manche trafen, mein Schild hatte sich noch immer nicht erholt.
9,6 Sekunden können unter solch widrigen Bedingungen wahrlich unendlich lang werden!

Als ich die Strassenblockade beinahe erreicht hatte, beamte der Viscera sich knapp neben mich.
Ich riss die MP nach oben, die ich inzwischen nachgeladen hatte und pumpte ihm das komplette Magazin aus nächster Nähe ins Maul, was ihn zumindest zum Taumeln brachte und seinen Schild-Schutz auf rund ein Drittel reduzierte.
Während mein Ava-Mädchen nachlud, sprintete ich an ihm vorbei, weiter in Richtung der LKWs.

Kurz, bevor ich das erste Betonhindernis erreichen konnte, kamen mir plötzlich helle Lichtkugeln entgegengezischt.
An der Strassensperre hatten inzwischen weitere Volge-Soldaten Stellung bezogen.
Das war ja mal wieder ein Klassiker!
Würde ich jetzt nach rechts abbiegen - in Richtung Norden - würde ich auf die freie, deckungslose Fläche laufen.
Dort wäre ich garantiert verloren!
Nach links einen Haken schlagend sprintete ich also weiter im Zick-Zack-Kurs.
Vorbei an meinem ursprünglich geplanten Ziel, unter dem Wurzeltorbogen hindurch und direkt hinein ins Hellbug-Valley ...

DeepThought
08-30-2017, 08:48 PM
Die Schlacht am Wire Root Run (Teil 4) - Tag 20

Eine dieser Wurzeln war die erste brauchbare Deckung, die ich erreichte.
Hinter mir wurde heftig geschossen, aber nur wenig davon in meine Richtung. Gingen die 99ers und die Volge doch aufeinander los?
Zeit, das herauszufinden, blieb mir allerdings angesichts der hektischen Umstände nicht. Denn mindestens einer der Volge-Soldaten hatte die Verfolgung aufgenommen und begann wieder damit, auf mich zu schiessen.
Ein Ruck am Mausrad.
Scharfschützenwaffe.
Nur die Ruhe!
Zwei Schuss und er lag.
Da begannen in steiler Parabel von rechts kommend Granaten aus Richtung Sniper's Ridge herabzuregnen.
Die 99ers mussten eine Schwarzlunge mitgebracht haben.
Ich überlegte kurz ... vielleicht war es besser, den noch nicht umzulegen. Möglicherweise besann er sich ja etwas später noch und nahm lieber den Viscera unter Beschuss!?
Das könnte recht hilfreich sein!
Also wieder hoch, weitersprinten, ... wo war der Giganto-Volge eigentlich?
Keine Zeit und keine Lust, um genauer nachzusehen.

Zwischendurch drehte ich mich kurz um, feuerte auf einen 99er, streckte ihn nieder, hastete weiter, tiefer in den Hohlweg hinein. Die ersten Hellbug-Jäger krabbelten genau auf dem Weg herum, aber die waren das vergleichsweise kleinere Übel. Dennoch wich ich nach rechts aus, die Böschung hoch, vor Allem, um eine erhöhte Position zu finden, aus der ich Überblick und freie Schussbahn bekommen würde.
Und ich fand eine passable Stellung, wo ich hinter einem halbhohen Felsen etwas Deckung hatte. Der Viscera kam in diesem Moment von Richtung der Kreuzung den Weg entlang. Am gegenüberliegenden Hang strömten vereinzelt 99ers herab. Und die Schwarzlunge feuerte irgendwohin, etwas links von mir.
Zumindest nicht mehr auf mich, das war doch schon ein gewisser Fortschritt!
Aber was war dort eigentlich?

Die Antwort lautete: Hellbugs!

Sie liefen und sprangen in den Hohlweg hinab, wo sie von den Salven aus einer Volge-Waffe dramatische Verluste hinnehmen mussten. Ob das Absicht gewesen war, konnte ich auch nicht beurteilen.
Hellbugs sind nicht gerade für ihre träge Fortbewegung bekannt, sie könnten ebensogut einfach in die Schusslinie geraten sein. Ich nahm inzwischen den Viscera aufs Korn und verpasste ihm zwei SSG-Treffer, die gesessen hatten. Dann wich ich zurück, um seinem Gegenschlag auszuweichen, der bestimmt gleich kommen würde.
In diesem Moment flackerte eine Schrift am oberen Bildschirmrand auf:
"Ein neues paar Gene" stand da. "Erledige den Monarch".
"Oh mein Gott!" dachte ich nur. "Ich brauch jetzt keine neuen Gene. Ich bin mit meinen alten noch recht zufrieden!"

Durch mein ständiges Herumgerenne hatte sich die Kampfzone immer weiter ausgedehnt und zusätzliche Gegner aus anderen Spawnpoints wurden in das jetzt schon ausser Kontrolle geratene Geschehen mit hineingezogen.
Einen Moment wog ich die Optionen angesichts dieser besorgnsierregenden Entwicklung ab, kam in meinem Überlegungen aber nicht besonders weit.
Denn da traf mich der Viscera-Blitz schon wieder.
Und schleuderte mich gefährlich nahe an das Hellbug-Monster heran.

Als ich zurück auf den Beinen war, half nur die Maschinenpistole. Ich zog die Schussbahn einfach in wirren Mustern durch die herumspringenden Hellbugs. Lud nach, schoss weiter. Ich war jetzt praktisch schon mitten im Gebiet der Krabbelviecher angekommen und entsprechend dicht wurde der sechsbeinige Verkehr ringsum.
Manchmal tauchte ein Hellbug-Krieger auf, der ein ganzes Magazin brauchte, manchmal rannten mir 99ers ins Schussfeld.
Der grosse Vorteil der Situation war allerdings, dass mir die Munition nicht mehr ausgehen konnte.
Es starben so viele Gegner ringsum, die kleine Munitionshäufchen hinterliessen, dass ich nur einige Schritte laufen musste, um nachzutanken.

Eine unbeschreiblich chaotische Situation war entstanden.
Volge, Hellbugs, 99ers und ich schossen und prügelten wirr durcheinander. Eine Explosionkaskade des Monarchen schlug eine Schneise durch das Kampfgebiet. Granaten detonierten ringsum, weil die Schwarzlunge immer noch Steilfeuer abgab und die Hellbug-Jäger reihenweise in Fetzen zerlegte. Dutzende dieser kleinsten Angehörigen ihrer Gattung zerplatzten wie wassergefüllte Luftballons, Hellbug-Schützen trommelten ihre leuchtenden Geschosse in das Geschehen.
Es war unmöglich auszumachen, wer hier wen aller genau bekämpfte.
Aus sämtlichen Richtungen wurde auf mich geschossen ... oder auch nicht.
Vielleicht pfiffen mir auch nur Projektile um die Ohren, die jemand Anderem gegolten, aber nicht getroffen hatten. Das Sichtfeld war ein einziges Flackern und Aufleuchten, voll von springenden Käfern, die bei Beschuss sofort zu Schleimfetzen expandierten. Zudem rannte ich einfach nur reichlich konfus umher, um kein statisches Ziel abzugeben.
Der Viscera kämpfte offensichtlich, aber nicht gegen mich zur Abwechslung. Unverkennbar schlecht gelaunt, warf er mit Hellbugs nur so um sich.
Auch der Monarch hatte sich ein sinngebendes Hobby gefunden und knüppelte herzhaft auf irgendeinen bedauernswerten NPC ein.
Wenigstens waren meine zwei grössten Probleme mit ihren eigenen Interessen beschäftigt!
Und langsam wanderte das Schlachtgebiet Richtung Kreuzung zurück, weil ich mich in wirren Mustern dorthin zu bewegen versuchte und wesentliche Teile der Feinde mich verfolgten, was wiederum dazu führte, dass andere Gegner diesen folgten.
In all dem Wirrwarr gelang es mir, die Schwarzlunge vor die Mündung zu bekommen und auszuschalten.
Das reduzierte zwar die allgemeine Verwirrung, verstärkte aber auf mittlere Sicht das Insekten-Aufkommen deutlich.

Einen Volge-Soldaten konnte ich ebenfalls ausknipsen, dann sah ich die Strassensperre wieder vor mir und sprintete darauf zu.
Schwer angeschlagen erreichte ich sie und ging hinter einem LKW in Deckung, um das Regenerieren der Schilde abzuwarten. Von einer leichten Erhebung etwas rechts von mir zischte eine Rakete auf mich zu und verfehlte mich.
Ich blickte nach oben, der Rauchspur entlang.
Dort stand ein Raider-Sprenger auf einem Felsen.
Zwei Blitzer stürmten gerade den Hang herab und wurden auf ihrem Weg von übereifrigen Hellbugs leidenschaftlich angefallen.
Die nächste Fraktion war also auf meinen kleinen Privatkrieg hier aufmerksam geworden und hatte sich entschlossen, ein bisschen mitzuspielen ...

DeepThought
08-31-2017, 07:51 AM
Die Schlacht am Wire Root Run (Teil 5) - Tag 20

Der Höhepunkt der Schlacht war eindeutig erreicht, als ein grosser Teil der Kämpfenden die Kreuzung am Wire Root Run wieder erreicht hatte.
Raiders, 99ers, Volge, Hellbugs, ein Viscera, ein Monarch und ich.
Alles und jeder schien auf alles und jeden zu schiessen, einzuschlagen, ihn zu flambieren oder in Fetzen zu sprengen.
Die äusserst erstaunliche Tatsache, dass ich immer noch lebte, war hauptsächlich dem Umstand geschuldet, dass ein bedeutender Teil meiner Gegner damit beschäftigt war, meine anderen Gegner als ihre eigenen zu betrachten.
So kauerte ich verhältnismässig untätig hinter einem Lastwagen und schoss nur gelegentlich auf den einen oder anderen zufällig vor meine Mündung hastenden Hellbug-Jäger.

In diesem Moment bolzte plötzlich und reichlich unerwartet ein Quad mit einem Spieler ungebremst in eines der Betonhindernisse der Strassensperre. Vermutlich hatte er versucht, durchzubrechen.
Ich lächelte verschmitzt: Woher nur kannte ich das?
Er sprang von seinem Vehikel und fand sich mitten im Zentrum der Gefechte wieder.
Wacker nahm er den Kampf auf ... mit einer Pistole in der Hand!
Das fand ich dann doch ziemlich drollig.
"Vermutlich ein Neuer!" dachte ich mir.
Er war auch nicht sonderlich robust, denn er überstand keine 30 Sekunden inmitten dieses Gemetzels, ehe er flackernd wie ein Hologramm mit Empfangsstörung am Boden zu liegen kam.
Kurz krabbelte er ein Stückchen, dann extrahierte er und war verschwunden.
Aber sein kurzes Gastspiel hatte mir ausreichend Zeit verschafft, weil sich praktisch alle Aufmerksamkeit plötzlich auf ihn konzentriert hatte. Ich konnte mir ein Heilungs-Stim verpassen, neu aufmunitionieren und nachladen. Und meine Schilde waren danach ebenso wieder voll aufgeladen.
Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass ich noch immer nicht gestorben war, nutzte diese erfreuliche Tatsache und watschelte in der Hocke ein Stück Richtung Strassenrand.
Und dort bekam ich den Viscera mal wieder astrein ins Fadenkreuz des SSG!
Mit vier Schüssen - wovon einer danebenging - war er sachkundig umgesäbelt.
Mein Ego-Implantat - das übrigens die ganze Zeit über ständig irgendetwas gebrabbelt hatte, worauf ich nicht achten wollte und konnte - jubilierte. Und etwa fünf Sekunden später löste sich die Strassensperre in Luft auf.
Betonklötze, Lastwagen, Munitionscontainer ... alles weg!
Offenbar waren die Volge jetzt endlich allesamt tot.
Ich aber kauerte erneut völlig deckungslos auf der Strasse.

Also begann ich abermals zu rennen, diesmal das Asphaltband entlang Richtung Nordwesten.
Einen Rattenschwanz an unterschiedlichen Feinden hinter mir herziehend hastete ich weiter, ging kurz in Deckung, schoss mehrmals, rannte weiter. Ich tötete Raiders, Hellbugs, 99ers. Aus dem Boden hatten sich gelegentlich diese komischen Kettenwühlfahrzeuge gegraben und Frischfleisch ausgespuckt, was die Kampfhandlungen beunruhigend lange am Laufen hielt.
Das Beste an all dem Chaos aber war, dass sich der Monarch ständig mit anderen Problemen beschäftigte und mich völlig missachtete, was ich unter friedvolleren Umstände bestimmt als kränkend wahrgenommen hätte.
Langsam aber gewann ich Abstand zum Hauptschlachtfeld an der Kreuzung, wo immer noch die Hölle tobte.
Mit dem SSG pflückte ich immer wieder einzelne Gegner heraus, schoss einfach wahllos auf alles, was sich bewegte.
Und zusehends ebbten auch die Kämpfe erkennbar ab.
Immer mehr Beteiligte hatten ins Gras gebissen und immer weniger waren nachgekommen.
Das grosse Finale der Schlacht rückte unverkennbar näher.

Am Ende gab es nur noch mich und einen ziemlich angeknacksten Monarchen, den nicht mehr besonders viel roter Balken vom Dahinscheiden trennte.
"Na gut!" dachte ich mir. "Bringen wir es zu Ende, alter Knabe!"
Ich sprang unter dem Einfluss dieser neu gewonnenen Zuversicht wieder auf und stürmte zurück Richtung Kreuzung.
Der Hellbug-Riese in gestrecktem Galopp mir entgegen.
Nun war der Moment der Wahrheit gekommen: High Noon am Wire Root Run!

Wir waren uns auf etwa zehn Meter nahe gekommen, mein Ava-Mädchen und der Riesenkäfer, die Schöne und das Biest!
Kurz verharrten wir von Angesicht zu Angesicht, dann bäumte er sich brüllend auf und entblösste den gelben Bauch ...

Als er zerplatzte, waren noch 4 Schuss im Magazin der MP.
Und schlagartig kehrte die Stille über diesem malerischen Ort wieder ein.
Ich hatte es überstanden.
Ohne auch nur einmal zu sterben.

Überlebende von Defiance?
Pfffft!
Soll mich das etwa beeindrucken?
MICH?
Den einzigen Überlebenden vom Wire Root Run?

DeepThought
08-31-2017, 01:14 PM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 21

Liebes Tagebuch!

Heute sind es genau drei Wochen, seit ich mit dem grossen Raumschiff abgestürzt bin.
Ich weiss zwar nicht, wie ich da überhaupt hineingekommen bin, weil ich kann mich gar nicht daran erinnern, wie ich eingestiegen bin, aber jetzt ist das ja auch schon egal.
Ich lebe jetzt in einem Land, das "Paradies" heisst, aber eigentlich ist es gar nicht so paradiesisch hier.
Es ist zwar ein sehr schönes Land, mit ganz vielen komischen Pflanzen und viel Sonne den ganzen Tag, aber irgendwie stimmt da was nicht. Weil nämlich ein Paradies doch eigentlich immer ruhig und friedlich sein sollte.
Aber ruhig und friedlich ist es hier nie!

Man trifft dauernd irgendwelche Leute, die man noch nie zuvor gesehen hat und die wollen mich alle umbringen.
Ohne dass ich was getan hab, fangen die einfach an, auf mich zu schiessen.
Das ist ziemlich gemein!
Weil ich ja ein Mädchen bin und zu Mädchen soll man nicht böse sein!
Gott sei Dank hab ich aber auch immer Waffen dabei und darum kann ich zurückschiessen.
Die ersten Tage hatte ich aber meistens das Problem, dass die viel besser schiessen konnten als ich, darum bin ich auch immer wieder gestorben.
Ja, liebes Tagebuch, hier im Paradies wird man ganz oft getötet!
Aber komischerweise ist man dann trotzdem nicht richtig tot.
Wenn man wieder zu sich kommt, ist man nämlich ganz gesund und kann einfach weitermachen, wie vorher.
Also auf Leute schiessen, von Leuten erschossen werden und so.
Manchmal kommt man ganz woanders zu sich, als man vorher war. Das ist zwar ziemlich verwirrend, aber meistens auch ganz gut, weil die Leute, die mich erschossen haben, dann nicht mehr da sind.

Immer wenn ich getroffen werde, macht das mein Schutzschild ein bisschen mehr kaputt.
Ja, ich hab ein Schutzschild, so wie in Raumschiff Enterprise oder so!
Toll! Nicht wahr?
Erst wenn das ganz kaputtgeht, können mich die gemeinen Leute richtig treffen.
Das tut aber gar nicht sehr weh, sondern ist mehr so lästig.
Und wenn man oft genug getroffen wird, ist man wieder tot und alles fängt von vorne an.
Manchmal frage ich mich, ob das jetzt ewig so weitergeht, weil wenn man gar nicht richtig sterben kann, muss man ja für immer hierbleiben.

Es gibt aber auch sehr nette Leute hier!
Viele von ihnen sind schon ganz lange da und sind gross und stark.
Viel stärker als ich!!
Die helfen mir manchmal auch, wenn wieder gemeine Leute auf mich schiessen und machen sie ganz schnell alle tot.
Manchmal schenken sie mir auch ganz tolle Waffen, die viel besser sind als die, die ich immer wieder finde, wenn ich andere Leute erschossen hab.
Damit kann ich dann noch besser zurückschiessen und deswegen sterbe ich jetzt schon gar nicht mehr so oft wie am Anfang.
Du siehst also, liebes Tagebuch: Es geht bergauf!

Bis zum nächsten Mal ...

Dein Deep Thought

DeepThought
09-01-2017, 08:54 AM
Level 1000 - Tag 22

Es ist mitnichten so, dass immer alles schiefgeht.
Auch ich habe so meine lichten Momente, in denen alles klappt, wie am Schnürchen.
Und heute ist so ein goldener Moment.
Seit ungefähr vier Stunden.

Gestern hab ich von einem edlen Spender ein ganzes Arsenal an wirklich, wirklich bösen Waffen bekommen, mit denen man ganz gepflegt die Wildsau rauslassen kann.
Nochmals vielen Dank dafür!
Diese Kanonen sind wahrhaft furchtbar in ihrer Wirkung und eigentlich bin ich noch viel zu klein, um mit solch gefährlichen Sachen zu spielen! Sie sind sogar so furchtbar, dass ich sie nicht standardmässig verwende, sondern als Notfallpaket für die eher hässlichen Geschichten aufbewahre. Es wäre irgendwie unsportlich, auf kleine Raiders und quirlige Käferchen zu schiessen damit.
Als würde man mit schwerer Artillerie eine Kneipenprügelei beenden!
Aber Hellbug-Monarchen oder Visceras oder Raider-Panzer damit komplikationslos zu plätten, kann einem den Tag so richtig versüssen!

Und so darf ich stolz die Erfolge des heutigen Nachmittags verkünden:

- Hochgelevelt von 846 auf 1000
- Sieben Monarchen filetiert, ohne selber auch nur einmal durchs Rohr zu gucken
- Drei Volge-Strassensperren umgebügelt, inklusive dem jeweils dazugehörigen Viscera
- Zwei Bollwerke der Dunklen Materie zu Altmetall verarbeitet und zwar praktisch gleichzeitig (die haben mich die letzten Tage schon ziemlich Nerven gekostet, aber jetzt ist die Mission erledigt!)
- Die "Rancher und Raiders"-Mission, die mich bisher immer ins Grab gebracht hat, zum ersten Mal abgeschlossen, ohne selber abzunippeln

und ...

- Einen "Dunkle Materie"-Archenfall im Alleingang in zehn Minuten zum Happy End manövriert.

Ich bin heute in vier Stunden nur zweimal gestorben!
Und die Blutspur, die ich dreckig grinsend durch Paradise County gezogen hab, ist mehrere Kilometer lang.

Echt!
Ihr solltet mir solche Waffen wirklich nicht einfach so in die Hand drücken.
Das nimmt nochmal ein ganz böses Ende!

DeepThought
09-01-2017, 11:13 PM
Das Waffen-Chaos - Tag 23

Defiance ist unglaublich kompliziert, was Verwendung, Auswahl, Beibehaltung und Verbesserung der Bewaffnung angeht. Und entsprechend unglaublich dumme Fehler sind ein nahezu integraler Bestandteil des Lernprozesses.

Recht schnell hatte ich überlauert, dass jede Waffe bald vom Levelfortschritt überholt war. Alle paar Minuten erbeutet man eine andere Knarre, aber die meisten davon sind eher unbrauchbar. Es ist besser, man spaltet sie auf oder verkauft sie bei einem Händler, um an Ressourcen zu kommen. Das selbe gilt für die Modifikationen, die man als Beute aufsammeln kann. Es lohnt den Aufwand nur sehr selten, irgendetwas davon länger zu verwenden, als nötig. Also wechselte ich meine Kanonen wie Socken und ersetzte jede Waffe sofort, wenn eine neue, bessere Wumme aus diesem Genre nachgekommen war.

Lange Zeit funktionierte das nicht schlecht, bis ich irgendwann eine Scharfschützenwaffe erbeutete, die so gut war, dass ich einfach keinen würdigen Ersatz finden konnte. Und da drängte sich der Gedanke auf, sie zu behalten.
Erstens hat das den Vorteil, dass der Beherrschungswert irgendwann bei 100% liegt und sich ein zusätzlicher Effekt einstellt, der dem Ding einen weiteren Bonus verschafft. Und zweitens ist man ja auch froh, wenn man nicht ständig vergleichen und aussortieren muss.
Leider ist man dann aber irgendwann gezwungen, die Waffe im Level hochzuziehen, und hier sitzt der Wurm im Detail: Ist das Gewehr nämlich zu gut, wird das Mitleveln ein zu teurer Spass!

Das geht noch ganz vertretbar bei Waffen mit grün oder blau geschriebenem Namen, aber bei violett und orange wird die Sache rasch zu teuer. Denn mehr als 100 Level kann man sie nicht auf einen Satz hochdrehen und das kostet dann schon 10 bis 15 Stück Archenkraft, die man in der Zeit in der Menge nur sehr selten abstaubt. Andererseits lohnt es sich aber auch nur sehr begrenzt, eine grüne oder blaue Waffe hunderte Level weit mitzuschleppen - die kosten nur 2 oder 4 Stück - weil ihre Special Effects bald ebenso nur noch eine recht halbherzige Angelegenheit darstellen.

Daraus ergibt sich auch gleich ein neues Dilemma - Die Modifikationen!
Die sind im Grossen und Ganzen ja eine tolle Sache.

Ich besitze zum Beispiel eine Automatikschrotflinte, die ich in verwinkelten Gebäuden liebend gerne zum Aufkehren verwende.
Nahkampfdistanz ist genau ihr Ding!
Alles, was sich drei bis zehn Meter vor ihrer Mündung tummelt, wird eingestampft.
Ich hab ihr ein grösseres Magazin verpasst, einen neuen Lauf und einen besseren Schaft.
Ein Zielfernrohr oder Visier auf einer Waffe für Gefechte auf Spuckdistanz erschien mir dann doch zu dekadent!
Wieviele Scrips ich sinnlos bei Mod-Händlern verpulvert habe, bis ich endlich herausgefunden hatte, welche Mods mit Synergie-Effekten man auf eine Waffe bauen muss, um diese auch zum Tragen kommen zu lassen, darüber will ich gar nicht erst schwadronieren!
(Ich besitze zum Beispiel ein Sturmgewehr, das Modifikationen im Wert von 24.000 trägt, die ich ebenso gut und mit dem selben Effekt für 10.000 hätte kaufen können! Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich am schnellsten!)
Es ist einfach nur zum Heulen, dass ich jetzt kaum fähig bin, das beständige Hochleveln meiner Schrotflinte weiterhin zu finanzieren.
Ihr violetter Name macht ihr Wachstum einfach zu kostspielig!

Noch viel schlimmer ergeht es mir mit den Knarren, die mir freundliche Mitspieler vermacht haben, denn die sind meistens orange.
Die musste ich natürlich erst mal runterleveln, um sie überhaupt benutzen zu können.
Mir blutet jedes Mal das Herz, wenn ich so ein Overkill-Werkzeug dahinschwinden sehe, Stunde um Stunde erleben muss, wie sie unwirksamer und unwirksamer wird, bis ich sie endgültig nur noch für Hellbug-Jäger verwenden kann. Und dann kann ich es mir einfach nicht leisten, sie wieder hochzuziehen!
Was hat man von der tollsten Kanone, wenn sie im Angesicht eines bislang noch unbekannten Feindes plötzlich nur noch zum schonenden Akupunktieren desselben taugt?
Und wenn es einfach zu teuer ist, sie hochzuleveln, bleibt nur noch Verkaufen übrig.

Und so leide ich Tag für Tag vor mich hin, wenn ich wieder eines meiner liebgewonnenen Babys ausmustern muss.
In stundenlangen Kämpfen waren wir verschworene Freunde geworden, hatten uns aneinander gewöhnt und uns teils mühsam zusammengerauft. Der unvermeidliche Abschied ist stets eine Tragödie.

Gehe hin in Frieden, mein temporärer Schutzengel ... und mach einen anderen Spieler für ein paar Minuten glücklich!

DeepThought
09-02-2017, 01:08 AM
Beschützerinstinkte - Tag 23

Die Wehrpflicht in Israel gilt unterschiedslos für Männer und Frauen. Soldatinnen sind dort ein völlig normaler Anblick.
Allerdings differenziert man in einer der besten Armeen der Welt im Kriegsfall doch deutlich: Frauen werden - wo immer möglich - nicht unnötig frontnahe eingesetzt.
Und zwar aus folgendem Grund, der auf Erfahrungen aus dem Sechs-Tage-Krieg des Jahres 1967 beruht:

Männliche Kameraden werden durch ihre Beschützerinstinkte zu sehr in der Erfüllung ihrer Pflichten beeinträchtigt.
Wird eine Frau verwundet, setzen die Männer der Einheit nicht nur ihr eigenes Leben leichtfertig aufs Spiel, sondern riskieren durch ihre irrationalen Reaktionen auch ein Scheitern des Kampfauftrages, um die in Not geratene Kameradin zu retten.
Ihre Prioritätensetzung wird sozusagen hormonell verzerrt!
Und Frauen werden nicht wegen eigener, geschlechtsbedingter Schwächen nicht gerne ganz vorne ins Feuer geworfen, sondern weil ihre männlichen Mitstreiter in ihrer Gegenwart verrückt zu spielen beginnen.
Diese Erkenntnis ist äussert interessant!

Mein Ava-Mädchen als unattraktiv zu bezeichnen, wäre realitätsverlustverdächtig.
Immer wieder treibe ich mich in der Nähe des Absturzortes herum, vor allem, um neue, mir noch nicht bekannte Waffen zu testen. Dieses zerpflückte, halburbane Gelände, das sowohl verzwickten Häuserkampf als auch grössere Schussdistanzen entlang der Strassen bietet, eignet sich hervorragend, um im Kampf gegen die Mutanten eine neue Knarre richtig einzuschätzen.
Naturgemäss turnen dort viele Neulinge herum, die EGO-Levels von 50 bis 300 etwa aufweisen.
Und immer wieder - so auch heute - ereignet sich etwas, das mich verdächtig an meine einleitenden Worte erinnert.

Es beginnt meist damit, dass ein männlicher Avatar auf mich aufmerksam wird. In der Regel begegnen wir uns in irgendeinem Gefecht.
Ich komme dazu, während er schon kämpft ... oder umgekehrt.
Wenn Ruhe einkehrt und alle Gegner beseitigt sind, pirsche ich zu Fuss weiter. Ich fahre selten mit dem Quad, weil zu Fuss unterwegs zu sein einfach die Feindkontakte erhöht und mehr Spielintensität entsteht.
Plötzlich bemerke ich, dass mir der andere Avatar zu folgen begonnen hat.
Auch wenn ich in wirren Mustern einfach nur zwischen den Ruinen herumtigere, weil ich auf der Suche nach Ärger bin, verfolgt er diese eigentlich sinnlosen Bewegungen in geringem Abstand mit.
Man muss erwähnen: Das machen bislang nur männliche Avas!
Ich gucke dann immer im Schnellmenü, mit wem ich es da zu tun habe.
Heute zum Beispiel folgte mir plötzlich Einer auf Level 107.
Ich selbst bin gerade knapp unter 1100.

Habe ich Feindberührung und beginne zu kämpfen, kämpft er ungefragt mit.
Gemeinsam pirschen wir durch die Ruinenlandschaft und wo auch immer ich hinkomme, mein Schatten folgt mir und hilft mir im Gefecht.
Das kann manchmal sogar mehrere Stunden dauern.

Heute peilte ich ein Hellbug-Nest an.
Ihr wisst schon ... die Dinger, wo man die drei Pheromon-Speier zerlegt und dann ploppt ein Monarch aus dem Boden.
Und in diesem Augenblick geschah genau das, was die israelische Armee 1967 festgestellt hat:
Der Knabe warf sich ohne Rücksicht auf Verluste zwischen mich und das riesige Monster.
Natürlich chancenlos!
Ein Hieb des Käfers und er ging zu Boden.
Ich zog meine stärkste Waffe, riss den Monarchen in fünf Sekunden in Stücke und hastete zu meinem Begleiter, um ihn wiederzubeleben.
Kaum war das passiert, lief er ein paar Meter weiter, sprang auf sein Quad und verschwand.
Vorher war er mir fast eine Stunde lang nicht von der Seite gewichen.
Er kehrte allerdings nicht mehr zurück.

Was zur Hölle war da gerade geschehen?
Hatten ihn tatsächlich seine Beschützerinstinkte zu dieser Wahnsinnstat veranlasst?
Und konnte sein Stolz es dann nicht ertragen, dass mein virtuelles Mädchen ihm - dem Helden - den Arsch retten musste?

Da sag nochmal jemand, Computerspiele wären seichte, oberflächliche Zeitverschwendung!

Neutronenstern
09-02-2017, 04:41 AM
Noch viel schlimmer ergeht es mir mit den Knarren, die mir freundliche Mitspieler vermacht haben, denn die sind meistens orange.
Die musste ich natürlich erst mal runterleveln, um sie überhaupt benutzen zu können.
Mir blutet jedes Mal das Herz, wenn ich so ein Overkill-Werkzeug dahinschwinden sehe, Stunde um Stunde erleben muss, wie sie unwirksamer und unwirksamer wird, bis ich sie endgültig nur noch für Hellbug-Jäger verwenden kann. Und dann kann ich es mir einfach nicht leisten, sie wieder hochzuziehen!
Was hat man von der tollsten Kanone, wenn sie im Angesicht eines bislang noch unbekannten Feindes plötzlich nur noch zum schonenden Akupunktieren desselben taugt?
Und wenn es einfach zu teuer ist, sie hochzuleveln, bleibt nur noch Verkaufen übrig.

Und so leide ich Tag für Tag vor mich hin, wenn ich wieder eines meiner liebgewonnenen Babys ausmustern muss.
In stundenlangen Kämpfen waren wir verschworene Freunde geworden, hatten uns aneinander gewöhnt und uns teils mühsam zusammengerauft. Der unvermeidliche Abschied ist stets eine Tragödie.


Dann sei mal froh das du keinen Jackpot hast. Das sind die wahren Overkill-Waffen und die sind dann echte Archenkraft-Fressmaschinen. Was ich alles in meinen Schicksalskuss stecken musste bis wir beide von EGO 1200 auf 6000 gelevelt waren. Wie häufig der mir den Arsch gerettet hat kann ich gar nicht aufzählen. Heute ist er überholt, gibt bessere Karabiner. Aber die gemeinsame Zeit bleibt unvergessen. Er hängt nicht über einem rußigen Kamin ... er hat seinen Ehrenplatz über meinem Bett!:D

Jackpots erkennst du übrigens an ihrem Namen. Sie heißen nicht einfach xy-SMG oder blabla-Schrotflinte sondern tragen richtige Namen wie erwähnter "Schicksalskuss" oder "Totengräber" oder "Dreckschleuder"...
Dasselbe gilt für Schilde, "Harmonie" oder "Lebensversicherung" sind verbesserte Varianten von Schilden.
Die neuen Jackpots wurden Perfekte Waffen getauft und du erkennst sie an ihrem "Vornamen" die da lauten: "Berserker", "Dynamisch" und "Präzise".

Zurück zu deinen orangen Waffen. Die meisten, wenn nicht gar alle, werden Ausschussware sein. Deshalb drückt man sie auch Low-EGOs wie dir auf. Bis dir solche Waffen selber droppen und dann auch noch in solch rauen Mengen wird es noch einige Zeit dauern. Mit 6k ist man dann nur noch dabei zu schauen ob eine Waffe besser ist als der schon vorhandene Jackpot. Da das generell zu verneinen ist, bleibt nur die Waffe wegzuschmeißen oder für neue Spieler einzulagern. Die Synergien die du an den Waffenhändlern kaufen kannst, "Assassine", "Kanonier", "Grenadier", usw...sind veraltet, durch das letzte Event-Jahr kamen so viele neue und bessere Synergien raus, da dienen diese alten Synergien nur noch als Lehrmaterial für Newbies. Wie funktionieren Synergien und wie muss eine Waffe gemoddet werden? Sowas kann man damit gut ausprobieren ohne größeren Schaden und Verluste.
Auch wenn dir so eine Waffe ans Herz wächst, sie dient nur dazu dir den Weg zu den echten Waffen zu ebnen.:cool:
Und natürlich welche Waffen-typen dir zusagen. Danach entscheidet sich dann nach welchen Waffen du später Ausschau hälst, um die best-mögliche Version dieses Typs zu bekommen.
Nanos sind auch wichtig, wir haben fast alle unsere Lieblings-Nanos. Und da Archenjäger recht ruppig sind, kriegen wir uns darüber auch gerne mal in die Haare.:p Aber im Grunde haben sie alle ihre Vorteile und sind gut ausbalanciert.:)

Wenn ein Gegner dich mit dem Nano erwischt, zB die Schmelzer mit ihrem Flammenwerfer, 2-3x rollen, dadurch geht der Effekt weg. Wenn du die Bio-Poop-shoes an den Füßen hast, solltest du dich damit besser nicht mühsam weiterschleppen, die Schlotze klebt nicht nur, sie halbiert auch den Schaden deiner Waffe. Besser weg damit!:)

Neutronenstern
09-02-2017, 05:08 AM
Daraus ergibt sich auch gleich ein neues Dilemma - Die Modifikationen!
Die sind im Grossen und Ganzen ja eine tolle Sache.

Ich besitze zum Beispiel eine Automatikschrotflinte, die ich in verwinkelten Gebäuden liebend gerne zum Aufkehren verwende.
Nahkampfdistanz ist genau ihr Ding!
Alles, was sich drei bis zehn Meter vor ihrer Mündung tummelt, wird eingestampft.
Ich hab ihr ein grösseres Magazin verpasst, einen neuen Lauf und einen besseren Schaft.
Ein Zielfernrohr oder Visier auf einer Waffe für Gefechte auf Spuckdistanz erschien mir dann doch zu dekadent!


Für Schrotflinten gibt es 2 Typen Zielfernrohr/Visier. Das Scatter-Zielfernrohr und den Schrotflinten-Stabilisator. Beide haben nix mit der Entfernung zutun.:)
Das Scatter-Zielfernrohr sorgt für eine engere Kugelstreuung wenn du aus der Hüfte schießt.
Der Schrotflinten-Stabilisator sorgt für eine engere Kugelstreuung im Ziel-Modus (rechte Maustaste gedrückt halten).
Weiter schießen tust du nur wenn du als Lauf den Elektrotransistor verbaust, der gibt dir +x Durchschlag = Reichweite der Schrotladung.:)

Für deine lila Automatik-Schotti sollte ich brauchbaren Ersatz rumfliegen haben, ich guck heut Abend mal.:)
Die Kohle für die Mods wirst du wohl als Lehrgeld verbuchen müssen, so ging es uns allen.;)

DeepThought
09-02-2017, 06:00 AM
"Jackpots erkennst du übrigens an ihrem Namen. Sie heißen nicht einfach xy-SMG oder blabla-Schrotflinte sondern tragen richtige Namen..."

Aaaaah!
Grosse Erleuchtung!
Darum rennt jeder 6k-ler mit so wohlklingenden Waffennamen herum.
Und ich hab in Summe bestimmt 'ne Stunde im Menü herumgesucht, wo die Option zum Umbenennen von Inventargegenständen versteckt ist. :D

DeepThought
09-02-2017, 08:19 AM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 23

Liebes Tagebuch!

Heute habe ich festgestellt, dass ich schon eine sehr gute Kriegerin geworden bin.
Also ... im Vergleich zu vorher!
Heute habe ich nämlich zwei Archenfälle gewonnen.

Ein Archenfall ist so eine Art Weltraumunfall, wo Raumschiffteile oder sowas vom Himmel fallen.
Und weil ich hier im Paradies leider auch arbeiten muss, um mir was kaufen zu können, bin ich jetzt Archenjäger. Das heisst, dass ich dann hinlaufen und mich mit ganz vielen anderen komischen Lebensformen um diese Trümmer prügeln muss.
Das ist immer sehr hektisch.
Aber wenn ich das ganz oft mache, kann ich mir auch viele Sachen kaufen gehen, bei so Automaten, wo man Waffen und so Zeug kriegt.

Wenn man einen Archenfall gewonnen hat, kriegt man am meisten Geld von allen.
Da gehen nämlich auch andere Leute wie ich hin, um zu arbeiten!
Und gewinnen tut man, wenn man die meisten Feinde umbringt!
Mehr als die Anderen.
Das ist ein bisschen brutal, aber es ist ja auch nur ein Job.
Ich nehme das nicht so persönlich.

Heute habe ich 139 Feinde erschossen bei so einem Weltraumunfall!
Das ist ziemlich viel.
Weil nämlich der Zweite nur 53 Leute umgebracht hat.
So ein Loser!
Aber der hatte auch gar nicht so gute Waffen wie ich, darum war das für ihn auch schwerer.

Beim zweiten Archenfall war ich leider nicht ganz so gut und hab nur 88 Feinde zerstört.
War aber trotzdem wieder Erster!
Ich sag "zerstört", weil das waren nämlich so Roboter und die leben ja nicht richtig. Also hab ich sie eigentlich gar nicht ermordet, sondern nur kaputtgemacht.
Das finde ich nicht ganz so schlimm.
Muss man eben neue bauen!

Jetzt muss ich aber wieder arbeiten gehen, weil ich mir nämlich ein neues Zielfernrohr kaufen will.
Und deswegen muss ich vorher das Geld dafür verdienen.

Mach's gut, liebes Tagebuch!

Dein Deep Thought

DeepThought
09-02-2017, 07:09 PM
Praktisch nackt - Tag 24

Erneut treffe ich an einem Archenfall ein.
Es ist Sonntag gegen vier Uhr morgens.
Ja, da sind auch nicht mehr besonders viele "Arbeitskollegen" unterwegs.
Am Nachmittag des vorangegangenen Samstags hab ich in einem schier unbeschreiblichen Käfergemetzel namens "Hellbug-Zerstörung" sage und schreibe 448 Sechsbeiner zu Brei gestampft.
Ganz allein!
Nein, das ist nicht gelogen!
Hat auch entsprechend lange gedauert.
Warum also nicht gleich nochmal?

Als ich ankomme, ist eine elegant gekleidete Scharfschützin auf Level 347 schon am Werk und pustet die Hellbugs reihenweise um.
Ich stürze mich ins Getümmel, schiesse ein paar Mal, sterbe.
Rapple mich durch Selbstwiederbelebung auf, schiesse wieder, bin 30 Sekunden später erneut tot.
Die Scharfschützin kommt mich brav reanimieren, ich kämpfe weiter, sterbe schon wieder.
Sie steht immer noch aufrecht, ausser, wenn sie sich zu mir bückt, um mich ins Dasein zurückzuholen.

6 Tode in weniger als 5 Minuten!
Und dauernd muss mich ein Ava retten, der gerade mal rund ein Drittel meines EGO-Levels hat.
Wie hochnotpeinlich ist das denn?
Und weil ich die meiste Zeit nur tot rumliege, bringe ich es gerade mal auf ein knappes Dutzend Abschüsse.
Die Scharfschützin hat mehr als 80 Käfer geplättet inzwischen.
Diese Schmach überleb ich nicht!

Als ich zurück in Top Notch bin und Beute ausmiste, entdecke ich die Ursache.
Ich hab zuvor meinen veralteten Schild aufgespalten und vergessen, den neuen auszurüsten.
Im Archenfall war ich praktisch nackt unterwegs.

Wenigstens konnten sich die Hellbugs für die Niederlage vom Vortag genüsslich rächen ...

DeepThought
09-03-2017, 03:18 AM
Sonst noch Wünsche? - Tag 24

Manchmal klapper ich einfach so ein paar Nebenmissionen ab, probier einen Time-Trial (Betonung liegt auf "probieren"!) oder schlendere durch die Gegend und lass mich überraschen, was so abgeht. Und wenn ich gerade daran vorbeikomme, pick ich mir die nächste Aufgabe der Hauptmission raus.
Ziemlich weit im Süden shoppe ich gerade ein wenig, als ich ein Abbild meines EGO-Implantats mit einem gelben Rufzeichen darüber entdecke.
Ach ja!
Da war ja noch was!

Zuletzt wurde ja dieser unsympatische Glatzkopf von der Golden Gate geschmissen, aber wie ich den kenne, ist er schon wieder nicht tot.
Leider!
Der kommt bestimmt demnächst zum zehnten Mal aus irgendeinem Loch gekrochen und geht mir weiter auf den Keks mit seinen Allüren.
Und ganz so gewachsen fühl ich mich derzeit der Hauptmission auch nicht.
Ehrlich gesagt war es letztes Mal schon ziemlich ruppig und ich hatte halbwegs zu tun, da lebend rauszukommen.
Und momentan bin ich in Sachen Kampfkraft gerade wieder am absteigenden Ast und muss aufpassen, was ich mache.
Der letzte Archenfall gegen die Dunkle Materie heute vormittag ist mit dem Wort "Desaster" noch sehr verharmlosend umschrieben!
Schilde zu schwach, Knarren nicht ungesund genug ... ich muss erst mal wieder besseren Krempel in die Finger kriegen.
Aber naja, ma' gucken, was der nächste Auftrag in der Hauptmission wäre.
Ablehnen kann ich immer noch!

So schlendere ich also da rüber, ruf das Missionsfenster auf und denk, ich krieg 'nen Schlaganfall.
"Funkstille" heisst die nächste Aufgabe.
Darunter steht in unschuldig weissen Buchstaben auf schwarzem Hintergrund:
"Begib Dich in das unerbittliche, terraformierte Gebiet von San Francisco und hilf Cass, die Monolith-Mechs der Dunklen Materie auszuschalten."

Monoltih-Mechs?
MEHRERE???
Herrgott, Cass!!
Sag mal, hast Du Arschhaare geraucht?
Ich geh doch nicht mit Dir allein da runter und leg mich mit 'ner Horde 30-Meter-Roboter an, von denen einer allein schon jeden grossen Archenfall in einen halbstündigen Erste Hilfe Kurs umfunktioniert!
Zwei Dutzend Archenjäger kriegen so ein Monster nur mit Mühe halbwegs unter Kontrolle und Du willst da mit mir seelenruhig reinspazieren und Familie Transformer vor die Haustür pinkeln!??
Sonst noch Wünsche, Du Irre?
Nimm gefälligst Deine Tabletten wieder und such Dir dann 'nen richtigen Job!
Monolith-Mechs!
Also ehrlich!
Und dafür gibt's dann lausige 200 Scrips und 'ne Handvoll Cluster-Granaten, die ich genausogut jedem dritten toten Raider aus der Hosentasche fingern kann.
Das kann jetzt echt nicht Dein Ernst sein!
Frag mich das in 'nem halben Jahr wieder, wenn ich auch ein 6k-ler bin und am Besten an 'nem Tag, an dem ich mir ein paar Stims zu viel reingepfiffen hab!

"ABLEHNEN"!!
Und damit Ende der Diskussion!
Ich geh lieber mal ein paar Käfer pürieren zum nächsten Hellbug-Nest.
Da weiss ich wenigstens, dass ich 'ne reale Chance hab, wenn ich mich halbwegs zusammenreisse und mich nicht wieder anstelle wie Mr. Bean persönlich.

Monolith-Mechs!
Mehrzahl!
Also echt!
Die Tante hat sie doch nicht mehr alle!!

DeepThought
09-04-2017, 09:03 AM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 25

Liebes Tagebuch!

Heute war ein wahnsinnig aufregender Tag für mich.
Ich hab ganz viele Abenteuer durchlebt hier im Paradies, weil ich weit herumgekommen bin.
Viel weiter als bis jetzt!
Ich wurde nämlich mit nach Süden genommen, in einem Auto. Da war ich nur Beifahrerin und musste nicht selber lenken.
Wir haben aber trotzdem ganz viele Unfälle gebaut!
Also bin nicht nur ich so eine schlechte Fahrerin.

Wir waren zu zweit in einer Gegend, die Silikon-Tal heisst, was ein ziemlich komischer Name ist, weil dort ist nämlich gar nichts aus Silikon.
Aber dafür ist es dort wahnsinnig gefährlich!
Es liegt ganz weit im Süden und alles ist dort kaputtgeschossen und zu Schutt gebombt, weil dort dauernd gekämpft wird.
Das ist fast wie im Krieg da!
Und wir sind da mittenrein gefahren und haben ganz tapfer mitgekämpft.
Sogar ich!
Ich hab auch ziemlich viele Feinde totgeschossen, obwohl die verdammt stark sind. Aber wenn man sich ein bisschen versteckt und von weit weg auf sie schiesst, kann man sie töten, bevor man entdeckt wird. Und so hab ich auch ein bisschen was dazu beitragen können.
Am Anfang bin ich deswegen auch gar nicht so oft gestorben, nur zwei oder drei Mal.
Erst am Schluss dann wurde es ziemlich schlimm!

Hier im Paradies leben ja Insekten.
Und Du weisst ja, liebes Tagebuch, dass ich Insekten eigentlich ziemlich mag. Ich helf auch Käfern und sogar Spinnen, wenn sie Probleme haben, zum Beispiel über eine gefährliche Strasse wollen, wo sie zu Matsch gefahren werden könnten.
Weil ich sie irgendwie süss finde!
Aber bei aller Tierliebe ... hier sind die Insekten überhaupt nicht süss.
Ganz im Gegenteil!
Die sind riesengross, gruselig und gefährlich und wenn man nicht aufpasst, wird man von ihnen umgebracht.
Also muss man auf sie schiessen, ob man will oder nicht.

Ein bisschen hab ich mich schon an die komischen, schnellen Käfer gewöhnt, die ich bisher gesehen hab. Die besiege ich schon fast immer, auch wenn sie weit in der Überzahl sind.
Die heissen Hellbugs und machen mir schon gar keine Angst mehr.
Aber da unten im Silikon-Tal leben noch andere so Fliegen und Käfer.
Die heissen Shrimps oder so ähnlich und sind noch viel böser!
Wenn mich die nur ein- oder zweimal anspucken, fall ich tot um und jemand muss mich retten kommen.
Und von diesen Monstern gibt es dort ganz viele!

Wir waren bei so einem Weltraumunfall, wo die auch ankamen und da haben die mich ständig umgebracht, bis ich die Schnauze voll hatte.
Und kaum war der Unfall überstanden, kamen die schon wieder!
Ich hatte kaum noch Zeit, mein bisschen Beute einzusammeln, waren die schon wieder da und haben mich dauernd totgespuckt.
Und so ging die Sache dann leider doch nicht so gut aus für mich.

Allerdings hab ich ganz tolle Sachen bekommen!
Waffen und Autos und ziemlich viel Geld.
Das meiste hab ich geschenkt gekriegt, aber viel Zeugs hab ich auch erbeutet, weil ich vorher so tapfer gekämpft hab.
Sogar ein Samuraischwert hab ich gefunden, das find ich ganz besonders toll!

Ich bin nachher dann wieder zurück nach Norden gegangen, wo es keine Shrimps gibt.
Weil, wenn ich mich mit denen anlege, zieh ich den Kürzeren!
Darum müssen sich die grossen, starken Leute hier kümmern.

Wenn ich selber später mal genauso stark geworden bin, geh ich da aber wieder hin und hau den blöden Shrimps ordentlich aufs Maul!
So lange, bis sie auch die Schnauze voll haben!
Damit sie mal sehen, wie das so ist!

Bis zum nächsten Mal, liebes Tagebuch!

Dein Deep Thought

DeepThought
09-04-2017, 09:07 AM
(K)Ein Kinderlied - Tag 25


Zehn kleine Raiderlein
bewachen eine Scheun',
Einer guckt ins Fadenkreuz,
da sind es nur noch Neun!

Neun kleine Raiderchen
allein mit mir bei Nacht!
Im Dunkeln sehen sie mich zu spät,
d'rum sind's jetzt nur noch Acht!

Acht kleine Raiderlein
sind jetzt noch verblieben,
Einen knutscht mein Sturmgewehr,
da sind es nur noch Sieben.

Sieben kleine Raiderlein!
Ich hinter 'nem Gewächs.
Einer kommt zu nahe ran,
da bleiben nur noch Sechs.

Sechs kleine Raiderlein,
Einer davon schimpft!
Ich denk mir nur: "Sei endlich still!",
und schon sind sie zu fünft.

Fünf kleine Raiderlein
sind jetzt nur noch hier.
Eines hat g'rad Schrot geschluckt,
so bleiben nur mehr Vier!

Vier kleine Raiderlein
mach ich noch zu Brei!
Einen spreng ich in die Luft,
schon sind es nur noch Drei.

Drei kleine Raiderlein
kommen nicht mehr weit.
Einer rennt mir in mein Schwert!
Jetzt sind sie noch zu Zweit.

Zwei kleine Raiderlein!
Was bin ich doch gemein!?
Einer geht kurz hinter's Haus
und schon ist er allein!

Ein letztes Raiderchen
hat's auch noch überseh'n.
Doch später spawnen alle neu,
dann sind es wieder Zehn!

:D

Haha!
Ja, ich weiss!
Ich bin echt nicht mehr zu retten!

acidman
09-04-2017, 09:38 AM
Haha!
Ja, ich weiss!
Ich bin echt nicht mehr zu retten!

Egal , das war wirkich klasse :) Du kommst aber auch Ideen :D

DeepThought
09-04-2017, 09:50 AM
Hab ich heute in der Arbeit zusammengereimt.
Frag nicht, was für einen öden Job ich hab! :)

DeepThought
09-05-2017, 09:00 AM
Nur schnell ein Archenfall - Tag 26

Heute hab ich echt kaum Zeit zum Zocken, aber ein schneller Archenfall sollte drin sein.
Also Map auf und gucken ... tatsächlich: Hellbugs!
Einen knappen Kilometer weit weg.
Nichts wie hin!

Vor Ort wird schon geballert, dass die Läufe glühen.
Käferschleim spritzt durch die Gegend, Hellbug-Schützen bombardieren, durchgeknallte Archenjäger schiessen wirr um sich.
Hier steppt die Maus, hier tanzt der Bär!
Also rein ins Getümmel!

Von allen Seiten springen mich Käfer an, ein Ava segelt waagrecht an mir vorbei, irgendjemand pumpt mit seiner Massenkanone regelrechtes Trommelfeuer um sich, dass die Funken nur so sprühen. Ein Auto wirbelt über meinen Kopf hinweg, in der Luft noch rollt der Fahrer raus. Die Karre knallt im Trudelflug in den Archenfall-Kristall und geht beim Aufschlag gleich in Flammen auf.
Keine drei Schritte weiter ploppt ein Hellbug-Krieger aus dem Boden und schleudert mich nach hinten.
Ein halbes Dutzend Jäger springt wild durcheinander, während ich mich aufzurappeln suche.
Meine neue Lieblingsknarre zieht eine Linie an Explosionen durch das Getümmel, als ich wieder auf den Beinen bin.
Da rollt auch schon ein Monarch auf mich zu, über mich hinweg und weiter irgendwohin.
Zum zweiten Mal wieder aufrecht angekommen, jage ich dem Ding die grünen Strahlen hinterher, dass das ganze Zimmer um mich rum nur noch blitzt und zuckt. Der Dreck fliegt nur so durch die Gegend, als der Monarch regelrecht explodiert, weil irgendein anderer Spieler mit dem Raketenwerfer auch noch draufgehalten hat.

Flammen, Strahlen, Kugeln, grüne, weisse, blaue Lichter, Rauchspuren, Explosionen aller Art, Schüsse aus zwei Dutzend verschiedenen Waffen, dazwischen das Gebrüll der Käfer, die mir aus nächster Nähe ins Gesicht rotzen, kurz bevor ich sie in Fetzen reisse, ohrenbetäubendes Akustikchaos in den Kopfhörern ...
Kurz: Es geht zu, wie in ... in ..... in .......ja, ähm!?
In was eigentlich?

Tja.
Wie in Defiance eben.
Ich wüsste echt nicht, womit ich das vergleichen könnte.
Sowas komplett Irres wie im Epizentrum eines Archenfalles findet man sonst eigentlich nirgends ...

DeepThought
09-05-2017, 02:32 PM
Spürbare Fortschritte - Tag 27

EGO-Level 1250 erreicht!
In nicht ganz 4 Wochen.
Ersten Hochrechnungen zufolge kann ich mir selber den 6000er dann zu Weihnachten schenken!

Man merkt, dass sich was tut!
Monarchen sind inzwischen garantierte Todeskandidaten.
Einen hab ich heute mit dem Schwert aufgemischt!
Sogar da war er chancenlos.
Visceras gucken ebenfalls schon fast immer in die Röhre.
Überhaupt sind Volge kein Gegner mehr, vor dem ich grösseren Respekt zeigen müsste.
Die Bomber sind sichere One-Shoot-Kills. Die Soldaten putz ich mit der MP zur Seite.
Oder mit dem Schwert, wenn ich gerade lustig drauf bin.

An einem Grossen "Dunkle Materie" - Archenfall hab ich mich heute auch versucht.
Meine EGO-Level-Anzeige links oben wurde vor Schreck ganz gelb im Gesicht und sprang auf 4750.
Hat mir aber auch nur sehr begrenzt geholfen.
Ein gefährliches Hobby: Monolith kitzeln!
Der Riesen-Robo macht mich immer noch zu Hackfleisch und ich kann ihm wenig oder gar nichts anhaben.
Dafür sind die Monitore fällig, meist mit Sniperwaffe und sauber auf die Birne gehalten.
Und ein Bollwerk hat zur Zeit noch Chancen gegen mich, wenn es mich gerade beim Nachladen überrumpelt hat.
Frontal und wenn ich vorbereitet bin, braucht es mir nicht zu kommen.
Dann landet es ganz fraglos im Altmetall-Container.
Ich verzeichne also sehr spürbare Fortschritte!

Ich erprobe neue Taktiken, verwende andere Waffen.
Eine VBI TACC Angriffswaffe ist derzeit mein Lieblingsspielzeug.
Eine interessante Alternative zum 140-Schuss-LMG-Dauerfeuer.
Die Drei-Schuss-Burstsalven sparen extrem Munition und schulen die Schützen-Reflexe.
Man muss schon astrein treffen, aber dann macht die Knarre ordentlich Meter.
Und man übersteht mit 500 Schuss locker zwei Archenfälle hintereinander.
Nich' übel die Kanone, wenn man sauber zielt!

Überhaupt trau ich mich viel näher an den Gegner ran. Die meisten Schüsse fallen auf Distanzen unter 20 Meter.
Vieles, was ich noch vor ein paar Tagen mit grossem Abstand und dem SSG zu regeln hatte, mach ich jetzt im Sturmangriff.
Und ich hab 'nen echten Fetisch für bodenständig handwerkliche Infanterie-Kampfführung entwickelt.
Raketen- und Granatenwerfer sind mir schlicht zu einfach, zu bequem.
Die 3 bis 5-Schuss-Salve ist die Königsdisziplin!
Ziel erfassen, schnell visieren, sauber feuern, wirksam töten.

Kann man sich natürlich bei den harten Brocken ganz getrost in die Pomade schmieren.
Da hilft nach wie vor nur reinzustanzen, was im Magazin drin ist.
Aber dafür hat man ja die 140-Schuss-Maschinen im Arsenal.

Ach ja:
Und Quad-Fahren kann ich auch schon ziemlich gut!

DeepThought
09-06-2017, 10:29 AM
Mein ganz persönliches Waffentestlabor - Tag 28

Die Mutanten-Gebiete zwischen E-Rep-Lager und Blutbadschlucht sind inzwischen kein gefährliches Pflaster mehr für mich.
Eigentlich könnte ich aufrecht im Spaziertempo durchmarschieren und alles wegpusten, was sich bewegt. Denn ihre Waffen richten so wenig Schaden an, dass ich mich um Treffer gar nicht mehr so richtig zu kümmern brauche.
Es ist fast, als würde ich im Panzer durchfahren und die schmeissen mit Steinen nach mir währenddessen.
Das wirft die Frage auf, was man mit diesem wunderschönen Häuserkampf-Trainingszentrum anstellen soll?
Die Antwort lautet: Waffen erproben!

Ich mach mir inzwischen einen Spass daraus, die miesesten Schrottknarren, die mir als Beute unterkommen, an den Jungs dort auszutesten. Man lernt auf diese Art verdammt viel darüber, was die Kanonen in Defiance so können und was nicht.
Mit manchen Waffen muss man überhaupt erst umgehen lernen.
Und es gibt auch so dermassen ausserirdisch anmutende Geräte, bei denen man so aus dem Stand heraus ein Dutzend Anläufe benötigt, um herauszufinden, wie man sie eigentlich bedient.
Für all diesen Krempel ist die Zone dort im Norden ideal!
Man kann sehr risikolos erkunden, welcher Typus Waffenbenutzer man im Grunde seines dunklen Killer-Herzens eigentlich ist.

Für die Mutanten ist das natürlich nicht ganz so erquickend.
Die armen Schweine werden schon jedes Mal vor Schreck zusammenzucken, wenn sich meine Ava-Silhouette am Horizont abzeichnet.
"Oh Gott, nein! Nicht DIE schon wieder!" wird ein Raunen und Flüstern durch ihre Reihen gehen, sobald sie mich erkannt haben.
Und ich kann es ihnen nicht verdenken!

Wer spielt schon gern Versuchskarniggel für einen durchgeknallten Greenhorn-Archenjäger auf dem Jugend-forscht-Trip?!

DeepThought
09-06-2017, 11:09 AM
Spuk im Paradies - Tag 28


Manchmal passieren echt schräge Sachen in diesem Spiel.
Dinge, die fast paranormal anmuten und irgendwie überhaupt keinen Sinn ergeben.
Fast, als würde es spuken im Paradies!
Nehmen wir zum Beispiel die ominöse "Archenfall-Verbannung", wie ich sie inzwischen nenne.
Das ist mir heute schon zum dritten Mal passiert, seit ich Defiance zocke.

Bin ich mutterseelenallein bei einem Archencrash, kann es vorkommen, dass ohne erkennbaren Grund plötzlich der Bildschirm schwarz wird, ein Ladevorgang einsetzt und ich mich beim letzten Extraktionspunkt wiederfinde, dem ich aktuell zugeordnet bin.
Weiss der Geier, weshalb das passiert.
Mir ist schon aufgefallen, dass eine Grundvoraussetzung darstellt, dass ein zu zerstörendes Objekt existiert. Archenfall-Kristalle zum Beispiel, die ich eigentlich kaputtschiessen sollte.
Mach ich aber nicht!
Ist langweilig!
Das steht nur da, schiesst nicht zurück, spuckt nicht, beisst nicht und rennt nicht um sein Leben.
Wozu da Munition reinpumpen?
Da gibt es lustigere Ziele zum beschiessen.
Mache ich das einige Zeit lang, kann es sein, dass ich von dort praktisch verbannt werde.
Allerdings auch nicht jedes Mal.
Meistens kann ich mein Privatmassaker ganz in Ruhe fortführen, bis der Archenfall von selbst hochgeht.
Aber drei Mal eben wurde ich inzwischen einfach rausgeschmissen.
Sobald ein einziger anderer Spieler auch vor Ort ist, bin ich vor diesem rätselhaften Vorgang jedoch sicher.
Fast so, als dürfte niemand Anderer das sehen!
Erklärung dafür!?
Nüsse!
Keine Ahnung.

Es gibt aber ein noch eigenartigeres Phänomen.
Ich nenne es den "plötzlichen Archenjäger-Tod".
Und der tritt wirklich ganz spontan ein.
Ohne dass ich beschossen werde, ohne Feindkontakt, ohne irgendetwas rings um mich.
Ich bin allein auf weiter Flur, plötzlich zuckt der Rand des Sichtfelds bläulich auf, mein Ava-Mädchen stöhnt geschunden und ein Teil meines Schildes ist weg. Ich sprinte sofort los, suche Deckung, fahnde hektisch durch das Zielfernrohr nach dem vermeintlichen Gegner ... aber da ist ganz einfach nichts und niemand!
Schon zuckt es erneut blau, wieder wird mein Schutzschild angeknabbert, wieder finde ich keine Ursache dafür.
Ich renne dann los, in der Vermutung, dass es an dem Ort liegen könnte, wo ich mich befinde, aber das ist auch ein Irrtum.
Alle paar Sekunden wiederholt sich das.
Selbst, wenn ich auf mein Quad hechte und davonrase. Dann wird eben das Fahrzeug schrittweise kaputtgezaubert und am Ende sterbe ich daran. Auch bei Schnellreise zu einem möglichst weit entfernten Punkt, bleibt dieses langsame Sterben mein Begleiter.
Erst nach der Selbstwiederbelebung oder Extraktion ist es vorbei.
Es gibt einfach kein Entkommen!

Ich glaube inzwischen, dass die Aliens da heimlich ein geheimes Waffensystem an mir testen.
Oder die E-Rep-Regierung.
Oder sind es etwa die Hellbugs, die sich unter meinen Füssen durchwühlen?

Man kann wirklich niemandem vertrauen in dieser postapokalyptischen Welt!

Neutronenstern
09-07-2017, 05:32 AM
Manchmal passieren echt schräge Sachen in diesem Spiel.
Dinge, die fast paranormal anmuten und irgendwie überhaupt keinen Sinn ergeben.

Noch einmal ganz herzlich Willkommen in Defiance, wie ich sehe bist du nun angekommen.;)



Bin ich mutterseelenallein bei einem Archencrash, kann es vorkommen, dass ohne erkennbaren Grund plötzlich der Bildschirm schwarz wird, ein Ladevorgang einsetzt und ich mich beim letzten Extraktionspunkt wiederfinde, dem ich aktuell zugeordnet bin.
Weiss der Geier, weshalb das passiert.
Mir ist schon aufgefallen, dass eine Grundvoraussetzung darstellt, dass ein zu zerstörendes Objekt existiert. Archenfall-Kristalle zum Beispiel, die ich eigentlich kaputtschiessen sollte.
Mach ich aber nicht!
Ist langweilig!
Das steht nur da, schiesst nicht zurück, spuckt nicht, beisst nicht und rennt nicht um sein Leben.
Wozu da Munition reinpumpen?
Da gibt es lustigere Ziele zum beschiessen.
Mache ich das einige Zeit lang, kann es sein, dass ich von dort praktisch verbannt werde.
Allerdings auch nicht jedes Mal.
Meistens kann ich mein Privatmassaker ganz in Ruhe fortführen, bis der Archenfall von selbst hochgeht.
Aber drei Mal eben wurde ich inzwischen einfach rausgeschmissen.
Sobald ein einziger anderer Spieler auch vor Ort ist, bin ich vor diesem rätselhaften Vorgang jedoch sicher.
Fast so, als dürfte niemand Anderer das sehen!
Erklärung dafür!?
Nüsse!
Keine Ahnung.

Klingt ganz stark nach Auto-Extraktion. Geschieht meistens wenn du zu viel Schaden auf einmal nimmst. Könnten mehrere Ladungen der Hellbugschützen/Panzer/Schwarzlungen sein oder ein paar Dunkle Materie Sniper die dich gemeinsam ins Visier nehmen.
Evtl noch mit Unterstützung deiner eigenen Explosionen.
Wenn ein anderer Spieler dabei ist, verteilen sich die Angriffe der Gegner auf euch beide, vielleicht sogar nur auf ihn (je nach EGO). Falls es dieser Bug ist, der kann überall auftreten, auch im Beisein anderer Spieler...wird bestimmt irgendwann gefixt.:)



Es gibt aber ein noch eigenartigeres Phänomen.
Ich nenne es den "plötzlichen Archenjäger-Tod".
Und der tritt wirklich ganz spontan ein.
Ohne dass ich beschossen werde, ohne Feindkontakt, ohne irgendetwas rings um mich.
Ich bin allein auf weiter Flur, plötzlich zuckt der Rand des Sichtfelds bläulich auf, mein Ava-Mädchen stöhnt geschunden und ein Teil meines Schildes ist weg. Ich sprinte sofort los, suche Deckung, fahnde hektisch durch das Zielfernrohr nach dem vermeintlichen Gegner ... aber da ist ganz einfach nichts und niemand!
Schon zuckt es erneut blau, wieder wird mein Schutzschild angeknabbert, wieder finde ich keine Ursache dafür.
Ich renne dann los, in der Vermutung, dass es an dem Ort liegen könnte, wo ich mich befinde, aber das ist auch ein Irrtum.
Alle paar Sekunden wiederholt sich das.
Selbst, wenn ich auf mein Quad hechte und davonrase. Dann wird eben das Fahrzeug schrittweise kaputtgezaubert und am Ende sterbe ich daran. Auch bei Schnellreise zu einem möglichst weit entfernten Punkt, bleibt dieses langsame Sterben mein Begleiter.
Erst nach der Selbstwiederbelebung oder Extraktion ist es vorbei.
Es gibt einfach kein Entkommen!

hmm, das klingt nun echt etwas seltsam. Also typisch Defiance... hey! vielleicht ist das sogar dein ganz persönlicher Bug!:D
Es gab ähnliche Phänomene schon mit einigen Waffen, da war dann das modden tödlich...*grübel*
Passiert das denn nur mit einem bestimmten Loadout oder mit allen Loadouts?
Versuch mal drauf zu achten ob es immer mit einem bestimmten Schild oder Waffe auftritt. Vielleicht sogar Perk...:confused:
Wenn es zu nervig wird, wirst du den Support mal fragen müssen. Aber beachte dabei unbedingt: das denen wahrscheinlich das geheime Waffensystem gehört und:


Man kann wirklich niemandem vertrauen in dieser postapokalyptischen Welt!
;):D

Light Energy
09-07-2017, 06:51 AM
Es gibt aber ein noch eigenartigeres Phänomen.
Ich nenne es den "plötzlichen Archenjäger-Tod".
Und der tritt wirklich ganz spontan ein.
Ohne dass ich beschossen werde, ohne Feindkontakt, ohne irgendetwas rings um mich.
Ich bin allein auf weiter Flur, plötzlich zuckt der Rand des Sichtfelds bläulich auf, mein Ava-Mädchen stöhnt geschunden und ein Teil meines Schildes ist weg. Ich sprinte sofort los, suche Deckung, fahnde hektisch durch das Zielfernrohr nach dem vermeintlichen Gegner ... aber da ist ganz einfach nichts und niemand!
Schon zuckt es erneut blau, wieder wird mein Schutzschild angeknabbert, wieder finde ich keine Ursache dafür.
Ich renne dann los, in der Vermutung, dass es an dem Ort liegen könnte, wo ich mich befinde, aber das ist auch ein Irrtum.
Alle paar Sekunden wiederholt sich das.
Selbst, wenn ich auf mein Quad hechte und davonrase. Dann wird eben das Fahrzeug schrittweise kaputtgezaubert und am Ende sterbe ich daran. Auch bei Schnellreise zu einem möglichst weit entfernten Punkt, bleibt dieses langsame Sterben mein Begleiter.
Erst nach der Selbstwiederbelebung oder Extraktion ist es vorbei.
Es gibt einfach kein Entkommen!

Ich benutze Google Translate für die LOLs und weil ich zu faul bin, um mein Wörterbuch zu betrachten :o.

Ich bin mir nicht sicher, ob dies die gleiche Sache ist, aber ich habe Verzögerungen gesehen (Leute nennen es lag, aber lag ursprünglich war ein spezieller Fachbegriff für Netzverzögerungen) im Spiel:

Ich gehe zu einem Vertragsstelle und kann die Feinde nicht sehen, abgesehen von ihren roten Chevrons. Ich kann die Feinde töten, bevor sie mit Sprengstoffen wie meine Massenkanone rennen / materialisieren. Es gibt eine Verzögerung ... nachdem die Feinde plötzlich sterben, wird mein Schild getroffen (ich bin 6000 so ist es normalerweise ok, wenn ich nicht viel Schaden bekomme). Es ist wie ein Geist, der meinen Schild schlägt - ich sehe die blauen Blitze, aber der Feind ist schon gestorben! :eek:

Beim Fahren kann es eine ähnliche Verzögerung geben. Du kannst dein Fahrzeug auf unsichtbare Hindernisse und Feinde hineinstürzen und abstürzen. Normalerweise, nur nachdem du dein Fahrzeug gesehen hast, wirst du dann sehen, was du getroffen hast.
Aus diesem Grund fahre ich oft in einem Zickzackmuster auf Straßen (oft hinauf Hügel) ... nicht weil ich ein schlechter Fahrer bin! :D:o


Original Englisch:
I’m using Google Translate for the LOLs and because I’m too lazy to look at my dictionary.
I’m not sure if this is the same thing, but I have seen delays (people call it lag, but lag originally was a specific technical term used for network delays) in the game:

I go to a contract site, and cannot see the enemies, apart from their red chevrons. I can kill the enemies before they render / materialize with explosives like my mass cannon. There is a delay…after the enemies die suddenly my shield gets hit (I’m 6000 so it’s normally OK unless I receive a lot of damage). It’s like a ghost is punching my shield – I see the blue flashes but the enemy has already died!

When driving along, there can be a similar delay. You can drive into and crash your vehicle on invisible obstacles and enemies. Usually, only after you see your vehicle remains, will you then see the thing you hit.
This is why I often drive in a zigzag pattern on roads (often going up hills)… not because I am a bad driver!

DeepThought
09-07-2017, 08:18 AM
Autoextraktion? Ist ja nett!
So nach dem Motto: "Kleine, Du kriegst das hier sowieso nicht gebacken. Besser Du gehst gleich wieder, bevor Du Dir noch wehtust!" :p
Da könnte aber was dran sein. Denn die Situationen, in denen das bisher geschah, waren ziemlich gefechtsintensiv.

Und zu Zweiterem: Ein bestimmter Perk oder Inventargegenstand scheidet definitv aus. Das Phänomen verfolgt mich schon seit dem dritten oder vierten Tag und seither hat sich alles überall in meinen Loadout-Slots schon mehrmals geändert.

Allerdings muss ich sagen, ist beides so selten, dass man damit leben kann. Es ist nur häufig genug, um meine Aufmerksamkeit zu erregen.

@Light Energy

Wow! Invisible enemies! Crazy stuff.
The only thing like that I've seen, are enemies disappearing in front of me, before I'd been able to shoot 'em.
Mostly it happens, when I'm watching a group of creatures or NPCs through my sniper scope. And it doesn't matter how far away they are. Suddenly some of them are gone like abducted by an alien spaceship.

Oh. Hey! Maybe that's it. An alien abduction! :D

Light Energy
09-07-2017, 10:15 AM
Autoextraktion? Ist ja nett!

Oh, by the way, I have seen auto-extraction when I get hit by electro nanos. I believe (I have read this elsewhere on the forum) this is because your HUD becomes hidden so you cannot see the self-revive option, so the game just decides to extract you instead. Sometimes it is from a combined effect - for example several electro hellbugs hitting me at the same time. Also falling into deep water will auto-extract you :eek:.


Wow! Invisible enemies! Crazy stuff.
The only thing like that I've seen, are enemies disappearing in front of me, before I'd been able to shoot 'em.
Mostly it happens, when I'm watching a group of creatures or NPCs through my sniper scope. And it doesn't matter how far away they are. Suddenly some of them are gone like abducted by an alien spaceship.

Oh. Hey! Maybe that's it. An alien abduction! :D

Ha, yeah, well perhaps there is a cloaked ship somewhere in orbit and they are just playing with you! :D

There is a maximum render distance... beyond which objects will longer be drawn by the game’s graphics engine (and this distance seems to vary slightly, depending on server load). So it could that the creatures are moving in and out of the “area of visibility”... a bit like moving in an out of the mist (or "fog of war").

Secondly, as you may already be aware :), the game will not always render enemies (or other players) depending on various factors. Oddly enough, this seemed to be much better on PC EU since yesterday's patch (I think it might have just been a quiet time) :).

https://s1.postimg.org/uscbugfyz/Defiance_invisible_enemies.jpg (https://postimg.org/image/uscbugfyz/)

You can see some of the crazy Defiance things here :): http://forums.defiance.com/showthread.php?257724-Gotta-have-a-sense-of-humour-with-Defiance-)

DeepThought
09-07-2017, 10:51 AM
The last Samurai - Tag 29

Nach der gestrigen Zwangspause - ich hab vermutlich gute fünfzig mal versucht, einzuloggen, weil ich kaum glauben konnte, dass da über drei Stunden Sendepause fürs Updaten war - will ich es heute mal auf die harte Tour angehen.
Loadout-Slot 5: Nahkampf-Equipment.
Primärwaffe: VBI SMG
Sekundärwaffe: Samuraischwert

Etwas südöstlich der Glückliches-Rindschwein-Farm stosse ich auf einen Archenfall namens "Mutanten Chaos".
Ein gefundenes Fressen!
Im Bionischen Sprint stürme ich einen Hügel hinab, das Schwert in der Hand.
Eine andere Spielerin ackert mit der Schrotflinte schon vor sich hin, als ich ihre Gegner von hinten anfalle. Ich wünschte, man könnte per Tastendruck einen völlig irren Kampfschrei ausstossen, der wäre in dem Moment genau das Richtige gewesen.
Irgendsowas wie "Baaansaaaiii!" zum Beispiel!

Der andere Ava bleibt plötzlich regungslos stehen, hört auf zu schiessen und dreht sich nur gelegentlich in meine Richtung. Selbst als ein paar Spalter über sie herfallen, reagiert sie kaum.
Oh mein Gott, ein Königreich für den Anblick ihres Gesichts vor dem Bildschirm!!!

Wie völlig von Sinnen haste ich durch das Archentrümmerfeld, hacke auf alles ein, was sich bewegt und schrecke selbst vor Grenadieren und Minigun-Schützen nicht zurück.
Meine Mitspielerin hat sich inzwischen wieder gefasst und ballert erneut drauf los, aber rings um sie sind schon zu viele Feinde, als dass sie mit ihrer Flinte noch nachkäme.
Wieder im bionischen Modus haste ich zu ihr, springe ab und schlage im Landen den Shotgunner vor ihr zu Boden. Das Schwert lässt bei diesem Sprung-Angriff Funken sprühen und in einem kleinen Umkreis nehmen auch andere Gegner massiven Schaden. Danach brauchen die Unglücklichen kaum noch mehr als ein oder zwei Hiebe, um sie niederzustrecken.
Ein gutes halbes Dutzend beisst vor ihren Augen ins Gras, während sie gerademal einen oder zwei wegschroten kann in der selben Zeit.
Jetzt gibt es kein Halten mehr!

Die obligatorischen Hellbugs mischen natürlich auch wieder mit.
Und ohne mit der Wimper zu zucken, falle ich auch Hellbug-Krieger und -Schützen an, um sie in Stücke zu häckseln.
Oh bitte, Herr! Gib mir jetzt noch einen Monarchen, dann werd ich berühmt!!

Der Herr gibt mir leider keinen Monarchen.
Aber als das Archenfall-Finish-Fenster aufploppt, hab ich Rang 1.
60 Abschüsse geradeaus.
Meine Mitspielerin hat es auf 34 gebracht!

Ein tiefes Bedürfnis keimt in mir auf, mich vor sie hinzustellen, die Hände vor der Brust zu falten und mich kurz zu verneigen, ehe ich wieder in die Wildnis entschwinde.
Aber die eingeschränkte Animations-Auswahl verweigert mir diese finale Geste der asiatischen Höflichkeit leider!
Ich hoffe, der Anblick hat trotzdem seine Wirkung hinterlassen.

Pfeiff auf die notwendige Archenkraft.
Soviel Spass muss sein!
Dieses Schwert nehm ich mit nach oben auf der Level-Leiter.
Das isses mir echt wert!

DeepThought
09-08-2017, 06:17 AM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 30

Liebes Tagebuch!

Heute schreibe ich Dir in grosser Sorge.
Wie Du ja weisst, bin ich jetzt von Beruf Archenjäger und darum jage ich auch hauptberuflich diese Archenfälle. Aber nebenbei muss ich auch immer wieder irgendwelche Verträge erfüllen, obwohl ich mich gar nicht erinnern kann, dass ich irgendwas unterschrieben hab.
Ich hab also praktisch zwei Jobs hier im Paradies und darum bin ich manchmal ein bisschen gestresst.

Mein Zweitjob, das sind meistens so Verträge für irgendwelche Waffenfirmen und wenn ich die brav erfüllt habe, dann mögen die mich ein bisschen mehr.
Und wenn sie mich genug mögen, dann darf ich mir bei denen auch wieder Waffen und so Zeug kaufen.
Und leider muss ich sagen, dass ich eine neue Waffe brauche.
Ich hab mir schonmal so eine gekauft und ganz viele Leute damit erschossen. Die ist nämlich wirklich prima und man muss gar nicht so oft treffen, wie mit anderen Waffen.
Aber die ist jetzt schon ein bisschen zu alt und funktioniert nicht mehr so gut, darum muss ich sie mir nochmal kaufen. Aber das kann ich nicht, weil mich die Firma, die sie verkauft, nicht genug mag.
Und deswegen muss ich jetzt wieder für sie arbeiten.

Das Problem daran ist, dass ich ganz weit in den Süden gehen muss, um das zu machen. So weit südlich war ich alleine noch nie und ich weiss, dass es dort ziemlich gefährlich sein wird.
Aber mir bleibt nichts Anderes übrig!

Soweit ich auf der Landkarte gesehen hab, muss ich dort wieder gegen die "Dunkle Materie" kämpfen.
Ich weiss eigentlich gar nicht, wer die überhaupt sind, aber das sind auch solche Leute, die einfach auf mich schiessen.
Das sind vielleicht ehemalige Physiker oder so, weil wie kommen die sonst auf so einen komischen Namen?
Und ich hab auch keine Ahnung, wieso die plötzlich herumschiessen, statt irgendwas physikalisches zu erforschen.
Auf jeden Fall sind die ziemlich gemein!
Ich weiss auch, dass die ganz grosse und gefährliche Roboter haben, die ich nur sehr schwer kaputtmachen kann.
Und darum fürcht ich mich schon ein bisschen davor, zu denen hinzugehen und mit ihnen zu kämpfen.
Aber was soll ich machen?
Vertrag ist Vertrag und daran muss man sich eben halten!

Ich werd also jetzt aufbrechen und über die kaputte Brücke in diese komische Mondlandschaft gehen, wo früher mal eine grosse Stadt war. Die haben sie in irgendeiner berühmten Schlacht kaputt gemacht, sodass jetzt kaum noch Häuser dort stehen.
Aber mach Dir keine zu grossen Sorgen!
Ich werd ganz doll aufpassen und mich an den Feinden auf dem Weg vorbeischleichen, wenn ich kann.
Wenn ich zurück bin, melde ich mich wieder bei Dir!

Wünsch mir Glück, liebes Tagebuch!

Dein Deep Thought!

DeepThought
09-09-2017, 12:06 AM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 31


Liebes Tagebuch!

Gestern war ein sehr harter Tag für mich.
Wie Du ja weisst, war ich ganz weit im Süden, um diese komischen Verträge zu erfüllen. Und da hab ich mir natürlich so einiges mitmachen müssen, weil die ganze Gegend dort ziemlich wild und rauh ist.
Aber, liebes Tagebuch: Ich kann auch einen tollen Erfolg verkünden!
Denn obwohl ich ganz lange durch diese graue, kaputte Landschaft wandern musste und viele Kämpfe geführt hab, bin ich nur ein einziges Mal dabei gestorben. Und das auch nur, weil sich so ein dummer Scharfschütze unsichtbar gemacht hat. Da hab ich ihn natürlich zu spät gesehen und darum konnte der mich totschiessen, bevor ich ihn totschiessen konnte.
Aber sonst hab ich immer gewonnen!
Obwohl ... einmal hatte ich das Glück, dass zwei andere Archenjäger auch dort waren, wo ich hinmusste und die haben mir viel Arbeit abgenommen. Sonst hätte ich wahrscheinlich gar nicht gewinnen können dort, weil da waren ganz viele so verrückte Physiker.
Viel zu viele, um sie alle zu besiegen, wenn man ganz alleine ist.

Aber leider war die ganze Geschichte auch irgendwie kein so toller Erfolg!
Weil ich nämlich überhaupt keine richtig gute Beute gefunden hab und auch die Sachen, die ich mir nachher kaufen konnte, nur so mittelmässig gut sind.
Das Blödeste ist, dass ich überhaupt gar keine Archenkraft gekriegt hab. Die brauche ich nämlich, um alte Waffen wieder irgendwie neuer zu machen und das wäre ganz dringend und wichtig gewesen.
Aber leider... da hab ich Pech gehabt!

Ich hab auch ganz viel Geld bei so Automaten ausgeben müssen, um Lockboxen zu kaufen.
Das sind so Überraschungseier, wo man nie weiss, was drin ist.
Und manchmal ist da so eine Archenkraft drin, aber eben gestern nicht. Und das andere Zeugs da drin war auch alles nur Gerümpel. Das kann man zwar wieder verkaufen, aber da kriegt man viel weniger Geld dafür, als man vorher ausgegegben hat.
Das war also ein ziemliches Verlustgeschäft.
Weil mich dann diese Waffenfirmen ein bisschen mehr gemocht haben, konnte ich mir aber bei denen auch was kaufen. Das ist ganz gutes Zeug, mit dem man ziemlich viel Unheil stiften kann. Nur leider mögen mich die jetzt schon wieder nicht mehr, obwohl ich ihnen was abgekauft habe. Und damit machen die ja ihr Geschäft und verdienen Geld.
Deswegen glaube ich, dass sie an ihrem Kundenservice noch arbeiten sollten!

Jetzt hab ich mich also den ganzen Tag abrackern müssen, aber eigentlich bin ich jetzt ärmer als vorher.
Das hat mir dann doch den Tag ein bisschen versaut, weil das irgendwie dann alles ein bisschen für'n Arsch war!
Archenjäger zu sein ist wirklich kein leichter Job!

Ich hab aber auch ganz viel Neues gelernt gestern.
Zum Beispiel, dass die ganz grossen, ganz fiesen Roboter viel zu gross sind, um durch Türen zu passen. Wenn man sich in so einem kaputten Haus vor denen versteckt, können sie nur blöd herumrennen draussen. Und durchs Fenster kann man sie dann zu Schrott schiessen und sie können gar nichts dagegen machen.
Das hat mich ziemlich oft gerettet.

Wie ich dann mit diesen Verträgen fertig war, hab ich mir die Gegend dort noch genauer angeschaut.
Das ist wirklich ein bisschen trostlos da, mehr so wie eine Wüste, mit Felsen und Staub und Asche.
Aber ganz verrückte Pflanzen wachsen dort, so rotes Gras und ganz komische Bäume.
Irgendwie ist es aber trotzdem schön dort, weil man sich ein bisschen vorkommt, wie auf einem fremden Planeten.
Und wenn man gegen die seltsamen Roboter kämpft, ist das fast ein bisschen wie in Star Wars.
Hab aber leider nur ein Samuraischwert und kein so ein Jedi-Lichtdings.
Das wär natürlich noch viel cooler!

Du siehst also, liebes Tagebuch, man kann mich ruhig auch mal einen Tag allein lassen, ohne dass man sich Sorgen machen muss.
Immerhin bin ich schon viel grösser und stärker geworden und kann schon meistens auf mich selber aufpassen!
Und beim nächsten Mal hab ich bestimmt mehr Glück und finde wieder ganz tolle Sachen!
Da bin ich mir ganz sicher!

Liebe Grüsse aus der kaputten Stadt!

Dein Deep Thought

DeepThought
09-09-2017, 06:52 AM
Immer, wenn Du denkst ... - Tag 31

Ich bin ein notorischer Vielwiederholer.
Wenn mir Missionen gefallen haben, ich sie spannend und aufregend fand, zocke ich sie gerne immer wieder durch.
Defiance bietet diese Möglichkeit ja grosszügig an. Eigentlich braucht man nur seinen virtuellen Arsch ein paar Meter aus dem betreffenden Gebiet rauszubewegen und schon spawnt alles neu. Man kann auch zehnmal hintereinander die selbe Aktion durchspielen, verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, wie man es am Besten anstellt.
Das find ich irgendwie amüsant!

Wenn man eine solche Mission zwei Dutzend Mal hinter sich hat, nimmt man an, zu wissen, was erwartet wird.
Womit man zu rechnen hat.
Was einem da so unterkommen kann.

So zum Beispiel im Bolinas Hüttenwerk.
Ich mach es immer, wenn ich gerade in der Gegend bin. 99ers plätten vom Allerfeinsten!
Inzwischen hab ich darin echt Routine.
Mach ich mit links!
Ausser ... tja!
Ausser es stürmen gerade zwei 6k-ler beim einen Tor rein, während ich beim Anderen aufzuräumen beginne.

Heute hab ich mich in einem Inferno wiedergefunden da drin!
Noch während ich versuchte, den ersten Computerterminal zu erreichen, wurde mir langsam aber sicher bewusst, dass da etwas gewaltig aus dem Ruder läuft. Denn normalerweise kommen die Gegner hier nicht im Fünf-Sekunden-Takt wieder und wieder bei der selben Tür raus.
Das grösste Problem war, dass ich mich schon zu tief im Gelände befand, um einfach wieder abzuhauen. Rings um mich tobte die Hölle und ich konnte genau genommen weder vor noch zurück.
Wie in solchen Situationen üblich, hebt das Game dann mein Level an, diesmal wieder auf 4750.
Das ist immer ein ganz schlechtes Zeichen.
Wenn es schon so anfängt, kann es nur richtig hässlich enden!
Und ausserdem frag ich mich, was mir das helfen soll?
Meine Knarren sind deswegen auch nicht stärker.
Und meine Schilde schon gar nicht.
Und Munition hab ich genau so viel oder wenig, wie auf meinem echten Level.
Fazit: Ausrichten kann ich nur sehr wenig!
Denn wenn ein handelsüblicher Einzel-Kopfschuss-Kandidat plötzlich drei bis fünf Treffer braucht und von seiner Sorte zu allem Überfluss auch noch die fünffache Menge rumläuft, bleibt mir nur, den Kopf einzuziehen und zu hoffen, dass mich keiner zur Kenntnis nimmt.

Das selbe Problem kommt mir teilweise an Strassensperren unter.
Die Cyborg-Umwandlungen mache ich in letzter Zeit immer mit dem Schwert, weil die Revenants ziemlich wenig tun können, wenn man direkt vor ihrer Nase rumturnt.
Nicht ganz so gut funktioniert das aber, wenn sich aus der anderen Richtung ein 6000er vorarbeitet.
Dann guck ich ganz entsetzlich in die Röhre mit so einer Aktion!
Selbiges blüht mir an den Befallenen-Strassensperren.
Und heute hab ich dahingehend echt das grosse Los gezogen.
Überall, wo ich hingehe, taucht ein High-Level-Spieler auf und vermasselt mir die Tour.
Allein in den ersten zwei Stunden heute bin ich dreimal öfter krepiert, als gestern den ganzen Tag über.

Auf Level 4750 stirbt es sich irgendwie auch nicht anders als auf 1380.
Nur etwas schneller eben!

DeepThought
09-09-2017, 10:49 PM
Tunnelblick - Tag 32

Sitzt man stundenlang alleine vor diesem Bildschirm und tummelt sich in dieser künstlichen Realität, beginnt man, bis über beide Ohren in sie einzutauchen. Man entwickelt regelrecht automatisierte Reflexe im Steuern des Avatars, beginnt, mit seinen Augen zu sehen, seinen Ohren zu hören. Eine gewisse Verschmelzung, ja ... Identifikation mit diesem beweglichen Stück Computergrafik stellt sich ein.
Extrem wird dieser Effekt nachts, wenn ausser dem Leuchten des Bildschirmes nur noch Dunkelheit den Raum bevölkert.
Die Augen fokussieren in eine Art Tunnelblick auf das Geschehen auf dem Monitor und blenden den Rest der Umgebung vollständig aus.
In den Kopfhörern stellt sich eine fast real wirkende Geräuschkulisse ein.
Man zuckt unwillkürlich mit dem Kopf nach unten, wenn man hört, wie die Geschosse über einen hinwegfegen.
Oder man lehnt sich im Schreibtischsessel nach links, weil die vorbeipfeiffenden Kugeln am rechten Ohr lauter zu hören sind.
Man erschrickt, wenn überraschend das Knallen der Waffen ertönt.
Man wird zu seinem Avatar.
Zu einem gewissen Grad.
Und durchlebt man gemeinsam mit anderen Avataren eine bestimmte Zeitspanne, beginnt man, sie als lebende Wesen zu interpretieren.
Das kann unverkennbare Auswirkungen auf die Psyche erzeugen ...

In einem grossen Archenfall der Dunklen Materie ist der Monolith gelandet.
Etwa zwei Dutzend Spieler kämpfen intensiv gegen das überdimensionierte Biest. Ich halte mich etwas abseits des Hauptkampfplatzes, weil ich dem Beschuss dieses Monstrums nicht standhalten könnte. Durch das Zielfernrohr visiere ich einzelne, schwächere Gegner an und schalte sie mit Schüssen aus dem SSG aus. Dem Monolith kann ich sowieso kaum Schaden zufügen, also mache ich ihn besser nicht auf mich aufmerksam.
Während ich einen lohnenden One-Shoot-Kill-Kandidaten suche, sehe ich eine Gruppe anderer Spieler, die etwa vom Zentrum des Archenfallgebietes aus auf den Koloss feuern. Sie sind allesamt nicht weit voneinander entfernt, in Summe sind es acht oder neun Avatare, die sich dort tummeln.
Wie schon so oft beobachtet, hebt der gigantische Roboter wieder einmal vom Boden ab, schwebt ein Stück weit über dem Geschehen und beginnt, seine kolossalen Feuerbälle in Richtung Boden zu schicken.
Die gedachte Verlängerung der Flugbahn endet exakt in der Gruppe, die ich zuvor beobachten konnte und die sich immer noch inmitten des Archentrümmerfeldes zusammenballt ...

Für einen Moment stockt mir der Atem, als ich dieses Geschehen mitansehe!
Und in dem Augenblick, als die Flammenkugeln einschlagen, die ganze Gruppe in einem gigantischen Feuerball versinkt und einzelne Avatare von der Druckwelle fortgeschleudert werden, beginnt mein Herz plötzlich zu hämmern.
Adrenalin schiesst schlagartig durch meine Blutbahnen!
"Oh mein Gott!" denke ich nur.
Und lasse meinen Avatar reflexartig hochspringen, aus seiner gut geschützten Position heraus.

Blindlings haste ich auf das Geschehen zu!
Während sich die Feuersbrunst zu legen beginnt, erfasse ich immer mehr Avatare, die flackernd am Boden liegen, teilweise wegzukriechen beginnen. Ich renne einfach weiter, um so schnell wie möglich dorthin zu kommen.
Andere Spieler waren näher dran und sind schon dort, um die Opfer wieder auf die Beine zu bringen.
Mindestens sechs von ihnen sind gleichzeitig zu Boden gegangen.
Da schlägt die nächste Salve wie ein flächendeckendes Napalm-Bombardement ein!
Damit ist der Alptraum perfekt, denn auch die herbeigeeilten Helfer hat es jetzt voll erwischt!

Ohne Rücksicht auf Verluste renne ich weiter vor, weiche Gegnern aus, statt sie zu bekämpfen.
Geschosse zischen an mir vorbei oder tackern um mich herum in den Boden.
Explosionen dröhnen in den Lautsprechern auf den Ohren.
Es fühlt sich fast so an, als müsste ich verwundeten Kameraden quer über ein Schlachtfeld zu Hilfe eilen.
Ich verspüre Angst, ... nicht um mich selbst, sondern um sie!
Was eigentlich idiotisch ist, rational betrachtet.
Das ist nur ein Computerspiel!
Die sterben nicht wirklich.
Aber der Tunnelblick nach zehn Stunden ohne Unterbrechung in Defiance hat mich zu sehr in diese Welt integriert, alsdass ich noch rein rational handeln könnte.
Ich agiere vollkommen emotional, von virtuellen Ereignissen seelisch hochgradig stimuliert.

Als ich das Zentrum des Gefechtsfeldes erreicht habe, wo inzwischen ein gutes Dutzend Avatare am Boden liegt, spüre ich Erleichterung und gleichzeitig eine Art Verzweiflung.
Wo zuerst anpacken?
Egal!
Den Nächstbesten.
Während des Wiederbelebens werde ich getroffen, irgendwoher schiesst jemand auf mich.
Ich ziehe die Waffe wieder, rotiere hektisch suchend, finde den Schützen und pumpe ihm das gesamte Magazin rein, obwohl er schon bei der Hälfte zu Boden geht. Selbst, als sich die Leiche schon auflöst, feuere ich immer noch darauf.
Dann endlich kann ich ungestört helfen!
Der Erste springt auf und macht sich sofort ebenfalls an die Rettungsarbeit, ich nehme mir auch gleich den Nächsten vor.
Eine Kettenreaktion setzt ein, und jeder Wiederbelebte hilft sofort einem Anderen, der noch liegt.
In weniger als einer halben Minute sind alle wieder auf den Beinen, beginnen sich zu verteilen und kämpfen weiter.
Ich ziehe mich rasch wieder zurück, feuere vereinzelt auf nahe Feinde und gelange schliesslich zurück in meine Deckung.

Nachdem der Archenfall sein Ende gefunden hat, sammle ich Beute ein, hüpfe auf das Quad und fahre zum nächsten sicheren Rückzugsort.
Dort angelangt lasse ich meinen Ava stehen, um auf den Balkon zu gehen und eine Zigarette zu rauchen.
Als ich sie mir in den Mund stecke, das Feuerzeug nehme und den Glimmstengel anzünde, bemerke ich, dass meine Hände leicht zittern.
Und obwohl es eine laue Nacht ist, beginne ich, ein wenig zu frösteln ...

DeepThought
09-09-2017, 11:20 PM
Bewaffnet und gefährlich - Tag 32

Sonntag, 5 Uhr morgens. Noch dunkel draussen.
Es ist mal wieder viel zu früh, um aufzustehen.
Meine Mitbewohnerin schläft noch in ihrem Zimmer wie ein Murmeltier, ich setze mich vor den Bildschrim. In den Kopfhörern als Hintergrundmusik die Soundtracks von "Crysis 3" und "Mass Effect", die passen zu Defiance wie dafür geschaffen.
Vor allem zu den Wüstenlandschaften von San Francisco.

Die Hauptmission ist weiter dran.
Zur Abwechslung fühle ich mich ihr mal wieder gewachsen. Also pirsche ich los in die graue Ödnis hinein.
Zwei Loadout-Slots sind extra für diese Aktion neu konfiguriert. Distanzwaffen wie SSG und eine Plasmabatterie in einem, StG und Schwert im zweiten, für die Nahkampfgeschichten.
Dunkle Materie, ich komme!
Noch vor Sonnenaufgang naht der Tod!
Ich bin bewaffnet und gefährlich!

Oh ja, ich liebe dieses "Special Forces - Feeling", wenn ich mutterseelenallein gegen den Feind ins Feld ziehe!

Die Mission treibt mich zu zwei leichteren Objekten, wo ich nur jeweils zehn bis zwanzig Gegner niederkämpfen muss. Irgendwelche Generatoren sind zu zerstören, ein Funksignal abzuschalten und dann ein Sendemast tief im Süden anzusteuern.
Dort angekommen entbrennt ein heftiges Gefecht, in dem zu allem Überfluss noch jede Menge Bollwerke auftauchen.
Fast hochgradig professionell schalte ich die Biester mit der passenden Bewaffnung aus. Scharfschützen werden mit dem SSG aus grosser Distanz ausgeknipst. Im Nahkampf zwischen den Häusern bringe ich ein gutes Dutzend Vollstrecker mit StG und Schwert um.
Die Musik putscht ordentlich auf!
Der ganze Körper spannt sich an, man fühlt sich regelrecht in Höchstform.
Dann ... zwanzig Minuten schwere Kämpfe liegen hinter mir ... sind alle Gegner am Boden!
In der Hocke spähe ich noch um mich, sichere das eingenommene Gebiet.
Langsam schleiche ich zum Terminal, lade einen Code hoch ... Mission accomplished!
Alleine bin ich immer noch am schnellsten und tödlichsten!

Und dann die wohlverdiente Belohnung.
Keycodes, Scrips, Gulanit ...

... und ein verf****er pinkfarbener Buggy!
PINK!
Wollt ihr mich verarschen?
Seh ich vielleicht aus wie 'ne verdammte Baywatch-Tussie?
Fehlt nur noch das "Hello Kitty"-Logo auf der Motorhaube!
Ich fasse es nicht!

Und dafür hab ich getötet und gemordet wie ein Berserker!

DeepThought
09-10-2017, 08:24 AM
Keycode-Lotto - Tag 32

Diese Lockboxen können einem echt ordentlich den Nerv ziehen.
Da rackert man sich stundenlang ab, kämpft wie besessen gegen Hellbugs, Raiders, 99ers, Dunkle Materie und was sonst noch an Gesocks durch Paradise tigert, bis man endlich wieder 64 Keycodes zusammengekratzt hat. Und dann begibt man sich hoffnungsvoll zu einem dieser knubbeligen Kästen, die an den Händlerstandorten überall rumlungern, baut sich davor auf, atmet nochmal tief durch und tut es:
Die sauer verdienten Keycodes plus eine beträchtliche Summe Scrips in diesen Koffer stecken, damit der einem irgendein zufällig zusammengewürfeltes Set an Dingen ins Inventar drückt.

Mal ehrlich: Im echten Leben würden wir uns NIEMALS auf so ein Lotteriegeschäft einlassen!
So dermassen blindlings die Katze im Sack zu kaufen ... kein Mensch mit drei intakten Gehirnzellen und einem Teelöffel voll Hausverstand würde da mitspielen!
Noch dazu, wenn man aus reichhaltiger Erfahrung ohnehin schon weiss, dass das in neun von zehn Fällen der komplette Schuss in den Ofen werden wird.

Ich könnte jedesmal winseln vor Zorn, wenn mir diese verdammten Mistdinger eine Waffe oder einen Schild auf's Auge drücken, die um Dimensionen schlechter sind, als die, die ich vor einer halben Stunde nach einem Feuerkampf in irgendeinem Schlammloch aufgelesen hab.
Oder wenn ich wieder irgendwelche bescheuerten Spikes ausfasse, die ich nach einem einzigen Archenfall im Dutzend vom Boden kratzen kann.

Wie oft ich jetzt schon wutschnaubend den Sondermüll, der mir da wieder angedreht wurde, verkauft oder aufgespalten hab, kann ich gar nicht mehr zählen.
Und wenn es sich auch nur irgendwie vermeiden liesse, diese ständigen Verlustgeschäfte zu tätigen, ich würde nie wieder eine Lockbox kaufen.
Aber das geht ja nicht!
Die Keycodes kriegt man sowieso und wenn man sie nicht ausgibt, hat man schon überhaupt nichts davon.
Und für was Anderes kann man sie ja gar nicht ausgeben.
Welche sadistische Schweinebacke bei Trion hat sich DAS ausgedacht?

Und so zieht man ein ums andere Mal wieder frustriert von dannen, um sich weiter gnadenlos durch das Paradies zu metzeln, stets mit einem Auge auf die Keycode-Ziffer links unten schielend!
Wenn sie sich der magischen 64 wieder auf Katzensprungweite angenähert hat, fiebert man schon Minuten vorher dem grossen Augenblick entgegen:

Jenem betörenden Moment, in dem man sich zum hundertsten Mal hoffungsvoll zu einem dieser knubbeligen Kästen begibt, sich davor aufbaut, nochmal tief durchatmet und ein letztes Stossgebet zum Himmel schickt:

"Herr, sei mir gnädig! Lass es endlich wieder einmal Archenkraft in meine leeren Taschen regnen!"

DeepThought
09-11-2017, 02:16 PM
Keep it simple - Tag 33

Es hat ein bisschen gedauert, aber inzwischen hab ich einen ganz guten Blick dafür entwickelt, welche Waffe im Spiel wofür am besten geeignet ist.
Das war nämlich gar nicht so leicht zum rauskriegen.
Und so richtig auskennen tu ich mich selbstverständlich noch längst nicht.
Aber ein gewisses Stammsortiment an Knarren hab ich jetzt gefunden und jedes Mal, wenn ich so ein Ding in die Finger kriege, lächle ich selig.
Und es war schon ein hartes Stück an regelrecht wissenschaftlicher Forschungsarbeit, zumindest mal so weit zu kommen.
Denn wenn man völlig neu in Defiance einsteigt, wird man schon in den ersten zehn Stunden Spielzeit regelrecht erschlagen von der schier unendlichen Vielfalt.
Und dann tappt man die nächsten Wochen ziemlich hässlich im Dunkeln.

Warum spuckt die eine Kanone grüne, schleimige Fetzen und die andere - die genauso heisst - tut das nicht?
Wieso zündet die Maschinenpistole plötzlich den Getroffenen an, obwohl die letzte, die ich von der Sorte hatte, den bläulich-violett färbte und regelrecht verpuffen liess?
Und wieso macht die dritte von der Art plötzlich weder das eine, noch das andere?
Da muss man erst mal halbwegs durchsteigen!
Und das dauert eben seine Zeit!

Inzwischen aber hab ich das kleine Einmaleins der Defiance-Waffenkunde mühselig (und kostspielig) erlernt.
Und meine Rückschlüsse daraus gezogen.
Das Ergebnis mag eventuell überraschen!

Die absolute Hammerwaffe in meinem Arsenal schleppe ich jetzt schon etwa 1000 Levels weit mit.
Sie hat mir in Gefechten an der Seite von 6k-lern ebenso gute Dienste erwiesen, wie in Grossen Archenfällen und in Silicon Valley. Sie stanzt einen Volge-Bomber ebenso weg wie einen Monitor oder einen Omnivolt. Sogar ein sogenanntes "Anspruchsvolles Bollwerk" hab ich damit schon in die Schrottpresse befördert.
Mit ihr habe ich mehr Feinde ausgeschaltet, als mit jeder anderen Kanone, die ich je in die virtuellen Finger bekam.
Es mag erstaunen, dass ihr Name in Weiss geschrieben ist.
Sie hat auch weder Nano-Effekte, noch Synergien.
Sie ist quasi nackt, wie Trion sie schuf.
Ein FRC Bolt Action Repetierer.
Ich hab nur alle vier Mod-Slots bestückt.
Ansonsten kann das Ding nur Eines: Brachiale kinetische Energie ins Ziel transportieren!
Mir ist bis jetzt nur eine andere Scharfschützenwaffe untergekommen, die einen höheren Schadenswert auf die Waage brachte.

Solche weissen Waffen sind natürlich gegen die wirklich harten Nüsse eher zu schwach auf der Brust.
Man braucht definitiv die Eine oder Andere violette oder orange Stahlgewitter-Maschine im Inventar, um sich zum Beispiel mit einer Schrottschläger-Schmiede anzulegen.
Aber für 95% der Gegner reichen die weissen Knarren locker aus, wenn man sie immer schön mitlevelt.
Und das eine Stückchen Archenkraft, das alle 100 Levels dafür jeweils nötig ist, treibt man immer irgendwo auf.
Das ist ihr grosser Vorteil!
Sie sind kostengünstig!
Sowohl im Level-Upgrade, als auch im Verbessern der Mod-Slots!

Inzwischen hab ich auch eine weisse VBI TACC Angriffswaffe ergattert und einen weissen VOT Disruptor.
Die Dinger behalte ich vorerst mal.
Denn solange ich jedes Stück Archenkraft genau kalkulieren muss, sind weisse Waffen einfach DIE Antwort schlechthin für das Problem.

Wundert Euch also nicht, wenn ihr mich in ein paar Monaten auf Level 6k immer noch mit den Dingern im Loadout antrefft.
Ich hab durchaus meine Gründe dafür ...

DeepThought
09-13-2017, 01:00 PM
Duelle - Tag 34

Bisher hab ich Duell-Einladungen konsequent ignoriert.
Zwar hab ich mir den Spieler mal angesehen, aber mehr auch nicht.
In der Regel waren es deutlich höhere Levels, die mich herauszufordern versucht haben.
Das soll wohl ein Scherz sein?
Wieso soll ich mich auf einen Zweikampf mit einem Gegner einlassen, von dem ich mir garantiert sicher kann, dass er über Waffen verfügt, die das drei- bis fünffache von dem draufhaben, was ich im Arsenal führe?

Eine völlig andere Geschichte aber ist es, wenn man von einem 500er-Level herausgefordert wird, während man selber die 1600 schon hinter sich hat.
Das soll wohl auch ein Scherz sein?
Wenn auch mit völlig anderer Pointe.
Aber gut, er hat es so gewollt!

Die erste Runde war ich echt gemein.
Ich hab mein schwerstes Geschütz ausgepackt, einmal draufgehalten und Schluss.
Okay, dacht ich mir, so geht das nicht!
Das ist moralisch nur schwierig vertretbar.
Für die zweite Runde hab ich eine Pistole gezogen.
Er ein SSG!
Klarer Fall von krasser Fehlkalkulation meinerseits.
War aber ein sauberer Kopfschuss, den ich mir eingefangen hab.
Respekt!
Die dritte Runde war die spannendste.
StG gegen SSG.
Er dachte wohl, das klappt zweimal hintereinander!
Hat es nicht!
Mein erstes Duell in Defiance endete also 2:1 für mich ... gegen einen Gegner, der mir faktisch 3:1 unterlegen war.
Kein besonders ruhmreiches Kapitel meiner Archenjäger-Geschichte also.
Aber ... jetzt war ich auf den Geschmack gekommen!

Mein zweites Duell war sozusagen auf Augenhöhe.
Uns trennten nur gute 80 Levels.
StG bei mir, Massenkanone bei ihm.
Über alle drei Runden.

Und ... ich hab 3:0 gewonnen. Weil der Junge nicht bedacht hat, dass seine Geschosse zu langsam sind.
Bevor die dort aufschlagen, wo ich gerade war, bin ich schon aus dem Gröbsten raus.

Mein drittes Duell war die bisherige Krönung.
Gegen einen 3100er.
StG gegen LMG.
Und es war saumässig knapp.
Die erste Runde ging klar an ihn, die zweite knapp an mich.
Und in der dritten arbeiteten wir mit allen Tricks.
Ich hatte den grossen Vorteil, dass ich die besseren Deckungsmöglichkeiten hatte. Er die besseren Schilde und Waffen.
Ganz ehrlich!
Hätte ich ihn noch zwei- oder dreimal getroffen, hätte ich gewinnen können.

Nicht schlecht, finde ich.
Gegen einen doppelt so starken Gegner!

Ja, ich bin auf den Geschmack gekommen!

DeepThought
09-14-2017, 09:06 AM
Die Massenkanonen-Schützen - Tag 35

Sie sind zahlreich, wie Sand am Meer.
Die Massenkanonen-Schützen.
Wo auch immer man hinkommt, ... wenn geschossen wird, ist mindestens Einer dabei, der mit einem solchen Haudrauf-Gerät einfach blindwütig reinhämmert.
Das ist ja recht nett und schön und effektiv, bringt dem Betreffenden wahrscheinlich auch zahlreiche Abschüsse ... aber ... mal ehrlich ... Wie unsportlich ist das denn?

Das hat irgendwie so den Touch von US-Army-Warfare: Wenn wir nicht gut genug zielen, dann holen wir uns einen strategischen Bomber und machen den ganzen Landstrich platt!

Ich hätte einen Vorschlag für das nächste Defiance-Update:
- Reduktion der Munitionsvorräte für Raketenwerfer auf maximal 10 Schuss.
Für äusserste Notfälle eben!
- Verwendungssperre für Raketen- und Granatenwerfer, sobald sich Gefangene oder Verbündete in Schussweite befinden. Oder würde die GSG9 etwa eine Geisellage mit einer Panzerhaubitze bereinigen?
- Nach 50 Schuss aus einem Raketenwerfer Verwendungssperre für sämtliche Explosionswaffen für die Dauer von einer Woche. Um das gute alte infanteristische Kriegshandwerk mit SSG, StG, LMG und MP wieder zu neuen Ehren kommen zu lassen.

Warum ich das vorschlage?
Ganz einfach!
Versucht doch mal, im Zielfernrohr den Kopf eines Gegners auszumachen, während es ringsum nur noch blitzt und funkt und ausser grellweissem Licht nichts mehr zu sehen ist!

Es mag ja viele Punkte bringen, so zu klotzen.
Aber ist es nicht langweilig, einen so grandiosen Shooter wie Defiance so billig abzuwickeln?

DeepThought
09-15-2017, 04:09 AM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 36

Liebes Tagebuch!

Wenn Du wüsstest, wie gestresst ich die ganze Zeit bin.
Immer ist irgendwas.
Man hat keine zehn Minuten Ruhe hier. Ich frag mich echt, wieso das hier Paradies heisst, weil da geht es einem auch nicht besser. Eher im Gegenteil!

Dass dauernd irgendwelche bösen Leute auf mich schiessen, oder irgendwelche ekligen Riesenkäfer versuchen, mich totzuspucken, daran hab ich mich ja schon gewöhnt. Aber dass ich dauernd noch in der Gegend rumfahren muss, weil wieder irgendwo so ein Archendings abstürzt oder irgendwelche Ausseriridschen irgendwas oder irgendwen überfallen, daran kann man sich gar nicht so richtig gewöhnen.
Kaum hab ich ein Problem irgendwo gelöst, tauchen schon zwei neue auf und ständig muss ich mich darum kümmern. Dabei würd ich viel lieber auf einer ruhigen Farm arbeiten, vielleicht ein paar Rindschweine melken und Heu einfahren. Aber das geht ja auch nicht. Weil nämlich die Farmen werden ja auch dauernd überfallen oder von diesen Gasmasken-Punks, den Raiders, belagert oder so.
Das ganz Komische ist ja, dass das dauernd wieder passiert.
Ich hab nämlich was ganz Grusliges entdeckt, liebes Tagebuch!

Heute war ich am Meer, bei so einer Hafenanlage und da waren gefangene Arbeiter, die musste ich befreien. Also hab ich alle Bösen totgeschossen und die armen Männer da rausgelassen. Danach war ich ziemlich stolz auf mich, weil das ja so eine Art Heldentat war und ich alle gerettet hab!
Auf jeden Fall bin ich nachher dann zu einem Händler-Automaten gefahren, um mal zu gucken, was der so verkauft.
Hab mir eh nichts gefunden!
Und am Rückweg dann komm ich wieder bei diesem Hafen vorbei und da sind schon wieder alle gefangen genommen worden!
Jetzt bin ich da wieder rein, hab wieder alle erschossen und dann find ich die selben Männer wieder am genau selben Ort. Und die waren wieder alle gefesselt und ich musste sie nochmal befreien! Obwohl ich die keine zehn Minuten vorher da schon rausgehauen hab!

Da bin ich natürlich neugierig geworden und später nochmal hingefahren!
Und schon wieder war alles so wie vorher!

Das ist doch gespenstisch, oder nicht!?
Bin ich in so einer Art Zeitschleife drin, weil sich alles dauernd wiederholt?
Vielleicht sind diese komischen Physiker daran schuld, diese Dunkle Materie-Leute!?
Das Dumme ist, dass ich die nicht fragen kann, weil ich muss sie immer erst erschiessen, damit sie mal Ruhe geben. Und dann antworten sie natürlich nicht mehr, weil sie ja tot sind!
Das ist ziemlich blöd!
So werd ich das nie herausfinden, was da los ist.

In grosser Sorge vor der Zukunft,

Dein Deep Thought

DeepThought
09-15-2017, 05:30 AM
Ein vorgezogenes Weihnachtswunder - Tag 36

Ich hab mal wieder etwas sehr Ominöses erlebt hier in Defiance.
Das ist wirklich schwer zu erklären, aber ich werde mich bemühen!

Ein grosser Hellbug-Archenfall war der Ort des Geschehens. Man kennt das ja ... dieses riesige, widerliche Ding in der Mitte, wo immer wieder dieses Flattervieh rauskommt. Das EGO-Implantat erzählt mir dann, dass sich der Symbiont vom Körper getrennt hat und man ihn jetzt abknallen soll. Und weil der Einiges aushält, dauert das so seine Zeit.

Wie bei grossen Archenfällen so üblich, wimmelte es nicht nur von Gegnern, sondern auch von anderen Spielern. Ich schätze mal es waren um die 25 Leute hier, um die Käfer plattzumachen. Man sieht dann ja auch die vielen violetten Pünktchen auf der Mini-Map rechts oben.

Das Ganze geschah, als der Symbiont schon fast erledigt war. Nur noch ein kleiner Rest seines roten Lebensenergie-Balkens war noch da, sein Ende also nahte bereits. Und während das Vieh da so herumflattert, alle darauf ballern, was das Zeug hergibt - ich natürlich auch - fällt mir plötzlich während des Nachladens auf, dass ich niemanden mehr schiessen höre.
Wieder visiere ich den Flügelkäfer durch das Zielfernrohr an, drücke aber noch nicht ab.
Es ist tatsächlich still geworden.
Ziemlich still!
Also lasse ich die Taste für das Zielfernrohr wieder los und nehme erstaunt zur Kenntnis, dass nur noch ich und der sogenannte Teufelsbraten hier sind. Das grosse Ding in der Mitte und die paar ringsum auch noch. Sozusagen die statische Infrastruktur des Archenfalles.
Aber sonst ... keine anderen Hellbugs, keine Spieler, also nichts Bewegliches mehr.
Völlig irritiert werfe ich einen Blick auf die Mini-Map.
Tatsächlich!
Nur noch ein roter Punkt und kein einziger violetter.
Als wären plötzlich alle wegteleportiert worden.
Kurz staune ich noch, dann nehme ich den Teufelsbraten wieder ins Visier und feuere.
Beim Nachladen sehe und höre ich noch immer nichts und niemanden.
Wieder drücke ich ihm das ganze Magazin rein.
Und nochmal Nachladen in fast erschreckender Leere ringsum.

In dem Moment, als ich wieder schiesse, das Biest hochgeht und abkratzt, erscheint links unten ein Herausforderungs-Update. Es erzählt mir, dass ich gerade einem Hellbug-Teufelsbraten den Fangschuss verpasst habe. Im selben Moment geht der Archenfall hoch, es wird grell am Bildschirm und als das Gleissen der Explosion wieder erlischt, sind alle anderen Spieler plötzlich wieder hier. Auch auf der Mini-Map wimmelt es wieder von violetten Punkten.
Alles ist wieder völlig normal, so wie es theoretisch sein sollte.

In der gesamten Zeit, in der alle verschwunden waren - ich schätze mal es waren um die 20 bis 30 Sekunden - war kein Schuss von jemand Anderem ausser mir zu hören oder zu sehen.
Auch keine violetten Pfeilchen, die normalerweise über den Avataren schweben.
Nichts!
Vollständige Entvölkerung!
Ich war mit dem Symbionten alleine!
Und nur die Treffer, die ich ihm verpasst habe, wurden von seinem letzten Rest Lebensenergie abgezogen.
Es war wie ein vorgezogenes Weihnachtswunder, dafür da, mir die Erfüllung der Herausforderung zu schenken.

Was ich mich frage:
Wie haben all die anderen Spieler diese kurze Phase ihres Verschwindens erlebt?
War für die alles normal zu sehen und zu hören?
Oder waren sie kurz mal woanders?
Oder wurde ihr Bildschirm schwarz in der Zwischenzeit?
Und wenn sie da waren, auf das Vieh geschossen haben, wieso wurde das nicht von dessen Gesundheitszustand abgezogen?

Was zum Teufelsbraten war da nur los?

DeepThought
09-15-2017, 11:43 PM
Die Rache des Krümelmonsters - Tag 37

Der kleine Krieg am Frühstückstisch an einem verregneten Samstagmorgen.
Also ... eigentlich am Schreibtisch!
Aber der muss fürs Frühstück herhalten, weil nämlich in der Küche kein PC steht, auf dem ich nebenbei Defiance zocken könnte.
Hm! Könnt ich aber mal aufbauen, hab ohnehin noch einen im Keller... egal!

Frühstück also.
Der Winter naht! Das ist bekannt!
Und mit ihm die Keks- und Lebkuchenmonate!
Etwas herb starken Kaffee dazu und das tägliche Massaker am Bildschirm.
Soll es ruhig schütten wie aus Milcheimern da draussen.
Ich bin versorgt!
Nur etwas trocken sind die Kekse schon.
Auch egal!
Trink ich eben mehr Kaffee dazu.

Weil ich gerade in der Gegend bin, misch ich doch einfach die Split Rock Mine nochmal auf.
Zwei Keycodes sind da leicht und schnell dazuverdient.
Zwischendurch, während mein Ava-Mädchen nachlädt, ein Bissen Keks und dann weitermeucheln auf Teufel komm raus!
Eine wirkliche Herausforderung ist dieses industrielle Etablissement ja nicht.
Da kann man schon nebenbei ein wenig kauen und süffeln.

Als sich das grosse Finale ankündigt, hab ich gerade den sechsten Keks in Arbeit.
Das kleine Porzellan-Schüsselchen steht rechts neben der Maus.
Im Herumschwenken stosse ich dummerweise mit der Hand an dieses improvisierte Gebäckgefäss.
So gross ist der Schreibtisch dann auch wieder nicht.
Also schnell die Maus ein wenig hochgehoben, ein Stück nach links versetzt und wieder auf die Schreibtischplatte abgesenkt.
Das geht schon automatisch!
Beim Absetzen der Maus knirscht es ein wenig unter der Kunststoffbodenplatte des besagten Interaktionsgerätes.
Vermutlich Kekskrümel!
Kümmer ich mich später drum, jetzt muss ich töten!

Und genau in dem Moment, als der grösste Ansturm über mich hereinbricht, schlägt das Schicksal gnadenlos zu!
In höchster Notlage, wenn man reflexhaft visieren und abdrücken müsste, verklebt sich ein Kekskrümel genau im Lichtsensor an der Mausunterseite. Das Fadenkreuz beginnt wirr zu ruckeln, als hätte mein Avatar einen epileptischen Anfall, die StG-Salven hämmern unkontolliert in Wände und Container, die Feinde stürmen ungehindert auf mich ein.
In Panik reisse ich die Maus hoch und klopfe sie hart aber herzlich zurück auf den Tisch, in der Hoffnung, der fatalen Krümelblockade ein jähes Ende bereiten zu können.
"Meine Schilde versagen!" höre ich die Stimme an meinen Ohren jammern.
Der Krümel verweigert engstirnig die Kapitulation.
Ich muss in den Sensor pusten, um das Mistding loszuwerden.
Und dabei spucke ich den Kaffeerest im Mund in feinster Tröpfchenform auf den Bauch der Maus.
Jetzt ist es ganz vorbei!
"Bin hier am Krepieren!" höre ich die nackte Verzweiflung sprechen.
Panisch wische ich mit dem Ärmel über das benetzte Utensil, das Sichtfeld am Bildschirm wabert wüst herum, Boden, Himmel, Gebäude und wieder Himmel werden sichtbar, die Maus aber ist nur mit einer aufwendigen Reinigung der Linse wieder zur Kooperation zu bewegen.
Und das bedeutet, dass nun jede Rettung längst zu spät kommen wird!

Hilflos muss ich dem Sterben meines Avatars zusehen.
Im Kugelhagel der Feinde dahingeschlachtet, unfähig zur Gegenwehr!
Ein weiteres Archenjäger-Leben sinnlos verschwendet in diesem Krieg.
Lahmgelegt durch einen winzigen, trockenen Teigbrocken.
"Tod durch Kekskrümel!" wird man in ihren Grabstein zu meisseln haben.

Dabei war sie noch so jung!
Gerade einmal 37 Tage alt ...

DeepThought
09-16-2017, 12:32 AM
Soundtracks - Tag 37

Schlecht ist die Musik in Defiance ja nicht.
Allerdings ... wenn man sie stundenlang auf Endlosschleife im Ohr hat, wird es mit der Zeit doch etwas öde. Aber man kann sie ja abdrehen und im Hintergrund YouTube oder den Media-Player laufen lassen.
Womit sich die berechtigte Frage aufdrängt, was man als Untermalung hören soll.
Die Möglichkeiten sind ja schier unbegrenzt.

Die Musik aus anderen Games passt teilweise wirklich gut.
Die Crysis-Soundtracks mag ich ohnehin, die hör ich mir auch manchmal einfach so an, weil sie so schön unheilschwanger und düster sind. Für Defiance sind sie ziemlich gut im Gebiet von San Francisco geeignet. Da passen diese mörderischen Melodien einfach herrlich zur Landschaft.
Auch die Filmmusik von Terminator kann ich dafür wärmstens empfehlen.
Ist auch thematisch artverwandt!

Im grünen Norden allerdings ist es schon schwieriger.
Eigentlich möchte man etwas locker flockiges lauschen in diesen fruchtbaren Ackerland- und Hügelregionen. Aber das Problem ist, dass da ja ebenfalls an jeder Ecke auf Leben und Tod gefochten wird. Also sollte es auch nicht zu fröhlich ausfallen.
Ein gewisser, morbider Charme ist folglich notwendig.
Eine haarige, akustische Gratwanderung also!

Den Game of Thrones - Soundtrack hab ich ein paar Stunden lang getestet.
Und den von Herr der Ringe.
Prädikat: Bedingt geeignet!
Stellenweise zu pathetisch.
Das Problem hatte ich auch schon mit Richard Wagner übrigens!

Nicht schlecht ist auch ein langes DJ-Set in Sachen Techno.
Nur zu schnell darf der Beat nicht werden, ich empfehle Psy-Trance mit 130 bpm als erträgliche Obergrenze.
Dann gibt da noch eine House-Untergattung die sich etwas sperrig "Deep & Dark Progressive" nennt.
Das kommt schon eher hin!
Prädikt: Empfehlenswert!
Wenn man elektronische Musik eben mag.

Natürlich hab ich auch diverse Hardrock- und Metal-Mixes durchprobiert.
Aber das stresst mich etwas zu sehr.
Und gestresst bin ich schon genug, wenn aus allen Richtungen auf mich geschossen wird!
Ausserdem nervt es beim Frust-Shoppen nach einer schmählichen Niederlage, wo man eigentlich in Ruhe gucken will, welchen Schiessprügel man sich jetzt schon wieder anschaffen möchte!
Prädikat: Mangelhaft!

Auf YouTube tummeln sich unter dem Suchbegriff "Programming Concentration Music" auch recht ansprechende Trommelfell-Stimulantien.
Klarer Fall: Nachts hervorragend, tagsüber eher mässig.
Weil stellenweise zu lahmarschig!

Aus dem sich entwickelnden Dilemma heraus begann ich, zu äussert ungewöhnlichen Massnahmen zu greifen.
Country-Music ist mal ganz was Anderes!
Man glaube es kaum, das eignet sich gar nicht sooo schlecht, wie man im ersten Moment denken würde.
Aber auf Dauer wird es ein bisschen zu kuschlig.
Das Redneck-Feeling beim Raiders schlachten auf einer Rindschwein-Farm ist allerdings für ein paar Stunden recht anregend!

Industrial - wie etwa die Band Combichrist - hat wieder das Problem, dass es in San Fran recht gut passt, im Norden aber eindeutig zu kratzbürstig ausfällt. Man muss dieser Musik-Spezies jedoch zugute halten, dass sie mit ihrem aggressionsfördernden Charakter die Abschussquoten statistisch signifikant erhöht!
Akustik-Doping, sozusagen!

Eine Zeitlang hab ich mir dann das legendäre Cyberpunk - Album von Billy Idol zu Gemüte geführt.
Das ist klasse, aber eben nur knapp 40 Minuten lang. An einem ausgiebigen Defiance-Wochenende hört man es also gut und gerne 25 bis 30 mal durch.
Und dann wird es auch ein bisschen abgedroschen!

Heute aber habe ich etwas ganz Spezielles entdeckt!
Es verwandelt den grünen Norden der Map in das, was er behauptet, zu sein: Ein Paradies!
Wie auf Wolke Sieben schwebt man auf dem Quad über die Landstrassen.
Mit engelhafter Leichtigkeit metzelt man die Mutanten, Raiders und 99ers dahin.
Regelrecht wonnig schlachtet man die röchelnden Infizierten reihenweise ab.
Ein Lächeln auf den Lippen zermatscht man Hellbugs in der Hunderter-Packung!
Ein Dunkle Materie-Archenfall wird dadurch zu einer fast bewusstseinserweiternden Grenzerfahrung.
Und selbst ein Volge-Überfall verwandelt sich in eine Begegnung der nahezu spirituellen Art.

Prädikat: Testsieger!
Ich höre jetzt ABBA - Greatest Hits!
Wirklich!
Probiert es mal aus ...

DeepThought
09-16-2017, 08:16 AM
Unter Feuer - Tag 37

Grosser Archenfall.
Dunkle Materie.
Kurz tritt Ruhe ein.
Der Monolith müsste gleich wieder irgendwo landen.
Ich kann ihn schon hören, seh ihn aber nicht!
Und in dem Moment legen ALLE Spieler in meine Richtung an und schiessen.
Ich sehe Schwärme von Geschossen direkt auf mich zukommen.
Meine Augen werden gross wie Suppenteller vor Schreck!

Der Monolith ist exakt über mir gelandet, seine Standbeine links und rechts von mir!
Gerade noch ausserhalb meines Blickwinkels ...

DeepThought
09-17-2017, 01:28 AM
Jäger der verlorenen Arche - Tag 38

Gestern hab ich mal ordentlich Gas gegeben.
Von fünf Uhr morgens mit kleineren kurzen Pausen bis drei Uhr morgens der folgenden Nacht wurde geschossen, gemordet, geplündert, gemeuchelt.
Ein herrlicher Tag voll sinnloser Gewalt und unnötiger Brutalität!

Nachdem ich jetzt die Möglichkeit mein Eigen nennen kann, Archenfälle auszulösen, hab ich meinen Scrips-Überhang etwas genutzt und einige dieser Dinger vom Himmel geholt. Zwei grosse und drei kleine Archenfälle des gestrigen Tages gingen auf mein Konto.

Aber das war längst nicht alles, was ich mir gegönnt hab: Daneben noch drei Volge-Schwärme, zwei Überfälle in San Fran in voller Länge und sechs weitere kleine, sowie zwei grosse Archenfälle, die nicht von mir waren. Von den Nebenbei-Gemetzeln, die zufällig am Weg lagen, will ich erst gar nicht anfangen. Die gingen in die Dutzende!
Keine Ahnung, wie viel Munition ich gestern verballert hab, aber die Zahl war garantiert fünfstellig.

Dabei hab ich genug Archenkraft abgestaubt, um mein Waffenarsenal fast zur Gänze wieder auf aktuellen Stand hochzuleveln. Was gar nicht so einfach war, denn allein gestern bin ich mehr als 200 Levels hochgewandert und bewege mich jetzt schon über 1800.
Keine Ahnung, welcher Teufel mich da geritten hat!

Als ich dann fünf Kannen Kaffee und mehr als 20 Stunden später wieder zu mir kam, brauchte ich mal 'ne Stunde, um die Realität wiederzufinden, die ich wohl vorübergehend verlegt hatte.
Und dass ich die ganze restliche Nacht nur wirres Zeug voller Kämpfe und Schiessereien geträumt hab, war fast folgelogisch!

Aber es war trotzdem toll, nahezu phantastisch!

Heute bin ich um 7 Uhr früh wieder auf, hab mir noch mehr Kaffee gemacht, Geschirr abgewaschen, die Wohnung geputzt, Wäsche gewaschen und was eben sonst noch so an Kleinkram im Haushalt zu tun war. Man sagt mir übrigens nach, ich wäre für mein fortgeschrittenes Alter zu hyperaktiv!
Versteh ich nicht!
Nur weil die Anderen alle so langsam und lahmarschig sind?

Nachdem jetzt alles Wesentliche und Unumgängliche wieder erledigt ist, bleibt mir angesichts der miserablen Witterung - die mir als Ausrede sehr gelegen kommt - nur noch, erneut in den Krieg zu ziehen!

Paradise, zieh Dich warm an!
Der Jäger der verlorenen Arche ist erneut erwacht!

DeepThought
09-17-2017, 11:29 AM
Auge in Auge - Tag 38

Es ist irgendwie skurril, dass man im schlimmsten Gewühl eines Archenfalles unversehens einem Gegner völlig alleine gegenüberstehen kann. Als wäre man in einer Duell-Situation gelandet, in die sich niemand einzumischen wagt, steht man einem einzelnen Feind Auge in Auge gegenüber und kein anderer Spieler kommt auf die Idee, auch auf diesen zu feuern.
So geschehen bei einem Grossen Hellbug-Archenfall heute nachmittag.

Die anwesenden 6k-ler hoben das Gefechtsniveau entsprechend an, sodass überall vor den Namen der Käfer das Vorwort "Apex-" zu lesen war. Da braucht man als 1800er schon ein wenig mehr Munition und Zeit, um das Biest zu Fall zu bringen.

Das Schrägste war, dass ich mich nichteinmal irgendwo im Abseits befand, als der Apex-Monarch auf mich losging, sondern unser Zweikampf praktisch mitten ins grösste Chaos eingebettet stattfand. 20 oder mehr andere Spieler turnten um uns herum, aber jeder schoss um sich, ohne meinen Monarchen ins Visier zu nehmen.
Aber beginnen wir am Anfang ... bei dem Moment, wo der Käfer genau vor mir aus der Erde krabbelte.

Ich war gerade in Richtung des Zentrums des Archenfallgebietes gerannt, um im Vorbeilaufen Munition einzusammeln, als ich plötzlich diesem Biest genau vor's Maul stolperte.
Sofort wich ich zurück, lud noch nach, um ein volles Magazin zu haben und begann zu schiessen.
Der Monarch setzte nach, um zuzuschlagen, schlug daneben und bekam die Fresse voll.
Bis ich nachladen musste.
Dann holte er auf.
Ich wich weiter bogenförmig zurück, um den Kern des Geschehens herum, denn ich wollte nicht in gerader Linie aus dem Terrain gedrängt werden.
Schnell hatten wir das Zentrum einmal umrundet, mitten durch das ganze Schlachtfeld, aber alle anderen Spieler schossen auf andere Käfer.
Als er sich aufbäumte, pumpte ich ihm den gelben Bauch voll, sodass er zu Boden ging und mir die
Möglichkeit zum Nachladen beschert wurde. Die ganze Zeit rechnete ich felsenfest damit, dass ihn andere Archenjäger endlich in Fetzen sprengen würden, aber das geschah nicht.
Er rappelte sich stattdessen wieder hoch und griff mich erneut an.
Diesmal überrollte er mich, bekam den Arsch voll, war aber vom Verrecken immer noch weit entfernt.
"Herrgott!" dachte ich mir, "Schiesst doch bitte mal auf das Monster!"
Meine Schilde waren schon bei Null, meine Gesundheit sank, der Monarch verpasste mir eine, dass ich abhob.
Und immer noch waren alle Leute ringsum mit etwas Anderem beschäftigt.
"Ja, der macht mich jetzt ungestört platt!" dachte ich mir.
Wieder auf den Beinen wich ich immer noch zurück, schoss, lud nach, schoss weiter.

Ich schätze, eine satte Minute lang pumpte ich alles an Munition in die Bestie, was mir unterkam, mein Ava war knapp vorm Abnippeln, dann endlich zerbarst der Riesenkäfer unter der Wucht meiner Geschosse.
Und kein Schwein hatte sonst noch auf ihn geschossen!

Ich hab mir einen völlig ungestörten Zweikampf mit einem Apex-Monarchen umringt von zahllosen anderen Archenjägern geliefert.
Und nur um Haaresbreite hab ich gewonnen.

DeepThought
09-18-2017, 08:18 AM
Mein schlimmstes Gemetzel - Tag 39

Raider-Zerstörung.
So ein kleiner Archenfall eben. Irgendwo in der Terraforming-Wüste.
Das ist ja schon Routine.
Könnte man meinen ...!
Ich hab noch nie eine Situation in Defiance so derb unterschätzt wie diese!

Vor Ort tummeln sich bereits vier Spieler, als ich eintreffe.
Und noch sieht alles recht beherrschbar aus.
Einer der Anderen ist ein 5800er. Der Rest tummelt sich unter meinem Level.
Durch den Fast-6k-ler spawnen aber schon recht heftige Feinde, die sich mit einer schnellen Salve nicht mehr so einfach aus den Schuhen hebeln lassen.
Trotzdem läuft alles ganz passabel ab, bis die Hellbugs dazustossen.

Keine zwei Minuten später sind die drei Low-Levels extrahiert, aufgemischt von vier bis sechs gleichzeitig agierenden Hellbug-Schützen und diversen Raiders. Der 5800er wurde Richtung Süden abgedrängt und ich nach Nordwesten. Ich sehe nur noch seinen violetten Punkt auf der Mini-Map, aber uns gegenseitig decken oder helfen können wir nicht mehr, weil wir zu weit auseinandergeschoben wurden. Und im Ring des Archenfalles spawnen ganze Fluten von Gegnern, die sich teilen und sowohl in seine als auch meine Richtung strömen.

Raiders, Raider-Panzer, Hellbug-Schützen und -Krieger.
Schiessen, nachladen, schiessen, nachladen, nur noch Dauerfeuer, ununterbrochen auf bewegliche Ziele.
Und solange wir nicht an den Kern rankommen, um ihn zu zerstören, wird das auch nicht aufhören!
Aber kaum richte ich die Waffe auf den Kristall im Zentrum, werde ich schon wieder fast überrannt und muss die Gegner weiter bekämpfen, um zu überleben.

Auf der Seite des anderen Spielers geht es genauso schlimm zu und auch er scheint wild reinzuklotzen, was seine Kanone ausspucken kann. Immer mehr entwickelt sich das Gefecht zum Nahkampf, Unmengen an Hellbugs sterben so knapp vor meiner Mündung, dass mir wenigstens die Munition nicht ausgeht, weil die gedroppten Häufchen sofort in mein Inventar springen. Überall flackert es bereits weisslich und grün von der herumliegenden Beute, ein regelrechtes Lichtermeer bedeckt den Boden so dicht, dass man die Grundtexturen schon nicht mehr sieht.

Mit wilder Entschlossenheit lasse ich das Schiessen kurz sein und stürme einfach Richtung Archenfallkern zurück, um endlich den blöden Kristall zu zertrümmern, aber das war die falscheste Entscheidung überhaupt!
Denn nur Sekunden später finde ich mich eingekesselt und von allen Seiten unter Beschuss.
In Folge kann ich nur noch wüst um mich ballern, mich dabei ständig herumdrehend und alles was sich bewegt niedermetzelnd.
Zwischendurch gelegentlich ein Heilungs-Stim, um nicht abzukratzen.

Erst als es dem 5800er gelingt, ein wenig die Oberhand zu gewinnen und sich in meine Richtung vorzuarbeiten, entsteht eine Handvoll Spielraum. Zwischendurch gehen sich immer wieder ein paar Salven auf den Kern aus, sodass wir dem Ende der Sache in Trippelschrittchen näherkommen.

Als der Archenfall endlich detoniert, sind die brutalsten Kämpfe meiner bisherigen Archenjäger-Karriere überstanden.
Auf einer riesigen Fläche liegt Beutestück an Beutestück, ein dichter Teppich aus funkelnden, kristallinen Lichtquellen.
Es müssen Hunderte gewesen sein, die hier ins Gras gebissen haben.
Die Opferbilanz des bislang schlimmsten Gemetzels, das ich in Defiance erlebt habe, lässt sich schier nicht mehr beziffern.

Das war kein Feuergefecht mehr, das war ein richtiger, kleiner Genozid!

DeepThought
09-18-2017, 09:38 AM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 39

Liebes Tagebuch!

Heute kannst Du mich als Helden feiern, weil ich nämlich die Welt gerettet hab.
Das war gar nicht so schwierig, wie ich befürchtet hab und ich musste gar nicht so besonders viele Leute deswegen umbringen.
Dafür hab ich den Oberphysiker totgeschossen, weil der nämlich alles zerstören wollte.
Wobei ich mich frag, ob das überhaupt noch aufgefallen wäre, wo doch sowieso schon alles kaputtgeschossen ist ringsum. Aber ganz viele andere Leute wollten den umbringen und ich musste da natürlich auch wieder mitkommen.
Und typisch ... am Ende musste ich wieder alles alleine machen!

Dann hat sich der blöde Kerl auch noch so vervielfacht, mit so Hologrammen von sich selber, jetzt wusste ich gar nicht, worauf ich da wirklich schiessen muss. Aber am Schluss hab ich ihn doch noch drangekriegt.
Tja!
Und jetzt ist die Welt gerettet, aber dadurch hat sich auch nichts geändert.
Immer noch bringen sich alle gegenseitig um, die Raumschiffe fallen immer noch vom Himmel und die blöden Insekten sind immer noch genauso aggressiv wie vorher.
Wär vielleicht gar nicht so schlecht gewesen, alles in die Luft zu sprengen!
Sehr viel schlimmer wär's dadurch wahrscheinlich auch nicht geworden!

Am meisten ärgert mich, dass ich zur Belohnung nur so eine lausige Pistole gekriegt hab, als ob ich hier nicht an jeder Ecke irgendeine Waffe finden könnte, mit der man Leute erschiessen kann.
Für den Retter der Welt hätten sie sich schon was Besseres einfallen lassen können!
Aber so ist das nunmal hier im Paradies.
Sogar hier sind die Leute ziemlich undankbar.

Du siehst also, liebes Tagebuch, mein Leben als Archenjäger ist immer noch genauso anstrengend wie vorher.
Nächstesmal soll gefälligst wer Anderer die Welt retten!
Ich hab auch noch andere Sachen zu tun!

Bis zum nächsten Mal,

Dein Deep Thought

Subaru Natsuki
09-19-2017, 12:33 AM
Du bist echt verrückt ^^ , das ist nicht bös gemeint. :) Diese Ausdauer beim Schreiben ...

Und ich dachte schon , ich sei verrückt, weil ich seit ein paar Monaten wirklich jeden Tag Defiance zocke. Bin froh, das ich damit nicht allein bin.

Und ja, man kommt an einen süßen kleinen Archenfall und denkt sich so ... naja, is halb 12, bis zum Mittag bin ich wieder zu Hause, die paar Gegner hab ich in 5min mit meinem Stufe 60 Sturmgewehr weggeholzt ...
1 sekunde später : 6 Leute mit EGO Level 6000 tauchen auf ... UND DIE HÖLLE BRICHT LOS :cool:

mfg
MB

DeepThought
09-19-2017, 08:35 AM
:D
Ooooh ja!
Ich bin verrückt!

Das fasse ich übrigens immer als Kompliment auf, beschimpfen muss man mich mit: "Herrgott, bist Du normal!"

Das Schreiben ist seit meiner späten Kindheit schon ein Hobby von mir und ich schreibe so ziemlich über alles, was ich erlebe. Nebenbei Bücher, nur so zum Spass, um sie Jahre später selber wieder zu lesen, Gedichte, Kurzgeschichten, Recherchen, Reportagen, Sachbücher... was auch immer sich aus Worten formen lässt.
Ich hab einen zweiten PC neben dem Zocken laufen und wenn was Erzählenswertes passiert ist, parke ich meinen Ava an einem sicheren Ort, tippe mal schnell in 5 bis 10 Minuten so einen Text und poste ihn später mit Copy/Paste hier im Forum.
Macht echt Spass, das nachher schnell zu protokollieren und wenn ich in zehn Jahren wieder lese, was ich da so niedergetippt hab, kringel ich mich wahrscheinlich wieder vor Lachen bei den aufkommenden Erinnerungen.

Andere Leute machen von allem Erinnerungsfotos, ich mal mir stattdessen Wortbilder.

Subaru Natsuki
09-19-2017, 08:45 AM
Wenn Dir Schreiben liegt, dann empfehle ich Wattpad. Da treffen sich Nachwuchsautoren und teilweise sogar Profies. :o


Haste denn jetzt den blöden Monarchen besiegt ? War nur ne rhetorische Frage , sicherlich hast Du, man kann ja lesen wie weit Du schon bist ;) .
Hab jetzt endlich Feierabend, mal sehen ob ich es heut noch schaffe dem Krater nen Besuch abzustatten ;) Vlcht. trifft man sich ja mal.


mfg
MB

DeepThought
09-19-2017, 09:12 AM
Hm. Wattpad. Noch nie gehört.
Hab mir mal 'nen Link gelegt, um am Wochenende in Ruhe reinzuschnuppern.
Herzlichen Dank für den Tipp!

Oh ja, wär nett, sich mal über'n Weg zu laufen.
Man findet mich hauptsächlich im grünen Norden, häufig in Top Notch, um nachzutanken und Inventar zu sortieren.
Dann kann man ja mal gemeinsam gegen den Feind ins Feld ziehen.
Ist mir immer eine Ehre, neben einem High-Level ins Gras zu beissen! ;)

Deep Thought nennt sich mein Avatar übrigens.
Also mit Abstand zwischen den zwei Wörtern.

DeepThought
09-19-2017, 01:08 PM
Sinuskurven - Tag 40

Man kann sagen, die Erfolgsquote in Defiance hängt stark von der Relation zwischen Levelfortschritt und daraus resultierender Gegnerstärke einerseits sowie dem Aktualisierungsgrad der Schilde und Bewaffnung andererseits ab. Und wenn man ein bisschen genauer hinguckt, entdeckt man eine Art sinuswellenförmige Schwingung als ein sich wiederholendes Muster darin.
Reitet man gerade auf so einem Wellenberg, wickelt man einen Archenfall mit einer Finesse und Eleganz ab, dass es eine wahre Freude ist. Man plättet die Gegner mit einer Selbstverständlichkeit, die ihresgleichen sucht, ohne auch nur einmal in die Nähe des kritischen Gesundheitszustandes zu schlittern. Und in nahezu verlässlicher Regelmässigkeit sinkt die eigene Kampfkraft dann wieder unter eine kritische Schwelle, die sich unübersehbar durch eine verdächtig erhöhte Sterberate zu erkennen gibt.

Etwas weniger hochtrabend formuliert: Es gibt so Tage in diesem Spiel, da ist man echt komplett am Arsch!
Und heute war so ein Tag!

Beim Abarbeiten der täglichen Verträge schrammte ich praktisch permanent am Schildkollaps entlang und musste mich so häufig in sichere Deckungen zurückziehen, dass ich faktisch mehr Zeit damit verbrachte, hinter massiven Gegenständen kauernd dem Wiedererwachen meiner Abwehrkräfte zu harren, als damit, auf die Gegner zu schiessen. In den Archenfällen wurde ich ständig aus dem Ring gedrängt und musste in zwei Fällen das Vorhaben abbrechen, weil ich der Feindesflut einfach nicht mehr Herr wurde. Und beim Verprassen meiner Keycodes schwabbte mir wie üblich eine Woge an unbrauchbarem Schrott ins Inventar, den ich gleich wieder verkauft habe, um wenigstens einen Teil der sinnlos verschleuderten Scrips wieder reinzukriegen.

Mein momentanes Waffenarsenal - das noch vor zwei Tagen leidlich dazu angetan war, eine Schneise der Verwüstung durch Paradise zu stanzen - entpuppte sich heute ohne jede Vorwarnung als dürftig bis unzureichend. Zwar besitze ich noch einige wunderbare 6k-Waffen, allerdings fehlt mir die Archenkraft, um sie runterzuleveln. Mehr als Angucken kann ich die Dinger vor Allem deswegen nicht, weil jedes Klümpchen dieser kostbaren Ressource dafür draufgeht, meine wichtigsten Kanonen zumindest in die Nähe meines aktuellen Levelstandes hochzuzerren.
Dass ich für das Nachbessern meiner schlagkräftigsten Waffe mindestens 30 Stück Archenkraft aufbringen müsste, darüber will ich derzeit gar nicht erst nachdenken.

Der langen Rede kurzer Sinn: ich bräuchte DRINGEND wieder ein paar passable Geschütze, die mir durch Kauf oder Erbeutung zufallen ... aber das war heute - um es diplomatisch zu formulieren - verhältnismässig hoffnungslos.

Ich bin mal wieder im Wellental angekommen, soviel steht nach dem heutigen Tag fest.
Das hat zumindest den unbestreitbaren Vorteil, dass es in absehbarer Zukunft praktisch nur wieder bergauf gehen kann ...

DeepThought
09-20-2017, 01:26 PM
Mein doppelter Archenbruch - Tag 41

Heute war wieder ein guter Tag. Obwohl er sich etwas schleppend entwickelte.
Bei meinen ersten vier Archenfällen und dem Volge-Überfall in den Sutro-Bädern hab ich jetzt nicht wirklich Weltrekorde aufgestellt.
Aber nachdem ich heute nichts Anderes getan hab, als den grossen Ereignissen hinterherzuhetzen, hat sich doch wieder deutlich mehr an Ressourcen in meinem Besitz angesammelt.
Und gegen Ende schnitt ich schon ziemlich beeindruckend ab.
Immerhin ... Platz 2 und dann noch Platz 3 in grossen Archenfällen ... das enttäuscht mich jetzt nicht wirklich, wenn man bedenkt, dass ich von 5k- und 6k-lern nur so umringt war dabei.

Das Highlight des Tages war jedoch ein kleiner Archenfall, den ich selbst herbeigeführt habe.
Ein Gulanier-Archenbruch, durchmischt mit Mutanten und Cyborgs.
Wobei ... so richtig gerechnet hat sich erst die zweite Runde!
Jaaa!
Da kann man nochmal reingehen!
Das wusste ich auch noch nicht.
Aber nach dem ersten Mal wieder rauskommen war der Eingangs-Teleporter noch da.
Und neugierig, wie ich nunmal bin, hab ich das ausprobiert.
Mit dem Ergebnis, dass da drin alles neu gespawnt war und ich diesmal keine Konkurrenten um mich hatte.
Hab also zum ersten Mal einen Gulanier alleine plattgewalzt.
Jedoch ... es war eine haarige Angelegenheit!

Der Gulanier an sich war da noch mein kleinstes Problem.
Wesentlich ungesünder entwickelte sich der Kampf gegen die Horden an Helfern, die er in unregelmässigen Abständen um sich versammelte.
In Summe hab ich mich gut und gerne 20 Minuten da drin herumgeprügelt, ehe ich den Hausherrn persönlich sprechen und mal die Meinung geigen konnte.

Unterm Strich jedoch ein recht lohnendes Unterfangen.
Beim ersten Durchgang sahnte ich zwei Stück Archenkraft ab, beim zweiten Versuch dann vier.
Was das gleich ausmacht, wenn einem keine Abschüsse vor der Nase weggeballert werden!

Vielleicht noch erwähnenswert, welche Waffenkombination ich einsetzte ...
Primärwaffe: Herrscher des Universums. Eine "Maschinenpistole", die Explosivgeschosse in die Landschaft tackert. Also faktisch eher eine Maschinenkanone.
Sekundärwaffe: Samuraischwert.
Hat sich als äusserst nützlich gegen die Cyborgs sowie die Grenadiere und Minigun-Schützen erwiesen.

Aber ... wieder was dazugelernt ... einem Gulanier kann man mit dem Schwert gar nichts antun!
So sehr man auch auf ihn einhackt, da passiert einfach nichts!
Selbst ein Sprungangriff verpufft völlig wirkungslos.

Dabei wär das erst so richtig cool gewesen!

P.S.:
Aktuelles EGO-Level: 1999!
Verdammt war das knapp!

Subaru Natsuki
09-22-2017, 12:43 AM
Hm. Wattpad. Noch nie gehört.
Hab mir mal 'nen Link gelegt, um am Wochenende in Ruhe reinzuschnuppern.
Herzlichen Dank für den Tipp!

Meine Tochter liest da viel, von daher kenn ich das. Viele schreiben dort eigene Geschichten zu ihren Lieblingsserien oder spinnen einfach die Geschichten von einigen Spielen weiter.


Oh ja, wär nett, sich mal über'n Weg zu laufen.
Man findet mich hauptsächlich im grünen Norden, häufig in Top Notch, um nachzutanken und Inventar zu sortieren.
Dann kann man ja mal gemeinsam gegen den Feind ins Feld ziehen.
Ist mir immer eine Ehre, neben einem High-Level ins Gras zu beissen! ;)

Deep Thought nennt sich mein Avatar übrigens.
Also mit Abstand zwischen den zwei Wörtern.

Oh nein, ich bin kein High-Level, zumindest was das Können angeht. Bin zwar mittlerweile auf 2050, aber mir fehlt noch jede Menge Übung. Ich schieß einfach noch zu oft daneben.

Außerdem hab ich noch nicht die Hauptstory durch. Bin grad an den Sausalito-Missionen dran und hin und wieder mach ich bei Überfällen und Archenfalls mit. Mein persönlich größter Erfolg ist bisher ne Silbermedaillie bei allen Trials, dadurch bin ich mit meinem Runner mittlerweile auf Stufe 20 gekommen, also durch das Rennen fahren.

Apropos Archenfalls, wie kann man denn die selber herbeiführen ? Und was zum Geier sind Riggs ?

mfg
MB

DeepThought
09-22-2017, 04:10 AM
Die Riggs ... nehme mal an ... Cyberriggs. Sind mir auch noch nicht untergekommen.
Da könnte uns ein 6k-ler vielleicht mal aufklären, bitte!
Vermutlich wird man die mal bei irgendeiner Quest aufgabeln.

So übrigens auch bei den selbstgebastelten Archenfällen.
Die Fähigkeit ergibt sich aus einer Mission. An einem sogenannten "Einschlagsort für Archenfall" - die kleinen roten Punkte auf der Map - kann man dann mittels einer Archen-Spikebatterie den dort sichtbaren Activator füttern, woraufhin dann kurz danach an genau der Stelle eine Arche vom Himmel klotzt.
Mit 4 Spike-Batterien lässt sich dann auch ein Grosser Archenfall herbeiführen.

Level 2050.
Da bin ich gerade nahe dran, irgendwas zwischen 2020 und 2030 hab ich gerade.
Hauptmission hab ich durch, ein paar Nebenmissionen noch gemacht, aber sonst nur rumgeschnüffelt und das Game erforscht.
Das wäre ja noch reizvoller, mal ein wenig zusammenzuarbeiten.
So müssen wir wenigstens nicht befürchten, dass einer dem anderen zu heftige Gegner aufhalst durch sein hohes Level. :D
Ausserdem könnten wir ein wenig levelnahes Inventar zusammentauschen. Was ich Waffen aufspalte, die vielleicht ganz gut wären, aber einfach nicht nach meinem Geschmack sind ...

acidman
09-22-2017, 09:26 AM
Rigs kann man als drop bei den Expeditionen auf Alcatraz bekommen. (oder natürlich auch beim Händler dort auf der Insel)
Expeditionen sind sozusagen das EndGame des PvE. Das Ganze läuft in etwas so ab wie eine coop-map , unterteilt in drei Abschnitte. Zwei Gebiete muss man durchlaufen (und alles abknallen , was einem in den Weg kommt :D) und der letzte Teil ist der Endkampf mit fiesem (starken) Gegner(n). Unterschied zu coop : Man KANN alleine laufen , und ist um ein vielfaches schwerer als ne coop auf Expert.
Darüber hinaus steigt das Gegnerlevel bei jedem erfolgreichen Lauf. Man startet als 6k bei sogenannten "Tier 23" (also Gegnerlevel) - übersteht man die Runde , spielt man halt Runde 2 mit Tier 24 ... usw. Das geht ungefähr so bis Tier 32, danach steigt das Gegnerlevel nur marginal , oder sagen wir mal , nicht merklich.
In den Expeditionen kann man kleine Räume betreten wo man z.B. die goldenen Hellbugs (siehe meine Sig :D) zerschiessen muß. Die droppen dann Waffen , mods , rigs und die dazu gehörigen chips .
Nein , nix zu essen :D Chips werden in den Rigs verbaut.
Am besten erklärt sich das , wenn man sich mal den Händler auf Alcatraz anschaut, welche chips es gibt (de facto , gibt es aber viel mehr , die beim Händler nicht kaufbar sind.)

Rigs sind eine Wohltat ! Man kann sie defensiv bestücken (weniger erlittener Schaden usw.) oder offensiv (mehr Schaden , crit usw.) ,je nach rig , es gibt verschiedene layouts.
Edit: Auch hier gibt es die verschiedenen Farben : bei Rigs ändert sich die Aufnahmekapazität für die chips (geht aber nur bis orange) - bei den Mods ändert sich der Bonus den man damit erreicht (z.B. +1% dmg / +1,5 % / +2%) (hier allerdings bis supreme)

Wie kommt man jetzt nach Alcatraz und den Expos?
Irgendwo in San Fran (glaube ich :D) gibt es ein Startpunkt für eine Mission (kann ich nicht mehr sagen , da wir 6kler diesen Punkt nicht mehr haben) ... die Mission muß man erledigen und irgend wann kommt man nach Alcatraz um eine Expo zu laufen.Edit : ich glaube bei Coit Tower war der Startpunkt

Es gibt derzeit 4 Expos , die man starten kann:
Hellbug-Hatz (die leichteste von allen)
Krieg in der Tiefe (Mutanten)
Flagranter Missbrauch (Raider)
Vom Himmel geschickt (dunkle Materie , sauschwer ..... damals :D mit heutigen Waffen und rigs kann man die auch alleine laufen, war aber früher nicht daran zu denken. Jedenfalls nicht bei höherem Tier)

Noch eins : pro anfänglichen Start einer Expo braucht man Jäger-Requisitionen (heissen die so ? :D?) im Chat halt (engl.) HR :)
Schafft man die Runde braucht man für Runde 2 KEIN neuen HR. Geht man drauf , kann man sich einmal wieder beleben. Geht man noch mal drauf , und der Wiederbelebungsbalken is noch nicht voll , muss man wieder ein HR bezahlen. Oder man geht halt aus der Expo raus. Dann aber fängt man wieder von vorne an :-/
Wo bekommt man HR ? In der besagten Mission bekommt man glaube ich 3 ??? oder nur ein HR (kA).
Pro Woche bekommt man auch 3 Stk. (Wochenration , gut einteilen :D) Hat man Stammi , bekommt man zusätzlich pro Tag noch ein HR.

Am besten ist , erstmal in einer Gruppe da durch zu laufen, um den Ablauf zu verinnerlichen.
Dabei muß DU die Expo starten (Gruppenleader). Andererseits würde z.B. ein 6kler dich mitnehmen und bei Tier 23 starten , wärst du in nullkommanix tot ! Wie gesagt , die Expos sind nicht ohne ! Ganz im Gegenteil.

acidman
09-22-2017, 09:53 AM
https://i.imgur.com/QEyzcx4.jpg

Hab noch was vergessen.
Spaltet man die chips oder rigs auf bekommt man dafür Silikonscherben. Damit kann man sich dann beim Händler was neues (schönes) kaufen :D

Pro blauen chip bekommt man 14 Scherben , lila chip ergibt 30 Scherben
Bei rigs kann man das nicht so sagen , da sie teilweise schon bestückt sind und dementsprechend sehr unterschiedliche Scherben ausspucken :D
Minimum aber ca. 100 , ein orangenes Rig glaube ich um die 300

DeepThought
09-22-2017, 03:43 PM
Oh ja!
Expeditionen sind wirklich extrem schwer.
Wurde auf Level nicht-ganz-2000 von einem 6k-ler mit rein genommen und übelst zusammengefaltet. Mein Char stand keine 15 Sekunden durchgehend aufrecht. Wiederbeleben kann man sich selber tatsächlich öfter, das erste Mal noch gratis, dann kostet jedes Mal 1 Stk Jägerrequisition. Schätze mal, das könnte man durchziehen, bis man davon keine mehr hat.
Hab es vier Mal hintereinander probiert.
Aber es war absolut hoffnungslos.
Nach der Extraktion fand ich mich übrigens in Alcatraz wieder. Seither hab ich den Schnellreisepunkt und komme auch ohne den notwendigen Quest hin.
Praktisch ist das Mega-Einkaufscenter dort. Muss man nicht über die ganze Map hüpfen, um die verschiedenen Anbieter abzuklappern, weil die alle dort präsent sind.
Ich reise also manchmal zum Shoppen dorthin, wenn ich mal wieder einen neuen Schiessprügel brauche.

DeepThought
09-22-2017, 11:00 PM
Richtig grobes Pech - Tag 42

Einen Grossen Archenfall als Punktebester abzuschliessen hängt teilweise einfach nur davon ab, ob man immer wieder zufällig gerade genau dort steht oder rennt, wo die meisten bzw. punkteträchtigsten Gegner auftauchen. Umgekehrt kann man es ernsthaft schaffen, immer irgendwo zu sein, wo man weder freie Sicht (und damit Schussbahn) noch die nötige Distanz zu den auftauchenden Zielen hat. Bis man dann endlich in eine passable Position gerannt ist, haben die anderen Spieler schon längst Kleinholz aus den Feinden gemacht. Und wenn man so richtig Pech hat, dann spawnt der nächste Schwung genau dort, wo man gerade vorher noch war... und von wo man jetzt natürlich wieder zu weit weg ist.
Warum ich das so deutlich erwähne?
Weil ich ernsthaft das Finale eines Grossen Hellbug-Archenfalles mit 0 (In Worten: NULL!) Abschüssen hingekriegt hab! Ein paar Punkte gerade mal, weil hie und da ein verirrtes Geschoss auf viel zu grosse Entfernungen zufällig einen vorbeihuschenden Feind gestreift hat.
Es war einfach wie verhext!

Bei den finalen Schlachten der Grossen Archenfälle ist das Terrain ja nicht gerade klein. Wenn man da so herumrennt, kann man sich phasenweise recht ausgesprägter Ungestörtheit erfreuen. Verfolgt man allerdings die eigentlich spielimmanente Absicht, hier Punkte und Beute zu machen, ist das ziemlich kontraproduktiv. Und wohin auch immer ich unterwegs war, die Ziele tauchten stets in meinem Rücken und meist hinter irgendwelchen Deckungen verborgen auf. Ununterbrochen standen mir irgendwelche Archentrümmer im Weg oder die Feinde waren hinter dem zentralen Monsterknubbel verborgen.
Bis ich endlich herumgelaufen war, hatte sich die Sache schon erledigt.

Als zuletzt das grosse Fenster aufploppte - ich war leider zu spät dran und hab nur noch das Finale miterlebt - war da nur eine mickrige Handvoll Punkte, deren genauen Zahlenwert ich vorsichtshalber sofort wieder verdängt habe. Die Belohnung war so dürftig, dass ich mehr davon gehabt hätte, eine Raider-Strassensperre aufzumischen.

Eine ganz andere Form von Gemeinheit muss wohl ein ganz fieser Bug sein.
Ich nenne ihn den "Betrugs-Defekt"!
Nicht zum ersten Mal ist er mir letzte Nacht begegnet, aber in diesem Fall war es ganz ausgesprochen hinterlistig.

Ich hatte eine Arche vom Himmel fallen lassen, einen Gulanier-Archenbruch.
Und weil es schon eher heute morgen denn gestern nacht war, kam mir kein anderer Spieler in die Quere. Ich hatte das abgeschmierte Schiff für mich alleine. Und entsprechend freute ich mich das gesamte Gefecht über auf die 4 Stück Archenkraft und die sonstigen Goodies, die das normalerweise einbringt.
Ich schätze mal, ich hab eine dreistellige Anzahl Feinde plus den Gulanier umgepustet oder mit dem Schwert zerhackt.
Auf jeden Fall aber garantiert nicht nur das, was am Ende zu lesen war:
0 Abschüsse.
0 Tode.
0 Spieler wiederbelebt.
0 Punkte.
Keine Belohnungen!

Mir blieben nur zwei unbrauchbare Waffen aus den Archen-Behältern und das, was die Sterbenden liegengelassen haben. Wenn man nach so einer Aktion nicht vor Wut am Liebsten von der Tastatur abbeissen würde, weiss ich auch nicht weiter!

Oder war das einfach nur Trions subtile Methode, mir mitzuteilen, dass es an der Zeit ware, auch mal schlafen zu gehen?

acidman
09-23-2017, 01:33 AM
kleiner Tip :
Bei Archenfällen , Überfällen und Belagerungen IMMER am Anfang gucken ob man Punkte bekommt ! Wenn nicht , oder nur extrem wenig , brauchst du gar nicht erst weiter zu machen ! Ist ein bekannter bug.
Manchmal hilft es aus dem Gebiet heraus zu gehen und wieder neu dahin zu kommen. (Meistens aber trotzdem nicht :p)
Zweite Möglichkeit - wenn ein Freund auch da in der Nähe ist - aus dem Gebiet teleportieren und dann wieder zum Freund springen. Das klappt immer (glaube ich ;) ).
Wenn gar nichts mehr hilft - hilft nur noch reloggen !


Oder war das einfach nur Trions subtile Methode, mir mitzuteilen, dass es an der Zeit ware, auch mal schlafen zu gehen?

kann auch sein ..... die Punkte-Zähler sind auch schon im Bett :D
Die haben ja auch viel zu tun , bei so vielen Leuten , die da auf einem Haufen spielen :p
Und bevor die sich wg. Übermüdung verzählen , lassen sie es besser ganz sein :D

Neutronenstern
09-23-2017, 07:15 AM
Oh ja!
Expeditionen sind wirklich extrem schwer.
Wurde auf Level nicht-ganz-2000 von einem 6k-ler mit rein genommen und übelst zusammengefaltet. Mein Char stand keine 15 Sekunden durchgehend aufrecht. Wiederbeleben kann man sich selber tatsächlich öfter, das erste Mal noch gratis, dann kostet jedes Mal 1 Stk Jägerrequisition. Schätze mal, das könnte man durchziehen, bis man davon keine mehr hat.
Hab es vier Mal hintereinander probiert.
Aber es war absolut hoffnungslos.
Nach der Extraktion fand ich mich übrigens in Alcatraz wieder. Seither hab ich den Schnellreisepunkt und komme auch ohne den notwendigen Quest hin.

...:(:mad:
Eigentlich ist es, in so einem Fall, sinnvoller wenn der Low-EGO die Expo startet. Dann ist das Tier an das niedrigere EGO angepasst und der 6k-ler dient als "Unterstützung".

Der Schwierigkeitsgrad der Expedition richtet sich immer nach dem Gruppen-Anführer!

Meine Empfehlung wäre generell: Expeditionen erst ab EGO 3000.

- mehr Spielerfahrung (Skills)
- bessere/stärkere Ausrüstung
- mehr angesammelte Jägerequesitionen (vor allem ohne Stammspieler)
- Cyberrigs sind erst ab 3000 wirklich brauchbar*

*Cyberrigs kommen auch mit unterschiedlichen Leveln, danach richtet sich wie hoch ihre Fähigkeiten ausfallen und wieviele Chip-Slots sie mitbringen. Sie können nicht mitgelevelt werden. Ab EGO 3000 dropen die Rigs mit dem höchstmöglichen Level und maximaler Chip-Slot anzahl. Gemessen an dem Aufwand ein gutes Rig zu finden und mit passenden Chips zu versehen, machen die Rigs unter 3000 keinen Sinn.
Und 3k erreicht man echt schnell wenn man ein paar seiner Herausforderungen macht.:)

Ausgenommen sind da natürlich die Jackpot-Cyberrigs die es im Bitstore gibt. Diese sind auf EGO 30 genauso gut wie auf EGO 6000.


Keine-Punkte-Bug:

Sehr nervig. Ich kann nicht sagen ob der bei jedem anders funktioniert, aber bei mir und einigen anderen hilft es ein Menü oder ähnliches zu öffnen. Ich drücke immer "M" zum öffnen der Map und schließe sie gleich wieder. Inventar, ESC, ... alles mögliche funktioniert.:)
Also immer darauf achten das neben oder unter der Mini-Map die Punkte mitgezählt und angezeigt werden. Falls nicht, irgendwas öffnen und wieder schließen. In seltenen Fällen muss das 1-2x wiederholt werden.

DeepThought
09-23-2017, 02:05 PM
Das Level-Differenz-Problem - Tag 43

Irgendwie fühlt man sich richtig erbärmlich nach so einer Aktion.
Wenn man verzweifelt Magazin um Magazin aus der stärksten Waffe, die man besitzt, fein säuberlich gezielt in die wundesten Punkte eines Gegners pumpt - ausschliesslich gut platzierte kritische Treffer setzend - und das ganze Tamtam mit einem Ergebnis, das - sehr diplomatisch formuliert - als "mangelhaft" bezeichnet werden muss.
So geht es mir gegenwärtig in der Konversation mit einer Apex-Schmiede bei einem 6000er-nahen Schrottschläger-Archenfall.

Hab mir gerade einen Zweikampf mit so einer Blechdose geliefert, der mehr den Charakter einer Flucht aufwies.
Allerdings recht unhektisch ausgeführt.
Die Schnellsten sind diese Roboter ja Gott sei Dank nicht!
In gerader Linie zurückweichend und damit aus dem Terrain des Hauptgeschehens abgedrängt werdend habe ich satte 557 Schuss an Explosivmunition mittels Automatikfeuer in dieses Gerät gestopft. Das hat dem verdammten Ding gerade mal etwas weniger als die Hälfte seiner Lebensenergie gekostet.
Wenn dann nicht der Archenfall hochgegangen wäre und den Metallkasten mit ins Grab genommen hätte, ich würde wohl immer noch geduckt rückwärts watschelnd schon ein oder zwei Kilometer weiter nördlich sein.

Das ist der nervigste Faktor an Defiance!
Das Level-Differenz-Problem.
Im Prinzip ist man so gut wie abserviert als Low-Level, wenn ein 6k-ler auch nur am Horizont erscheint.
Nicht nur dass die Gegner schier unbezwingbar werden, die 6000er fegen einem auch noch jeden Abschuss vor der Nase vom Parkett.
Während man selber zusehends panisch werdend alles an Schlagkraft in die Waagschale wirft und - konzentrierte Feuerkraft auf das eine Objekt fokussierend - versucht, dem Problem irgendwie Herr zu werden, rennen die High-Levels mal schnell vorbei, stanzen zwei, drei lockere Salven in die schwerwiegend existentielle Bedrohung, die man vor der Nase hat, sprengen diese so nebenbei in tausend Fetzen und hasten dann in aller Seelenruhe weiter, während man sich als kleines Archenjäger-Würstchen erleichtert den eiskalten Angstschweiss von der Stirn wischen kann.

Fair ist das auf jeden Fall nicht, soviel wage ich mal zu behaupten!

Aber was noch viel schlimmer ist:
Ich bin jetzt schon deutlich über 2000.
Und langsam aber sicher werde ich die selbe Art von Alptraum für die wirklichen Low-Levels im zweistelligen Bereich oder knapp über hundert.
Wenn ich mich also wieder mal in der Nähe der Absturzstelle herumtreibe, um leichte Keycodes einzusacken, sterben die Noobs neben mir schon wie die Fliegen, weil die Gegner, die wegen mir zu spawnen beginnen, ihren bescheidenen Kriegskünsten chancenlos haushoch überlegen sind.

Ich krieg da ernsthaft ein schlechtes Gewissen!
Und finde keinen passablen Ausweg aus dem Dilemma!
Denn wenn ich diese - für sie - überdimensionierten Feinde mit zwei, drei lockeren Salven wegpuste, um die armen Kleinen vor diesen Overkill-Monstern zu schützen, bin ich derjenige, der ihnen die erhofften Abschüsse (und damit Punkte und in weiterer Folge Belohnungen) praktisch vor der Nase aus der Schüssel frisst.

Aber wenigstens kann ich sie wiederbeleben, wenn sie nur wegen mir ins Gras gebissen haben.
Das macht das schlechte Gewissen doch deutlich erträglicher!

DeepThought
09-24-2017, 01:37 AM
Heeeyyy!! - Tag 44

Ich fasse es nicht!
Mir wurde gerade ein kompletter Archenfall geklaut!
Noch dazu einer, den ich selber herbeigeführt und verdammte 10.000 Scrips für die blöde Spike-Batterie bezahlt hatte!

Nahe Port Stinson hatte ich gerade auf einem Hügel einen Einschlagsort erreicht, den Uplink aktiviert und den Absturz abgewartet.
Ich war bereit, den Kampf aufzunehmen.
Dunkle Materie kam angelandet und ich eröffnete das Feuer auf die ersten drei Vollstrecker.
Aber in dem Moment, als die drei tot waren, flashte der gesamte Bildschirm weiss auf, der Kleine Archenfall verschwand vollständig und ich stand alleine im Gemüse.

Beim Blick auf die Karte entdeckte ich die mögliche Ursache: Ein Volge-Überfall-Gebiet war aufgetaucht und überlappte sich exakt mit meinem Archenfall.

Aber ... heeeeyyy!
Das war MEIN Archenfall!!
Mein ganz persönlicher!
Das könnt ihr doch nicht mit mir machen!

Ihr Schweine!!
Ihr habt mir MEINEN Archenfall geklaut!

DeepThought
09-24-2017, 06:32 AM
Menno! - Tag 44

Heute ist wohl der offizielle Tag von Pleiten, Pech und Pannen!
Bei einem Dunkle Materie - Archenfall versagte plötzlich die Nachladeanimation.
Beide Kanonen im Loadout leergeschossen und mein Ava lädt weder automatisch noch auf Knopfdruck wieder nach!
Da blieb nur Loadout wechseln und die nächsten beiden Waffen leerschiessen usw. usf...
Am Ende hatte ich zehn Wummen mit leerem Magazin in der Hand!
Aber wenigstens war der Archenfall dann schon erledigt.
Nach einem Relogg war dann alles wieder in Ordnung.
Ich musste nur noch alle zehn Knarren wieder ausrüsten und zusehen, wie mein Mädelchen die Magazine wechselte.

Menno!
Wenn mir das mal in einem Volge-Schwarm passiert, bin ich aber sowas von am A****!

Neutronenstern
09-24-2017, 07:56 AM
Das Level-Differenz-Problem - Tag 43

Irgendwie fühlt man sich richtig erbärmlich nach so einer Aktion.
Wenn man verzweifelt Magazin um Magazin aus der stärksten Waffe, die man besitzt, fein säuberlich gezielt in die wundesten Punkte eines Gegners pumpt - ausschliesslich gut platzierte kritische Treffer setzend - und das ganze Tamtam mit einem Ergebnis, das - sehr diplomatisch formuliert - als "mangelhaft" bezeichnet werden muss.
So geht es mir gegenwärtig in der Konversation mit einer Apex-Schmiede bei einem 6000er-nahen Schrottschläger-Archenfall.

Hab mir gerade einen Zweikampf mit so einer Blechdose geliefert, der mehr den Charakter einer Flucht aufwies.
Allerdings recht unhektisch ausgeführt.
Die Schnellsten sind diese Roboter ja Gott sei Dank nicht!
In gerader Linie zurückweichend und damit aus dem Terrain des Hauptgeschehens abgedrängt werdend habe ich satte 557 Schuss an Explosivmunition mittels Automatikfeuer in dieses Gerät gestopft. Das hat dem verdammten Ding gerade mal etwas weniger als die Hälfte seiner Lebensenergie gekostet.
Wenn dann nicht der Archenfall hochgegangen wäre und den Metallkasten mit ins Grab genommen hätte, ich würde wohl immer noch geduckt rückwärts watschelnd schon ein oder zwei Kilometer weiter nördlich sein.

Bei Explosivmunition tippe ich mal auf eine MPi (Herrscher des Universums?), kann man benutzen, bringt aber nicht viel.:p Genausowenig nutzen Massenkanonen und Höllenfeuer etwas, diese Waffen sind für viele Einzelgegner optimiert. Eine Schmiede ist wie ein einzelner Panzer, dafür gebaut stärksten bombardement standzuhalten. So ein Teil besiegt man nicht mit einer Atombombe sondern mit einen Schraubendreher!
Das besondere an einer Schmiede ist ihr "Auge", diese rote Öffnung gibt dir freies Schussfeld direkt in ihren Fusionsantrieb, das tut ihr richtig weh. Präzisionswaffen mit hohem Kritischen Multiplikator funktionieren hier super. Das "Auge" selbst hat ebenfalls einen hohen Multiplikator, glaub sogar den höchsten den ein Gegner geben kann. Da erreicht man Schadenswerte von mehreren Millionen mit nur einem (1!) Schuss!

Im Schrottplatz kriegt man die 2 Boss-Schmieden auf diese Weise auch sehr schnell platt. 5 gut gezielte Schuss ins Rote und sie bricht zusammen.;)




Fair ist das auf jeden Fall nicht, soviel wage ich mal zu behaupten!

Aber was noch viel schlimmer ist:
Ich bin jetzt schon deutlich über 2000.
Und langsam aber sicher werde ich die selbe Art von Alptraum für die wirklichen Low-Levels im zweistelligen Bereich oder knapp über hundert.
Wenn ich mich also wieder mal in der Nähe der Absturzstelle herumtreibe, um leichte Keycodes einzusacken, sterben die Noobs neben mir schon wie die Fliegen, weil die Gegner, die wegen mir zu spawnen beginnen, ihren bescheidenen Kriegskünsten chancenlos haushoch überlegen sind.

Ich krieg da ernsthaft ein schlechtes Gewissen!
Und finde keinen passablen Ausweg aus dem Dilemma!
Denn wenn ich diese - für sie - überdimensionierten Feinde mit zwei, drei lockeren Salven wegpuste, um die armen Kleinen vor diesen Overkill-Monstern zu schützen, bin ich derjenige, der ihnen die erhofften Abschüsse (und damit Punkte und in weiterer Folge Belohnungen) praktisch vor der Nase aus der Schüssel frisst.

Nee fair ist anders aber so ist Defiance.:p ;)
Low-EGOs zu helfen wird so schnell zum zweischneidigen Schwert. Mit 6000 kann man einem Frischling gar nicht praktisch helfen, denn die Bedrohung geht sofort so hoch das der Newbie die Gegner nicht platt kriegt und man selbst rupft die Gegner trotzdem mit 2 Kugeln. So vorsichtig kann man gar nicht schießen! ...habs mehrfach ausprobiert. Das beste ist, sich von den "Kleinen" fernzuhalten...zu ihren eigenen Besten.:(

Bedeutet für dich nun: halt dich von der Absturzstelle fern! Das ist Newbie-Gebiet.:p:)
Keycodes kriegst du überall recht schnell und einfach. Das ist der einzige Ausweg aus dem Dilemma, du musst weiterziehen...mussten/müssen wir alle.
Na gut, man kann natürlich den Neulingen auch durch wiederholte Frustration den Spielspaß nehmen...aber...das wäre...echt gemein.:(
Da du eh schon ein schlechtes Gewissen deswegen entwickelt hast, ist das wohl keine Option. Noch ein Tipp um Low-EGOs das Archenjäger-dasein nicht zur Hölle zu machen: Kein langen rumstehen an der Rindschwein-Farm! Der Spawnpunkt + Händlern befindet sich im Einzugsbereich der Mission "Hellbug Horror" und wenn AFK-Spieler die Bedrohung auf 10 ziehen wird diese Mission zur Hölle für jeden Newbie.



Ich fasse es nicht!
Mir wurde gerade ein kompletter Archenfall geklaut!
Noch dazu einer, den ich selber herbeigeführt und verdammte 10.000 Scrips für die blöde Spike-Batterie bezahlt hatte!

Da fällt einem mal auf, was alles in Defiance schiefgehen kann...soviele Warnungen kann man gar nicht aussprechen.:rolleyes::) Auf der anderen Seite, eigene Erfahrungen machen hat ja auch was für sich.

Bei Port Stinson hätte dir eh kein Tipp helfen können, das Zeitfenster liegt direkt im ersten Spawngebiet des Volge-Überfalls.
Der wichtigste Tipp für dieses Problem, bezieht sich vor allem auf die Warmaster-Archenbrüche.
Da kannst du auf dieselbe Art und Weise gleich 4 Batterien verlieren!:mad: (= 40.000 Scrip!)
Also, wenn ein Warmaster-Zeitfenster in San Fran auftaucht IMMER wirklich IMMER auf der Map nachschauen ob rund um die Überführung ein Volge-Überfall läuft.
Wenn JA: spar die Batterien!
Wenn es umbedingt ein toter Affe werden muss: Phase wechseln, da kann man dann mehr Glück haben.:)

DeepThought
09-24-2017, 11:09 AM
Ja, gut geraten!
Herrscher des Universums.
Meine Ordonanzwaffe für die schweren Kaliber und für solche Sachen wie Archenfälle und Volge-Schwärme.

Hab Deinen Tip jetzt befolgt und die Schmiede stattdessen mit einer VBI TACC Angriffswaffe attackiert.
Problem dabei: Die hält nicht still, also trifft man nur sehr schwer in die empfindlichen Stellen.
Aber grundsätzlich klappt das! :)

Ja, das liebe Level-Differenz-Dilemma.
Nachdem ich ja auch zu den unchristlichsten Zeiten zocke, wo kein Mensch, der noch halbwegs bei Sinnen ist, woanders als im Bett verweilt, erledige ich meine Angelegenheiten in den Low-Level-Areas eben zu nachtschlafener Stunde, wenn ich sie für mich allein hab.
Ich muss aber auch feststellen, dass nicht wenige 6k-ler trotzdem in diesen Regionen herumturnen ... und das nicht nur, weil eine Vertragserfüllung dort ansteht. Man wird auch am Kinship-Plaza oder in der Accord Medical Klinik immer wieder in solche anspruchsvollen Gefechte verwickelt.

An der Rindschwein-Farm bin ich so gut wie nie übrigens. Da ist sowieso irgendwas faul. Fast immer, wenn man die Händler dort besucht, hüpft die EGO-Level-Anzeige auf gelb und schnellt nach oben. Selbst wenn man weit und breit keinen anderen Spieler sieht. Das ist ein eigenartiges Plätzchen, aber es gibt dort auch nichts wirklich Wichtiges, was den längeren Aufenthalt lohnt. Ich reise nur manchmal durch und mach kurz Zwischenstopp zum Muni nachfüllen oder schnell was verkaufen.

DeepThought
09-24-2017, 11:24 AM
Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 44

Liebes Tagebuch!

Gross bin ich schon geworden!
Und stark!
Also ... vergleichsweise!

Ich kann mich fast überall hintrauen, sterbe nur noch sehr selten und hab ganz viele bunte Waffen. So viele, dass ich mich fast nicht entscheiden kann, mit welcher ich gerade wieder die bösen Leute umbringen will.
Also wechsel ich immer wieder und murkse einfach jeden irgendwie anders ab.
Das macht Spass!

Inzwischen hab ich auch schon sehr viel herausgefunden.
Wo ich viel Geld verdienen kann, welche Automaten mir welche Waffen verkaufen können, wie ich an genug Archenkraft komme, um meine alten Gewehre wieder neu zu machen und so weiter!
Ich kenn mich also schon recht gut aus im Paradies und hab mich sozusagen ganz gut eingelebt.
Sogar in der komischen Wüste im Süden bin ich schon recht oft unterwegs und fürchte mich da auch kaum noch.
Ausser, wenn so blöde grosse Roboter auftauchen, da wird es noch ein bisschen gefährlich.
Aber sonst macht mir fast gar nix mehr Angst dort!
So gross und stark bin ich schon geworden!

Auch, dass sich alles immer wiederholt stört mich gar nicht mehr so sehr, weil nämlich das den Vorteil hat, dass man schon weiss, was einen erwartet. Und weil man jedesmal wieder Geld verdienen kann damit, ist das jetzt sozusagen ein Teil von meiner Arbeit, irgendwelche gefangenen Männer immer wieder zu befreien oder die gemeinen Bösewichte immer wieder zu erschiessen.
Damit es etwas lustiger wird, kann ich ja immer wieder eine andere Waffe dafür verwenden, dann hab ich trotzdem ganz viel Abwechslung dabei!

Ins Silikon-Tal trau ich mich aber noch immer nicht so richtig.
Da bin ich noch nicht stark genug dafür.
Die blöden Shrimps müssen also noch ein bisschen länger warten.
Aber irgendwann werd ich die auch noch drankriegen, liebes Tagebuch!
Versprochen!
Die werden schon noch sehen, was sie davon haben, dass sie bei meinem ersten Besuch gleich so unfreundlich gewesen sind.
Sowas gehört sich einfach nicht!

Mach Dir also keine Sorgen um mich, liebes Tagebuch!
Ich komm schon ganz gut klar!

Bis bald ...

Dein Deep Thought

DeepThought
09-26-2017, 08:13 AM
Niederlagen - Tag 45

Das war absolut nicht mein Tag.
Vermutlich, weil ich schon ganz zu Beginn die völlig falsche Entscheidung getroffen hab.
Nämlich die, mich zum ersten Mal allein auf Expedition zu begeben.
Oder eigentlich ... überhaupt zum ersten Mal.
Denn gleich nach dem Öffnen der Tür fünf Mal hintereinander zusammengeschossen zu werden und letztendlich auszusteigen ... das war wohl nicht wirklich meine erste Expedition.
Dieses Mal aber kam ich etwas weiter als nur bis zur Türschwelle, nämlich bis zum Endgegner, der den Namen "Nestfürst" trug und verdächtig nach Hellbug-Monarch aussah.
Was naturgemäss eine Art "Kindheitstrauma" meiner Defiance-Existenz weckt.
Um es kurz zu machen: Einem Nestfürsten über den Weg zu laufen endet in 10 von 10 Fällen tödlich für mich.
Hätte mir nicht nachher ein freundlicher 6000er, der meine verzweifelten Hilferufe nicht ungehört verhallen liess, den Weg freigebombt, ich hätte noch immer keine Expedition abgeschlossen.
Das Biest war definitiv nicht in den Griff zu bekommen.

Zur Entspannung wollte ich mich danach ein wenig an den Verträgen abarbeiten, reiste gemächlich zum Sutro-Turm, startete die Mission, wurde von einer regelrechten Flutwelle an Dunkler Materie mehrmals hintereinander wie eine lästige Wanze zerquetscht, extrahierte und war schon dezent angepisst.

Erfahrungsgemäss hilft bei aufkeimender Aggression der eine oder andere Archenfall weiter, aber die Titulierung "99 Probleme" machte die Sache etwas unkontrollierbarer als vorhergesehen.
Der erste Versuch dauerte etwa 25 Sekunden, dann war die Selbstwiederbelebung verbraucht und die Extraktion daher naheliegend.
Und natürlich musste mein Extraktionspunkt einen guten Kilometer weit weg sein.
Der zweite Versuch nahm immerhin bereits mehr als zwei ganze Minuten in Anspruch und endete damit, dass mir der Archenfall unterm Arsch weggeschossen wurde und ausser ein paar mickriger Peanuts keine erwähnenswerte Beute für mich übrig blieb.
Ich war schlicht und ergreifend zu spät zurückgekommen!

Zur Lockerung meiner bereits reichlich angespannten Laune pustete ich ein paar Infizierten die Birne weg.
Wenigstens DAS kriegte ich noch gebacken!

Noch ein Archenfall, den ich mit zwei weiteren Toden und einer entnervten Rückkehr beendete, brachte mir ebenfalls nahezu gar nichts an Gewinn ein.

Zu meinem Glück war es dann schon beinahe Mitternacht und ich konnte diesen halbwegs verlorenen Tag für beendet erklären.
Wenigstens hatte ich in all dem Chaos ein paar passable Waffen und Mods abgestaubt.
Und: Mein erstes Cyberrig erbeutet!
Hab zwar keine Ahnung, ob das Ding was taugt, aber das wird sich bestimmt noch herausstellen.

Wahrscheinlich an einem besseren Tag, der sich nicht über Stunden hinweg durch eine Kette an Niederlagen definiert...

DeepThought
09-26-2017, 08:52 AM
Back to the Roots - Tag 46

Nach reiflichem Durchdenken der gestrigen Desaster-Abfolge hat sich mir ein logischer Rückschluss aufgedrängt: Ich bin zu waghalsig geworden!

Die unverkennbaren Fortschritte in Sachen Bewaffnung, praktischer Erfahrung und zunehmender Geübtheit, gepaart mit einer Kette an recht ansehnlichen Erfolgserlebnissen in den letzten Tagen, hat mir einen Hauch von Unsterblichkeits-Feeling verliehen.
Und sowas verleitet folgerichtig zur Leichtsinnigkeit!

Vorbei die Tage, an denen ich geduckt und ängstlich wie ein flauschiges Hoppelhäschen durch Paradise pirschte, stattdessen gehe ich inzwischen offensiv auf die Herausforderungen zu und blicke der Gefahr aufrecht und unerschrocken in ihr meist recht hässliches Antlitz!
Etwas zu unerschrocken wohl für Level Noch-Nichtmal-2500!

Ich muss zweifelsfrei einen Gang runterschalten und wieder zu jenem Verhalten zurückkehren, das mir Überleben und Erfolg gleichermassen sicherte: Respektvolle Vorsicht!
Zurück also zu den Wurzeln meiner Archenjäger-Karriere.
Und zurück zum standardmässigen Einsatz des Scharfschützengewehrs.
Viel Abstand bringt viel Sicherheit!
Dieses Motto hat sich hervorragend bewährt und verdient eine Renaissance!

Und als deutlich sichtbares Zeichen meiner demütigen Rückzugsphilosophie und "Back to the Roots"-Mentalität hab ich die Hauptmission nochmals neu gestartet!

Beim ersten Mal hab ich ja sowieso die halbe Zeit nicht kapiert, was eigentlich abgeht!

DeepThought
09-26-2017, 02:32 PM
Ja!! - Tag 46

Erste Expedition allein erledigt!
Erfolgreich!
Mehr oder weniger.
Gut okay ... einmal abgenippelt ---> Selbstwiederbelebung! ... aber dann hab ich's hingekriegt.
Der Endgegner war so ein Teufelsbraten-Flattervieh.
Vielleicht bild' ich mir das nur ein, aber mir schwant, der war etwas leichter zu knacken, als der Nestfürst.
Jedenfalls bin ich durchgekommen.
Schleichend, langsam und vorsichtig vorantastend, fast nur in der Hocke, geschossen auf grösstmögliche Entfernung.
Nur am Schluss ... also das ist extrem fies!
Tür auf und die Hölle bricht los.
Da kann man nur noch wirr rumballern und hoffen, dass man den Gegner zufällig oft genug trifft.

Da ist aber noch eine Sache: Die Synergien!
So wirklich bringen tun's die irgendwie nicht, kommt mir vor.
Zumindest die, die mir bisher so untergekommen sind.
Ein schlichtes, weissnamiges VOT Druckluftgewehr mit grünem Nano-Schleim-Effekt und hohem Schadenswert zieht eine mindestens ebenso schlimme Spur der Verwüstung durch die Lande, wie irgendein hochgemoddetes hellblau tituliertes Vergleichsmodell mit Synergieeffekten.
Ist auch sehr viel kostengünstiger und der Unterschied ist echt ignorierbar.
Okay, Gegner die ohne Synergie zehn Kugeln in den Holzkopf brauchen fallen bei der Synergiewaffe schon nach neun tot um, aber die zweiundsiebzigstel Sekunde mehr oder weniger, die ein weiterer Schuss noch braucht, ist auch schon egal.

Mag sein, dass sich später im violetten und orangen Umfeld sehr viel Besseres finden lässt, aber derzeit sind 24.000 Scrips für vier Mods MIT Synergie einfach zu viel Geld im Vergleich zu 10.000 für die selben Geräte OHNE Syn dazu. Zumal die Knarre zwei oder drei Tage später ohnehin wieder am Komposthaufen landet, weil mir schon längst wieder ein besseres Modell in die Finger gerutscht ist.

Sonstige Highlights des heutigen Tages:
- Alle Verträge aufgearbeitet.
- Einen Gulanier-Archenbruch aus der Atmosphäre gesaugt und abgewickelt.
- Meine gesamte Archenkraft zum Waffen hochleveln verschleudert.
- Sämtliche Keycodes in untauglichen Müll investiert.

Das Übliche eben!
Ein ganz normaler Tag in Paradise also ...

DeepThought
09-28-2017, 08:39 AM
Lustig töten - Tag 47

Wenn ich mein Inventar aufrufe springen mich die vielen bunten Farben regelrecht an.
Archenfälle, Überfälle, Expeditionen, die kleinen Alltags-Scharmützel und nicht zuletzt meine edlen Sponsoren haben mir eine solche Flut an Waffen in die Ausrüstungsliste gespült, dass ich ernsthafte Schwierigkeiten habe, meine sorgsam und neurotisch gehegte Ordnung aufrecht zu erhalten.
Es gibt so viele unterschiedliche Varianten zu töten in Defiance, dass es ein wahrer Jammer ist, wenn man sie nicht alle zumindest mal ausprobiert hat.
Folglich bewahre ich manche Waffen erst ein Weilchen auf, bis ich sie durchgetestet habe, um festzustellen, wozu genau sie am Besten taugen.
Oder auch nicht taugen.
Erst wenn ich zu dem Schluss gelangt bin, dass sie mir zu sperrig, zu nervig, nicht brutal genug, zu langsam, zu unpräzise oder schlicht zu unansehnlich sind, verwerfe ich sie wieder.
Oder wenn sie irgendeinen anderen Mangel aufweisen, der mir gerade zufällig nicht in den Kram passt!

Natürlich hab ich so meine ganz speziellen Vorlieben entwickelt, die ebenso regelmässig benutzt werden wollen.
Und zu allem Überfluss schleppe ich auch noch einige "Kindheitserinnerungen" mit, die mich tiefenpsychologisch geprägt haben, indem mir bestimmte Waffen in den ersten Tagen im Spiel besondere Dienste erwiesen oder sich auffällig bewährt haben.

Warum sonst sollte ich mich immer noch regelrecht magisch zu jedem VOT Disruptor hingezogen fühlen?
Praktischen Sinn und Zweck hat es keinen, fünf verschiedene von den Dingern mit sich herumzuschleppen, nur um mal diesen, mal jenen in den Loadout-Slot zu füttern, um ein paar Dutzend Gegner damit abzumurksen.

Aus all dem Herumexperimentieren hat sich eine süsse kleine Marotte herausgebildet: Meine ganz persönliche Tötungswerkzeug-Hitliste.
Was nichts Anderes bedeutet, als dass ich bestimmte Gruppen von Feinden am allerliebsten mit einer bestimmten Kombination an Waffen ins Grab bringe.

Mutanten zum Beispiel meuchle ich wenn immer möglich mit einer wohldurchdachten Mischung aus VBI Angriffswaffe und irgendeiner Automatik-Schrotflinte.
Raiders jage ich vorzugsweise mit Scharfschützengewehr und VBI TACC Angriffswaffe.
Eine Kombination aus Maschinenpistole und Schwert kommt zum Einsatz, wenn sich auch nur die Silhouette eines Revenants am Horizont abzeichnet.
Schrottschläger sind klassische LMG-Opfer, garniert mit einem Granatwerfer, einem Raketenwerfer oder sonst irgendetwas Explosivem.
Hellbugs werden mit einem Druckluftgewehr und einer Ex Inanis Kanonier-MP in Fetzen gerissen.
Die Volge wiederum schlachte ich derzeit - welch Ironie - vorzugsweise mit ihren eigenen Waffen ab, so zum Beispiel einem VOT Volge Typhoon AR und einem Volge Aufklärungssturmgewehr Mk II.
Dunkle Materie - Jungs sind klassische Kandidaten für eine Kombination aus Kanonier-MP und Disruptor.
Irgendeinem aus meiner Sammlung!
Die Infizierten dämpfe ich liebend gerne mit dem nächstbesten anderen Disruptor und einer Ex Inanis Plasmabatterie aus.
Oder zur Abwechlsung mit Plasmabatterie und SSG.
Oder Schrotflinte.
Angriffswaffe und Pistole verwende ich auch ganz gerne, meistens bei Geiselbefreiungen.
Und manchmal kann ich mich einfach nicht entscheiden und probiere einfach von Allem ein bisschen.
Ist gut möglich, dass ich im Zuge eines einzigen Archenfalles drei Mal den Loadout-Slot wechsle und dann noch zwei Mal eine andere Waffe lade.
Immerhin hab ich standardmässig zwischen 35 und 50 Knarren im Handgepäck dabei!
Wie zum Geier soll man sich da entscheiden, womit man gerade wild um sich schiessen will?

Es gibt einfach viel zu viele Möglichkeiten, um lustig zu töten in Defiance ...

DeepThought
09-30-2017, 12:10 AM
Immer, wenn es brenzlig wird - Tag 48

Seit Tagen zickt meine Internetleitung, weil im Haus gebaut wird und ständig irgendwelche Kabel neu verlegt werden.
Komme kaum zum Zocken deswegen.
Leider!
Aber das ist heute nicht mein Thema.
Vielmehr will ich mich beschweren über schlechtes Timing.

Ein Monarch trabt auf mich zu. Das Sturmgewehr pumpt ihm die Schnauze voll, er richtet sich auf, entblösst den gelben Bauch, ich könnte ihm den Rest geben.
Theoretisch!
Wenn ich nicht genau in dem Moment nachladen müsste.
Bis ich damit fertig bin, hat der Riesenkäfer seine Explosionen schon gestartet und ist zurück auf allen Sechsen.

Ein Schild-und-Schrotflinten-Gnom kommt auf mich zu, der Disruptor pump Salve für Salve in seinen Schild, bis er endlich von den Treffern gestoppt wird, die Barriere zur Seite schwenkt und die Deckung öffnet. Der finale Abschuss könnte jetzt erfolgen, nur dummerweise muss ich nachladen.
Bis ich damit fertig bin, hat sich der Raider-Zwerg erholt und den Schild erneut vor seinen Körper geklappt.

Ein Schmelzer der 99ers rennt auf mich zu, ich würde ihn so gerne noch erledigen, bevor er damit anfängt, mir seine Flammen ins Gesicht zu pusten.
Geht nur leider nicht, weil ich nachladen muss.
Bis ich damit fertig bin, stehe ich schon mitten in der Feuersbrunst.

Ein Hellbug-Schütze ploppt vor mir aus dem Boden, es wäre schön, ihn abzuschiessen, bevor er mir mit seinem Beschuss wieder die Panzerplatten zerdeppert.
Allerdings ... genau in der Sekunde ist das Magazin schon wieder leer.
Bis ich mit dem Nachladen fertig bin, hat er mir schon seine Geschosse um die Ohren gehauen.

Ein Shotgunner der Mutanten nähert sich mir, was nicht tragisch wäre, wenn ich ihn ganz einfach abknallen würde, bevor er nahe genug herangekommen ist, um mir seine Schrotladung entgegenzupusten.
Ich muss nur leider wieder nachladen!
Bis ich damit fertig bin ... man ahnt es schon!

Ich könnte diese Auflistung fortsetzen bis zum Umfang eines Buches.
Immer!
Immer, wenn es brenzlig wird, ist das verdammte Magazin leer.
Wie ein Fluch liegt dieses Drama auf mir und wiederholt sich täglich hundert Mal.
Es ist wirklich wie verhext.
Selbst wenn ich ein LMG benutze und 300 Schuss im Magazin dabeihab ... garantiert sind die in dem Augenblick verbraucht, wenn ich sie am allerdringendsten benötigen würde.

Das ist doch echt zum Winseln!
Ob es wohl nur mir so ergeht?

acidman
09-30-2017, 12:40 AM
Ob es wohl nur mir so ergeht?

Nein , bist nicht alleine damit.
Ich glaube sogar , daß die Spielmechanik/KI da drauf ausgelegt ist. :)
Einziges Gegenmittel : eine Waffe mit 0,5 sek. reload (dem Minimum was man erreichen kann) .... das ist quasi dann wie Dauerfeuer :)

Was auch nervt ist , wenn man Schalter betätigen soll. Die Gegner tanzen solange um einen herum , bis die Eieruhr des Schalter auf 11 Uhr steht. Dann wird man beschossen und man kann den Vorgang noch mal starten.

acidman
09-30-2017, 12:53 AM
Mag sein, dass sich später im violetten und orangen Umfeld sehr viel Besseres finden lässt, aber derzeit sind 24.000 Scrips für vier Mods MIT Synergie einfach zu viel Geld im Vergleich zu 10.000 für die selben Geräte OHNE Syn dazu. Zumal die Knarre zwei oder drei Tage später ohnehin wieder am Komposthaufen landet, weil mir schon längst wieder ein besseres Modell in die Finger gerutscht ist.



Eigentlich alle Standard-Synergien sind inzwischen im Vergleich zu den Event-Syn's völlig veraltet.
Darüber hinaus braucht man bei den meisten Standard-Syn's eh nur zwei passende mods installieren, um ein (wirklichen) Vorteil zu bekommen.

Kanonier : 2 mods - 6% Feuerrate
Roll. Donner : 2 mods - 10%mag (bei 4 mods -20% Hüftzielgenauigkeit .... würde noch was bringen)
Grenadier : 2 mods - 20% Rückstoß
R+B : 2 mods - 10% Bewegungsgenauigkeit
Quartiermeister : 2 mods - 10% nachladen
Assassin : 2 mods - 4% crit
Pirscher : 2 mods - 10% Reichweite

Aber alle diese "Verbesserungen" kann man auch mit chips in rigs erreichen, und gelten dementsprechend dann für ALLE Waffen.


Auch die ganzen alten Backpack-Syn's sind Humbug. Völlig nutzlos.
Nur die neueren (AA und GA) machen noch Sinn.

Strolch
09-30-2017, 11:17 AM
Hi
Bei den Zwergen hilft es auch ihm eine granate vor die Füsse zu werfen, dann ist die Deckung auch offen , oder man haut ihm einfach eine rein ;)
Mit dem boxen hatte ich auch oft gemacht wenn mir die Deckung auf den ........ ging ;)

Noch ein sehr guter Tip, einfach zur sekundär Waffe wechseln.

Meine Empfehlung sprengzünder und sturmgewehr oder massenkanone und sturmgewehr im normalen pve.

Granaten im pve shrill oder Schleim:)

DeepThought
09-30-2017, 08:01 PM
@acidman:

;)
Oh ja, die Aktivierungsvorgänge! Ein wahres Wort!
Was das immer bange Sekunden sind, bis die Eieruhr endlich abgelaufen ist. Da checkt man vorher noch die ganze Umgebung, schaltet jeden Feind aus, damit man ja in Ruhe tun kann, wozu man hier ist und dann spawnt erst wieder irgendsoein Schweinepriester genau im Rücken und spuckt einem in die Suppe.
Aber es beruhigt ungemein, zu wissen, dass man nicht der Einzige ist, dem es so ergeht!


@Strolch

Naja, ich und die Explosivwaffen, das ist ein ganz eigenes Thema. Bin da schon sehr vorsichtig geworden, weil ich mich bei jeder Gelegenheit versehentlich selber in die Luft sprenge mit den Dingern. Wie oft ich schon refelexartig auf einen Feind geschossen hab mit Granaten oder Raketen, obwohl der schon viel zu nahe an mir dran war ...
Man fährt herum, sieht den Gegner drei Meter vor sich, drückt die Maustaste und denkt sich noch im selben Moment: "Oh! Oh! Ich hab ja die Massenkanone noch in der Hand!" :o

DeepThought
10-01-2017, 07:19 AM
Magyar Special Forces - Tag 49

Ich bin gerade zwei absoluten Könnern begegnet.
Und ich kann nicht anders, als den Beiden meine aufrichtige Bewunderung auszusprechen!
Das Ganze kam so:

Split Rock Mine.
Nicht gerade eine der leichteren Aktionen hier in Paradise.
Eine regelrechte Flut an Raiders ist hier niederzukämpfen und man hat ernsthafte Schwierigkeiten, eine brauchbare Deckung zu finden, weil die Gegner ringsum wie die Schmeissfliegen aus allen Löchern schwirren. Da drin bin ich mehr als nur einmal draufgegangen und den allerersten Versuch musste ich sogar abbrechen, weil ich chancenlos zusammengeschossen wurde.
Gerade hatte ich den ersten Geschützturm ausgeschaltet, als ich bemerkte, dass beim zweiten Tor ebenfalls Schüsse fielen. Zwei violette Pünktchen tauchten auf der Minimap auf und etwas nervös lugte ich in Richtung meiner Level-Anzeige.
Würde sie gelb werden und hochspringen?
Kommen zwei 6k-ler, die mir einen Horrortrip einhandeln werden?
Nein!
Mein Level hält sich bei etwas mehr als 2600.
Wie beruhigend!
Dann gehen wir eben zu dritt da rein!

Ich bin mir nicht sicher, warum plötzlich überall Veteranen-Raiders zu spawnen anfingen.
Wegen mir vermutlich nicht, denn wenn ich alleine irgendwo auf Raiders treffe, dann stosse ich derzeit auf solche mit dem Titel "Erfahrener". Möglicherweise weil wir drei zusammen die nötige Schlagkraft aufbrachten. Jedenfalls wurde die Geschichte sehr schnell relativ kompliziert.
Denn so ein Veteranen-Blitzer braucht gut und gerne 10 bis 15 Treffer aus meinem StG, um in die Knie zu gehen.
Und bei der Menge, die da auftaucht, kann das nur eine echt wüste Schiesserei werden.

Die beiden Anderen blieben vorerst bei ihrem Tor etwas stecken. Aber ich konnte ihren Gegnern genau in den Rücken fallen und so den Weg frei machen.
Als wir dann zu dritt reinstürmten, zischten uns die Kugeln nur so um die Ohren.
Geschickt arbeiteten sich die Beiden überschlagend vor. Die Waffen, die sie benutzten, waren meinen Vorlieben sehr ähnlich: MPs, StGs, SSGs.
Schön präzise zielten, schossen, trafen sie.
Einer der Beiden kümmerte sich um das, was am Boden vorging. Der Andere schoss auf alles, was sich in höheren Positionen tummelte.
Beeindruckend systematisch fegten sie die Raiders vor sich vom Parkett.

Während man den Techniker schützt, der das hintere Tor öffnet, geht der Kampf richtig los. Aber die zwei Unbekannten meisterten das Problem regelrecht spielerisch. Wieder teilten sie sich die Arbeit. Einer pflückte mit dem SSG die weiter entfernten Feinde ab, der Andere schoss im Nahbereich mit einer MP. Manchmal warfen sie Handgranaten, aber wirklich schwere Waffen setzten sie nicht ein. Wir lagen alle drei unter massivem Beschuss und meine Schilde schrammten permanent am Kollaps entlang, weil ich so viele Treffer wegsteckte.

Als das hintere Tor öffnete und wir alle drei in die letzte und hektischste Phase des Gefechtes gingen, wurde ich abgeschossen.
Und sofort war einer der Beiden bei mir, um mich wiederzubeleben.
Zwei Minuten später war der Sieg unser.
Das Missionsfenster sprang auf.
Ich hatte die meisten Punkte und Abschüsse.
Aber mit keinem besonders grossen Abstand.
Die zwei anderen Spieler kamen dicht hinter mir und ebensogut hätte einer von ihnen das Rennen machen können.
Mein Vorsprung war wirklich kaum der Rede wert.
Zudem war keiner der Beiden draufgegangen.
Nur ich hatte einen Tod in der Statistik.

Jetzt wollte ich es aber noch wissen.
Also rief ich die Anzeige der in der Nähe befindlichen Spieler auf.
Beide waren Mitglieder eines ungarischen Clans.
Auch ihre Spielernamen sprachen für diese Herkunft.
Wirklich erstaunt war ich aber, als ich ihre EGO-Levels las:
534 und 526.
Ihre Bewaffnung und Schilde waren dem Level entsprechend.
Was man eben so ergattert hier auf diesem Niveau.
Und diese zwei hatten sich gerade souverän gegen eine halbe Armee an Veteranen-Raiders durchgesetzt.

Also ehrlich: Hut ab!
Das war die beeindruckendste Leistung, die ich in Defiance bisher gesehen habe!

DeepThought
10-01-2017, 10:03 AM
Kleinarbeit - Tag 49

Seit mehr als einer Woche ziehe ich im Lockboxen-Lotto nur noch Nieten.
Kein Gramm Archenkraft, nur Schrottwaffen.
Lediglich ein VOT Druckluftgewehr, das mir von Nutzen ist, habe ich abgestaubt.

Seit ich Spike-Batterien häufiger kaufe als Zigaretten im RL bin ich fast ständig Scrip-pleite. Aber die selbstgebastelten Archenfälle bringen mir in vielen Fällen auf einen Schlag vier Stück Archenkraft ein und insofern stellen sie eine meiner wichtigsten Ressourcen-Quellen dar.
Auf die derzeit laufenden "99 Probleme" hätte ich viel Hoffnung gesetzt, aber inzwischen weiche ich diesen Monsterparaden lieber aus.
Die Gegner dort sind mir so haushoch über, dass ich kaum Punkte mache, ständig abkratze und folglich nicht besonders viel damit verdiene.

Heute in aller Herrgottsfrühe um halb fünf Uhr morgens fiel mir ein kompletter Grosser Hellbug-Archenfall völlig alleine in die Hände. Vier kleine Vorspielchen und den Hauptfall konnte ich völlig ungestört abwickeln.
674 Abschüsse und 57937 Punkte, ... das brachte mir ebenfalls 4 Portionen Archenkraft ein und einen ganzen Berg Keycodes.
Aber die Keycodes waren mal wieder für'n A****!

Notgedrungen habe ich angefangen, alle Waffen über dem Niveau grüner Namen aus meinem Inventar zu verdrängen. Lediglich mein heiliges Schwert und eine Ex Inanis Kanonier-MPi habe ich noch in hellblau.
Den orangen "Herrscher des Universums" bewahre ich auf, kann ihn aber derzeit nicht mehr hochziehen.
Noch hält seine Schadenswirkung mit dem aktuellen Feindesniveau mit, aber in zwei oder drei Tagen wird das wohl schon etwas wackeliger werden.
Immerhin hängt die Knarre jetzt schon mehr als 200 Levels hinterher.

Manche Missionen bringen mir seit gestern allerdings plötzlich auch etwas Archenkraft ein.
Das Bolinas Hüttenwerk zum Beispiel oder der Sutro Tower.
Dort kann ich jeweils ein Stück verdienen.
Allein gestern hab ich deswegen beide Missionen je sechs Mal durchgezockt.
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!

Eine Maschinenpistole auf grünem Niveau habe ich heute abgestaubt, ... auf so ein Ding hab ich mein ganzes Archenjägerleben schon gewartet.
So ein Gerät hab ich heute zum ersten Mal gesehen!
Ihr zungenbrecherischer Name lautet "Castithanischer Springer Mk II".
Das musste ich erst drei Mal lesen, bevor es mir gelang, nicht über die Buchstaben zu stolpern.
Mit erweitertem Magazin 84 Schuss und eine Nachladegeschwindigkeit, dass mir die Ohren nur so schlackern.
Zudem den höchsten Schadenswert, den ich bei einer MP bisher gesehen habe.
Und: Feuer-Nano-Effekt.
Das Maschinenpistolen-Problem kann ich also als gelöst betrachten!
Wenigstens etwas!

Aber Not macht bekanntlich erfinderisch!
Auf meinen weissnamigen FRC Bolt Action Repetierer habe ich einen orangen Lauf montiert:
Krit. Mult. x 1.25!
Und hochleveln kostet immer noch nur ein Stückchen Archenkraft!
Die Knarre ist damit mörderisch genug für übelstes Gesocks.
Ein Archen-Volge-Bomber mit One Shoot Kill!
Das ist mir vorher noch nie gelungen!
Hab ich schon erwähnt, dass sich das Eichhörnchen mühsam ernährt?

Ich freu mich schon auf den Tag, an dem meine Levelanzeige auf 6000 springt und sich das elende Mitziehen von liebgewonnenen Waffen endlich erledigt hat.
Aber vermutlich hat man dann andere Probleme, die das Archenjäger-Dasein genauso anstrengend gestalten werden ...

DeepThought
10-01-2017, 11:03 PM
Welcome to Hell! - Tag 50

Montag Morgen 07:00 MESZ.
Eine Woche Urlaub!
Willkommen in der Höllenwoche!
Und sie macht ihrem Namen schon in der ersten Stunde alle Ehre.

Gleich zum Frühstückskaffee ein paar Mutanten und Volge bei einem selbstgemachten Archenfall satt in die Schnauze gehauen!
---> 3 Stk Archenkraft!
Unmittelbar darauf ein Grosser Hellbug-Archenfall in der Terraforming-Wüste!
Abgeschlossen als Zweiter mit rund dreihundert Abschüssen!
---> Nochmal 3 Stk Archenkraft!
Heisst: Vier wichtige Waffen können nachgelevelt werden!
Ja! So will ich das sehen!

Es macht übrigens unglaublich wach, wenn man von drei "Entwickelten Hellbug-Monarchen" gleichzeitig durch den Fleischwolf gedreht wird. Selbst der stärkste Kaffee kann da kaum noch mithalten!
Erstaunlich, dass sich um diese Uhrzeit noch vier weitere Irre finden lassen, die nichts Besseres zu tun haben, als sich mit ein paar Riesenkäfern rumzuprügeln.

Dann wieder im gestreckten Quad-Galopp durch die Aschenlandschaft, auf zum nächsten Einschlagsort.
Die verkaufte Beute aus den ersten zwei Aktionen hat genug in die Kasse gespült, um eine weitere Spike-Batterie zu finanzieren!
Im Hintergrund lasse ich heute die Filmmusik von "Terminator" laufen.
Psychologische Kriegsführung soll ein wichtiger Faktor zur Stärkung der Kampfmoral sein, hab ich mir sagen lassen!
Morgen früh will ich die Level-Halbzeit übersprungen haben und über 3000 stehen!
Es wird Zeit, in die Offensive zu gehen!

Montag Morgen und draussen hängt dichter Nebel über der Landschaft!
Was kann man da schon Besseres tun, als in den Krieg zu ziehen!?

DeepThought
10-02-2017, 03:39 AM
Erste Zwischenbilanz - Tag 50

Montag Mittag 12:00 MESZ.
Die Bilanz nach fünf Stunden der Grossoffensive lautet:

- 3 Grosse Archenfälle
- 2 Volge-Schwärme
- 5 selbstgemachte Kleine Archenfälle
- 4 Kleine Archenfälle darunter 2 "99 Probleme"
- Verträge abgearbeitet (weil ich gerade in der Gegend war)
- Sutro Tower und Bolinas Hüttenwerk je zwei Mal absolviert
- 6 Spieler in Gefechten wiederbelebt
- Den 50.000sten Feind massakriert (hat mir ein kleines Fenster links unten überraschend mitgeteilt)
- 100 Levels höher als heute morgen (jetzt auf 2730)
- Nur zwei Mal selber ins Gras gebissen
und
- in Summe 28 Stück Archenkraft erbeutet (genug um alle wesentlichen Waffen zu aktualisieren und noch Reserven zu haben)

Dummerweise sind meine Scrips jetzt verpulvert und somit ist vorerst Sense mit Offensive.
Denn ohne selbst herbeigeführte Archenfälle lassen sich die Lücken zwischen den "naturgegebenen" Grossereignissen nicht gewinnbringend füllen.
Da bleibt nur, zwischendrin den Kleinmist abzuarbeiten um wieder an Kohle zu kommen.
Eventuell noch 'ne Runde Lockboxen-Lotto zwischendurch, vielleicht hab ich ja zur Abwechslung wieder mal Glück!

Na gut!
Fahr ich eben 'ne Runde Strassensperren plätten.
Oder ein paar Raiders und 99ers abknallen.
Wird ohnehin wieder mal Zeit!
Die vergessen sonst noch ganz, dass es mich auch noch gibt!

Nachtrag Montag Mittag 12:51 MESZ:
Merke!
Uplink am Einschlagsort nicht in letzter Sekunde noch aktivieren!
Dann kommt nämlich keine Arche mehr!
FUUUUCK!!! :mad:

DeepThought
10-02-2017, 02:24 PM
Eine völlig unterschätzte Sache - Tag 50

Es ist einfach grandios, wie man teilweise mitten in ein katastrophales Debakel stolpert, ohne sich vorher viel dabei gedacht zu haben. Ging mir gerade bei einem eigentlich harmlosen Kleinen Dunkle-Materie-Archenfall so.
So unbeschreiblich vernichtend zusammengebügelt wurde ich seit Wochen nicht mehr.
Das war schon regelrecht amüsant, weil sich die Situation so völlig unerwartet zum kompletten Irrsinn auswuchs.
Das Ganze passierte in der Nähe der Seascape Farm, und zwar nahe genug, um ständig auch noch die verdammten Raiders im Nacken sitzen zu haben, sobald man etwas abgedrängt wurde.

Aber fangen wir von vorne an.
Beim Headlands Transit Depot machte ich den Archenfall auf der Karte aus, schwang mich aufs Quad und raste hin. Von einer T-förmigen Kreuzung donnerte ich über einen kleinen Hang geradeaus weiter, hob erwartungsgemäss ab und sprang mit dem Quad über einen Zaun, hinein in ein Feld und mitten in den Archenfall. Dort prallte mein Gefährt neben mir gegen den Kristall, explodierte und zerstörte mir sofort den Schutzschild.
Das fing ja schon recht vielversprechend an!

Ein anderer weiblicher Avatar war bereits im Gefecht und hatte offensichtlich schon eine der hektischeren Phasen ausgelöst, denn ich fand mich unmittelbar nach der Bruchlandung umringt von Feinden und aus allen Richtungen gleichzeitig unter Beschuss.
Es dauerte gerade mal etwa 15 Sekunden, bis ich das erste Mal zu Boden ging.
Und meine vorbildliche Mitspielerin kämpfte sich tapfer zu mir durch, um mir auf die Beine zu helfen.
Das war allerdings nur bedingt klug, denn bevor sie damit fertig war, klappte auch sie zusammen.
Also aktivierte ich die Selbstwiederbelebung und half stattdessen ihr hoch.

Wieder zurück im Kampf war mein dringendstes Anliegen, aus dem Zentrum heraus und an den Rand der Geschehens zu kommen. Es würde schon schlimm genug werden, die Feinde nur vor sich zu haben. Aber dummerweise wich ich genau in Richtung der Farm aus, weit genug, um plötzlich von hinten den Beschuss der Raiders auf mich zu ziehen.
Also wieder vorwärts, näher ran.
Aber das bewirkte leider, dass die Raiders die Verfolgung aufnahmen.

Ist man mit einem anderen Spieler allein in so einem Chaos sucht man instinktiv dessen Nähe.
So auch meine Leidensgenossin und ich.
Es beruhigt ungemein, wenn man einen möglichen Helfer an seiner Seite weiss.
Folglich landeten wir zu zweit in der Einkesselung durch Dunkle Materie und Raiders.
Und die Zeit, auf den Kristall zu schiessen, um ihn zu zerstören, fanden wir in dieser Hektik natürlich nicht.

Es sind immer diese Archenfälle, bei denen man dieses Teil in der Mitte zerstören soll, die so völlig ausser Kontrolle geraten. Denn das Geschehen eskaliert von Minute zu Minute immer mehr und die Chancen, dem ein Ende zu setzen, schwinden zusehends.
Wieder brauchte ich eine Reanimation, und kurz darauf auch meine Mitspielerin.
Permanent piepten mir die Schutzschilde ins Ohr, kaum war ich wieder auf den Beinen, schrammte ich schon wieder am Tod entlang.
Rennen, schiessen, Deckung suchen, weiterschiessen, Mitspielerin retten, von der Mitspielerin gerettet werden, weiterschiessen ...

Mein grösstes Problem war die unüberlegte Handlung, mit meinem Infanterie-Equipment in den Archenfall zu gehen, also StG und Schrotflinte. Eigentlich hätte ich einen eigenen Slot für die groben Nummern, mit Kanonier-MP und Druckluftgewehr.
Ich müsste also dringend den Loadout wechseln, aber daran war kaum zu denken.
Und aus dem Hexenkessel herauszuhasten und meine Kameradin allein zu lassen, verbot sich aus moralischen Gründen!
Irgendwie gelang es mir trotzdem, kurz hinter einem Archenteil Deckung zu suchen und den Wechsel einzuleiten.
Diese Zwangsfeuerpause meinerseits kostete aber meiner armen Mitspielerin erneut das Leben.
Und zwar sehr, sehr weit entfernt von mir nahe am Kern.
Verzweifelt kroch sie flackernd in meine Richtung, umringt von Massen an Dunkler Materie.
Keine Frage, ich musste sie da rausholen, koste es, was es wolle!

Also stürmte ich wüst um mich ballernd vor!
Die Kanonier-MP spuckte Feuer und Rauch, um mir eine Schneise zu schlagen. Wild entschlossen kämpfte ich mich zu ihr durch und mein Wagemut wurde mit Erfolg belohnt!
Gemeinsam setzten wir uns wieder in Richtung Rand ab, aber auf dem Weg zurück war wieder ich fällig.
Und wieder rettete sie mich unter höchstem Eigenrisiko vor der Extraktion!

Inzwischen trabten auch schon zwei Bollwerke auf dem Schlachtfeld herum.
Die Monitore waren ebenfalls schon recht zahlreich vetreten.
Es wurde immer chaotischer und hoffnungsloser.
Weitere Tode reihten sich in unsere Statistiken ein.
Dann kamen auch noch die Hellbugs dazu!
An diesem Punkt rechnete ich bereits fix damit, die Sache aufgeben zu müssen.
Wir würden das hier nicht mehr in den Griff kriegen, vielleicht sollten wir uns das eingestehen und uns aus dem Staub machen!

Die Rettung aber kam völlig überraschend doch noch!
Auf dem Dach eines nahen Gebäudes der Farm erschien plötzlich ein weiterer Spieler, der mit dem SSG loslegte.
Und noch zwei Mitstreiter erreichten kurz darauf das Gemetzel und warfen sich ebenso in die Schlacht.
Zu fünft gewannen wir endlich die Oberhand.
Aber selbst im Sieg erlitt ich noch eine finale Niederlage!
Als der Archenfall schlussendlich hochging, riss mich der unmittelbar vor mir explodierende Hellbug-Krieger noch ein letztes Mal mit ins Verderben.
Ich war schon so angeschlagen gewesen, dass mir das den Rest gab!

Noch am Boden liegend klappte das Missionsfenster auf.
Sieben Mal war ich draufgegangen!
Erstaunlicherweise bekam ich aber sogar ein Stück Archenkraft zusätzlich zu Keycodes und den anderen Belohnungen.
Der Game-Engine musste wohl Mitleid mit mir bekommen haben und teilte mir noch einen Trostpreis zu!

Als ich das Fenster wegklickte, kauerte sich gerade ein weiblicher Avatar neben meinen und startete die Wiederbelebung.
Zum siebenten Mal!

Ich glaube, ich habe eine wahre Freundin gefunden ...!

DeepThought
10-02-2017, 04:50 PM
Na also! - Tag 51

Halb zwei Uhr morgens.
Hinter mir liegen rund 15 Stunden Spielzeit.
Und zwar auf Teufel komm raus und immer auf der Jagd nach den Grossereignissen.
Wie viel ich wovon genau heute durchgezockt habe ... ich hab den Überblick verloren.
Schätzungsweise zwei Dutzend Archenfälle, davon etwa die Hälfte selbst vom Himmel geholt.
Diverse Volge-Schwärme und Überfälle zwecks Archenkraft, Dutzende Strassensperren und Kleinaktionen um an Scrips und Keycodes zu kommen.

Wenn man es echt drauf anlegt, dann geht's!
Die Bilanz kann sich sehen lassen!
Alle Waffen auf aktuellem Levelstand und immer noch 57 Stück Archenkraft auf Reserve.
Zudem schon wieder rund 50.000 Scrips für weitere Spike-Batterien.
Nachdem ich heute schon mehrmals völlig pleite war.

Da sammelt man aber wirklich jeden Müll auf, um ihn zu verkaufen.
Bloss nichts aufspalten, weil Archenverwertung sowieso im Übermass anfällt!
Drei Mal habe ich heute meine Keycodes auf das Maximum von 80 Stück aufgefüllt, davon dann jeweils 10 Rekruten-Lockboxen gekauft, alle Waffen wieder verschachert, nur um Archenkraft abzustauben.
Und jedes Mal hab ich dadurch je 20 Stück erwischt.
Die Scrips-Bilanz fällt dabei auch positiv aus.
Man bekommt mehr rein beim Wiederverkauf, als die Lockboxen gekostet haben.

Level 3000 erreiche ich heute Nacht allerdings nicht mehr.
Bin gerade über 2800 gekommen.
Dieses Ziel war zu hoch gesteckt.
Aber ansonsten ... ein voller Erfolg!

DeepThought
10-04-2017, 12:03 PM
Eine neue Strategie - Tag 52

Sagen wir mal offen, wie es ist: Man kann grundsätzlich an genug Archenkraft kommen, um auch höherwertige Waffen im violetten oder orangen Bereich VEREINZELT mitzunehmen auf der Levelleiter. Aber der permanente Leistungsdruck, den das aufwirft, steht in keiner Relation mehr zum erzielten Effekt. Was man da Zeit und Arbeitsaufwand in das Game pumpen muss, ist abartig. Und so viel mehr ausrichten kann man mit diesen Kanonen dann auch wieder nicht.
Entsprechend hab ich meine Strategie von Grund auf neu überdacht.

Meinen orangen Herrscher des Universums hab ich eingemottet und lasse ihn jetzt mal einfach im Inventar liegen, bis ich Level 6k erreicht habe. Dann sehe ich mir mal an, ob und wie ich ihn hochleveln kann.
Ersetzt wurde er durch eine von zwei hellblauen Waffen in meiner Sammlung, einer Ex Inanis Kanonier-MPi.
Nicht ganz so effektiv, aber gut genug!

Die zweite hellblaue Waffe, die ich mitziehe, ist mein Schwert.
Und einen hellblauen Schild hab ich noch.
Alles Andere habe ich auf grün und weiss umgestellt.
Und: ich habe auf 12 verschiedene Waffen reduziert.
Zwei für jeden Loadout und zwei sehr selten benutzte zum Wechseln für besondere Situationen.
Alles Andere, was ich so erbeute, wird in Zukunft verkauft.

Grün für die häufiger eingesetzten Waffen wie StG, MP, Pistole und Disruptor.
Weiss für die selten verwendeten, wie SAW, Massenkanone und SSG.
Dafür statte ich diese Waffen jetzt schrittweise mit hellblauen Mods aus, was ihre Effektivität spürbar anhebt, ohne jedoch den Kostenaufwand an Archenkraft zu erhöhen.
Das dauert jetzt seine Zeit und geht nochmal ordentlich in die Scrips, weil jede einzelne Mod 10.000 kostet.
Aber wenn sie mal alle montiert sind, war's das.
Danach muss ich nur noch pro 100 Levels rund 20 Stück Archenkraft ergattern, um ALLE Waffen und den Schild mitziehen zu können.
Was auch den Vorteil hat, endlich mal das gesamte Arsenal auf volle Beherrschung zu bringen und zu halten.
Denn viele der Beherrschungs-Effekte sind richtig nützlich, was man aber nie herausfindet, wenn man die Knarren wechselt wie die Socken.

Die letzten 300 Levels etwa habe ich festgestellt, dass es auf die Art möglich ist, das Waffenarsenal mitzuziehen, ohne rund um die Uhr nur noch nach Archenkraft zu hasten. Denn das nervt auf Dauer gewaltig, wenn man nur noch von Archenfall zu Belagerung und weiter zum nächsten Überfall hetzt. Ich möchte auch die Zeit haben, mal gemächlich durch das Land zu schlendern und Sachen zu machen, die wenig gewinnbringend, dafür aber unterhaltsam sind.

Was die Wirksamkeit der grünen und weissen Waffen betrifft: Absolut ausreichend!
Man kommt recht passabel durch und wenn man in den heiklen Situationen, wo die Levelanzeige auf 4750 oder gar 5000 hochschnellt, etwas vorsichtiger wird, überlebt man auch diese kritischen Gefechtslagen ganz gut.

Übrigens: EGO-Level 2999 gerade erreicht!
Die wollen mich doch verarschen, oder?

DeepThought
10-04-2017, 08:42 PM
Die Nacht der 99 Probleme - Tag 53

Wenn man unter der Woche zu schlaftrunkener Uhrzeit durch Paradise tingelt, gehört einem die Welt fast monopolistisch.
Einzig die grossen Ereignisse ziehen ein paar Schlafgestörte an, wie das Licht die Motten.
Aber wenn man sich in einer Donnerstag Nacht um halb vier Uhr früh zu einem Grossen Archenfall versammelt, kann man schon von "Gedränge" sprechen, wenn fünf oder sechs Leutchens zusammenfinden.
In dieser nahezu familiären Atmosphäre ist auch das Risiko, von einem 6000er quer durch die Hölle gejagt zu werden, deutlich vermindert.
Insofern hab ich mich mal die halbe Nacht lang an die ansonsten unlösbaren 99 Probleme herangewagt.
Ich will gleich vorausschicken: Sogar, wenn ich selbst der Levelhöchste vor Ort bin, bleibt das Geschehen haarig bis risikobehaftet.

Am meisten ziehen mir diese komischen Feuer- und Blitzspuckviecher den Nerv, ... und das nicht nur wegen dem erbärmlichen Geräusch ihrer anfliegenden Geschosse. Jeder Versuch, die Biester auszuschalten, bevor sie damit anfangen können, einem ihre Spuck-Fontänen um die Ohren zu hauen, ersäuft hoffnungslos in der quantitativen Überlegenheit. Denn während man eines von den Biestern nach Walhalla pustet, rücken schon zwei neue nach. Die logische Konsequenz ist, dass man ständig vom Zentrum des Geschehens abgedrängt und im Rückwärts-Galopp durch das umliegende Gemüse gejagt wird. Hat man dann die Verfolger ein paar Dutzend Meter weiter weg endlich alle pulverisiert, kann man sich wieder an das eigentliche Schlachtfeld heranarbeiten. Nur um sich eine Minute später schon wieder in wilden Fluchtbewegungen davon zu entfernen.
Etwas amüsiert - und erleichtert - nahm ich zur Kenntnis, dass es auch allen anderen Spielern so ergeht.
Die paar Männchen, die sich zum gemeinsamen Gemetzel versammelt hatten, wurden der Reihe nach von den wilden Horden an 99ers und Cyborgs in weitem Umkreis zerstreut. Nur wenn man zufällig mit einem anderen Zocker gemeinsam in die selbe Richtung gehetzt wurde, konnte sich soetwas wie Zusammenarbeit einstellen.

Ich bin ja ein erklärter Gegner des Einsatzes von Massenkanonen.
Erstens, weil ich es unsportlich finde, solche flächenwirksamen Blindlings-Haudrauf-Waffen in einem Shooter einzusetzen und zweitens, weil es jedem Spieler, der das Pech hat, in den Wirkkreis dieser Geschosse zu glotzen, komplett die Sicht und damit die Möglichkeit zum gezielten Schuss raubt.
Aber bei den momentan laufenden 99er-Archenfällen wusste heute Nacht selbst ich mir nicht mehr anders zu helfen, als das verrostete Ding vom Abstellgleis in meinem Inventar zu schieben und in einem Loadout-Slot gemeinsam mit der Kanonier-MPi zu parken.
Insbesondere das Finale des einen Grossen Archenfalles wäre anders unmöglich zu absolvieren gewesen.

Abgenippelt ist mein Ava-Mädchen trotzdem satte vier Mal und zum Schluss bekam ich als Zweitplatzierter nicht mal ein lausiges Klümpchen Archenkraft für all die Mühe.
Die 99 Probleme können mich also den Rest ihrer Tage mal kreuzweise und spiralförmig!
Da wickel ich lieber abseits des Publikums-Soges, den diese Ereignisse bewirken, im Alleingang ein paar Hellbugs um die Archentrümmer oder stanze die Dunkle Materie fachkundig in den Terraforming-Wüstensand.
Da hab ich dann nämlich den Vorteil, dass ich die Belohnung alleine kassieren kann, während sich alle Anderen systematisch zu Archenjäger-Mus verarbeiten lassen von den Cyborgs.
Oder ich zupfe mir ungestört einen Gulanier aus dem Erdorbit, um ihm dann ganz intim unter vier Augen den Saft abzudrehen.
Auf die Art bekomme ich nämlich meine 4 Stück Archenkraft fix!

Insofern find ich diese 99 Probleme gar nicht so übel.
Man muss ihnen nur konsequent aus dem Weg gehen ...

DeepThought
10-05-2017, 01:50 AM
Wie man einen ganz privaten Archenfall erntet - Tag 53

10.000 Scrips garantiert in 4 Stück Archenkraft umzuwandeln ist eine eigene Wissenschaft!
Ich habe sie in den letzten Tagen regelrecht perfektioniert und bin nun bereit, meine bahnbrechenden Erkenntnisse mit der Weltöffentlichkeit zu teilen!

Die hohe Kunst der Archenfall-Ernte ist im Grunde mit der Psyche des durchschnittlichen Archenjägers verwoben. Erst eine genaue Charakteranalyse des zahlenstärksten Typus an Spielern in Defiance erlaubt die perfektionierte Reaktion auf dessen voraussichtliche Verhaltensweisen.
Dafür ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, dass der repräsentative Archenjäger von zwei wesentlichen Eigenschaften geprägt ist: Gier und Ungeduld!

Diese - wenig schmeichelhafte - Erkenntnis leitet sich aus der Beobachtung ab, dass er möglichst schnell möglichst viele Ressourcen ergattern möchte.

Seine Entscheidungen, wann er sich wohin genau bewegt, hängen also von der grundsätzlichen Frage ab, wie rasch und einfach er dorthin gelangen kann und wieviel an voraussichtlichem Ertrag ihm dieses Unterfangen einbringen wird.
Daraus wiederum leitet sich ab, dass der archetypische Defiance-Zocker stets eine Einkommensquelle vorziehen und ansteuern wird, die sich nahe an einem Schnellreisepunkt befindet und von dort aus möglichst unkompliziert mittels schnellem Fahrzeug erreicht werden kann.
Zudem sollte diese Einkommensquelle einen grösstmöglichen Ertrag abwerfen.
Ein weiterer Faktor ist die Seltenheit der Ressourcenquelle.
Alltägliche Vorkommnisse werden in der Prioritätenfolge stets hinter aussergewöhnlichen gereiht.

Stellt man sich nun die Frage, wann und wo man einen selbstgemachten Archenfall einleiten kann, um ihn mit grösstmöglicher Wahrscheinlichkeit für sich alleine zu haben, muss man nur folgende Dinge beachten:

- Der Zeitpunkt sollte so gewählt sein, dass nur wenige Spieler im Game anwesend sind. Spät nachts an Werktagen, zur Zeit von Mittagessen, Fussballspielen oder Formel 1-Rennen im Fernsehen oder einfach extrem früh am Sonntag morgen. Je weniger Spieler online sind, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass kein Anderer sich auf den Weg zu meinem privaten Archenbruch macht.

- Der Einschlagsort sollte möglichst weit entfernt vom nächsten Schnellreisepunkt liegen, sich nicht in der Nähe eines täglichen oder wöchentlichen Vertragsgebietes befinden (weil das naturgemäss überdurchschnittlich mehr Spieler anlockt, als jede andere Mission auf der Karte) und nicht in der Nähe eines gerade laufenden anderen grösseren Events sein (Überfall, Archenfall oder Belagerung), weil nach dessen Beendigung andere Spieler auf die - meinen Zwecken sehr abträgliche - Idee kommen könnten, noch schnell zu meinem privaten Archenfall zu kommen, weil sie ja schon in der Gegend sind.

- Trotzdem ist es gut, ein gerade laufendes Ereignis als Publikumsmagnet zu nutzen, in dessen Windschatten man seinen eigenen Archenfall vom Himmel holt. Je mehr Leute woanders beschäftigt sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass einer vorbeikommt, um meinen privaten Archenfall zu sabotieren. Das laufende Windschatten-Ereignis sollte jedoch geographisch relativ weit entfernt liegen, um die Anreise zeitaufwendig und damit unattraktiv zu gestalten.

- Unwegsames Gelände, das es schwieriger macht, mit einem Fahrzeug ungehindert dorthin zu rasen, ist der Nähe von asphaltierten Strassen stets vorzuziehen. Der durchschnittliche Archenjäger bevorzugt bei seinen Reisen die Höchstgeschwindigkeit, welche sich in hügeligem, verwinkelten Terrain kaum erreichen lässt.

Hat man diese einfachen Faustregeln lückenlos beachtet, steht dem Erfolg praktich nur noch der Zufall im Weg.
Es kann natürlich immer blöd hergehen und es befindet sich gerade der eine oder andere Spieler trotzdem in der Nähe. Allerdings hat das wiederum auch einen positiven Nebeneffekt: Die High Levels streunen nicht mehr unkoordiniert im Gemüse herum und bewegen sich in der Regel eher zwischen den Schnellreisepunkten und den grösseren Ereignissen. Folglich sind die Leute, die einem immer wieder mal zufällig trotzdem in den privaten Archenfall stolpern in der Regel irgendwelche niedrig-levelige Würstchen, die noch keine Peilung haben, was in Defiance wirklich abgeht.
Und als frischgebackenem 3000er stehlen mir solche Newbies kaum genug Punkte in der Schlacht um die Arche, um mir meine sehnsüchtig erhoffte Archenkraft wirkungsvoll abspenstig machen zu können.

So also erntet man in seinem ganz privaten Archenfall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 4 Stück Archenkraft!

Aber lasst Euch eines gesagt sein:
Wenn ich in nächster Zeit an meinen bevorzugten Einschlagsorten erkennbar mehr deutschsprachige Spieler antreffe, als vor diesem Offenbarungseid, dann schmolle ich aber!
Nur damit Ihr's wisst!

DeepThought
10-05-2017, 04:34 AM
Anleitung für erfolgreich erfolglose Expeditionen - Tag 53

Expeditionen sind echte Schwerstarbeit.
Aufgrund der Tatsache, dass man bei erfolgreichem Abschluss ein erkleckliches Sümmchen Archenkraft einheimsen kann, sass ich nach meinen ersten geglückten Horortrips durch die Hellbug-Korridore der fatalen Fehleinschätzung auf, diese Veranstaltungen als Quelle für eben jene rare Ressource benutzen zu können.
Die jeweiligen Endgegner in den brutalen Unterwelt-Intermezzos haben mir diese dumme Idee aber recht schnell wieder ausgeredet.

Dadurch aber drängte sich mir erst die wirklich naheliegende Erklärung für den Existenzzweck dieser unterirdischen Schlachtfeste auf: Rasend schnell verdammt viele Scrips einzustreifen!

Und das geht so:

Man begibt sich nach Alcatraz, erklimmt das dort vor Anker liegende Boot, aktiviert den dort stationierten Activator, wählt eine Hellbug-Hatz und lässt sich in die Hölle versetzen.
Dort angekommen nimmt man den Kampf gegen die Käfer auf und verhält sich vorsichtig genug, um maximal einmal zu versterben. Da man da drin im Regelfall alleine auftaucht, sind die notwendigen Kampfhandlungen kaum heftiger, als in einem grossen Archenfall neben ein paar 6k-lern zu überleben!
Also durchaus zu bewältigen!
Schon nach wenigen Minuten erreicht man eine, manchmal auch zwei verriegelte Kammern, in denen sich goldene Hellbug-Jäger tummeln.

Diese weisen gleich mehrere unverkennbare Vorteile gegenüber ihren Artgenossen auf:

1. Sie sehen hübscher aus.
2. Sie sind allein.
3. Sie wehren sich nicht, sondern rennen nur ein wenig herum.
4. Während man sie ziemlich hindernisfrei mit Blei vollpumpt, scheiden sie in ihrer Todesangst ganze Berge von mehr oder minder nützlichen, zumindest aber recht kostspieligen Utensilien aus.

Letztere braucht man nur noch einzusammeln, nachdem man das Goldene Hellbug-Kalb zu Tode gemolken hat. Schilde, Waffen, Mods, alles dem aktuellen EGO-Level angepasst und somit teilweise auch äusserst nützlich. Bei meinem Level sind das momentan hauptsächlich hellblaue, vereinzelt auch violette Gegenstände.

Dann wendet man sich wieder zum Gehen, biegt um die nächste Ecke, konsultiert den Hellbug-Schützen seines Vertrauens und lässt sich von ihm widerstandslos in die Horizontale befördern.
Wahlweise kann man sich auch mit ein paar Granaten oder einem Schuss mit der Massenkanone an die Wand vor sich selber das Licht ausblasen.
Das ist dann mehr oder minder Geschmackssache!

Nun braucht man nur noch zu extrahieren und landet praktischerweise direkt neben der grössten Ansammlung an Händlern, die sich im ganzen Spiel finden lässt.
Man muss nur noch die Beute durchsortieren und alles verkaufen, was man nicht selber benötigt.
Der Ertrag einer solchen Selbstmordaktion beläuft sich bei meinem aktuellen Level von etwas über 3000 im Schnitt auf eine Summe zwischen 5.000 und 10.000 Scrips.
Und das in kaum mehr als zehn Minuten!
Auch sonst droppen in den Kämpfen nicht wenige Loots, die in Summe auch einiges in die Kasse spülen. Und man bekommt sogar Keycodes für die abgebrochene Veranstaltung!
In meinem Fall sind es derzeit jeweils zwei Stück!

Der Clou daran: Dadurch, dass man die Expedition nicht zu Ende bringt, kann man immer wieder in die selbe Runde einsteigen, ohne befürchten zu müssen, dass der Schwierigkeitsgrad ansteigt und man sich vielleicht nicht mehr bis zum begehrten Goldkäferchen durchkämpfen könnte.

100.000 Scrips gefällig?
Nimm Dir 'ne Stunde Zeit, wir sehen uns in Alcatraz!

Subaru Natsuki
10-06-2017, 04:57 AM
Boah bist echt weit. Bin gestern gerade mal mit Sausalito fertig geworden. Für die komplette Erkundung gabs nen schicken Skin. Allerdings werd ich wohl lieber bei meinem Bergarbeiter-Skin bleiben (sieht man meine Muskeln so schön **hüst** **hüst**)

Werd mich jetzt an die Erkundung von Frisco machen.

mfg
MB

DeepThought
10-06-2017, 06:32 AM
Ich hab ja auch nix Besseres zu tun.
Bin derzeit froh, dass ich das Game hab, das mich so aus der Realität fischt.
Ich mag es.
Ich liebe den Sound der Schüsse in den Kopfhörern!
Ich geniesse die wirren Träume, die es mir induziert.

DeepThought
10-06-2017, 06:34 AM
Wut - Tag 54

Ich bin selbst Game-Modder.
Ich weiss, wie man ein Spiel konstruiert.
Ich habe in jahrelanger Fitzelarbeit seit 2006 ein komplettes Overhaul für "Elder Scrolls IV - Oblivion" gebaut, seit 2012 an "Morroblivion" mitgebaut, seit 2009 an "Fallout 3" und auf dem Cry Engine basierend habe ich Mods für Far Cry 1, 2 & 3 sowie für Crysis 3 gebastelt.
Ich hab hunderte Stunden hinter mir, in denen ich nur getüftelt habe, wie man ein Spiel so aufbaut, dass es grösstmöglichen Spielspass erzeugt!
Ich weiss DEFINITIV, was dieser Game-Engine kann und was nicht.
Und ich weiss DEFINITIV, dass so eine gequirlte Scheisse, wie die Level-Differenz-Problematik, die in Defiance eingebaut wurde, für'n Arsch ist.
Sowas machen nur Leute, die nicht mitdenken bei der Arbeit und die selber das Game nicht ausreichend durchtesten.

Es ist absolut unnötig, die Gegner-Schwierigkeit an die höchsten gegenwärtigen Level-Spieler anzugleichen. Man kann stattdessen die High-Levels runterziehen und sowohl ihr Waffenniveau als auch ihre Lebensenergie an die niedrigst vorhandene Levelstufe anpassen.
Das wäre fair und würde die Low-Levels nicht vollständig ausschliessen.

Jetzt aber sieht die Sache so aus:
Sobald auch nur ein 6000er auftaucht, wird es problematisch. Man richtet mit den eigenen Waffen nahezu nichts mehr aus, macht kaum noch Punkte, kassiert folglich keinen Loot mehr und hat die ganze Zeit und Energie in nichts gesteckt.

Kommen zwei oder drei 6000er dazu, kann man die Sache sofort abbrechen.
Es wird rein gar nichts mehr bringen, weiterzumachen.
Ich war gerade in einem Archenfall, den ich für sauer verdiente 10.000 Scrips selbst zu Boden geholt habe.
Und als 3000er war ich der Situation ausgesetzt, mit vier 6000ern gleichzeitig am selben Ort aktiv zu sein.
Da kann ich - verzeiht mir bitte die derbe Ausdrucksweise - scheissen gehen.

Ein einziger Gegner kostet mich soviel Zeit und Munition, dass währenddessen von nur einem anwesenden 6000er fünf Feinde platt gemacht werden.
Und das mal vier!!
Bedeutet: Mir bleibt rein gar nichts übrig!
Während ich einen Gegner töte, machen die anderen Spieler fünfzehn bis zwanzig platt.
Am Ende heisst das: Ich hab 10.000 Scrips investiert, um absolut nichts dafür zu bekommen.

Ich bin nicht mal mehr reingegangen.
Wozu auch?
Nur damit mich der erstbeste Volge-Bomber in Grund und Boden stanzt, ohne dass ich mich ernsthaft wehren könnte?

Das ginge auch ganz anders.
Ein Script mit fünf Code-Zeilen, und schon "gehört" der Archenfall Demjenigen, der ihn am Einschlagsort ausgelöst hat.
Ein weiteres Script mit fünf bis zehn Zeilen und dann haben alle Waffen vor Ort zumindest ungefähr die selbe Wirkung.
Man kann mit ein paar Wörtern in einem Script absolute Chancengleichheit herstellen.
Vorausgesetzt, man weiss, was man da macht und hat den Willen dazu.

So aber läuft sich die ganze Sache nur auf Eines hinaus: Low-Levels werden komplett verarscht!
Und der Spieler fühlt sich dazu gezwungen, so schnell wie möglich so hoch wie möglich zu leveln.
Mit dem Ergebnis, dass er als weiterer 6k-ler den Neuen im Spiel jede Chance raubt, sobald er nur in der Nähe des Geschehens auftaucht.
Also erst wieder nicht wirklich bewegungsfrei ist.
Wenn er denn sowas wie Moral und Mitgefühl mitbringt und nicht auf alle Anderen pfeifft!
Mal ehrlich: Ich will einem Neueinsteiger nicht den Tag versauen, nur weil ich gerade dort auftauche, wo er gerade versucht, eine Aufgabe zu bewältigen.
Aber wenn ich demnächst mal auf 6000 bin, verursache ich genau DAS!
Was also heisst, ich kann mich eigentlich nur noch in Silicon Valley ohne schlechtes Gewissen rumprügeln.

Das ist die Arbeit von vollständig Gehirnamputierten.
Gute Game-Designer arbeiten ganz anders.

Mann, hab ich eine Wut im Bauch!
Nur Idioten ringsum.
Echt jetzt!
Das geht so nicht!

DeepThought
10-06-2017, 04:52 PM
Funktioniert! - Tag 55

Letzthin hab ich ja mein neues System vorgestellt, fast nur noch weisse und grüne Waffen zu verwenden, damit das Hochleveln finanzierbar wird.
Erste Zwischenbilanz: Das Konzept geht voll auf!

Ich hab momentan alle Waffen maximal 99 Levels unter meinen aktuellen EGO-Niveau, kontrolliere nach jedem Levelaufstieg im Inventar, was ich nachziehen kann, mache das sofort und hab trotzdem binnen zwei Tagen einen Archenkraft-Überhang von 82 Stück erwirtschaftet.
Das ist ein ziemlich sicherer Polster mit dem Potential zur weiteren Steigerung.

Was die Wirksamkeit der Bewaffnung betrifft: Solange ich mit Gegnern konfrontiert bin, die meinem Level entsprechend spawnen, bin ich absolut Herr der Lage.
Und auch darüber hinaus habe ich reale Chancen, solange ich nicht der einzige Nicht-6k-ler vor Ort bin.
Ich kann Gulanier-Archenbrüche ohne Tod aufmischen, ich kann mich an grossen Ereignissen beteiligen, ohne zwangsläufig abzukratzen und schaffe es sogar meistens, unter die besten 5 bis 10 zu kommen.

Durch die hellblauen Modifikationen und die vollständige Beherrschung der Waffen ergeben sich recht gute Kampfwert-Steigerungen. Und man erlernt wirklich, die Dinger effektiv zu handhaben. Denn so die eine oder andere Eigenart hat jede Knarre.
Dadurch, dass ich sie jetzt beständig im Arsenal habe und viele Stunden damit verbringe, sie zu benutzen, spielt sich eine viel bessere Routine ein, als wenn ich dauernd gegen aktuellere Waffen tauschen muss.
Man lernt, wirklich gut damit umzugehen!

Durch die Expeditionen - die ich ja bekanntlich nur zur Bereicherung mit Ausrüstung und Scrips missbrauche und konsequent nicht fertigspiele - habe ich eine ganze Menge an hellblauen Mods für meine Waffen aufgegabelt, was mir Unmengen an Scrips erspart hat. Und aktuell ausreichend wirksame Schilde kriege ich auf die Art auch immer, sodass ich mir pro 100 Levels 4 Stück Archenkraft zum Hochziehen dieses speziellen Utensils erspare.
Ich ersetze ein veraltetes Schild einfach durch eine neue Version.

Exakt berechnet benötige ich derzeit 28 Stück Archenkraft auf 100 EGO-Levels, um damit zehn Standard-Waffen, zwei Luxus-Knarren, die ich nicht wirklich brauchen würde und zwei nur zum Austesten und Herumexperimentieren mitzuziehen.
Im Grunde besteht da also noch Rationalisierungsreserve, falls es mal enger werden sollte.

Reinkriegen tue ich pro 100 Levels derzeit zwischen 30 und 35 Stück Archenkraft, lediglich durch Arbeit, ohne jetzt nur noch hinter dieser Ressource herjagen zu müssen. Also selbst wenn ich im Lockboxen-Lotto mal keine 20 Stück aus einer Rekruten-Box zusätzlich erwische, mache ich zumindest etwas mehr als glatte Kasse und verliere sicher nicht an Vorsprung.

Aus den Rekruten-Lockboxen gabelt man übrigens auch immer wieder mal sehr brauchbare Waffen auf.
Selten zwar, aber doch!
Und wenn man den Rest einfach verkauft, macht man im Schnitt zumindest nur sehr wenig Scrip-Verlust im maximal dreistelligen Bereich.

Fazit: Das ganze Konzept funktionert!
Zur Nachahmung also wärmstens empfohlen!

DeepThought
10-06-2017, 10:57 PM
Der unsterbliche Zwerg - Tag 55

Schon länger begegnet mir manchmal ein Phänomen, das ich "Waffenspezifische Immunität" nenne.
Es bedeutet, dass mitten in einem Feuergefecht plötzlich einer der Gegner von der Waffe, mit der man gerade feuert, absolut keinen Schaden nimmt, sondern die Geschosse durch ihn hindurchgehen, als wäre es ein Verbündeter oder ein anderer Spieler. Wechselt man dann schnell auf die zweite Kanone im Loadout kann man ihn ganz normal abknallen.
Mit der ersten aber geht das nicht.
Warum auch immer.
Vorwiegend beobachte ich das bei Hellbug-Jägern und Raider-Blitzern.
Sehr vereinzelt manchmal bei Mutanten-Gewehrschützen.
Was mir aber gerade in der Ridgecrest-Mine passiert ist, war mir völlig neu.
Ich bin einem unsterblichen Zwerg begegnet.

Momentan bin ich viel damit beschäftigt, meine restlichen Waffen auf maximale Beherrschung hochzuschiesssen, im Augenblick eine VBI TACC Angriffswaffe und eine VBI HP-5 Wolverine. Zu diesem Zweck greife ich der Reihe nach die kleinen Aktionen wieder auf, bei denen man Minen, Industrieanlagen, Farmen oder Camps überfällt, ein bisschen Loot abstaubt und zwei, drei Keycodes bekommt. So auch heute morgen in der Ridgecrest-Mine, wo man Raiders und Hellbugs plattwalzen muss.
Mitten im finalen Gefecht, wo Käfer und Raiders kreuz und quer durcheinanderhasten, nahm ich vom Gebäudedach aus die Feinde mit der VBI TACC einzeln ins Visier. Die meisten brauchen derzeit nur eine Burst-Salve, um einzuknicken.
Grössere Jungs natürlich etwas mehr.
Die Schild-und-Schrotflinten-Gnome muss ich ebenfalls mehrmals beschiessen, wenn ich sie frontal unter Feuer nehme, weil die ersten zwei bis drei Salven notwendig sind, um ihnen den Schild vor dem Körper zur Seite zu schlagen. Je nachdem wie weit entfernt ich bin, kann auch auf grosse Distanzen eine vierte Salve notwendig sein, bis sie die Deckung öffnen.

Der Knabe, der mir da unterkam, wanderte gegen Hellbugs kämpfend vom hinteren Tor in meine Richtung.
Mehrmals presste ich ihm eine Dreier-Salve in den Schild, etwa sechs bis sieben Mal, aber er zeigte keine Reaktion. Da noch genug anderes Gesocks unterwegs war, liess ich den Gnom vorläufig Gnom sein und machte mit ein paar anderen Feinden weiter.
Als ich erneut auf ihn schoss, wiederholte sich der Vorgang jedoch.
Er wurde definitv getroffen, die Einschläge im Schild klackten metallisch, er nahm aber weder Gesundheitsschaden, noch den Schild zur Seite.
Wieder killte ich stattdessen andere Gegner, inzwischen jedoch schon etwas irritiert ob der erstaunlichen Resistenz dieses Raiders.
Das ganze Schauspiel wiederholte sich noch weitere zwei Mal: Ein paar Salven in den Schild, kein erkennbarer Effekt, andere Ziele abschiessen.
Bis zuletzt nur noch er und ich übrig waren.

Jetzt sprang ich vom Dach und bewegte mich frontal auf ihn zu.
Acht Salven jagte ich ihm in die Deckung!
Keine Reaktion, kein Schaden!
Also wechselte ich auf die Pistole und pumpte ihm zwei komplette Magazine rein.
Er nahm das ungerührt zur Kenntnis und wandelte weiter auf mich zu, bis er nahe genug war, um seine Schrotflinte abzufeuern.
Also gut, Du Giftzwerg!
Dann eben auf die harte Tour!

Ich lief ein Stück vor ihm davon, wechselte den Loadout und zog die Kanonier-MPi.
Und jetzt pumpte ich ihm alle 50 Schuss Explosivmunition erst in den Schild, bis er nach etwa der Hälfte des Magazins die Deckung öffnete und volle Körpertreffer kassierte.
Jedoch: Er nahm keinerlei Gesundheitsschaden!
Null!
Nüsse!
Auch drei weitere Magazine voll schluckte er kommentarlos.

Um es kurz zu machen: Ich hab einige Minuten lang JEDE Waffe in meinem Inventar an ihm ausprobiert, ... völlig umsonst.
Auch das Schwert brachte ihn nur zum taumeln, verletzte ihn aber nicht.
Und da die Mission erst abgeschlossen ist, wenn alle gespawnten Gegner tot sind, konnte ich die Sache somit vergessen.
Ich musste mich aus der Mine zurückziehen und nochmals hinkommen.
Nachdem die Mission wieder auf Ausgangsstellung gespawnt war, klappte der zweite Anlauf.
Der unsterbliche Zwerg tauchte nicht mehr auf.

Wenigstens ist mir das nicht in einem selbstgemachten Gulanier-Archenbruch passiert.
Denn wenn ich wegen sowas am Ende meine heiss ersehnte Archenkraft nicht kriege, werde ich echt sauer!

DeepThought
10-07-2017, 07:00 AM
Ein affengeiler Nachmittag - Tag 55

Seit gestern bin ich mit 'nem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule krankgeschrieben und hab jetzt massig Zeit zum Zocken.
Was sollte ich auch sonst gross machen in meinem Zustand?
Meine Mitbewohnerin ist übers Wochenende weggefahren und damit hab ich sturmfrei ... soll heissen: Sieben Lautsprecher-Boxen tauchen den gesamten Raum in den dröhnenden Sound von Defiance.
Niemand da, den es stören würde, wenn es ununterbrochen tackert und hämmert von den Schüssen!
Als Hintergrundmusik läuft heute der "Battlefield 4" - Soundtrack!
Gröbste Mucke, die passt wie die Faust aufs Auge!
Kann ich nur wärmstens empfehlen!

Der Nachmittag hat schon so dermassen geil begonnen.
Bei einer Expedition landete ich mit einer anderen Spielerin im Dungeon, die nur knappe 70 EGO-Level unter mir lag. Da man automatisch in eine Gruppe kommt, blieben wir noch drei weitere Expeditionen zusammen, weil wir beim ersten Versuch schon grandios zusammengearbeitet haben.

Sie mit Sniper und LMG, ich mit Kanonier-MPi und ... ACHTUNG! ... Massenkanone!!
Ja, da drin hab ich meinen Frieden mit dem Ding gemacht!

Da ich das Gerät mit einem Zielfernrohr versehen hab, feuerte ich auf grösstmögliche Distanz schon in die Hellbug-Menge, sie mit der Sniper vorwiegend auf die Schützen.
War mehr so "Missile-Sniping", was ich da betrieb!
Was näher kam, wurde Opfer der Kanonier-MPi und was mir für die eigenen Explosionen letztendlich zu sehr auf die Pelle rückte, pustete meine Kameradin mit dem LMG weg.
Traumhaftes Teamwork mit dem Mädel!
Schade, dass sie nachher keine Zeit mehr hatte. Das hätte ich den ganzen Tag so machen können mit ihr.
Wir haben extrem abgesahnt da drin, sodass ich um knappe 100K Scrips reicher und mit fast 20 Stück Archenkraft mehr in der Tasche wieder rauskam.

Danach ging es zu einem Grossen Archenfall der Dunklen Materie.
Und das Finale liebe ich sowieso.
Der Kampf gegen den Monolithen ist einer der absoluten Höhepunkte im Game.
Spektakulärer geht es kaum noch!

Aber was da heute abging, entzieht sich jeder Beschreibung.
Nur so viel: Die Luftlandetrupps der Dunklen Materie, die aus den Shuttles abspringen, kamen in vielen Fällen schon tot am Boden an!
Das muss man erstmal hinkriegen!
Sagenhaft gute Schützen vor Ort!
Dazwischen wieder ein Sanitäts-Notfall mit einem Dutzend wiederzubelebenden Spielern, nachdem der Monolith einen satten Volltreffer nach dem anderen in die Menge getrommelt hatte.
Und obwohl ich vier Mal abgekratzt war und nur mit der blauen Kanonier-MPi schoss, machte ich tatsächlich den zweiten Platz unter 26 Spielern!

6 Stück Archenkraft auf einen Schlag!
Bin echt zufrieden mit dem Ergebnis!
Hätte nicht gedacht, dass ich da so gut abschneiden könnte!
Waren ja nicht wenige 6k-ler vor Ort.
Allerdings hatte ich auch viel Glück heute und war fast immer genau da, wo die Feinde auftauchten.
Hab's auf 124 Abschüsse gebracht.
Gegen die Dunkle Materie war das mein persönlicher Rekord bisher!

Was für ein affengeiler Nachmittag also heute!
Auf Nahrung hab ich mal wieder völlig vergessen dabei.
Egal!
Kaffee tut's auch!

DeepThought
10-08-2017, 02:43 AM
Horrortrip - Tag 56

https://www.youtube.com/watch?v=-uEc8_dcYUc

Na gut.
Okay.
Munition?
Vollständig.
Stims?
10 Stück.
Waffen?
Beide durchgeladen!
Dann los!

Langsam tickert die Eieruhr ab, sobald der Kreis geschlossen ist ... rennen.
Nicht vorwärts!
Nach hinten!
Abstand zum Gegner gewinnen.

Hinten an der Wand, umdrehen, was tut sich?
Zwei mal Flatterviecher, irgendwas bewegt sich am Boden, Massenkanone, visieren, FEUER!
WUMM!
WUMM!
Nachladen, nachladen, nachladen!
Ein Hellbug-Schütze in Fetzen, der zweite ist weiter hinten.
Wieder visieren!
Halt sauber drauf, ganz sauber! ZIEL GENAU! Du musst treffen!
WUMM!
WUMM!
Beide Raketen ins Ziel, Funkenregen, DER FLATTERT NOCH!
Oh Scheisse!
"Pestbringer-Artillerist"!
Mann, echt jetzt? Doch nicht gleich hinter der Tür!
NACHLADEN!!
WUMM!
WUMM!
Der schiesst zurück, er schiesst auf mich!
Ausweichen! Weg, weg, weg, irgendwo zur Seite, nachladen fertig!
ZIELEN! ZIELEN! FEUER!!!
WUMM!
Der ist schon zu nahe, Waffenwechsel, volles Rohr!
Kanonier-MPi spuckt ins Ziel, das reicht nicht, das ist zu wenig, .... ÜBERLADUNG!!
Das reicht noch immer nicht, verdammt nochmal!
Herrgott, Magazin leer! Und das Scheissvieh hat noch immer nicht genug!
Drei Schuss mehr und er wäre am Boden gewesen!
Renn, renn, RENN! Bloss nicht stehenbleiben!
Mehr Bewegung im Augenwinkel, am Boden kommt was .... Krieger, mindestens zwei.
Bring endlich den Flattermann ins Grab, Herrgott nochmal!
Nachladen fertig, nur eine Salve noch ins Ziel ... hat gesessen.
Problem gelöst!
Und gleich wieder voll draufhalten, die Krieger kommen näher.
Überladung geht noch nicht schon wieder, HALT DRAUF UND RENN!
Herrgott, ziel besser! Du ballerst ja die Hälfte daneben!

Einer weg, der Zweite angeschlagen.
Massenkanone statt nachladen, geht schneller, die hat noch 'nen Schuss im Rohr!
WUMM!
Bingo!
Hellbug-Fetzen.
Kurze Ruhe!
Der Anfang ist geschafft.

Langsam!
Vorsichtig!
Bleib unten, schön in der Hocke.
Da vorne rührt sich wieder was.
Zwei mal mit der Kanone rein, werd' sehen, was sich dann ergibt!
WUMM!
WUMM!
Nachladen, Waffenwechsel, es kommt, FEUER!!!
Und voll drauf, was die Knarre ausspuckt.
Krieger!
Nachladen, wieder voll drauf!
Ziel am Boden!
Ausgeschaltet.
Der ist weg!
Gut so!
Gefällt mir.

Verstrahlter Eroberer.
Sehr brav! Bleib schön ruhig stehen dort.
Bist weit weg. Da kriegst Du locker vier Mal mit der Massenkanone auf's Maul vorher!
Sollte reichen, um den Schild runterzufahren.
Rennt sonst noch was rum?
Jäger, wen interessiert's? Die spreng ich nebenbei versehentlich mit weg!
Kein Krieger?
Kein Schütze?
Mann, so scheissdunkel hier drin, man kann nur ahnen, was das ist.
Soll ich näher ran?
Lieber nicht!
Na dann ... Gib ihm!
Überladung ist wieder da, die werd ich brauchen, wenn der herkommt.
WUMM!
WUMM!
Nachladen!
WUMM!
WUMM!
Waffenwechsel!
Und Dauerfeuer!
Überladung dazu.
MANN! MANN! MANN! VERRECK DOCH ENDLICH, DU MISTKÄFER!
KRATZ AB!!!

Puh!
Gerade noch!
Und gleich weiter drauf, da sind Krieger.
Die gehen aber, weit genug weg, die kommen nicht ran an mich.

Wieder Ruhe!
Massenkanone.
Durch's Zielfernrohr suchen.
Schützen.
Drei Stück!
Brave Insekten!
Rückt schön nahe zusammen, ihr drei.
Noch näher!!
So gefällt mir das!
WUMM!
WUMM!
Zwei weniger, der dritte angeknackst.
Ein Kinderspiel!

Da kommt noch mehr, aber die krieg ich!
WUMM!
WUMM!
Fetzenregen.
Wenn alles so leicht ginge!

Gut!
Wieder vorwärts, ganz langsam.
Pass auf!
Vorsichtig um die Ecke ... hoffentlich reagieren die noch nicht!
Oh Scheisse! Sind das viele!
Verdammt nochmal.
Mindestens fünf.
Nein, noch mehr!

Denk nach!
Wie mach ich das? Wie mach ich das?

Beide Waffen voll nachladen!
Gut!
Warte auf die Überladung!
Die muss nochmal ran.
Nur die Ruhe!
Du machst das schon!
Du kriegst das hin!

Okay.
Bereit!

Langsam, ganz langsam.
Sauber zielen.
Wart noch ein bisschen, vielleicht rücken sie näher zusammen.
Jaaa! Gut so! JETZT!!!
WUMM!
WUMM!
Zurück, ZURÜCK, ZURÜCK!!!
Und draufhalten!
WUMM!
WUMM!
Nachladen.
Weiter rückwärts!
Hoffentlich steh ich nirgends an, ich muss zurück, DIE KOMMEN NACH! DIE KOMMEN!!!
WUMM!
WUMM!
Waffenwechsel.
Keine Zeit zum Nachladen!
Nicht vergessen, die Massenkanone ist jetzt leer!
Vergiss das bloss nicht!
DAUERFEUER! Und Überladung dazu!
Fresst Blei, ihr Kreaturen!
JA!
TOT! TOT! AM BODEN! TOT!
Zwei noch.
Und nachladen.
Wieder voll drauf!
Herrlich, wie die Fetzen fliegen!
Ja, da kannste ruhig zurückschiessen, das wird Dich auch nicht mehr retten!
UND TOT!
Hab's ja voll drauf heute!
Ihr sollt mich kennenlernen.

So.
Jetzt wieder voll aufmunitionieren.
Ich renn einfach zurück bis zum Eingang und zur Muni-Box.
Besser zuviel als zu wenig.

Gut.
Da bin ich wieder!
Weit kann's nicht mehr sein, ich seh den gelben Punkt schon auf der Minimap.
Vielleicht noch ein halbes Dutzend, dann gehört der Goldkäfer mir.
Das pack ich jetzt auch noch.

Langsam und vorsichtig vorwärts.
Das Fadenkreuz schön auf den Schützen!
Ich seh das Flackern vom Türöffner schon.
Euch mach ich auch noch alle.
Ich krieg Euch!
Genau im Visier!
Mit schönen Grüssen, mein kleiner Flatterkäfer!
WUMM!

Mann, was für ein Horrortrip so ganz allein hier drin ...

DeepThought
10-08-2017, 06:37 PM
The Walking Dead - Tag 56

Ich schätze, um das zu wissen, was ich jetzt erzählen werde, muss man das Glück haben, zu absolut unterbesiedelter Stunde als Allererster am Ort eines Geschehens zu sein, das mit dem Begriff "Chinatown Impfstoffgerät" beschrieben wird.
Dieses Glück hatte ich heute nacht nämlich!

Ich war gerade zu Fuss in kaum 200 Metern Entfernung unterwegs, als die Sache anfing.
Folglich war ich nur wenige Sekunden später schon vor Ort.
Und fand absolute Stille vor.
Keine Sau war hier.
Kein Spieler, kein Infizierter, niemand.
Etwas verstört spähte ich um mich, sah nichts und niemanden, bis mein Blick auf das Impfstoffgerät fiel.
Die Farbe Rot verleitete mich dazu, darauf zu schiessen.
Die Folge: Irgendein schlammartiger Haufen, der sich um das Gerät befindet, kann zerschossen werden.
Und sobald das Ding dann frei liegt, strömen plötzlich die Infizierten herbei.

Das hab ich allerdings komplett übersehen, weil die nämlich von hinten kamen.
Plötzlich aber rannten die Zombies dutzendweise einfach an mir vorbei und auf den Impfstoffkasten zu.
Vor Schreck tat ich erstmal gar nichts.
Erstens hatte ich mit Sniperwaffe und Pistole den völlig falschen Loadout aktiv, um mich gegen diese Horden zur Wehr zu setzen und zweitens war ich einfach nur komplett irritiert, weil die Biester NICHT über mich herfielen.
Wisst Ihr nämlich, was die machen, wenn niemand da ist, der sie unter Feuer nimmt?
Sie versammeln sich um das Gerät und bleiben dort einfach untätig stehen.

Und da standen wir also nun ... geschätzte dreissig Zombies und ich.
Die Uhr tickte, die Sekunden verstrichen, nichts geschah.
Also beschloss ich, mir mal die passende Waffenkombination herauszusuchen.
Nachdem ich mich in aller Seelenruhe entschieden hatte, womit ich das Gemetzel zu eröffnen gedachte, nahm ich den erstbesten dieser Walking Dead ins Visier, drückte ab und entfesselte die Zombie-Apokalypse!

Erst gegen Ende der Phase 4 tauchte ein anderer Spieler auf.
Und etwas später noch drei.
Unterm Strich lief die Geschichte also recht familiär ab.
Zu fünft schlachteten wir da also diese Kreaturen vor uns hin, die von Phase zu Phase immer zahlreicher wurden, bis wir langsam aber sicher die Kontrolle über das Geschehen zu verlieren begannen. Etwa zu dem Zeitpunkt, als ich gerade von der besorgniserregenden Überzeugung beschlichen wurde, dass das hier unser aller Untergang werden würde, machte es "Puff!", sämtliche Zombies verschwanden und das Missionsfenster klappte auf, um mir zu erzählen, dass ich den ersten Platz bei dieser Belagerung gemacht hatte.
Das war ehrlich gesagt keine Sekunde zu früh.
Denn wenn sich fünf versprengte Archenjäger mit geschätzten drei- bis vierhundert Infizierten rumprügeln, ist das Ende der Geschichte absehbar und voraussichtlich wenig erfreulich.

Zumindest weiss ich jetzt, wie diese Sache ganz am Anfang eigentlich aussieht.

Übrigens: Heute hab ich auch zum ersten Mal einen grossen Archenfall als Bester absolviert.
Auch da war ich der erste vor Ort und konnte zwei der kleinen Vorgeplänkel völlig alleine abwickeln.
So ging ich schon mit rund 60.000 Punkten ins grosse Finale.

Und nochmal übrigens: EGO-Level 3600 vor etwa einer halben Stunde überschritten!
Das heisst, dass ich heute von sieben Uhr morgens bis etwa drei Uhr nachts rund 450 Level durchgezogen hab.

Wenn ich bloss aufhören könnt! :)

DeepThought
10-09-2017, 02:11 AM
What the F***??? - Tag 57

Die eigenartig verschraubte Logik, nach der die Gegner im Spiel spawnen, wird mir immer mehr zum kompletten Rätsel.

Unbestreitbar ist ja die Tatsache, dass die Anwesenheit von höher-leveligen Kameraden in der Nähe dazu führt, dass auch stärkere und gefährliche Feinde aus dem Boden wachsen.
Das kennen wir ja alle und können inzwischen so manch gar trauriges Liedchen über diesen beklagenswerten Umstand singen.
Was mir aber heute nacht aufgefallen ist, stellt die ganze Geschichte irgendwie wieder völlig auf den Kopf.
Denn auch die Anwesenheit von Spielern mit deutlich niedrigerem Level verursacht offensichtlich, dass eine grössere Anzahl von gefährlicheren Gegnern ins Spiel kommt.

Meine selbstgemachten Archenfälle stellen für mich ja eine Haupteinnahmequelle für Archenkraft dar. Und um möglichst viel davon abzusahnen, empfiehlt es sich, diese alleine abzuwickeln. Ein Gulanier-Archenbruch, den ich als Solo-Auftritt hinlege, bringt mir zum Beispiel stets meine 4 Stück ein. Sobald aber jemand dazukommt, reduziert sich diese Ausbeute, je nachdem, wie kampfstark der andere Spieler ist und wie viele Abschüsse und Punkte er mir wegschnappt.
Kommt nur ein einziger 6000er dazu, kann ich froh sein, wenn ich am Schluss noch zwei Stück abkriege, meistens bleibt mir nämlich nur noch eines. Die Feinde, die seine Gegenwart hervorzaubert, bringe ich nur noch mit grösster Mühe ins Grab und somit mache ich auch kaum noch Punkte.

Ich weiss nicht, wie viele Gulanier ich inzwischen plattgewalzt habe, es müssen Dutzende gewesen sein. Genug jedenfalls, um die Dynamik so eines Archenbruches im kleinen Finger zu haben. Ich weiss, welche Gegner wo ungefähr und wann ungefähr auftauchen, ich weiss, wie ich sie so niederkämpfe, dass sie chancenlos sind und ich weiss, mit welchen Waffen ich wie oft und wie lange ungefähr auf sie schiessen muss, um sie auszuschalten.

Heute nacht gesellten sich zwei weitere Spieler zu mir ins Innere der Arche.
Und wie üblich warf ich bei der ersten Gelegenheit einen Blick auf ihre EGO-Levels. Beide lagen zwischen 500 und 1000, also weit hinter mir. Folglich wurde ich von dem, was ihre Anwesenheit auslöste, vollständig überrumpelt.
Das Ergebnis war nämlich, dass die gesamte Geschichte fast so dramatisch wurde, wie in Gegenwart eines 6k-lers.

Die Feinde trugen plötzlich allesamt den Vornamen "Verstärkter ...".
Und wo ich nomalerweise vier bis fünf von ihnen mit den 90 Schuss pro Magazin aus meinem Druckluftgewehr kleinkriege, benötigte ich plötzlich mehr als ein halbes Magazin für einen einzigen. Normalerweise mische ich so einen Archenbruch in weniger als fünf Minuten auf, aber mit den beiden Low-Levels an Bord entwickelte sich eine wahre Schlacht ums nackte Überleben, die fast zwanzig Minuten beanspruchte.
Und nachdem ICH den Feinden schon beinahe nicht mehr Herr wurde, waren die beiden anderen Spieler so gut wie chancenlos.
Bringe ich es am Ende eines Gulanier-Soloturns normalerweise auf 120 bis 150 Abschüsse, waren es dieses Mal in Summe fast 240, also nahezu das Doppelte. Davon entfielen rund 210 auf mich. Die beiden Anderen hatten mit grösster Mühe überhaupt nur so halbwegs überlebt.

Aus deren Blickwinkel muss der Fall klar wirken: Sie stolpern mit einem 3500er in einen Archenfall, also liegt es an seiner Gegenwart, dass die Feinde so stark und zahlreich sind. Aber wenn ich genau das Gleiche ganz allein mache, ist das nicht mal annähernd so heftig!

Es liegt also eigentlich in Wahrheit nicht wirklich an mir und meinem hohen Level.
Und dass es an den beiden Low-Levels liegt, kann man auch nicht bedenkenlos in den Raum stellen.
Was zum Teufel macht das Game da?
Addiert es die Kampfkraft aller vorhandenen Spieler und setzt dieser dann überlegene Feinde entgegen?
Und welchen Sinn soll das bitte haben?

Die Low-Levels sind bei so einer Vorgehensweise erst richtig am Arsch.
Wäre der Archenbruch so gelaufen, wie er eben läuft, wenn ich alleine drin bin, hätten die beiden Anderen viel realere Chancen gehabt, auch etwas zu reissen!
So aber dauerte es für jeden von ihnen ewig, um nur einen einzigen Feind auszuschalten.

Für mich hatte das Geschehen aber einen noch ganz anderen Effekt: Ich brachte mehr Abschüsse und mehr Punkte als sonst auf die Waage und kassierte statt 4 diesmal 5 Stück Archenkraft.
Allerdings: Das ging ja wohl voll auf Kosten der beiden Low Levels.

Das kann's ja wohl bitte nicht sein, oder!?

DeepThought
10-09-2017, 01:51 PM
Mein EGO-Implantat und ich - Tag 57

Ich muss gestehen: Ich liebe mein EGO-Implantat!
Ehrlich!
So sehr, dass ich ihm einen Namen gegeben habe.
Insgeheim nenne ich sie nämlich "Mathilda", was ich für einen klassischen Namen einer träge wiederkäuenden Milchkuh halte.
So wie Gänse am naheliegendsten "Abigail" genannt werden.
Aber das soll wirklich nur ein klein bisschen abschätzig gemeint sein.
Ich schwöre!
Denn ... mal ehrlich:
Wo wäre ich nur ohne ihre unschätzbar wertvollen Dienste in allen verzwickten Lebenslagen?
Ohne Mathildas wortreiche Unterstützung wäre meine Archenjäger-Karriere wohl ein einziges Desaster.

Nehmen wir nur mal eine alltägliche Situation als Beispiel:

Welch immensen Nutzen es doch für mich hat, wenn sie mir im Innenraum einer abgestürzten Arche wohlwollend ins Ohr säuselt:
"Ich orte zahlreiche biologische Lebensformen. Ich denke, das könnten die Volge sein!"
Wirklich?
Meinst Du zufällig DIE VOLGE, die seit einer halben Minute aus allen Richtungen auf mich schiessen?

Oder wie hilfreich es für mich ist, wenn sie mich mitten in einem hektischen Gefecht um einen Archenfall mit den 99ers plötzlich warnt:
"Ich orte schnelle, nicht zweibeinige, organische Lebensformen. Die Hellbugs haben uns gefunden!"
Ach so ist das also!
Und ich hab mich schon gefragt, was das für ein gigantischer Käfer da vor meiner Nase ist, der mir gerade leidenschaftlich die Fresse poliert!

Auch an den zahlreichen Strassensperren sind ihre erläuternden Worte häufig meine letzte Rettung.
"Sie scheinen eine Elite-Einheit hergeschickt zu haben!"
Tatsächlich?
Bist Du Dir sicher, Mathilda?
Sprichst Du vielleicht von dem monströsen Viscera, der da seit einer gefühlten Minute gnadenlos auf mich einknüppelt?

Und vergessen wir bitte nicht, wie wichtig es für mich ist, dass sie mir sagt: "Der Kristall ist instabil! Ich glaube, er könnte explodieren!" ... während ich in hohem Bogen vom Zentrum des Archenfall-Gebietes weg durch die Luft segle!
"Wir sollten von hier verschwinden!" fügt sie manchmal noch während des Fluges besorgt hinzu.
Ja natürlich, Mäuschen!
Bin gerade dabei!

Auch im Kampf gegen die Dunkle Materie kann ich auf ihre Fachkompetenz vollstens vertrauen.
"Sieht aus, als hätten sie Verstärkung hergebracht!"
Jaaa, kann durchaus sein, dass die fünf Monitore, die da am Boden unterhalb des Shuttles aufgefächert stehen und auf mich ballern, was das Zeug hält, für diesen konkreten Zweck angereist sind!

Oder wenn sie mich aufklärt: "Etwas kommt! Und es ist nicht klein. Das könnte Probleme bedeuten!" ... während ich gerade dabei bin, verzweifelt meine letzten Munitionsreserven in das Gestählte Bollwerk zu pumpen, vor dem ich schon hundert Meter weit hastig zurückweiche.

Manchmal, wenn ich gerade ein paar 99ers niedergemetzelt habe, fragt sie mich ganz unschuldig:
"Hatten sie gute Teile? Ich könnte ein Upgrade gebrauchen!"
Oh ja, da könntest Du recht haben, Mathilda!

Vor Allem einen etwas schnelleren Prozessor würde ich Dir persönlich dringend ans Herz legen!

Neutronenstern
10-10-2017, 05:31 AM
Es liegt also eigentlich in Wahrheit nicht wirklich an mir und meinem hohen Level.
Und dass es an den beiden Low-Levels liegt, kann man auch nicht bedenkenlos in den Raum stellen.
Was zum Teufel macht das Game da?
Addiert es die Kampfkraft aller vorhandenen Spieler und setzt dieser dann überlegene Feinde entgegen?
Und welchen Sinn soll das bitte haben?


Das Bedrohungs-Level und somit auch die Anzahl und Stärke der Gegner richtet sich nach den EGOs und der Anzahl der Spieler im Gebiet.
Eigentlich auch ganz logisch, EGO-Lvl hin oder her, ihr seit zu dritt, damit seit ihr auf jeden Fall stärker als nur einer allein, ergo: die Gegner müssen "mitziehen".
Theoretisch könnten mehrere Low-EGOs auch Bedrohung 10 bekommen, müssten halt nur genug zusammenkommen.
Wie genau die Berechnung abläuft weiß wahrscheinlich nicht mal Trion.
Ich denke es ist normal das Gegner immer einen Tick stärker sind als man selbst. Wo wäre sonst der Reiz?

Ein bißchen erschrocken bin ich schon, wenn bei einer Daily, etc ein 3k-ler um mich rumhüpft, habe ich immer vorausgesetzt das er schon mithalten kann. Und dementsprechend habe ich ein deutlich weniger wachsames Auge auf diese Spieler als auf "richtige" Low-EGOs.:eek:

Neutronenstern
10-10-2017, 05:53 AM
The Walking Dead - Tag 56

Ich schätze, um das zu wissen, was ich jetzt erzählen werde, muss man das Glück haben, zu absolut unterbesiedelter Stunde als Allererster am Ort eines Geschehens zu sein, das mit dem Begriff "Chinatown Impfstoffgerät" beschrieben wird.
Dieses Glück hatte ich heute nacht nämlich!

Ich war gerade zu Fuss in kaum 200 Metern Entfernung unterwegs, als die Sache anfing.
Folglich war ich nur wenige Sekunden später schon vor Ort.
Und fand absolute Stille vor.
Keine Sau war hier.
Kein Spieler, kein Infizierter, niemand.
Etwas verstört spähte ich um mich, sah nichts und niemanden, bis mein Blick auf das Impfstoffgerät fiel.
Die Farbe Rot verleitete mich dazu, darauf zu schiessen.
Die Folge: Irgendein schlammartiger Haufen, der sich um das Gerät befindet, kann zerschossen werden.
Und sobald das Ding dann frei liegt, strömen plötzlich die Infizierten herbei.

Das hab ich allerdings komplett übersehen, weil die nämlich von hinten kamen.
Plötzlich aber rannten die Zombies dutzendweise einfach an mir vorbei und auf den Impfstoffkasten zu.
Vor Schreck tat ich erstmal gar nichts.
Erstens hatte ich mit Sniperwaffe und Pistole den völlig falschen Loadout aktiv, um mich gegen diese Horden zur Wehr zu setzen und zweitens war ich einfach nur komplett irritiert, weil die Biester NICHT über mich herfielen.
Wisst Ihr nämlich, was die machen, wenn niemand da ist, der sie unter Feuer nimmt?
Sie versammeln sich um das Gerät und bleiben dort einfach untätig stehen.


Die Belagerungen und Überfälle funktionieren nach dem "Capture & Hold"-Prinzip. Die Punkte A, B und C müssen eingenommen und gehalten werden. Die Gegner: Mutanten, Infizierte und Volge versuchen das ebenfalls.
Jeder eingenommene Punkt gibt uns Spielern einen 10% Punkte-Bonus am Ende jeder Runde. Bei drei Punkten können das jede Runde 30% mehr Punkte sein.
Zum Einnehmen eines Punktes stellt man sich bei Mutanten und Volge an den Archenfallkristall, wenn man nach oben schaut, sieht man einen Kreis der sich langsam füllt. Der Trick ist: je mehr Spieler am Kristall stehen, desdo schneller nimmt man ihn ein. Das ist wichtig, da man es bis zum Ende der jeweiligen Runde geschafft haben muss, sonst gibt es keinen Punkte-Bonus.
Bei den Infizierten ist es einfacher: sie bespucken das Impfstoffgerät nur und wenn man die Rotze abgeschossen hat ist das Impfstoffgerät auch wieder eingenommen.

Das Problem mit diesem einfachen Spielprinzip ist, das einige Spieler (~90%) es nicht verstehen.
Häufig genug steht man allein am Kristall, versucht ihn zurückzuholen bevor der letzte Volge fällt aber das ist vergeblich. Besonders ärgerlich: da stehen zwei Mitspieler die nur einen Schritt zurück machen müssten. Auch sie bekommen dann mehr Punkte (= AF & PG) aber wer spielt schon für nen hohen Score...:rolleyes:

DeepThought
10-10-2017, 07:21 AM
"...wenn bei einer Daily, etc ein 3k-ler um mich rumhüpft, habe ich immer vorausgesetzt das er schon mithalten kann."

Nö! Leider!

Nachdem ich erst vor Kurzem Lvl 3K passiert habe, kann ich Dir da ein Liedchen von singen.
Wenn ich zum Beispiel allein mit einem Volge-Archenbruch bin, lege ich mit einem 90-Schuss-Magazin meines Druckluftgewehrs locker 4 bis 5 Volge-Soldaten um. Jeder davon dauert kaum mal zwei Sekunden, meistens nur eine bis eineinhalb. Schiessen sie zurück, brauch ich schon die Feuerzusammenfassung von drei bis vier von denen, um gefährlich getroffen zu werden. Einem allein kann ich aufrecht und deckungslos entgegengehen, mich vollpumpen lassen und mein Schild verliert dabei vielleicht 20% Kapazität.
Das ist fast ein Spaziergang inzwischen.

Kommt aber nur ein 6000er dazu, brauche ich schon eineinhalb bis zwei Magazine, nur um einem Archen-Soldaten den Schild runterzuschiessen und nochmals mindestens soviel, um ihn zu töten. Das dauert zwischen zehn und zwölf Sekunden mindestens. Schiesst der zurück und trifft zwei Mal, ist mein Schild down, noch zwei Treffer und das war's dann mit mir. In der selben Zeit, wo ich nur einen Archen-Soldaten mit Mühe ins Grab puste, metzelt der 6000er aber locker acht bis zehn von denen nieder.

Situationen wie z.B. ein Grosser Archenfall, wo sehr viele Spieler unterwegs sind, gehen noch halbwegs, weil ich mich da so verhalten kann, dass ich kaum feindliche Aufmerksamkeit auf mich ziehe und somit kaum beschossen werde. Richtig kritisch wird es für mich, wenn nur ein oder zwei andere Spieler da sind, die 6k oder nahe dran haben. Denn dann ist es nur eine Frage von Sekunden, ehe ich das Feindfeuer ebenso auf mich ziehe. Und dann renn ich die meiste Zeit nur noch durch die Gegend, um kein leichtes Ziel abzugeben bzw. ducke mich ständig hinter irgendwelchen Deckungen. Und ohne saubere kritische Kopftreffer hab ich kaum noch eine Chance, einen Gegner zu Boden zu bringen, bevor ihn der 6000er mit ein oder zwei lockeren Salven schon umgenietet hat.
Aber triff mal so schön, wenn Du ständig um Dein Leben rennen musst nebenbei!

Das Ergebnis ist entsprechend: Ich krieg mit viel Glück ein Zehntel der Abschussquote des anderen Spielers hin, kratz zwei oder drei Mal ab und hab unterm Strich kaum Punkte.
Darum bemüh ich mich auch so sehr, Kleine Archenfälle an Orten und zu Zeiten auf den Boden zu holen, wo wahrscheinlich niemand sonst vorbeikommt. Denn ob ich jetzt 4 oder 1 Stück Archenkraft abkassiere am Ende, das macht für mich einen gewaltigen Unterschied.
Auch finanziell.
Sind immerhin 10.000 Scrips pro Batterie.

DeepThought
10-10-2017, 11:25 AM
Archenkraft-Shopping in Alamo - Tag 57

Eigentlich hasse ich die Mission in Alamo-Park.
Ich komm mir dabei nämlich so richtig verarscht vor.
Mal ehrlich ... was soll der Mist?

Man soll minutenlang vier so bescheuerte Computer am Laufen halten, während ringsum aus allen Richtungen auf einen geschossen wird. Jedes Mal, wenn man versucht, einen dieser deaktivierten Terminals wieder anzustarten - was eieruhrmässig entsprechend ein paar Sekunden dauern würde - ballert wieder irgendein Dunkle-Materie-Eierbär dazwischen und unterbricht den Vorgang.
Knalle ich den ab, schiessen eben stattdessen zwei Andere auf mich.

Man kann auch nicht durch entschlossenen Kampf dafür sorgen, dass Ruhe einkehrt, denn solange der Computer-Vorgang nicht vollständig durchgelaufen ist, spawnen immer wieder mindestens so viele Gegner nach, die man abgemurkst hat.
Welle um Welle muss man dahinschlachten, kommt so gut wie nie dazu, den rot blinkenden Balken am oberen Bildschrimrand loszuwerden, indem man die Terminals wieder anstartet und solange man das nicht gebacken kriegt, geht das unendlich lange so weiter.

Dutzende, hunderte ... wenn man ein geduldiger Mensch ist, wahrscheinlich tausende Feinde kommen, sterben und kommen wieder. Ich kann genau genommen nur manchmal mit etwas Glück zufällig einen Moment erwischen, wo die paar Sekunden zum Wiederanstarten des Computers gerade nicht in meine Richtung geschossen wird, aber ein paar Sekunden später blinkt der Fortschrittsbalken ja doch wieder rot.

Ich hatte ja eigentlich gehofft, dass mit steigendem Level die Sache leichter wird, weil man bessere Schilde und Waffen hat, um dem Ansturm standzuhalten und zu kontern.
Ja von wegen!
Pustekuchen!
Das ist nur noch nervtötender geworden.
Die Feinde werden einfach immer zahlreicher.
Nach spätestens zehn Minuten spürt man schon die kalte Wut in sich aufsteigen, allein schon deswegen, weil einfach kein Ende in Sicht ist. Nach zwanzig Minuten glüht man schon regelrecht vor Zorn und würde am Liebsten das ganze Spiel deinstallieren und vergessen, dass man es je gezockt hat. Vorbei ist es deswegen aber noch immer nicht.

Das heutige Ergebnis:
Rund eine halbe Stunde lang hab ich rasend vor Hass versucht, das in den Griff zu kriegen und letztendlich wider aller Erwartungen tatsächlich das Missionsziel erreicht. Allerdings war ich sowas von stinksauer, dass ich mir schwor, dort nie wieder hinzukommen und stets einen grossen Bogen um Alamo-Park zu machen in Zukunft.

Bis schliesslich das Missionsfenster aufklappte.
604 Abschüsse.
Mehr als 140.000 Punkte.
23 Keycodes.
Sagenhafte 11 Stück Archenkraft!
Und 20 EGO-Levels aufgestiegen.

Schlagartig war ich mit Alamo wieder versöhnt!

Nächstes Mal lasse ich den rot blinkenden Balken kurz vor seinem Ende einfach so lange hängen, bis ich den Kanal wirklich absolut gestrichen voll hab. Denn solange dieser Ladevorgang nicht fertig abgelaufen ist, rollt Welle um Welle um Welle an Feinden an.
Theoretisch hört das nie auf.
Ich könnte also auch genauso gut 1200, oder 2500 oder 5000 Gegner abschlachten dort.

Moment!
Wo ist der Taschenrechner?
Das ist doch eine Schlussrechnung!
Wie war das in der Schule gleich nochmal?
Wenn 604 Abschüsse am Ende 11 Stück Archenkraft bringen, dann muss ich für 100 Stück Archenkraft ... ?

acidman
10-10-2017, 01:54 PM
Archenkraft-Shopping in Alamo - Tag 57


23 Keycodes.
Sagenhafte 11 Stück Archenkraft!


ööhm , ist das nicht genau anders rum ?
11 keys und 23 AF

und du brauchst gar nicht erst zu rechnen wie lange usw. :) .... bei 30 AF ist das Limit.

Früher ging das auch beim Sutro-Tower. Einfach nur 2 Geschütze anschalten und man konnte Unmengen von Gegnern abknallen. Eigentlich endlos lange. Da kam man dann auch auf über 1000 Abschüsse :)

DeepThought
10-10-2017, 02:46 PM
Nein.
War definitv so, wie geschrieben. 11 Stück Archenkraft.
Da bin ich mir absolut sicher, denn ich musste drei Mal hingucken, weil ich es nicht glauben konnte.
So viel auf einen Schlag hab ich noch nie bekommen!

Dachte mir schon, dass es einen oberen Anschlag gibt.
Gut zu wissen, dass bei 30 Schluss ist.
Allerdings ... das wären dann hochgerechnet etwa 90 Minuten nur ballern in Alamo.
Den Nerv hab ich echt nicht.
Mir war die halbe Stunde heute schon fast zu viel.
War schon am Überlegen, ob ich kapituliere und mit Schnellreise raushüpfe.

DeepThought
10-11-2017, 01:04 AM
Schlammschlachten - Tag 58

Ich hab fast die ganze Nacht lang Expeditionen durchgezockt.
Oder besser ... versucht, sie durchzuzocken!
Denn alleine beisse ich mir am Endgegner in 90% der Fälle heillos die Zähne aus.

Grundsätzlich bewege ich mich langsam voran, visiere so tief wie machbar in den Raum, versuche, auf grösstmögliche Distanz auszuschalten, so viel sich ausschalten lässt. Ein einziger dummer Fehler und ich werde von der Masse an Käfern überrollt.
Es muss alles glattgehen, damit ich durchkomme, bis zum finalen Feind.
Der mich dann ungespitzt in den Boden rammt!
Aber auf dem Weg bin ich an den Goldkäfern vorbeigekommen und die ganze Aktion hat ihren Zweck erfüllt.

Alle meine Waffen sind inzwischen vollständig mit hellblauen Mods bestückt. Einen Teil davon hab ich in den Expeditionen erbeutet, den Rest aus dem Reinerlös kaufen können.
Und darüber hinaus hab ich noch mehr als 200.000 Scrips an Vermögen angesammelt.
Ein ziemlich lukrativer Alptraum also!

Für Runde 1 setzt mich das Game jetzt schon auf das Niveau "Tier 15" (Wieso eigentlich "Tier"? Was für "Tiere"?), was grundsätzlich zu bewältigen ist.
Wenn man denn listenreich und tückisch vorgeht.
Und inzwischen hab ich so meine Methode entwickelt, mit der ich meine Überlebenschancen auf ein erträgliches Niveau heben kann.

Der Groschen fiel eigentlich in dem Augenblick, als ich nach der erfolgten Schlachtung diverser Hellbug-Krieger in so einem unterirdischen Bunkersystem eine Beutewaffe vom Boden auflas, die mir zwar schon des Öfteren untergekommen war, deren praktischen Nutzwert ich aber nie so richtig zu schätzen gelernt hatte: Ein "FRC Schlamm RL" - Raketenwerfer!

Man kennt das ja: Diese verdammten Hellbugs schleimen einen mit diesem klebrigen Dreck voll, der sich in so unansehnlichen Kugeln an den Beinen anhaftet und den Fluchtinstinkt aushebelt. Dass ich nicht früher auf den Trichter gekommen bin, das selbe mit ihnen zu machen, liegt daran, dass ich gedanklich stets an diesen Schleim-Handgranaten hängen blieb.
Und die kann ich in der für sie typischen steilen Flugparabel einfach nicht weit genug vorauswerfen, um ausreichend Zeit zur Insektenvertilgung zu gewinnen.
Mit dem Raketenwerfer aber geht das, denn das Geschoss steuert ja der Gravitation zum Trotz geradlinig durch die düsteren Korridore!
Und mit aufmontiertem Zielfernrohr kann man die Hellbugs schon auf ziemliche Distanz recht präzise aufs Korn nehmen.
Diese Kleisterkanone also ist jetzt mein Schlüssel zum Überleben in den Dungeons.
Denn die zugeschleimten Käfer kommen langsam genug näher, um sie mit dem Druckluftgewehr in Fetzen zu reissen, BEVOR sie mir die Schnauze einschlagen können. Ausserdem macht diese Schlammschleuder nicht wenig Schaden, sodass die Hellbug-Schützen einen Volltreffer im Regelfall nicht überstehen.

Meine Solo-Expeditionen sind also jetzt zu wahren Schlammschlachten ausgeartet.
Und die Hellbugs und ich hauen uns gegenseitig diese ekelhafte Blubberbrühe um die Ohren.
Mit dem taktisch vorteilbringenden Unterschied, dass ich das bis zur nächsten Sichtkante betreiben kann, während den Hellbugs die Decke der Höhlen und Bunker eine gewisse Reichweitenbegrenzung auferlegt.
Denn sie müssen in einer Parabel schiessen!
Und das hat nunmal den Nachteil, dass eine Höhenbeschränkung zwangsläufig die Einsatzentfernung beschneidet.

Gegen den Endgegner hilft mir der Trick trotzdem kaum weiter.
Denn die Räume, in denen man ihm begegnet, sind zu klein, um diesen Distanzvorteil ausspielen zu können.
Aber manchmal ... selten zwar, aber doch ... ergibt sich aus dem Chaos der Endgemetzel - völlig überraschend für alle Beteiligten - ein Sieg für mich.
Tier 17 hab ich heute Nacht schon einmal erreicht.
Bis mich der Nestfürst wieder auf 15 degradiert hat.
Trotzdem war ich mächtig stolz auf mich.

Man wird eben bescheidener mit zunehmendem Alter ...!

DeepThought
10-11-2017, 05:53 AM
Search and Rescue - Tag 58

Mein Ava-Girlie nähert sich EGO-Level 4000 unaufhaltsam an.
Ach Gottchen!
Sie werden ja so schnell erwachsen!
Entsprechend geht es schon satt zur Sache in meiner unmittelbaren Gefechtsumgebung.
Was naturgemäss ein fatales Bedrohungsszenario für Low-Levels mit sich bringt, die den Fehler machen, sich an meiner Seite in die Schlacht stürzen zu wollen.
Aber ganz unter uns alten Hasen ... Wer rechnet um halb vier Uhr früh damit, dass sich im tiefsten Süden der Terraforming-Wüste ein kleines Level-270-Mädchen hinter meinem Rücken in eine abgeschmierte Gulanier-Arche pirscht?
In ihrem Alter hab ich mich noch gar nicht in die Regionen südlich von Top Notch getraut.
Diese Jugend heutzutage!
Und ausserdem, Kindchen!
Hast Du schonmal auf die Uhr geguckt?
In vier Stunden fängt doch die Schule wieder an, oder nicht!?

Da ich den Archenbruch selber vom Himmel geholt hatte, machte sich in mir schlagartig ein bedrückendes Verantwortungsgefühl breit, sobald ich ihre bemitleidenswerte Existenz zur Kenntis genommen hatte.
Hätte ich doch bloss nicht, dann wäre sie auch nicht und könnte vielleicht Level 300 noch erleben!
So aber fühlte ich mich irgendwie moralisch verpflichtet, das arme Ding unter meine ausgebreiteten Fittiche zu nehmen, um ihr zumindest das Allerschlimmste zu ersparen!
Allein ... sie zeigte keinerlei Bestreben, sich bemuttern zu lassen.
Der vorpubertäre Rotzlöffel warf sich stattdessen mit einem todesverachtenden Fatalismus ins Geschehen, der mir die eiskalte Schockblässe ins Gesicht trieb.

Kaum war die Tür zum runden Hauptraum geöffnet, stürmte sie ihrem sicheren Verderben entgegen, als gäbe es kein Morgen mehr. Und als die Schlacht entbrannte, pfefferte sie mit einer unterdimensionierten VBI-Maschinenpistole um sich, als wäre sie unverwundbar und unsterblich.

Von Panik ergriffen stürmte ich ganz entgegen meiner bewährten und taktisch ausgereiften Methodik los, um mich so schnell wie machbar an ihre Seite zu schlagen. Aber das Trommelfeuer, dem mich diese undurchdachte Handlung aussetzte, nahm mir so schnell Sicht und Orientierung, dass ich bis über beide Ohren im kompletten Chaos versumpfte.

Es nahm eine qualvoll lange Zeitdauer in Anspruch, mich zu dem inzwischen reglos verharrenden violetten Pünktchen auf der Minimap durchzukämpfen. Daran, den Gulanier ins Visier zu nehmen, war angesichts der dramatischen Umstände gar nicht erst zu denken.
Stattdessen hastete ich wild um mich schiessend quer durch das Gemetzel zu ihrem flackernden Kadaver, um sie wieder in die Vertikale zu befördern.
Kaum aber war es mir gelungen, sie wieder ins Reich der Lebenden zurückzuholen, setzte sie zum Sturmangriff auf den Hauptgegner an und entschwand im Lichtzucken der Explosionen und Schüsse ringsum.
Erneut meuchelte ich mit selbstloser Entschlossenheit alle Hindernisse zwischen uns dahin, während ich hilflos mitansehen musste, wie sie dem Gulanier aus nächster Nähe in der Hocke kauernd ein komplettes Magazin genau in die Eier rotzte.
Im nächsten Moment hob mich die Druckwelle einer Detonation aus dem sicheren Stand und schleuderte mich in hohem Bogen wieder nach unten, während mein kleiner Schützling einsam und verloren auf dem erhöhten Mittelsteg des Archenraumes immer noch wie von Sinnen auf den übermächtigen Feind losging.

Minutenlang metzelte ich mir wieder den Weg zu ihr frei, stets ein Auge auf die Minimap gerichtet, um sie in all dem Chaos auch finden zu können. Dort angekommen hockte ich nun neben ihr und schoss auf alles, was sich um uns bewegte, in der Hoffnung, genug Spielraum für die nächste Wiederbelebung herauszuschlagen.
Kaum war mir das gelungen, sprintete sie erneut von dannen, um in ihrem jugendlichen Übermut den selben Fehler schon wieder zu begehen.

Als schliesslich Stille einkehrte und sich der Rauch verzog, war ich völlig überrascht von der Tatsache, dass es vorbei war.
Acht Mal hatte ich die Kleine vom kalten Archenboden gespachtelt, war ihr wieder hinterher, um ihr Deckung zu geben, wurde versprengt und abgedrängt, fahndete abermals hektisch nach ihren sterblichen Überresten und vergass in all dem Bemühen um ihr Wohlergehen völlig darauf, wozu ich eigentlich hierher gekommen war.
Selbst den Gulanier hatte ich letztendlich nur noch umgebracht, damit er endlich damit aufhörte, das Mädel von einer Ecke in die andere zu schleudern.

Kaum aber war ihr kleines bisschen Archenjäger-Leben erfolgreich gerettet, plünderte sie gierig die Archentruhen und entschwand durch den Teleporter wieder dorthin, wo sie vermutlich hergekommen war.

Wieder draussen blickte ich mich in der kargen Mondlandschaft suchend um, aber sie war nicht mehr zu entdecken.
Nichteinmal bedankt hatte sie sich.
Wirklich, diese Jugend heutzutage!
Keine Manieren mehr!

DeepThought
10-11-2017, 05:56 PM
Meine stillen Freunde - Tag 59

Die soziale Komponente in Defiance gehorcht sehr gewöhnungsbedürftigen Regeln.
Lange Zeit habe ich mich in Second Life herumgetrieben, wo die Möglichkeiten zur aussagekräftigen Interaktion zwischen den Avataren schier unbegrenzt sind und bis zu ausgeprägten Intimitäten reichen. Auf tausende Arten kann man dort miteinander auch nonverbal kommunizieren, was dem virtuellen Zweitdasein eine unglaubliche Komplexität verleiht.
Hier in Defiance ist das Zwischenmenschliche im Vergleich dazu auf die starre Hölzernheit eines Eichentisches reduziert.
Und zu allem Überfluss ist das Chat-System wie geschaffen für gordische Kommunikationsknoten.
Man weiss nie, ob das Gegenüber gerade jenen Chatbereich mitlesbar geschaltet hat, in dem man versucht, Kontakt aufzunehmen. Und wenn man selbst angeschrieben wird - und es zufällig sogar mitbekommt - muss man konzentriert überlegen, was genau man einschalten soll, um auch dort zu antworten, wo man angepingt wurde.
Das geflügelte Wort vom "aneinander vorbei reden" bekommt hier eine gänzlich neue Bedeutung!

Zudem weiss man bei fehlendem Sichtkontakt nie, ob das Gegenüber nicht gerade damit beschäftigt ist, auf Leben und Tod zu kämpfen und folglich zum Schreiben ganz einfach gar keine Zeit hat. Denn mit Aktivierung der Chat-Funktion ist ja glorreicherweise die gesamte Avatar-Steuerung ausser Betrieb genommen.
Was es unmöglich macht, ausserhalb einer friedlichen Situation zu kommunizieren.
Und wann ist es hier schon mal friedlich?

Gerade Defiance wäre also enorm bereichert durch mehr Möglichkeiten der nonverbalen Ausdrucksformen.
Aber daran hapert es so gravierend, dass man praktisch zur kompletten Ausdruckslosigkeit degradiert wurde.
Genau genommen kann man sich abseits des schwierig anzubahnenden Schriftverkehrs in Defiance nur gegenüberstehen, zuwinken und aufeinander schiessen.
Wobei Letzteres die handelsübliche Methode darstellt, auf sich aufmerksam zu machen.
Oder man schiesst auf etwas, das man in die Wahrnehmung seines Gegenübers rücken möchte.
Diese technologisch aktualisierte Neandertal-Dynamik macht es äusserst schwierig, herauszufinden, ob man beim Anderen irgendetwas Zwischenmenschliches stimuliert hat.

Die blosse Vorstellung, die Interaktionsmöglichkeiten von Second Life mit der gnadenlosen Kleinkriegslogik von Defiance zu verknüpfen macht schon schwindelig. Denn die emotionale Komponente würde unter diesen stets adrenalingetränkten virtuellen Lebensumständen ins schier Unermessliche ausarten.
Was verbindet schon intimer und ausgeprägter, als miteinander um Leben und Tod zu kämpfen und Seite an Seite einer heranbrandenden Flut an Feinden erfolgreich die Stirn zu bieten?
Verbunden mit attraktiv gestalteten und aufreizend animierten Avataren, wie Second Life sie bietet, wäre man in einem regelrechten Fegefeuer der Gefühlsintensität, einem wahren Hexenkessel der emotionalen Kochkunst gelandet.

So aber ist der Gipfel des sozialen Ausdrucks eine Freundschaftsanfrage nach gemeinsam überstandenem Schlachtengetümmel.
Der nie wieder eine weiterführende Kontaktaufnahme folgt.
Mehr als zwanzig stille Freunde, mit denen ich nie auch nur ein Wort gewechselt habe, führe ich inzwischen in meiner Liste.
Und alle habe ich auf die selbe Art und Weise "kennengelernt": Wir kämpften als Verbündete gegen den Feind und als es überstanden war, schickte einer von Beiden dem Anderen eine Einladung zu.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Andererseits ... vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass man die Möglichkeiten von Second Life hier nicht auch noch zur Verfügung hat.
Ich schätze, man würde wohl jeden Tag mit einem halben Dutzend fremden Avataren in virtuellem Körperkontakt enden.
Wobei ich mir die Details lieber gar nicht erst ausmale.

Was könnte es auch Verbindenderes geben als eine Runde makellos ästethisch animiertem Cybersex nach einem Grossen Archenfall mit Dutzenden Toten ringsum, in dem man sich beim gegenseitigen Wiederbeleben im Kugelhagel kennen und schätzen gelernt hat!?
Man stelle sich nur die Dramatik der Geschehnisse vor, wenn der oder die Geliebte letztendlich bei einer gemeinsamen Expedition irgendwo in einer Bunkerecke unter den wuchtigen Hieben eines Hellbug-Kriegers dahinscheidet, während man verzweifelt gegen die erdrückende Übermacht anzurennen versucht, aber kläglich scheitert bei dem Unterfangen, den geschätzten Partner vor dem Untergang zu bewahren?
Und ernstere Beziehungskrisen könnte man dann doch recht wirkungsvoll im PvP austragen!
Da liesse sich wahrlich am laufenden Band hollywoodreifer Dramenstoff mit voller Interaktionsbandbreite weben.

Ach, was soll's?
Als Zeichen meiner Wertschätzung blase ich meinen Mitspielern eben ein paar Kugeln um die Ohren.
Hauptsache man weiss, was gemeint ist ...

DeepThought
10-12-2017, 01:14 AM
Spät, aber doch - Tag 60

Mein Englisch ist nicht wirklich übel, von gut kann aber auch nicht unbedingt die Rede sein.
Vor Allem bei den Vokabeln hapert es klein wenig und nicht ganz so häufig genutzte Wörter weiss ich echt nicht auswendig.
Und so bleibt mir nur, schmählich zu gestehen, dass ich bis heute morgen gar nicht wusste, dass "Defiance" tatsächlich ein umgangssprachlicher Begriff ist.
Ich hab es ehrlich gesagt für einen Eigennamen gehalten und mich somit vorher noch nie gefragt, ob man das Wort übersetzen kann.
Bis ich zum Frühstückskaffee heute morgen mal Google Translate damit gefüttert habe, einfach so, weil mir gerade langweilig war. Spät, aber doch!
Und siehe da ... es spuckt eine sinnvolle Übersetzung aus!

Für alle, die ähnlich englisch-dummy-artig durch die Landschaft tingeln und es bisher auch nicht für nötig gehalten hatten, dem Namen des Spiels mal auf den Zahn zu fühlen: "Defiance" bedeutet "Trotz"!

Ach, du meine Güte!
Echt jetzt?
Soviel Kreativität am Rande des blanken Sarkasmus hätte ich den Machern des Games gar nicht zugetraut.

Da bleibt mir nur noch, mich schmunzelnd einzuloggen und die nächste Runde Massenmord zu zocken.
Jetzt erst recht!

DeepThought
10-12-2017, 06:04 AM
Mister X - Tag 60

Zu absolut unchristlichen Nachtzeiten sind so wenige Spieler in Paradise unterwegs, dass es an ein Wunder grenzt, überhaupt jemandem zu begegnen. Und noch verwunderlicher ist es, wenn man mehrere Nächte hintereinander immer wieder dem selben Avatar über den Weg läuft. Zwar ist die Welt von Defiance grundsätzlich nicht übermässig gross, sodass man mit der Zeit bemerkt, dass man immer wieder mit den selben Charakteren in die grossen Schlachten zieht, aber abseits von spektakulären Archenfällen oder Volge-Schwärmen sieht man auch von diesen Leuten nicht oft jemanden.
Umso faszinierter bin ich von dem Umstand, dass mir nun schon seit fast einer Woche immer wieder der selbe Mitspieler an allen möglichen Orten unterkommt. Und zwar grundsätzlich nur zu nachtschlafenster Stunde, zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens.
Nennen wir ihn ganz einfach "Mister X", um die Anonymität zu gewährleisten.

Mister X sah ich zum ersten Mal, als ich gerade in eine Hellbug-Hatz eingestiegen war. Das Game hatte uns in die selbe Expedition gesteckt, sein EGO-Level lag zu diesem Zeitpunkt nur rund 50 über meinem. Automatisch waren wir in eine Gruppe zusammengewürfelt und links oben zeigte mir der Bildschirm an, dass er Gruppenführer war. Wie das nunmal so ist, wenn man im selben Dungeon landet, kämpft man sich eben gemeinsam durch. Und zu zweit sind die Chancen gegen den Endgegner auch realistisch genug, um ihn kleinzukriegen.
Von Tier 15 bis 18 fochten wir fast eineinhalb Stunden lang miteinander.
Und wir waren erstaunlich effektiv.
Beim Beute verkaufen nach der erfolgreichen Expedition warteten wir am Teleporter aufeinander, stiegen wieder ein und drehten die nächste Horrortrip-Runde gemeinsam.
Bis wir dann an Tier 18 heillos scheiterten und sich unsere Wege wieder trennten.

Jedoch: Die restliche Nacht blieben wir in der Gruppe vereint.
Soll heissen: Keiner von uns beiden stieg aus.
Erst gegen sechs Uhr morgens verschwand er.
Ein erstaunliches Randdetail: Obwohl ich mehrmals im Gruppenchat geschrieben hatte, antwortete er nie.
Auch nicht auf Fragen.
Allerdings musste er meine Worte gelesen haben, denn er reagierte verzögerungsfrei auf meine Vorschläge zum taktischen Vorgehen.

In der folgenden Nacht war ich gerade damit beschäftigt, das Umfeld eines selbstgemachten Archenbruches zu säubern, um Zutritt zum Schiff zu erhalten, als plötzlich ein anderer Spieler zu mir stiess.
Lächelnd nahm ich zur Kenntnis, dass Mister X wieder mit mir in den Kampf gezogen war.
Und nicht nur das: Er sandte mir auch eine Gruppeneinladung zu, die ich gerne annahm.

Nach dem Abwickeln des Archenbruches machte ich mich zu Fuss auf den Weg Richtung Überführung, was vom tiefsten Süden San Franciscos aus ein ziemliches Stückchen war.
Mister X folgte mir in dieser zweiten Nacht allerdings.
Und auf der gesamten Wegstrecke trugen wir jeden Kampf, auf den wir stiessen, gemeinsam aus.
Strassensperren, den Sutro Tower, Hellbug-Nester.
Das zog sich ziemlich in die Länge und als wir endlich am Ziel angelangt waren, hatte sich mein Inventar mit massenhaft Beute gefüllt, die ich nun verkaufte.
Kaum damit fertig nahm ich erstaunt zur Kenntnis, dass Mister X immer noch hier war, immer noch in der Gruppe mit mir verweilte und keine Anstalten unternahm, eigenständig weiterzuspielen.
Abermals versuchte ich über mehrere Stunden hinweg immer wieder mit ihm in verbalen Kontakt zu treten, aber er schwieg beharrlich.
Ein Grosser Archenfall, eine Volge-Überfallserie, die Sutro-Bäder ... bis sieben Uhr früh blieben wir Kampfgefährten und Gruppenkameraden.
Bis er erneut wortlos verschwand.

Seit sechs Nächten machen wir nun schon gemeinsam die Terraforming-Landschaften unsicher.
Wir kämpfen und sterben miteinander, wir beleben uns gegenseitig wieder, wir teilen uns Munitionsspikes und Archenfälle, wir decken uns Rücken an Rücken kauernd, wenn wir eingekesselt werden, wir shoppen zusammen bei den Händlern, wir spendieren uns gegenseitig Archenbrüche, durch die wir uns Seite an Seite eine blutige Schneise schlagen, wir fahren mit den Quads zu den interessanten Ereignissen und mischen zusammen Strassensperren auf ... in Summe schon mehr als 20 Stunden haben wir miteinander verbracht.
Freundesanfragen haben wir uns jedoch keine zugesandt.
Wir laufen uns einfach jede Nacht meist zwischen 00:00 und 01:00 Uhr irgendwo über den Weg und bleiben dann zusammen.
Mal lade ich ihn in eine Gruppe zu mir ein, mal ist er schneller.
Und Mister X hüllt sich konsequent in geheimnisvolles Stillschweigen.

Ich muss an dieser Stelle aber ein ehrliches Geständnis ablegen:
Schon gegen halb zwölf jede Nacht werde ich ein wenig hibbelig.
Und spätestens ab Mitternacht sprinte ich auf jeden violetten Punkt zu, den ich auf der Minimap ausmache.
Fast immer ist er es.
Sonst ist ja sowieso kaum jemand unterwegs.

Ich weiss schon gar nicht mehr so richtig, was ich eine ganze Nacht lang mache sollte, wenn er mal nicht auftaucht ...

DeepThought
10-12-2017, 10:49 AM
Es ist schön, reich zu sein - Tag 60

Seit ich mit den Expeditionen eine goldene Nase verdiene, lebt es sich viel leichter als Archenjäger.
Vorbei die Zeiten, als ich jeden Scrip einzeln umdrehen musste, den Mods bei den Händlern nur sehnsüchtig in die Beschreibung gucken konnte oder jede Waffe, die ich nicht unbedingt benötigte, sofort verkaufen musste.
Permanent mit einem sechsstelligen Betrag im Scrip-Zähler durch die Lande zu tigern macht alles so viel erträglicher.

Für knappe 3000 eine Waffe zu kaufen, sie für 40 Riesen deckend hellblau zu modifizieren, zehn Minuten damit rumzuballern und dann zu dem Schluss zu kommen, dass sie mir doch nicht so zusagt, nur um sie dem nächstbesten Low-Level gratis ins Inventar zu drücken nebst einer kurzen Anleitung, wie er sie auf sein Level runterziehen kann ... herrlich ist das!
Und man hat trotzdem noch mehr als 200.000 auf der hohen Kante.

Reflexartig sammle ich allerdings nach jedem Gefecht trotzdem noch den gesamten herumliegenden Müll ein, um ihn zu verkaufen. Diese Masse an Kleinmist summiert sich auf Dauer auch zu erklecklichen Sümmchen!
Aufspalten tue ich schon lange nichts mehr, denn inzwischen hat mein Arsenal an Archenverwertung die Millionengrenze fast erreicht und ich weiss echt nicht, wohin damit.
Denn was kann man mit Archenverwertung schon tun?
Mod-Slots an Waffen verbessern für insgesamt vielleicht 75.000?
Bleiben immer noch 925.000 übrig.
Und bis ich mal wieder eine Waffe zumindest testhalber aufmodifizieren will, hab ich längst schon wieder 200.000 dazubekommen.
Wenn das so weitergeht hab ich in ein paar Monaten mehrere Millionen Einheiten an Archenverwertung.
Und da der Krempel von selber in mein Inventar hüpft, wenn ich nur daran vorbeilaufe, lässt sich der Zufluss auch nicht stoppen.
Da scheint mir ein gravierender Konzeptfehler im Game eingebaut zu sein.
Oder hab ich irgendwas übersehen?
Gibt es noch etwas im Spiel, wofür man solche astronomischen Beträge von dieser speziellen Ressource benötigen würde?

Eine ganz andere Geschichte ist die Jagd nach Archenkraft.
Aber auch hier habe ich inzwischen einen recht ansehnlichen Puffer von mehr als 150 Stück gehortet. Durch mein Konzept, vorwiegend weisse und grüne Waffen zu verwenden, lässt sich permanent mehr einnehmen, als ich ausgeben muss.
Theoretisch könnte ich es mir leisten, eine orange Knarre mitzuziehen, aber ehrlich gesagt will ich das derzeit gar nicht.
Zwar sind die Dinger wirklich spürbar effektiver, aber es besteht keine Notwendigkeit, unter Level 6k grossartige Ambitionen in das perfekte Waffenarsenal zu buttern.
Gut genug, um zu töten und Punkte zu machen ist mein Sortiment allemal.
Und mehr braucht es absolut nicht!
Wenn sich später mal die Archenkraft-Ausgaben fürs Hochleveln auf exakt Null belaufen, weil ich selber nicht mehr höher leveln kann, ist immer noch genug Zeit, um die veralteten orangen Kanonen, die ich zwischenzeitlich einfach unbenutzt im Inventar belasse, schrittweise nachzuziehen.
Falls sich dann nicht schon was Besseres gefunden hat.

Seit ich aufgehört habe, bei Ex Inanis einzukaufen, läppert sich auch mein Gulanit-Vorrat langsam zusammen. Viel trennt mich nicht mehr von der Möglichkeit, bei diesem obskuren Py'Numbra einzukaufen, der nach jedem fünften bis zehnten Strassensperren-Kampf plötzlich aus dem Nichts hervorploppt.
Wobei ich mir auch hier die Frage stelle, ob das unter Level 6000 überhaupt schon Sinn macht.

Eigentlich müsste ich ausser ein paar Klümpchen Archenkraft zum Weiterleveln in den nächsten Wochen gar nichts mehr ausgeben. Ich brauche für die restlichen rund 2000 Levels nichts Anderes mehr, als das, was ich jetzt habe.
Damit komme ich offensichtlich durch!
Und mein Vorrat an Ressourcen aller Art kann in Ruhe weiterwachsen.

Schön ist es, reich geworden zu sein.
Es mordet sich wirklich sehr viel unbeschwerter mit diesem sicheren Polster unterm Arsch.

DeepThought
10-12-2017, 10:39 PM
Animositäten - Tag 61

Es könnte gut sein, dass die Mazu-Sturmgewehre eigentlich recht gute Waffen wären.
Das werde ich allerdings niemals herausfinden.
Denn ich weigere mich beharrlich, sie zu verwenden.
Und zwar nur und ausschliesslich aus einem einzigen Grund: Sie gefallen mir nicht. Rein optisch!
Damit hat sich deren Benutzung für mich vollständig erledigt.
Denn ich fühle mich extrem unwohl, wenn mein Avatar mit einem Gegenstand um sich ballert, dessen Anblick mehr an eine Wasserpistole vom Jahrmarktstand denn an eine Waffe erinnert.
Das Druckluftgewehr stellt infolgedessen bereits einen haarigen Grenzfall dar.
Nur etwas mehr Orange in seiner Farbgebung und es wäre für meine gehobenen Ansprüche definitv nicht mehr tragbar gewesen.

Das selbe Problem der optischen Grenzwertigkeit habe ich auch mit den Massenkanonen.
Die Dinger sehen aus, als hätte sie ein amokschraubender Mechanikerlehrling im Vollsuff aus einem Unfallwagen ausgebaut.
Die Schwarmkanone ist vom Design her viel eher mein Fall.
Der Nachteil ihres so viel geringeren Minimalschadens jedoch zwingt mich leider regelrecht zur Benutzung der verhassten Konkurrenzprodukte.
Deswegen mache ich in dem einen einzigen Fall widerwillig eine Ausnahme!

Es gibt aber mehr als genug Knarren im Spiel, die aus verschiedensten völlig irrationalen Gründen für mich überhaupt nicht in Frage kommen.
Infektoren zum Beispiel sind so ein Fall!
Ich benutze kein Gerät, das krabbelnde Käfer um sich schmeisst und dem Getroffenen das Aussehen eines Senfgasopfers verleiht.
Sowas ist keine Waffe!
Das ist ein international geächtetes Kriegsverbrechen!
Und was die Spiker betrifft ... ein Ding, das fatal an die wirr zusammengeklebten Eingeweide eines ausgeschlachteten PCs erinnert und zudem einen flackernden, sich krümmenden Blitzstrahl in eine willkürliche Richtung entsendet soll eine Waffe darstellen?

Eine Schusswaffe erzeugt beim Betätigen des Abzuges ein lautes Geräusch - vorzugsweise einen dumpfen Knall, aber das ist verhandelbar - und stösst aus dem vorderen, offenen Ende eines breitwandigen Rohres mindestens ein Projektil aus, das sich in möglichst gerader Flugbahn mit hoher Geschwindigkeit in die Richtung bewegt, in die besagte offene Seite gehalten wird.
Etwas, das sich gravierend anders verhält als dieser Defintion entsprechend wird von mir nicht als Feuerwaffe anerkannt und somit nicht zum Töten benutzt.
Punktum!
Ja, da bin ich ein bisschen konservativ!

Beim Inspizieren diverser 6000er, denen ich begegnet bin, musste ich zu meiner grossen Enttäuschung feststellen, dass ein beträchtlicher Teil der Jackpot-Waffen im Spiel ebenso meinen designtechnischen Ansprüchen nichteinmal ansatzweise gerecht wird.
Das kann ja noch heiter werden, wenn ich selber auf 6k oben bin und mich für ein langfristig einsetzbares Arsenal zu entscheiden haben werde.
Denn Eines steht schonmal fest: Eine JP, die aussieht, als stamme sie aus einem vergammelten Kaugummiautomaten am Bahnhof kommt mir garantiert nicht ins Inventar!

Mitnichten ist es aber nur so, dass ich bestimmte Waffen aufgrund von rein optischen Aspekten kategorisch ablehne.
Es gibt auch den umgekehrten Fall: Dass Waffen dermassen gut aussehen, dass ich sie trotz aller sonstigen Widrigkeiten dennoch benutze!
Das Paradebeispiel dafür stellt das Volge Aufklärungssturmgewehr dar.

Nüchtern betrachtet gibt es nahezu keine Gefechtslage, in der sich diese Kanone wirklich bewährt.
Im Nahbereich - wie zum Beispiel im Häuserkampf - ist die Eigengefährdung durch ihre explodierenden Projektile zu gross.
Auf grössere Distanzen aber sind die ausgestossenen Strahlen zu langsam, sodass der notwendige Vorhalt beim Feuer auf bewegliche Ziele zu schwer einzuschätzen ist.
Ihre Kadenz, ihre Magazinkapazität und der angerichtete Schaden sind jeweils nicht hoch genug, um sie für unterdrückendes Sperrfeuer auf mittlere Entfernung effektiv benutzen zu können.
Und trotz ihrer ziemlich ausgeprägten Präzision stellt das mangelnde Tempo der Geschosse ein Hindernis dar, das sie für den Einsatz als Explosiv-Sniperwaffe nur und ausschliesslich zur Gefechtseröffnung mittels Einzelschuss auf stillstehende Gegner geeignet macht. Sobald die Angegriffenen beginnen, hektisch durcheinanderzurennen, trifft man damit nur noch zufällig.

Man kann es drehen und wenden, wie man will ... das Ding ist nahezu unbenutzbar!
Aber es sieht so dermassen geil aus, dass ich nicht umhin komme, es bei jeder Gelegenheit zumindest für ein paar Schüsse zur Anwendung zu bringen.

Tja!
Seien wir mal ehrlich: Irgendwelche kuriosen Animositäten hat doch jeder Mensch aufzuweisen!
Das sind eben meine!

DeepThought
10-13-2017, 11:58 AM
Manna vom Himmel - Tag 61

Die folgende Geschichte ist schon einige Wochen her und so eigenartig,... die glaubt mir eigentlich niemand.
Aber sie ist trotzdem wahr!
Zu dieser Zeit war ich noch so ein Noob, dass mir die wirklich einzigartige Besonderheit des Vorfalles überhaupt nicht ins Auge stach. Erst, seit ich bemerkt habe, dass sich solch ein befremdlicher Vorgang seither nie mehr wiederholt hat, bin ich ins Grübeln gekommen.
Damals aber nahm ich dies lediglich erfreut zur Kenntnis und ordnete das Geschehen unter "bisher noch nicht entdeckte Eigenheiten des Spielablaufes" ein. Und selbstverständlich ging ich auch davon aus, dass es sich um etwas ganz Normales gehandelt haben würde, mit dessen erneutem Auftreten über kurz oder lang fix zu rechnen wäre.

Dass es gelegentlich einfach so und ohne irgendeinen erkennbaren Grund plötzlich einen absolut willkürlichen anmutenden Scrip-Betrag in mein Inventar schneit, ist mir inzwischen geläufig.
Man steht nichtsahnend auf einem Hügel im Sonnenschein, betrachtet die Umgebung durch das Zielfernrohr der Scharfschützenwaffe und überlegt, ob man zufällig Lust verspürt, den Volge dort unten an der Strasse ordentlich die Fresse zu polieren oder ob man nicht lieber doch einen Gulanier in den Sand der Terraforming-Wüste radieren würde, da macht es plötzlich ohne irgendeinen ersichtlichen Anlass zwei mal kurz hintereinander "Pling!" und links unten am Bildschirm wird man darauf hingewiesen, dass man soeben einmal 21 und einmal 18 Scrips aus dem Nichts erhalten hat.
Wie eine Steuerrückzahlung vom Finanzamt vielleicht oder der Lottogewinn für den Dreier vom letzten Wochenende, der nun endlich überwiesen wurde und nichteinmal die Kosten des Spieleinsatzes abdeckt.

Selbiges ereignet sich ohne erkennbare Systematik mit Gulanit.
Auch davon tauchen sporadisch völlig willkürliche Summen einfach so auf und fallen mir in die virtuelle Tasche.
Ich nehme das in Folge meiner kompletten Ratlosigkeit hinsichtlich der Ursachen dieser überraschenden Beschenkung dankbar hin und gehe zur Tagesordnung über.
Ist eben einfach so!
Und es gibt wirklich Schlimmeres, das ich zu erdulden habe.

An einem ganz normalen Tag in Paradise, als ich noch etwa um EGO-Level 800 herumdümpelte, geschah allerdings das, was ich soeben beschrieben habe mit Archenkraft!
Und zwar angesichts der sonstigen Seltenheit dieser Ressource mit einem äusserst erklecklichen Betrag: Nämlich satte 50 Stück!

Ich befand mich gerade in der Nähe des Kinship-Plaza und hatte dort die Gefangenenbefreiung zum bestimmt bereits siebenundzwanzigsten Mal durchgezockt. Nur ein paar Meter weiter prügelte ich mich dann noch mit einem Hellbug-Monarchen, weil an dem dortigen Spawnpoint ein Auftrag der Klasse "Ein neues Paar Gene - Erledige den Monarchen" aufgetaucht war.
Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich beim Angriff auf so eine Bestie noch um ein äusserst gewagtes Unterfangen, das ebensogut kräftig ins Auge gehen konnte. In diesem damals noch sehr seltenen Fall aber machte ich den Mistkäfer mit beinahe professioneller Leichtigkeit zu Brei und zog befriedigt von dannen, um mir die nächste sinnlose Prügelei aufzuhalsen.

Weit war ich noch nicht gekommen und seit dem Töten des Käfers waren kaum mehr als vielleicht dreisssig Sekunden verstrichen, da plötzlich - ich befand mich gerade mitten auf der völlig leeren Strasse - ertönte eben dieses weiter oben beschriebene "Pling!" und ich wurde schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich soeben 50 Stück Archenkraft erhalten hatte.

In diesem Stadium meiner Archenjäger-Heranreifung war ich über die praktische Nutzwirkung dieser Ressource bereits ausreichend informiert, um mir echt einen Ast abzufreuen, denn mit dieser Summe konnte ich so ziemlich alle Waffen, die im Level hinterherhinkten, problemlos nachziehen und hatte trotzdem noch einen passablen Restbetrag übrig.
Mehr aber dachte ich mir zum damaligen Zeitpunkt nicht.

Erst rund eine Woche später begann ich mich zu fragen, ob das vielleicht zufällig wieder passieren könnte, denn seither hatte es nie wieder Archenkraft vom Himmel geregnet.
Und noch eine runde Woche später hatte ich schon damit begonnen, abergläubisch zu werden.
Die Tatsache, dass ich kurz vor diesem unverhofften Segen einen Hellbug-Monarchen eingestampft hatte drängte sich mir als potentiell ursächlicher Grund für die erfolgte Beschenkung auf.
Hatte es daran gelegen?

Die Folgen dieser Überlegung sind in meinem Verhalten immer noch zu beobachten.
Konditioniert wie der legendäre Pawlowsche Köter falle ich seit jenem Tag gnadenlos über jeden Hellbug-Monarchen her, der den Fehler macht, mir über den Weg zu laufen.
Nach erfolgter Schlachtung verharre ich für einige Augenblicke in andächtiger Untätigkeit und warte auf das sehnlich erhoffte "Pling!".
Doch leider ... ich habe es in diesem Kontext und mit diesem Ergebnis seither nicht mehr vernommen.

Manchmal richte ich in solchen Momenten den Blick zum Himmel über Paradise, schicke ein Stossgebet ins Nirgendwo und hoffe auf die Gnade der KI-Götter im tiefsten Inneren des Game-Engines.
"Herr!" denke ich dann nicht selten bei mir, "Hab Erbarmen mit Deinem untertänigen Auftragskiller! Lass es doch endlich wieder einmal Archenkraft-Manna vom Himmel regnen!"

Der Herr aber lächelt nur wissend und lässt mich verwirrt im Wüstensand stehen.
Archenkraft aus dem Nichts habe ich nie wieder bekommen ...

P.S.: Empfohlener Soundtrack zum Lesen dieses Tagebucheintrages ...
R.E.M. - Losing my Religion

DeepThought
10-14-2017, 05:52 AM
Die Rache der Hellbugs - Tag 62

Mir ist heute was richtig Übles passiert.
Bei einem belanglosen kleinen Archenfall ... einer Hellbug-Zerstörung.
Und zwar so einer, wo man zwar laut Anweisung am oberen Bildschirmrand den Kristall zerstören soll, wo aber irritierenderweise gar keiner steht.
Eigentlich ploppen bei diesen Ereignissen nur Hellbug-Jäger aus dem Boden und das im Normalfall, bis der rückwärts zählende Timer abgelaufen ist.
Keine wirkliche Bedrohung also.
Maschinenpistole und Schwert waren im Loadout geladen.
Ein zweiter Spieler war ebenfalls vor Ort, der mit einer Auto-Schrotflinte schoss.

Minutenlang metzelten wir zu zweit die kleinen Käfer dahin, als plötzlich etwa zwei Minuten vor dem Ablaufen des Timers schlagartig eine gigantische Menge an Hellbug-Kriegern und -Schützen praktisch gleichzeitig aus dem Boden sprangen.
Ich kann keine auch nur annähernd konkrete Zahl nennen, weil binnen Sekunden das gesamte Sichtfeld voll war.
Es müssen in Summe Dutzende gewesen sein.

Die Krieger schlossen mich so rasch ein, dass ich weder vor noch zurück konnte.
Die Schützen trommelten ihre Geschosse dazwischen und mein Avatar wurde deckend mit Hieben und Explosionen zugepflastert, sodass ich nach dem Entleeren des Magazins nichteinmal mehr nachladen konnte.
Kurz nahm ich noch wahr, dass auch der zweite Spieler chancenlos überrannt wurde, dann kratzte mein virtuelles Mädel das erste Mal ab.
Nach der Selbstwiederbelebung dauerte es keine zwanzig Sekunden bis zum zweiten Tod.
Erst die Extraktion beendete das Desaster.

Ich nehme nicht an, dass der andere Spieler das Ganze überstanden hat.
Es waren einfach zu viele.
Selbst ein 6000er hätte das nicht mehr in den Griff bekommen können.

Das nenn ich mal eine echte Überraschung.
Die Rache der Hellbugs hat wirklich gesessen ...

DeepThought
10-15-2017, 02:32 AM
Nope! - Tag 63

Es gibt drei Dinge in Defiance, die ich echt nicht ausstehen kann:
6k-ler, die mir meinen selbst vom Himmel geholten Gulanier-Archenbruch versauen.
Leute, die nur mit der Massenkanone rumballern.
Und Typen, die sich in einem Feuerkampf nur hüpfend bewegen.

Natürlich ... gleich die allererste Aktion heute morgen nach dem Einloggen war ... Bingo!
Ein 6000er, der in meinem - MEINEM! - selbstgemachten Archenbruch mit der Massenkanone wie ein tollwütiges Karniggel herumhoppelte!

Schon als die ersten Gefechte ausserhalb des abgestürzten Schiffes begannen, tauchte er auf.
Entsprechend wurde es gleich vor der Tür dezent hektisch für mich. Es ist doch ein grosser Unterschied, ob man jeden Mutanten oder Revenant mit einer Drei-Schuss-Salve aus den Stiefeln hacken kann oder ihm jeweils ein halbes Magazin reinpumpen muss.
Mit hellblauem VOT Druckluftgewehr und grüner Needler-Maschinenpistole ausgerüstet hatte ich also einen Konkurrenten am Hals, der mit seiner orangen JP-Massenwumme loslegte.
Ne, Jungchen!
So mal bestimmt nicht!
Herausforderung angenommen!

Drinnen im Schiff hatte ich ein paar Sekunden Vorsprung.
Und die wusste ich zu nutzen!
Bis er endlich nachgekommen war, hatte ich in der ersten Kammer schon fast fertig aufgeräumt und musste nur noch einen Minigun-Schützen und das Kommunikationsmodul loswerden.
Die zwei Minigun-Mutanten, die dann den Durchgang blockieren, gehörten auch mir. Nur bei den beiden daraus entweichenden Revenants konnte er ein paar Mal mit draufhalten.

Nach weiss-der-Geier-wie-vielen Gulaniern hab ich den Ablauf da drin schon im kleinen Finger. Sogar eine ideale Laufroute durch die zweite Kammer habe ich schon entwickelt, bei der man auf kürzestem Weg zuerst an allen relevanten Feinden vorbeikommt, die schon da sind, als auch rechtzeitig zum Muni-Container vorstossen kann, bevor die grosse Spawn-Welle losgeht.
Die Kommunikationsdinger nehme ich dann noch im Vorbeigehen mit.
Um schliesslich die Tür zur Haupthalle zu öffnen muss man ja ganz nahe an eben diese ran.
Er aber stand nur dumm da und wartete, keine fünf Meter von dem kleinen rautenförmigen Marker entfernt, dessen Erreichung die Pforte triggert.
Na Du bist mir ja der Richtige!
6000 Levels und dann weisst Du noch nichtmal, wie man da reinkommt?

Die nächste Kopfschüttel-Nummer legte er dann beim Auftauchen des Gulaniers selbst hin, denn er begann sofort, auf diesen zu schiessen.
Das war ihm also auch nicht geläufig!?
Ich weiss inzwischen schon ganz exakt, in welcher Sekunde ich den Abzug durchziehen muss, damit die Projektile präzise in dem Augenblick im Ziel einschlagen, wo man dem Hauptgegner zum ersten Mal Schaden zufügen kann. Wenn es gut läuft, hacke ich dem Guli schon gute 10% vom Gesundheitsbalken, bevor er das erste Mal wegteleportiert.

Wie nicht anders zu erwarten hüpfte der Knabe nur konfus durch die Halle und tackerte die Gegend so mit seinen grell leuchtenden Geschossen zu, dass er vermutlich selber nicht mehr sah, wo überhaupt ein Zielobjekt war und wo nicht. Mir fiel jedenfalls schnell auf, dass er nach dem Ausschalten eines Gegners noch immer in die Richtung ballerte, wo schon längst nichts mehr zum Abballern war.
Ich drehte nur meine übliche Runde, pustete die erste Welle an Feinden über den Haufen, stiess dann zum Hausherren vor und gab dem mit aufgeschalteter Überladung Saures, bis die zweite Welle zu spawnen anfing.
Schlussendlich gab ich dem Guli noch den verdienten Rest und das war's dann gewesen!
Nicht ganz sieben Minuten!
Das ist akzeptabel, wenn man bedenkt, dass die Ziele wesentlich mehr Munition schlucken konnten, als üblicherweise.

Als dann beim Verlassen der Arche das Missionsfenster aufploppte, befiel ein breites Grinsen mein Gesicht:
Mehr als 120 Abschüsse, alle 4 Stück Archenkraft und er hatte es auf gerade mal 52 Kills bringen können.

Tja, Jungchen!
Massenkanone und Gummiballtaktik sind eben nicht überall die passende Antwort!
Aber wenn Du irgendwann mal kapiert hast, wie man eine Tür öffnet, fällt Dir vielleicht auch das noch auf!

Ich seh schon!
Heute ist ein guter Tag zum Archen jagen!

DeepThought
10-15-2017, 03:51 AM
Goodbye, my Love - Tag 63

Man glaube es kaum ... ich habe mich von jener Waffe getrennt, die mir seit dem dreistelligen Levelbereich treue Dienste erwiesen hat: Mein weissnamiger FRC Bolt Action Repetierer musste einem Nachfolger weichen.
Dem selben Modell in grün!
1700 Punkte mehr Schaden waren das überzeugende Argument.
Und da ich seit dem vollständigen Ausfüllen meines EGO-Rasters spürbar sehr viel langsamer hochleveln kann, habe ich auch mehr Zeit, um Archenkraft anzusammeln.
Also kann ich mir das kostspieliger hochzuziehende Gerät auch leisten.

Es war ein historischer Moment, als ich den Rechtsklick auf diesen langwierigen Weggefährten ausführte, die Funktion "Mods abrufen" ansteuerte, kurz noch in sentimentalen Gedanken verharrte und schliesslich das Unvermeidliche tat.
Man fühlt sich dennoch wie ein Verräter in so einem Augenblick!
Da geht sie hin, die Liebe meines bisherigen Archenjäger-Lebens!
Ruhe in Frieden, mein edler Freund!
Das Ende des Krieges ist für Dich nun gekommen.

Doch sei versichert: Der Geist Deiner grausamen Taten lebt in den vier Mods weiter, die Dich zu dem gemacht haben, was Du für mich warst. Und die jetzt Deinem Nachfolger jenen Glanz verleihen, den Du ihnen hart erarbeitet hast!
Mit Würde und Ehre wird Dein Erbe für Dich weitermorden.
Und mit jeder Kugel aus seinem orangen Lauf - der einst Deiner war - wird die Erinnerung an Dich ins Gesicht des Feindes getragen werden!
Du bleibst auf ewig unvergessen!

Mögest Du in seligem Frieden ruhen!

DeepThought
10-15-2017, 09:14 AM
Noverkill - Tag 63

East Shore Docks, irgendwo auf dem hinteren Turm oben.
Jetzt wird es verdammt eng!
Der Ansturm an 99ers ebbt noch immer nicht ab.
Schuss um Schuss gebe ich ab, immer wieder muss ich mich hinter die Sichtkante zurückziehen.
Ich kann nicht im Feindfeuer nachladen, dafür brauche ich Deckung.
Die haben schon einmal getroffen.
Wenn ich mir noch eine zweite Kugel einfange, ist Feierabend.
Die Munition wird knapp.
16 Schuss noch für die Sniper.
Wenn die aus sind, muss ich da runter und mich zur Munitionskiste vorkämpfen. Das überleb ich nie und nimmer.
Verdammt, wird das knifflig.
Vielleicht kann ich mit den Handgranaten noch ein paar abfangen, aber das wird haarig. Dafür muss ich sie gefährlich nahe ran lassen.
Hoffentlich schiesse ich nicht mehr zu oft daneben, sonst geht sich das nicht aus...

Was sich liest, wie die Todesängste eines Noobs in seinen ersten Tagen als Archenjäger, ist mein neuestes Hobby.
Ich nenne es "No Overkill Combat" oder einfach "Noverkill".
Der Clou dabei:
Man macht sich so schwach und verwundbar wie möglich und zockt die eigentlich komplett simplen und auf Level 4000+ schon völlig belanglos gewordenen Missionen durch.
Wie zum Beispiel die Geiselbefreiung an den East Shore Docks.

Da sowieso an jedem Tag Dutzende weisse Waffen und Mods droppen, baut man sich eben ein richtig mieses Waffenarsenal zusammen, konfiguriert sich einen Loadout-Slot ohne Cyberrig, ohne Schutzschild und mit ... zum Beispiel ... einem weissen FRC Schnellrepetierer mit vier weissen Mods dran, einer HP-6 Wolfhound, ebenfalls komplett weiss und wirft sich in die Schlacht. Wenn dann plötzlich jeder Gegner mindestens zwei saubere Kopfschüsse aus der Sniper braucht oder erst nach einem kompletten Magazin aus der Pistole wirklich liegt, wird der Kampf absolut brutal.
Vor allem die eigene Verwundbarkeit ohne Schutzschild ist die reinste Hölle!
Man muss derartig vorsichtig agieren und stirbt nervlich tausend Tode dabei.

Es wurde schon stinklangweilig, durch diese Kleinkrammissionen durchzumarschieren wie ein Kampfpanzer und jeden Gegner mit ein, zwei Schuss ins Grab zu pusten, während die Feindwaffen meinen Schild nichteinmal zum Zucken brachten.
So völlig ohne jedes Risiko durchkommen zu können, auch wenn man hundert Mal getroffen wird inzwischen ... das ist kein echtes Spielvergnügen mehr.
Und man hat nicht das Gefühl, sich den Loot wirklich noch verdient zu haben.

Wenn allerdings in so einer Lage ein 6000er vorbeischneit, ist Ende der Fahnenstange.
Dann muss man schnell auf einen Loadout wechseln, in dem man das Overkill-Arsenal aufbewahrt.

Solltet Ihr also mal mitten in der Wildnis auf mich stossen und beim Inspizieren feststellen, dass ich ausgerüstet bin wie für 'nen Campingurlaub, ... Nein! Ich habe nicht den Verstand verloren!
Ich hol mir nur 'ne satte Dosis Adrenalin zum Frühstück!

DeepThought
10-15-2017, 11:03 PM
Montag Morgen im Paradies - Tag 64

Was denkt man sich schon gross, wenn man an einem Monatg Morgen um sechs Uhr einloggt?
Man erwartet einen ruhigen Wochenbeginn und wenig Verkehr in Paradise, würde ich sagen.
Aber da bin ich an diesem speziellen Montag Morgen wohl am komplett falschen Dampfer.

Schon beim ersten Schluck Kaffee hetzt mich ein Volge-Überfallskommando aus der Überführung und kaum bin ich in den Sutro-Bädern endlich mit ihnen fertig, wollen die EXL-Hellbugs aufs Maul. Zwischendurch schnell ein kleiner Archenfall, den irgendjemand vom Himmel geholt hat, aber gleich danach weiter zum Monolithen-Schrotten, bevor der nächste EXL schon nach mir verlangt.
Mein Kaffee wird kalt, die Schokolade auf den Lebkuchen weich, meine Knarre glüht und mein Inventar geht über vor Beute, weil ich nichtmal zum Ausmisten und Verkaufen komme zwischendurch.
Und überall Archenjäger!
So viele Leute hab ich um so eine Uhrzeit hier noch nie entdecken können.
Haben die alle Urlaub oder wie?

Und an jeder Ecke macht auch noch die Dunkle Materie Ärger.
Die Jungs sind erstaunlich umtriebig für so eine Tageszeit.
Das ganze Wochenende haben die nicht so 'nen Rabatz geschlagen, wie in den zwei Stunden zwischen sechs und acht heute.
Offensichtlich haben die sehr konkrete Arbeitspläne umzusetzen.
Und sind ziemlich motiviert in die Frühschicht gestartet.

Eigentlich wollte ich ja ungestört die Dailys von heute abarbeiten, aber da komm ich echt nicht dazu.
Nur schnell ein paar Zeilen tippen, noch 'nen Schluck kalten Kaffee ... aber da schrillen schon wieder die Alarmglocken.
Menno!
Hat man denn nie seine Ruhe?
Also rasch aufs Motorpferd gehüpft und im gestreckten Quad-Galopp hinaus in die Prärie.
Hoffentlich erwisch ich die EXLs noch, bevor die anderen Archenjäger dort den Hahn zudrehen.
Will noch ein paar Schilde und Knarren abstauben.
Der Krempel ist teilweise gar nicht übel.

Stressig isses heute!
Hätt' ich nicht gedacht ...

DeepThought
10-16-2017, 01:44 AM
Level-Vollbremsung - Tag 64

Seit mein EGO-Raster bis zum Anschlag voll ist, legt mein Ava-Girlie eine Level-Vollbremsung aufs Parkett, dass die Reifen nur so rauchen. Das ist jetzt harte Arbeit, sich nach oben zu hanteln.
Nix mehr mit 450 Levels an 'nem langen Archenjägertag abstrampeln!
Jetzt muss ich schon froh sein, wenn ich zwei Mal zehn nach oben hüpfen kann in 10 bis 12 Stunden Ballereien.
Das kann ja noch ein ganz besonderes Erlebnis werden, bis die 6000 rund sind.

Aber bekanntlich hat alles auch so seine Vorteile.
Massig Zeit, um Archenkraft zu hamstern, bis die Waffen wieder hochgezogen werden wollen!
Die 250 Stück, die ich momentan schon im Tresor liegen habe, werden wohl gut und gern 300 werden, bevor die nächste Knarre nach einem Update verlangt. Denn momentan bin ich wieder vollstens aktualisiert unterwegs.
Mit viel Pech wird übermorgen mal wieder fällig, ein wenig Archenkraft zu investieren.
Bis dahin kann ich weitersammeln.

Das bedeutet:
Keine Krise mehr damit, das orange Druckluftgewehr mitzuzerren, das ich erst kürzlich von unten kommend eingeholt habe und seither mitnehme nach oben. Und das ist wohl mit grossem Abstand das gefährlichste Gerät in meinem Arsenal.
Kein Archenfall, in dem das Baby nicht die Feinde im Vorbeirennen zerfetzt.

Überhaupt kann ich jetzt nur so klotzen mit besserem Material.
Die EXL-Schilde, die ich aufgegabelt habe, sind das weithin Robusteste, was mir bisher im Spiel untergekommen ist.
Mit mehr als 14 Kilo Kapazität über 2000 Punkte höher als die schärfsten Eisenschutz- und Rhino-Schilde, die ich bislang in Verwendung hatte. Wäre jammerschade die zurücklassen zu müssen beim Emporsteigen!
Aber so ein blaues und ein violettes mitzuleveln ist jetzt echt nicht mehr das Thema!

Auch an Waffen hab ich nachgerüstet.
Sturmgewehr ist jetzt auch nicht mehr grün und demnächst suche ich mir eine gute Sniper in der Farbe Hellblau aus.
Hab ich vorher maximal 30 bis 35 Stück Archenkraft pro 100 Levels erbeuten können, schaffe ich jetzt locker 50, ohne mich gross anzustrengen. Und das ist wirklich pessimistisch eingestuft!
Vermutlich geht da noch viel mehr, wenn ich mich bemühe!

Dann leveln wir eben langsam weiter.
Dafür aber umso besser ausgerüstet ...

DeepThought
10-16-2017, 06:34 AM
Es hat nicht sollen sein - Tag 64

Es gibt Missionen hier im Spiel, die sind einfach traumhaft, wenn man nur schnell vorhat, eine neue Knarre einzuschiessen bis zum vollen Beherrschungslevel.
Die North Point Mine ist so eine Sache!
Ein gar grauenerregendes Massaker, wo am Schluss die Toten in der Hunderterpackung zu beerdigen wären.
Wenn sie denn liegenbleiben würden und nicht verpuffen, wie Halluzinationen.
Aber ein, zwei Mal da mit 'ner neuen Wumme durchgewurstelt und schon hat sich die Kanone vollends eingelebt.
Doch irgendwie steht das Unterfangen heute unter keinem guten Stern.

Beim ersten Anlauf Crash to Desktop, einfach so aus heiterem Himmel!
Ist mir mit Defiance vorher eigentlich noch nie passiert.
Ein erstes Mal gibt es wohl immer!

Der zweite Versuch versandet in einer regelrecht absurden Lage.
Mitten unterm Sturmangriff der Raiders plötzlich ... Knarre leergeschossen, Nachladen streikt, alle Raiders stehen nur rum und gucken blöd, keiner schiesst mehr und ich kann weder Waffe mittels Mausrad wechseln noch in mein Menü mit der ESC-Taste.
Also auch nicht zivilisiert aus dem Game aussteigen.
Nur mit Strg+Alt+Entf und dem Task-Manager.

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei, also starte ich nach dem erneuten Spieleinstieg schon wieder am Beginn der Sache.
Nur drei Minuten später stehe ich an einem Bergmann, der eigentlich zu befreien wäre und kann den Knaben trotz seinem Flackern einfach um die Burg nicht aktvieren.
Damit hat sich das erledigt.

Nochmal Relog, nochmal ganz von vorne, wieder kämpfe ich mich zu den Geiseln vor, befrei die ersten vier von ihnen, da spawnen plötzlich keine Gegner mehr.
Alles mausetot ringsum und der Nachschub ist versiegt.
Was jetzt irgendwie auch blöd ist, weil ich wollte ja die Knarre glühend ballern.
Ohne Feinde aber etwas reizlos!

Zum fünften Mal erstürme ich die Mine, arbeite mich vor bis ins Bürogebäude, wo der Techniker und sein Kollege zu befreien sind, da klemmt zum zweiten Mal das Nachladen und das Waffenwechseln.

Na gut!
Dann nicht!
Schiess ich die Kanone eben am Sutro Tower ein.
Und wenn es auch dort nicht klappt, verkauf ich sie ganz einfach wieder.
Dann hat es wohl nicht sollen sein!

DeepThought
10-16-2017, 09:16 AM
Space Invaders - Tag 64

Heute passieren lauter schräge Sachen.
Stand gerade nichtsahnend tief im Gelände der Eisernen Dämonen Ranch unmittelbar vor den Händlerautomaten, kramte im Inventar herum und dachte mir nichts dabei, ... plötzlich wird auf mich geschossen.
Raus aus dem Menü sehe ich vier Volge-Soldaten über den Zufahrtsweg vom südlichen Tor herauf auf mich zumarschieren und aus allen Rohren feuern. Dahinter stapft sogar ein Bomber nach, der gerade durch das Tor kommt.

Einen kurzen Feuerkampf später des Rätsels Lösung: Ein EGO-Level-173-Mädelchen hat eine Volge-Strassensperre vor dem Tor nicht unter Kontrolle bekommen und sich panisch auf das Gelände der Ranch zurückgezogen.

Glück gehabt, Mäuschen!
Ausser mir war sonst gerade niemand da!
Das hätte auch daneben gehen können ...

DeepThought
10-17-2017, 06:03 AM
Er ist wieder da - Tag 65

Heute morgen hab ich mal gerechnet.
Wenn ich den "Herrscher des Universums" - den ich aufgrund von Archenkraft-Mangel auf Level 2460 zurücklassen musste - jetzt hochziehe auf 4060, kostet mich das fast alles an Archenkraft, was ich habe. Andererseits levelt mein Ava jetzt so langsam, dass ich recht reale Chancen habe, bis zum nächsten notwendigen Update mehr als genug wieder reinzubekommen.

Lange habe ich gehadert mit der Entscheidung.
Bis ich sie gefällt habe: Er ist wieder da!
Meine erklärte Lieblingswaffe fürs Grobe hat sich zurückgemeldet.
Und weil ich dann sozusagen die Ex Inanis Kanonier-MPi, die vorübergehend als Ersatz dienen musste, nicht mehr benötige, heb ich die für jemanden auf, der sie vielleicht haben will.
Ist kein schlechtes Gerät und mit ihrer Hilfe habe ich in nicht wenigen Situationen überraschend doch noch recht passabel abgeschnitten.
So mancher Warmaster hat sie ebenso zu spüren bekommen, wie diverse Volge, Monolithen und anderes unnötiges Getier.
Und immer wieder habe ich mich umgeben von 6000ern in den grösseren Gemetzeln auf die vorderen Ränge bomben können mittels dieser Waffe.

Der Herrscher ist jetzt neu mit Mods bestückt - alle hellblau, vorher waren sie noch grün - und zu neuem, diabolischem Tatendrang erwacht. Und um einerseits den Grundstock für einen neuen, sicheren Archenkraft-Polster zu legen als auch meine heissgeliebte Haudrauf-Waffe wieder vom Rost zu befreien, habe ich zwei Mal hintereinander Alamo bis 200k XP durchgezogen, was 30 Stück AF reinbrachte und nicht wenig Beute und Geld.

Ein herrliches Gefühl, dieses Geschütz wieder ausgemottet zu haben.
Schön, dass es wieder zurück im Schlachtengetümmel ist.
So lässt sich's wirklich leben und töten ...

Nachtrag betreffs Level-Vollbremsung:

Vor diesem schlagartigen Knick nach unten im Aufstiegstempo bin ich während einem Alamo-Durchgang drei Mal zehn Levels nach oben gesprungen. Jetzt habe ich mit zwei Mal durchziehen gerade mal die Hälfte des gelben Balkens am unteren Bildschirmrand gefüllt.
Das würde also bedeuten, dass ich vier Mal durch Alamo müsste bis zum vollen 200.000 Punkte-Anschlag, um einmal zehn Levels aufzusteigen.
Oder anders gesagt: Ich klettere jetzt 10 bis 12 mal langsamer empor als vorher.
Was rein rechnerisch wiederum bedeutet, dass ich auf 100 Levels zwischen 300 und 400 Stück Archenkraft reinbringen könnte.
Heilige Katzenkacke!
Theoretisch könnte ich mein gesamtes Waffenarsenal jetzt auf Orange umstellen und würde immer noch nicht alles verbrauchen, was ich erwirtschaften kann.
Ein dreifach Hoch dem Slow-Leveling!

DeepThought
10-17-2017, 08:45 AM
White Trash - Tag 65

Was ich gerade heute abgezogen hab, glaubt Ihr mir nie.
Ich bin mit einer weissen VBI Angriffswaffe mit vier weissen Mods dran in einen grossen Dunkle Materie-Archenfall gezogen. Und ich hab nur und ausschliesslich mit dieser Waffe geschossen.
Eines der Vorgeplänkel habe ich im Alleingang abgewickelt, kein anderer Spieler stiess so weit nach Süden vor. Die balgten sich an den Orten herum, die näher an der Überführung lagen.
Ich war also von Anfang an dabei und hab vier kleine Archenfälle vor dem grossen Finale mitgemacht.

Als das Ergebnis-Fenster anzeigte, wer wie gut abgeschnitten hatte, war ich baff:
Platz 5 von 21 Spielern!

Die weissen Knarren sind echt so schlecht nicht, wie man ihnen nachsagt.
Treffen muss man eben.
Dann geht's!

DeepThought
10-17-2017, 03:38 PM
Scheiss auf die Verträge - Tag 66

Ich bin jetzt endgültig so weit, ich scheiss auf die Dailys und Weeklys.

Erstens mal hab ich nach zwei Monaten, in denen ich jeden Tag versucht hab, jeden dieser Aufträge abzuarbeiten, einen Dreck an Händler-Ressourcen dafür bekommen. Die Summen sind sowas von lächerlich, dass ich mir - wenn's hoch hergeht - mal irgendwo eine einzelne Waffen-Mod kaufen könnte.

Zweitens kann ich mir - wenn ich denn für irgendetwas dort Käufliches genug davon hab - nur Lockboxen kaufen, von denen ich keine Ahnung hab, was drin ist und wovon ich 90% sofort wieder verkaufe, weil ich sowieso nichts damit anfangen kann.

Und Drittens kann man keinen dieser Verträge abarbeiten, ohne dass ein 6k-ler angekrochen kommt und das Ganze bis zur völligen Unspielbarkeit eskaliert.
Und zwar zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit an jedem beliebigen Vertragspunkt.
Selbst um vier Uhr früh mitten unter der Woche kann man sich sicher sein, dass spätenstens zwei Minuten, nachdem man begonnen hat, ein 6000er antanzt und Gegner zu spawnen beginnen, die man nicht mehr zu Boden bringt.
Sogar auf Level 4000 bin ich immer noch völlig chancenlos.
Missionen, die an Tagen, an denen sie kein Vertrag sind, spannend und unterhaltsam zum durchzocken sind, werden für jeden Spieler unter dem Höchstlevel an den Vertragstagen plötzlich zum kompletten Alptraum.
Am Schluss krieg ich für die Mission nicht mal 'nen verfickten Keycode, weil mir der 6000er sämtliche Abschüsse wegballert.

Wozu ich mir überhaupt Waffen kaufen soll, die irgendwelche exotischen Synergien drauf haben, für die man die Mods nur in Überraschungseiern kriegt, frag ich mich sowieso.
Irgendeine Modifikation für irgendeine Waffe mit irgendeiner Synergie in einer Box ... bis ich dann die passenden vier Stück für die eine Waffe gefunden hab, kann ich drei Jahre lang Verträge abrackern und mir 200 Lockboxen kaufen, von denen 196 nichts Brauchbares enthalten.
Wollt ihr mich verarschen?

Ein paar Händler gibt es, bei denen ich mir momentan vereinzelt sinnvolle Sachen zulegen kann.
Top-Notch zum Beispiel oder Von Bach.
Aber!
Die erschwinglichen Waffen, die es dort gibt, sind allesamt hellblau, waren immer schon hellblau und werden es vermutlich auch bleiben.
Was wiederum heisst: In spätestens 1000 Level fang ich mit denen auch wieder rein gar nichts mehr an, weil ich bis dahin schon besseres violettes und oranges Material vom Boden aufsammeln kann, nachdem ich sieben Hellbugs in Fetzen gerissen habe.
Von den Expos mal ganz zu schweigen.

Der einzige Paradise Territorium Händler, bei dem es orange Mods für Waffen zum konkret und willentlich aussuchen gibt ... tja!
Da hab ich nach mehr als zwei Monaten tagtäglich zocken gerade mal 100 Stück von dieser komischen Ressource angesammelt, die man zusätzlich zu den Scrips auch noch braucht.
Und eine einzige Mod benötigt schon 210 davon!
Woher und warum ich überhaupt 100 besitze, ist mir zudem völlig schleierhaft.
Waren das Verträge?
Archenfälle?
Überfälle?
Lottogewinne?
Ich hab keinen Plan, wie und wo man an diese Dinger kommt.
Ergo: Orange Waffenmods kann ich vergessen, bis ich sie - vielleicht - in den Expeditionen auflesen kann.

Was bleibt unterm Strich?
Ex Inanis-Waffen?
Lockboxen-Blindkauf!
90% sofort zum Verwerfen. Und mit den Mods das selbe Problem.
Manchmal ist allerdings was Geiles dabei, das geb ich unumwunden zu!
Die Kanonier-MPi zum Beispiel oder die Plasmabatterie.
Die Dinger haben echt was drauf.
Allerdings muss ich mir 20 Ex Inanis Waffenboxen kaufen, um eine wirklich gute Waffe abzustauben.

Py'Numbra?
Schon besser.
Falls man ihm zufällig über den Weg läuft, wenn man was kaufen will.
Würd ich nämlich derzeit gerne, aber so oft ich ihm vorher begegnet bin, wo ich das nötige Gulanit noch nicht hatte, so selten treffe ich ihn plötzlich jetzt.
Ich seh regelrecht die Script-Zeilen vor meinem geistigen Auge:

if Player.getItemCount Gulanite001 >= 12500
PyNumbraREF.disable
endif

Oder so ähnlich zumindest.
Je nachdem welche Script-Sprache der Game-Engine versteht.
Okay, das war jetzt ein ziemlich nerdiger Modder-Witz, den nicht jeder durchschauen kann.

Einen unbestreitbaren Vorteil hat der Knabe allerdings:
Da kann ich wenigstens sehen, was ich mir kaufe, bevor ich meine Kohle zum Fenster raus schmeisse.
Gibt's halt nur selten genau das, was man gerne hätte.
Aber immerhin ... die Knarren sind schon recht knackig drauf!

Witziges Detail am Rande: Als mir dieser Py das erste Mal bei einer erfolgreich durchgekämpften Strassensperre unterkam, hab ich sofort reflexartig das Feuer auf ihn eröffnet, mit dem Hintergedanken im Kopf: "Ach Du Schreck! Ein Gulanier!"
Selber schuld!
Er hätte sich auch was Anderes anziehen können!

Tja.
Und dann eben Drop-Loot, Ausrüstungsboxen für Überfälle und Grosse Archenfälle und die Vorräte-Händler.
Alles andere kann man - so weit ich das bislang verstanden hab - so ziemlich in die Tonne kloppen.
Entweder, weil man in absehbarer Zeit sowieso nicht an die nötigen Mittel kommt, um dort einzukaufen oder weil der Aufwand, eine Waffe mit komplettem Syn-Mod-Paket zusammenzukratzen, schlicht und ergreifend zum Ausflippen ist.

Dann hab ich eben nur Waffen der zweiten Klasse, sterb ein paar Mal öfter, mach weniger Punkte und stell keine Rekorde auf.
Auch egal!
Bevor ich mich durchs Game hetzen lasse, um an irgendwelche skurrilen Zweit- und Drittwährungen zu gelangen, für die ich dann vielleicht irgendwann mal nach monatelanger Einzelteilsuche irgendeine Knarre zusammenbringe, die unterm Strich 5,7% besser ist ...
Nein danke, Jungs!

Aber Hauptsache 1,8 Millionen Stück Archenverwertung haben sich schon angesammelt bei mir.
Tendenz: Unaufhaltsam steigend!
Und die ich - nebenbei angemerkt - für so gut wie gar nichts mehr verwenden kann.
Denn die Waffen, die ich kaufen oder erbeuten kann, haben seit neuestem alle vier, mindestens aber schon drei Mod-Slots freigeschaltet.
Folglich brauch ich auch für diesen einen sinnvollen Verwendungszweck nahezu nichts mehr davon.
Bin schon gespannt, wie viele Stellen die Anzeige dafür im Menü letztendlich hat!

Als jahrelanger Game-Modder frage ich mich gelegentlich echt, was in den Hirnen von den Defiance-Machern so vorgegangen ist.
Viel kann es jedenfalls in mancherlei Hinsicht nicht gewesen sein ...

DeepThought
10-18-2017, 04:03 AM
Der ganz normale Wahnsinn - Tag 66

Liebend gerne tingle ich einfach mit dem Quad durch die Lande. Schnellreise verwende ich an manchen Tagen überhaupt nicht oder wenn, dann nur um noch rechtzeitig zu einem Grossereignis zu kommen, wie zum Beispiel einem Grossen Archenfall. So viel wie möglich aber reise ich gemächlich durch Paradise, auch wenn es bedeutet, dass ich kilometerweit fahren oder laufen muss zu einem Missionsziel und auf dem Weg zehn Mal gezwungen bin, einen Kampf auszutragen.
Denn ... wenn Einer eine Reise tut, dann hat er etwas zu erzählen.

Ein paar schnelle Anekdoten, zusammenhanglos hingeschmissen, einfach nur der ganz normale Wahnsinn an einem ganz normalen Tag im Paradies:
________________________________

Mitten im Nirgendwo hastet plötzlich ein Spieler-Avatar an mir vorbei, verfolgt von einem guten Dutzend Revenants. Weit und breit ist nichts zu sehen, was auf eine Cyborg-Strassensperre hindeuten würde. Ich schwinge mich lässig vom Quad, nehme den Kampf auf, puste die Blechdosen über den Haufen und steige wieder auf. Rasch noch werf ich einen Blick ins Schnellmenü, der Knabe, dem ich da gerade die Verfolger vom Leib geschafft hab, liegt auf EGO-Level 78.
Na, da wundert mich rein gar nichts mehr!

Etwa 500 bis 600 Meter weiter die Strasse entlang stosse ich plötzlich auf die Strassensperre.
Einen einsamen Revenant blase ich dort noch in Stücke, da ploppt die Nachricht auf, dass die Mission erledigt ist.
Das war wohl ein etwas langwierigeres Rückzugsgefecht, das sich der tapfere kleine Low-Level da verbissen geliefert hat!
________________________________

Bug'n'Chug, tief im Süden der grünen Landschaften.
Letzte Tankstelle vor der Golden Gate.
Schon von Weitem sehe ich, dass dort an der Raststation geschossen wird.
Vor Ort suche ich sofort nach Deckung und orientiere mich.
Wer schiesst da warum auf wen?
Eine flackernde Figur liegt vor den Händlerautomaten am Boden und ruft um Hilfe.
Kugeln zischen durch die Luft, die üblichen Kommentare werden herumgebrüllt.
Allein ... ich entdecke nirgendwo ein Pfeilchen, weder rot noch violett.
Was zum Geier ...?
Näher rangekommen finde ich den NPC für die Spielersuche niedergestreckt daliegend, die zwei Mädels, die angezogen sind, wie Echelon-Söldner ballern wirr auf einen E-Rep, der Techniker im orangen Overall dreht unbeeindruckt seine Runden mit gezogener Pistole mitten durch den Kugelhagel.
Völlig irritiert nehme ich zur Kenntnis: Die NPCs bekämpfen sich hier gegenseitig!
Keine Peilung, wie das angefangen haben könnte.
Die müssen sich wohl in die Wolle gekriegt haben, bevor ich hier ankam.
Vielleicht ein Streit wegen 'ner Gehaltserhöhung für die Angestellten?
________________________________

Nur ein Stückchen weiter, die Auffahrt zur Golden Gate, kurz nachdem man das seichte Wasser durchquert hat.
Mit aktiviertem Boost fetze ich die Rampe hoch, da plötzlich explodiert mir ohne Vorwarnung das Quad unterm Arsch, mein Ava-Mädel wird nach hinten geschleudert und schlägt hart am Boden auf. Der Schutzschild bricht zusammen und beginnt mich anzupiepen.
Sofort haste ich in Deckung, kauere mich nieder, zucke wirr nach allen Seiten und suche nach dem Grund für diesen Vorfall.
Nur ... ich bin mutterseelenalleine hier!

Verstört stehe ich wieder auf, sprinte die Rampe hoch, da plötzlich wird mein Char schon wieder nach hinten geschleudert, als wäre eine Granate vor mir explodiert.
Wieder auf den Beinen suche ich erneut nach einem Feind, finde wieder nichts, nähere mich langsam der Stelle, wo es jetzt schon zwei Mal knallte ... bis ich zum dritten Mal von den Fussohlen gehoben und nach hinten geworfen werde.
Nach längerem Sondieren der Lage muss ich feststellen: Da ist eine Art unsichtbare Barriere im Weg - fast wie in der Serie "The Dome" - die bei jeder Annäherung gleich aggressiv wird.
Sobald man sie erreicht hat, wird man weggeschleudert.

Vorsichtig pirsche ich an der ausgeloteten Grenze entlang, aber erst im Wasser unten finde ich die Möglichkeit, diese zu umgehen. Dahinter ist alles wieder bestens und ich kann meine Reise ungehindert fortführen.
Nein, mich wundert jetzt schon gar nichts mehr!
________________________________

Irgendwo im Terraforming-Gebiet halte ich auf einem Hügel und spähe auf die Strasse runter.
Ein Dutzend Mischlinge der Schrottschläger versucht, eine ebenso grosse Zahl an Hellbug-Jägern zu bekämpfen.
Allein ... alle Beteiligten sind dermassen schnell, dass keiner den anderen jemals zu fassen kriegt.
Das Ganze sieht mehr aus wie Fangenspielen und hat mit einem Kampf nur herzlich wenig gemein.

Minutenlang betrachte ich das Schauspiel amüsiert.
Wenn ein Hellbug-Jäger losspringt, um einen Mischling anzufallen, ist der schon zwanzig Meter weiter, bevor der Käfer wieder auf den Boden kommt. Und wenn ein Mischling auf den Hellbug losstürmt, springt der einfach weg.
Keiner kommt dem Anderen nahe genug, um ihm zu schaden.
Lächelnd setze ich meine Reise fort.
Ich komm wohl in 'ner Stunde nocheinmal vorbei und schau mir an, ob sie schon fertig sind.
Aber wenn das so weitergeht, sind die morgen um die Zeit noch beschäftigt.
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Ja, man sollte nicht immer nur per Schnellreise durch die Pampa hüpfen.
Da versäumt man wirklich was ...

Neutronenstern
10-18-2017, 05:19 AM
Wenn du dir unter "J" deine Verträge anguckst, siehst du auch welche Belohnungen du dafür bekommst.
An jedem Fraktions-Händler (ausgenommen Überlebende von Defiance) kaufst du dir "Rüstungsboxen" von deiner Reputation. Da kommen 2 Loadout-Synergien raus, du brauchst also keine passenden Mods dafür suchen. Einfach nur Schild und Waffen mit derselben Synergie ausrüsten. "Sturmrüstung" wenn du Attacke machen willst, "Schutzrüstung" wenn nervige High-EGOs unterwegs sind.:)

Du bekommst ausser Reputation auch Gulanit. 50 Stück für jede Daily, 250 Stück für jede Weekly.

Eigentlich brauchst du die Reputation auch um Vertrauen bei den Fraktionen zu gewinnen, was wiederrum zu deinen Herausforderungen gehört. Aber heutzutage sind Herausforderungen nicht mehr jedermans Sache...:rolleyes:

In Gegenwart von 6k-lern, nutze Synergien mit "Lebens- und Schildentzug". Wenn es zu nervig wird, hau einfach ab und laß ihn die Daily für dich zuende machen, dann kriegst du wenigstens deine Belohnungen noch.;)

Abgesehen von oben genannten "Rüstungsboxen" gibt es nix sinnvolles bei den Fraktions-Händlern! Auch nicht bei Top Notch oder Von Bach. Die Synergien sind restlos veraltet, die Waffen stinken ab. Damit gewinnt man keinen Blumentopf. Eigentlich ist das nur "Übungsmaterial" für neue Archenjäger um den Umgang mit Synergien zu lernen. Damit bei den "richtigen" Waffen mit den starken Synergien kein Unglück passiert.

Es macht einen immensen Unterschied ob du z.B. eine blaue Waffe mit "Rollende Donner" benutzt oder eine lilane mit "Mutagene Gestraktion"!:)

Du besitzt Reputation von Paradise Terretorium weil du Expeditionen gelaufen bist und das immer zu deren Verträgen gehört. ("J")

Bei den Ex Inanis Runnern setzen fast alle auf die Vorratskisten für billige 125 PG. Die 1000er Kisten sind viel zu überteuert und lohnen sich, wenn überhaupt, nur wenn man eh was bestimmtes sucht. Aber ja, das modden dieser Waffen ist ein Krampf für uns alle.:mad::(


Und dann eben Drop-Loot, Ausrüstungsboxen für Überfälle und Grosse Archenfälle und die Vorräte-Händler.
Alles andere kann man - so weit ich das bislang verstanden hab - so ziemlich in die Tonne kloppen.

Alles andere ist das Brauchbare.;)

Im Großen und Ganzen ist der Loot-Grind das Spielprinzip. Du sammelst durch stetige Wiederholung eine Art Währung zusammen die du dann in einer Art Glücksspiel einsetzt um A. die gewünschte Waffe zu finden und dann B. die Mods dafür zu finden. Falls fertig: wieder von vorn. Das ist Defiance. Und du hast jetzt viel mehr Auswahl was du stetig Wiederholst! Vor einem Jahr blieben dir nur Event-Archenfälle, jeden Monat ein neuer Archenfall, neue Synergie, neue Waffen = Jeden Tag hinter diesen Archenfällen her-hetzen. Diese Sachen findest du jetzt bei Py und den Runnern, dafür kannst du (fast alles) spielen was du willst. Die Waffen und Synergien sind die Stärksten die es im ganzen Spiel gibt und jemals gab. Besser noch als die supremen Drops aus den Expeditionen, die "Überlegenheit"-Synergie ist schon lange nicht mehr Überlegen.:rolleyes::(

...für 5,7% mehr würden viele von uns töten.;)

Wenn man die Geschütze bei Volge Belagerungen/Überfällen nicht mit seiner Archenverwertung füttern will, bliebe noch sie an den Lockboxen in Keycodes umzuwandeln, dann Elite-Lockboxen zu kaufen und mit Glück ne Pandemonium Waffe rauszukriegen.:)

In den Köpfen unserer Devs ist nur heiße Luft. Da solltest du besser gar nicht anfangen drüber nachzudenken, das nimmt kein gutes Ende...


Die Synergien machen es schon kompliziert, wo gibt es welche und welche lohnen sich... Das sind echt viel mehr geworden!:eek: Und leider ist DefianceData.com auch schon sehr veraltet. Wir bräuchten vielleicht sowas wie einen Synergie-Guide...:confused:
Werf auch mal einen Blick auf die Manufraktur-Boni (http://forums.defiance.com/showthread.php?253739-Liste-der-Hersteller-Boni) (versteckte Zusätze), da sind auch die Event-Synergien aus dem letzten Jahr aufgezählt. Und was der Unterschied zwischen Ex Inanis-, Dynamisch-, Berserker- und Präzisen-Waffen ist, steht da auch.

acidman
10-18-2017, 10:05 AM
1. Sternchen war schneller :D



Level-Vollbremsung



Vielleicht solltest du mal deine Strategie überdenken und deine Herausforderungen abarbeiten.

Dann geht das Hochleveln wieder schneller.






Der einzige Paradise Territorium Händler, bei dem es orange Mods für Waffen zum konkret und willentlich aussuchen gibt ... tja!
Da hab ich nach mehr als zwei Monaten tagtäglich zocken gerade mal 100 Stück von dieser komischen Ressource angesammelt, die man zusätzlich zu den Scrips auch noch braucht.
Und eine einzige Mod benötigt schon 210 davon!
Woher und warum ich überhaupt 100 besitze, ist mir zudem völlig schleierhaft.
Waren das Verträge?
Archenfälle?
Überfälle?
Lottogewinne?
Ich hab keinen Plan, wie und wo man an diese Dinger kommt.
Ergo: Orange Waffenmods kann ich vergessen, bis ich sie - vielleicht - in den Expeditionen auflesen kann.



LOTTOGEWINN :D



Paradise sind die Expo-Dailies.

Da du aber nie eine zu Ende spielst ;), bekommst du auch nichts dafür.

Es sei denn , du hast an 10 unterschiedlichen Tagen je 1 Expo abgeschlossen. Dann kommt es wieder hin.

Die Weeklies können es bei dir nicht sein , weil man dafür mind. Tier 20 braucht.



Und sei dir sicher , irgend wann kaufst du dir auch diese mods ;)

In einer Woche bekommt man als 6k-ler die 210 fast wieder rein. Voraussetzung : Stammi + (2h Reputationsbonus aus einem daily login)

(Wenn ich den Rep’bonus habe , mache ich immer die weeklies von Paradise. Anstatt 63 Reps gibt’s dann 78 oder mit viel Glück sogar 88. Mit nur einer Expo laufen. Plus daily , also nochmal +16)



Einen unbestreitbaren Vorteil hat der Knabe allerdings:
Da kann ich wenigstens sehen, was ich mir kaufe, bevor ich meine Kohle zum Fenster raus schmeisse.
Gibt's halt nur selten genau das, was man gerne hätte.
Aber immerhin ... die Knarren sind schon recht knackig drauf!



Sofern man die JP-Waffen kauft , WEISS man tatsächlich was man bekommt.

Aber für neuere Spieler wieder uninteressant ,da sie trozdem das mod-Roulette betätigen müssen , um die Syn’s der Waffe halbwegs zum Laufen zu bringen.

Ansonsten wäre die Waffe (mit Standard-Mods) auch nicht besser.

Einzig die alten JP’s mit den Standard-Syn’s könnte man gefahrenlos kaufen. Sind aber dementsprechend eg. schon wieder veraltet.

DeepThought
10-18-2017, 11:38 AM
Sieh an! Sieh an!
Kaum lästert man ein bisschen, kommen die alten Hasen schon aus ihren Löchern gekrochen! :p

Also neee, so isses dann auch wieder nicht, dass ich NIE eine Expo zu Ende zocke. Manchmal werd ich ja mit jemand Anderem da reingeschmissen und dann muss ich fast Augen zu und durch. Käme irgendwie komisch rüber, wenn ich nach dem Schlachten des Goldenen Hellbugs plötzlich die Kanonier-MPi in den Boden richte, ein volles Magazin vor meine Füsse drücke und mich selber wegsprenge, um zu extrahieren und den Kameraden eiskalt im Regen stehen lasse!
Sowas untersagt mir meine gute Erziehung!
Obwohl ... den Blick würd ich gerne sehen! Der glaubt bestimmt, er ist im falschen Film, wenn ich sowas vor seiner Nase abzieh.
Ausserdem schaff ich es manchmal sogar alleine, den Endgegner zu bezwingen. Selten zwar, aber doch!
Da bin ich dann immer mächtig stolz auf mich. Obwohl's mehr Glück als Können war. :cool:

Was die Level-Vollbremsung angeht ... das ist mir momentan sogar ganz recht. Mir ging das ohnehin zu schnell in den letzten paar Tagen, da kommt eine kleine Verschnaufpause sehr gelegen, um sich mal zu konsolidieren, das Arsenal nachzurüsten und ein wenig Archenkraft-Reserven anzusammeln.
Mehr Gas geben kann ich später auch noch. Rennt ja nicht davon.
Ausserdem ... ich hab gar keine Strategie, die ich überdenken könnte.
Sind alles nur Launen und plötzlich aufkeimende dumme Ideen.

Für 5,7% würden Leute töten?
Na da bin ich aber froh, dass ich da zu hoch gegriffen hab und es solche astronomischen Verbesserungen gar nicht gibt. Stell Dir nur mal vor, da würde wer im Game rumlaufen und wen umbringen!
Wie's da gleich zugehen würde in Paradise. :D

Bei den Verträgen bin ich teilweise wirklich nur noch in den blauen Bereich rein, hab meine Levelanzeige gelb werden sehen, nur schnell zwei, drei Schuss mit der Sniper aus sicherer Entfernung und dann nix wie weg. Zehn Minuten später kriegt man dann die Nachricht, dass die Sache erledigt ist.
Trotzdem irgendwie nicht das selbe, wie wenn man's wirklich erledigt hat. Man kommt sich vor wie ein Betrüger!

Aaaber ... wie immer ... jede Menge gute und nützliche Informationen zum Nachschlagen.
Besten Dank Euch Beiden!
Wenn ich das alles selber rausfinden müsste, was Ihr da erzählt ...

DeepThought
10-19-2017, 03:41 AM
Unter einem schlechten Stern - Tag 67

Es gibt so Tage, da hat man einfach nur Pech.
Und was schiefgehen kann, geht auch schief.
Heute ist wohl so ein Tag.

Bis jetzt sind vier Versuche in die Binsen gegangen, einen der Event-Archenfälle noch rechtzeitig zu erreichen.
Und zwar jedesmal so knapp, dass ich die Lichtsäule aufsteigen sah, die das Hochgehen des Archenfalls anzeigt, als ich gerade mit dem Quad ankam.
Alle vier Mal!
DAS Timing muss man erstmal hinkriegen!

Überhaupt steht heute das irgendwo ankommen unter keinem guten Stern.
Meine Ankunft am Einschlagsort eines Grossen Archenfalles, den irgendwer zu Boden geholt hat, lässt mich auch darauf schliessen.
Denn exakt in dem Moment, als ich mich von meinem Fahrzeug rolle, pfeffert ein Archen-Viscera seinen silbrigen Strahl genau dorthin, wo ich nach dem Abrollen zu stehen komme.
Ich hab mich praktisch hochpräzise in seine Schusslinie bugsiert.
Und von so einem Biest genügt ein Schuss völlig!
Ich komme nichteinmal dazu, meine Waffe abzufeuern und bin schon das erste Mal tot.

Drinnen in der Arche angelangt lande ich am Teleport-Ankunftsplatz ... natürlich genau in dem Augenblick, in dem die Salven eines Archen-Bombers ganz präzise an dieser Stelle niedergehen.
Mehr hab ich auch hier gar nicht erst gebraucht.

Als ich endlich rechtzeitig zu einem Event-Archenfall gelange - entsprechend rasend wie ein Irrer, aus den Erfahrungen der letzten Versuche heraus - lande ich mit dem Quad aus einem fast beänstigend weiten Sprung heraus - noch fliegend - genau in so einem Archendings, das da im Boden steckt.
Wie immer geht in diesem Fall das Bike hoch und reisst mir meinen Schutzschild nieder.
Und da, wo ich so halbnackt schliesslich zu stehen komme, sehe ich noch wie die Wurfbombe eines Kolosses in wunderschön parabelförmiger Flugbahn direkt auf mich zukommt.
Erneut war meine Ankunft tödlich!

Nein!
Heute ist eindeutig kein guter Tag zum Archen jagen.

DeepThought
10-21-2017, 12:05 PM
Der Krieger und die Heilerin - Tag 68

Etwas unbeschreiblich Schönes habe ich heute Vormittag erlebt.
Ich bin zwei Spielern begegnet, war gemeinsam mit ihnen in einem Archenbruch.
Offensichtlich hatten diese Beiden ihn zu Boden geholt, denn sie waren schon vor Ort, als ich ankam.
Und sie gehörten definitiv zusammen.

Nicht nur, dass sie im selben Clan waren, dessen Namen ich zuvor noch nie gelesen hatte.
Ihre Avatare trugen auch das selbe Outfit und ihre Nicknames ähnelten sich sehr.
Das wirklich Erstaunliche aber war ihre Art der Zusammenarbeit.
Denn sie operierten NUR im Team.
Sie blieben stets nahe zusammen.
Sie halfen und schützten sich gegenseitig.
Und nachdem ich als dritter Spieler in ihre Runde geplatzt war, wurde ich nahtlos in diese Gemeinschaft integriert.

Seine Aufgabe war offensichtlich der Kampf.
Er war gut bewaffnet und stemmte sich den Feinden sehr effektiv entgegen.
Was SIE tat, war aber ausgesprochen bemerkenswert.

Sie arbeitete rein defensiv, schützend, mit einem Spiker, der Schild und Lebensenergie wiederherstellte. Das war ihre Primär"waffe".
Stets war sie um ihn, in seiner Nähe, und der zuckende, heilende Strahl des Gerätes in ihren Händen war fast ununterbrochen auf ihren Begleiter gerichtet. Sie schoss nicht auf die Feinde, sie kämpfte nicht offensiv.
Nur sehr selten, wenn sie in Bedrängnis geriet, zog sie ihre Sekundärwaffe und schlug zu: Mit einem Schwert!
Allerdings musste sie sich nur sehr selten wehren.
Denn stets stand ihr Begleiter zwischen ihr und den Gegnern.

Da die Wirkung ihres Spikers auch auf mich übersprang, wenn ich nahe genug an diesen zwei Spielern operierte, kam auch ich in den Genuss seiner stärkenden Wirkung. Und ebenso, wie diese unbekannte Heilerin sich um ihren Clan-Kameraden sorgte, so tat sie das auch für mich. Zwei Mal nämlich ging mein Avatar in diesen Kämpfen zu Boden. Und beide Male war sie schneller hier, um mich wiederzubeleben, als ich selbst mit der linken Hand an der passenden Stelle der Tastatur, um die Selbstwiederbelebeung auszulösen.
Eine Selbstverständlichkeit war es folglich, ihren Kameraden zu reanimieren, als dieser niedergestreckt wurde, während sie in einen heftigen Schwertkampf verwickelt war.

Zu meiner grossen Freude trafen wir uns draussen wieder, nachdem der Archenbruch erfolgreich aufgemischt war.
Und glücklicherweise spawnte sofort ein neuer Uplink an der selben Stelle.
Ich aktivierte ihn mit einer meiner Spike-Batterien.
Schliesslich hatten auch sie mir einen solchen kleinen Archenfall spendiert.

Wir kämpften also nocheinmal miteinander.
Und niemand sonst stiess zu uns.
Das Schauspiel wiederholte sich.
Und ich genoss es, mit dabei zu sein.

Als er etwas abgedrängt und von seiner Mitstreiterin abgeschnitten wurde, fuhr ich den Volge, die auf sie losgingen, entschlossen in die Flanke. Von der Seite kommend und mit aufgeschalteter Überladung schnitt meine Waffe wie ein Rasiermesser durch ihre Phalanx. Und es war ein herrliches Gefühl, ohne Rücksicht auf Eigenverluste so entschlossen zu handeln.

Fast hatte ich mein Ziel erreicht und jeden Volge-Soldaten ausgeschaltet, der ihr auch nur annähernd nahe gekommen war, als mich die Salve eines Bombers zu Boden streckte.
Die Feuererwiderung aus seiner Waffe fegte diesen von den Füssen.
Und noch während sie sich neben meinen Avatar kauerte, um die Wiederbelebung zu starten, ging auch er neben uns in die Hocke, um seine Heilerin zu decken, während sie ihre Arbeit tat ...

DeepThought
10-23-2017, 09:32 AM
Die (M)Odyssee - Tag 69

Gott, wie einfach es doch war, Waffen mit den passenden grünen Mods zu bestücken.
Denn die gibt es bei den Händlern einfach so zu kaufen.
Man geht hin, sucht so lange, bis man die vier passenden Teile gefunden hat, pfropft sie auf die Knarre ... und das war's!
Seit Tagen aber versuche ich das Selbe mit den hellblauen Versionen der Zusatzteile.
Und es ist echt zum Würmer kriegen ...!

Prinzipiell könnte in jedem Moment bei irgendeinem der Mod- oder Vorräte-Händler gerade die eine passende Modifikation erhältlich sein.
Für 15 Minuten oder auch 50.
Das weiss man ja nie so genau!
Nur ... finden muss man sie.
Also im richtigen Augenblick beim richtigen Händler stehen.

Sucht man zum Beispiel ein Schnellnachlade-Magazin für das Sturmgewehr mit der Synergie "Assassine", kann es sein, dass man in wenigen Minuten regelrecht darüber stolpert ... oder tagelang vergeblich danach fahndet.
Und da ich gerade damit beschäftigt bin, mein komplettes Waffenarsenal zu erneuern und gegen bessere Versionen auszutauschen, suche ich entsprechend verwirrt und verzweifelt nach so ziemlich Allem für so ziemlich Alles.

Schon nach wenigen Stunden dämmerte mir langsam, worauf ich mich da eingelassen hatte.
Zufällig findet man einen passenden Lauf für das LMG, wenig später einen Schaft für die Maschinenpistole. Die erste Bestückungsrunde geht ja noch recht flockig und locker, weil man fast überall irgendetwas finden kann, das irgendwo drauf passt.
Knifflig wird es erst, wenn nur noch bestimmte Lücken im Sortiment klaffen. Wenn man eben zum Beispiel unbedingt ein Magazin mit "Assassine" braucht.
Und sonst kein Anderes mehr.
Denn dann findet man garantiert nur noch alles Andere.
Bloss kein Magazin. Mit "Assassine".
Jedes andere Magazin selbstverständlich schon.
Das ist überhaupt kein Problem.

Noch viel schlimmer aber wird es, wenn man die Komplexität des Unterfangens von Beginn an heillos unterschätzt hat.
Denn irgendwann ist man sich plötzlich nicht mehr ganz so sicher, ob beim Sturmgewehr jetzt nur noch der Lauf oder vielleicht doch nur das Zielfernrohr zum Austauschen war. Sobald die Mods nämlich montiert sind, lässt sich nur noch feststellen, wie viele davon die Synergie der Waffe unterstützen.
Nicht welche.
Das hätte ich mir eventuell von Anfang an notieren sollen.
Aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer.

Mal abgesehen davon, dass ein erklecklicher Teil der Synergie-Effekte nur begrenzt Sinn ergibt.
Oder gar keinen.
Wie zum Beispiel eine 5% höhere Chance auf das Auslösen eines Nano-Effektes.
Auf einer Waffe, die gar keinen Nano hat!

Nach mehreren Tagen der (M)Odyssee über die gesamte Landkarte, von einem Händler zum Nächsten, kann ich jetzt mit Sicherheit eines sagen: Ich hab's aufgegeben.
Bei einigen meiner Waffen sind jetzt Teile der Synergien aktiv, bei anderen alle, bei vielen gar keine ... aber wenigstens haben jetzt alle wieder hellblaue Mods.

Gegner abknallen kann man so oder so.
Es lohnt einfach den Aufwand nicht mehr, noch länger zu suchen ...

DeepThought
10-23-2017, 03:34 PM
Arkhunter's Survival Guide - Tag 70

Ich bin ernsthaft am Überlegen, eine Art "Archenjäger-Überlebenshandbuch" zu verfassen.
Für Neulinge könnte dies von immensem Nutzen sein.
Alten Defiance-Hasen könnte man auf diesem Wege selbstverständlich nur wenig Erhellendes vermitteln, wenngleich der eine oder andere durchaus noch nützliche Tipp darin zu finden sein könnte.

Ein wenig würde es darin allerdings fast zwangsläufig von typischen "No! Na!"-Hinweisen nur so wimmeln.
Wie zum Beispiel diesem hier:

- Wenn Du kurz vor einer Strassensperre hältst, um mit quergestelltem Quad hollywoodmässig das Feuergefecht aufzunehmen, gehe nicht hinter Deinem Gefährt in Deckung. Es wird Dir nur sehr kurzfristig Schutz bieten. Entweder weil es binnen Sekunden in Fetzen geschossen wird oder weil es sich in weiser Voraussicht nach kaum nennenswert längerer Zeitspanne in Luft auflöst.

Oder diesem:

- Wenn Du mit Waffen mit erfreulich hoher Kadenz in die Schlacht ziehst, vergewissere Dich zuerst, dass sich eine Munitionsbox nicht allzu weit von Dir entfernt befindet. Lange Wege zur nächsten Nachfüllstation können sich als Dein letzter Fehler erweisen.

Oder diese da:

- Schiess auf die besonders gefährlichen Feinde nur mit Waffen, die erkennbar weniger Schaden anrichten, als die Deiner Mitspieler. Du wirst diesen Hinweis verstehen, wenn Du das erste Mal die ungeteilte Aufmerksamkeit eines Gestählten Bollwerkes auf Dich gezogen hast, weil es zu dem Schluss kam, dass Du sein momentan bedrohlichstes Problem verkörperst.

- Auch wenn Deine Archenjäger-Kameraden im Zuge eines Grossen Archenfalles mit Höchstgeschwindigkeit von einem Schauplatz zum nächsten rasen, versuche Deine Reisegeschwindigkeit an das Gelände einerseits sowie Deine Fahrkünste andererseits anzupassen. Du wirst Deine Chancen, früh genug anzukommen, beträchtlich erhöhen, wenn Du nicht alle fünfzig Meter in einem anderen Hindernis steckst.

- Wenn Du Dich auf einem EGO-Level unter 6000 an der Seite von vollständig entwickelten Mitstreitern in ein Gefecht wagst, nimm stets jene Gegner ins Visier, die sich von Dir am weitesten entfernt befinden. Wenn diese dann vergeltungstrunken zum Gegenschlag ausholen, ist es hilfreich, ein oder zwei andere Spieler zwischen sich und dem Feind zu wissen, die noch vor Dir in den Genuss der gegnerischen Reaktion kommen.

- Wenn Du mit Waffen zu schiessen beginnst, deren Projektile beim Aufschlag explodieren, vergewissere Dich zuerst, ob sich das nächste potentielle Hindernis auch weit genug von Dir entfernt befindet. Beachte allerdings, dass es Hindernisse gibt, die sich im Zuge eines Kampfes möglicherweise auf Dich zubewegen und damit den gesundheitlich unbedenklichen Mindestabstand unterschreiten könnten. Hindernisse, die derartiges Verhalten an den Tag legen, stellen übrigens normalerweise Feinde dar und dürfen bekämpft werden.

Ja, man könnte wohl hunderte sehr nützlicher Anweisungen in solch einem Ratgeber verpacken!
Und sie beruhen auf praktischen Erfahrungswerten und einem ausgeklügelten Fehlervermeidungssystem.
Andererseits ... wer da selber nicht dahinterkommt, dem hilft so ein Buch vermutlich auch nicht mehr ...!

Neutronenstern
10-24-2017, 06:23 AM
Schon nach wenigen Stunden dämmerte mir langsam, worauf ich mich da eingelassen hatte.
Zufällig findet man einen passenden Lauf für das LMG, wenig später einen Schaft für die Maschinenpistole. Die erste Bestückungsrunde geht ja noch recht flockig und locker, weil man fast überall irgendetwas finden kann, das irgendwo drauf passt.
Knifflig wird es erst, wenn nur noch bestimmte Lücken im Sortiment klaffen. Wenn man eben zum Beispiel unbedingt ein Magazin mit "Assassine" braucht.
Und sonst kein Anderes mehr.
Denn dann findet man garantiert nur noch alles Andere.
Bloss kein Magazin. Mit "Assassine".
Jedes andere Magazin selbstverständlich schon.
Das ist überhaupt kein Problem.

Das wird dir noch häufiger passieren. Ich hab irgendwann schon die Theorie aufgestellt, das dieses Spiel genau merkt WAS du grad am dringensten brauchst/suchst --- und dann dafür sorgt das du es niemals findest!:eek::mad::rolleyes:


Noch viel schlimmer aber wird es, wenn man die Komplexität des Unterfangens von Beginn an heillos unterschätzt hat.
Denn irgendwann ist man sich plötzlich nicht mehr ganz so sicher, ob beim Sturmgewehr jetzt nur noch der Lauf oder vielleicht doch nur das Zielfernrohr zum Austauschen war. Sobald die Mods nämlich montiert sind, lässt sich nur noch feststellen, wie viele davon die Synergie der Waffe unterstützen.
Nicht welche.
Das hätte ich mir eventuell von Anfang an notieren sollen.
Aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer.


In der "Verwertungsmatrix" kannst du ne ganze Menge Zeug mit deinen Waffen machen. Unter anderem auch Nachschauen welche Mods du verbaut hast. Entweder du gehst direkt in die Verwertungsmatrix und dort auf "Mods abrufen", nun hast du auf der rechten Seite die Mods, um zu sehen welche Synergie sie haben mußt du den jeweiligen Mod nur anklicken.:)

ACHTUNG: Das Spiel friert bei dieser Aktion gerne mal ein.

Der schnelle Weg: Im Inventar Rechts-Klick auf die Waffe und auf "Mods anbringen" klicken. Du kommst nun in die Verwertungsmatrix und wirst noch einmal gefragt was du machen möchtest. Hier nun auf "Mods abrufen" und wie schon erklärt Mods angucken.:)

ACHTUNG: Im Inventar NIE direkt auf "Mods abrufen" klicken, die Aktion wird sofort ausgeführt und die Waffe ist zerstört!

DeepThought
10-25-2017, 03:36 AM
Die Waffe des Tages - Tag 71

Es gibt so Tage, da versucht mir das Game mittels Drop-Loot ständig, eine bestimmte Art von Waffe anzudrehen.
Oder zumindest könnte man den Eindruck bekommen, dass ihm das ein Anliegen ist.
Und meistens merkt man das schon in der ersten halben Stunde nach dem Einloggen.
Was man da so vom Boden aufsammelt, scheint irgendwie das Motto das gesamten Tages zu werden.
Heute ist zum Beispiel LMG-Tag!
Gestern war mehr so der Schrotflinten-Schwerpunkt.
Und vorgestern hatte ich nach einem ausgedehnten Streifzug durch Paradise das Inventar voll mit erbeuteten Pistolen.
Heute aber sind es Leichte Maschinengewehre.

Vor allem die LM-12 und LM-43 dominieren das Geschehen.
Allein in den zwei Stunden zwischen 10 und 12 Uhr hab ich locker eineinhalb Dutzend von den Dingern in sämtlichen Variationen eingesammelt. Das gesamte Farbspektrum rauf und runter und alles zwischen nackt und jedem Nano-Effekt.
Dabei kann ich die Knarren absolut nicht ausstehen.

Nicht nur, dass sie aussehen, als hätte sich ein Kleinkind am Wasserfarbenkasten zu schaffen gemacht und dabei zufällig ein Maschinengewehr gefunden, sie haben auch noch das Problem, so derartig zu streuen, dass selbst mit voller Modfikation und Zielfernrohr immer noch die Hälfte der Munition ungenutzt bis zum Horizont reist, sobald der Gegner weiter als fünf Schritte entfernt steht.
Ausserdem: Das LMG-Problem hab ich längst mit einem Ex Inanis Mazu Disruptor gelöst.
Der pulvert zwar die 500 Schuss aus dem Lauf, bevor man das Wort "Nachladen" überhaupt fertig gedacht hat, aber dafür sind im Zielmodus 90% der Geschosse auch recht exakt in die gewünschte Richtung unterwegs.
Ich brauche also überhaupt kein LMG mehr.
Zumindest nicht in absehbarer Zeit.
Defiance scheint das aber heute völlig anders zu sehen und will mir unbedingt so ein Donnerbringer-Ding schmackhaft machen.

Es wirkt schon regelrecht aufdringlich, wenn man nach einem stinknormalen Hellbug-Archenfall plötzlich drei von den Dingern am Boden findet. Natürlich spachtle ich sie trotzdem aus dem Dreck und schleppe sie zum nächsten Händler, um sie in nutzbringende Scrips umzuwandeln, aber ein bisschen mehr Abwechlsung im Sortiment wäre mir trotzdem willkommen.
Immerhin bin ich ein neugieriger Mensch und möchte mal Dies und mal Jenes ein wenig durchtesten.
Aber da hab ich heute wohl wieder mal Pech gehabt.

Wenn man mal dreissig verschiedene LMGs verkauft hat, kann man sich ja zur Abwechslung wieder was Kostspieliges gönnen.
Vielleicht eine Lockbox, in der man irgendwelche interessanten Kanonen findet.
Gedacht, getan, mache ich mich auf zum nächsten Händler-Standort, fische mir eine Rekruten-Lockbox aus dem komischen Knubbel-Behälter am Boden - vorwiegend in der Hoffnung, mal wieder über 20 Stück Archenkraft zu stolpern - und werfe dann einen Blick auf die beiden Knarren, die mir per Zufallsfunktion zugewürfelt wurden.
Das Ergebnis: Ein grüner LM-12 und ein hellblauer LM-43.

Also gut, Du hast gewonnen!
Ich niete mit dem LM-43 ein paar Raiders um an einer Strassensperre, fahre dann zum nächsten Händler, verkaufe die nutzlose Knarre wieder und das war's dann.
Hoffentlich!

Siehst Du, Defiance!?
Ich hab mit einem LMG geschossen!
Geht's Dir jetzt besser?

DeepThought
10-26-2017, 02:06 AM
(K)Eine ruhige Nacht - Tag 72

Es ist so eigenartig ruhig im Paradies.
Seit Stunden tut sich wenig bis gar nichts.
Ein einziger, schlapper Grosser Archenfall.
Aber nur die doofen Schrottschläger.
Da lohnt die weite Anreise gar nicht, der Progenitor-Kern ist sowieso nach drei Minuten schon im Eimer.

Hie und da ein Kleines Archenfällchen, mal Dunkle Materie, mal ein paar Mutanten.
Ansonsten: Tote Hose!

Alamo ist heute Vertragsarbeit.
Nein danke!
Aber hinfahren und zugucken, wie ein paar andere Archenjäger nach zehn Minuten die Nerven wegschmeissen ... warum nicht?!
Nur ... da kommt Keiner.
Will sich wohl niemand antun heute Nacht.
Sogar hier ist es langweilig.

So zum Spass fische ich einen grossen Archenfall aus dem Orbit.
Mal gucken, ob ich den allein gebacken kriege.
Aber es kommen noch zwei Andere dazu und nein ... wir kriegen das nicht gebacken!

Dann jedoch ploppt die Gruppeneinladung auf.
Die Schlafgestörten haben sich gefunden!
Und ab hier beginnt die Geschichte reichlich hektisch zu werden.
Eine Reihe an Überfällen, ein Volge-Schwarm, die eine oder andere Koop-Mission, dann ein Grosser
Plagegeister-Archenfall und schliesslich ... Silicon Valley.

Solche Massen an Munition hab ich noch nie verpulvert in Defiance.
Zu zweit kämpfen wir uns durch Archenfälle und Überfälle, scheitern an den Shrill, kriegen mit Müh und Not die Pilger in den Griff und rasen mit dem Auto herum.
Aber selbst mit meinen besten Waffen schramme ich hier permanent am Abserviertwerden entlang.
Level 4000+ und der Wahnsinn hier ist mir immer noch zu steil.
Auch zu zweit sind wir fast chancenlos gegen diese Feinde.
Zum ersten Mal überhaupt gehen mir sogar die Munitions-Spikes aus.
Von den Rüstungsreparatur- und den Heilungs-Stims bin ich das ja schon gewöhnt, aber die Muni-Spikes ...!?
Das ist mal ganz was Neues!

Am Ende dieser - meiner bisher erst zweiten längeren - Operation in SV hat sich leider nichts Erwähnenswertes in meinem Inventar eingefunden. Die Beute war nur so lala, obwohl ich feststellen musste, dass mir erkennbar mehr blaues Material in die Hände fällt dort.
Allerdings nichts, das ich nicht schon hatte oder unbedingt brauchen würde.

Silicon Valley wird noch länger auf mich warten müssen.
Den Problemen dort unten kann ich mich noch immer nicht wirklich erfolgreich entgegenstemmen.
Nur auf die Hinterhältige kann ich dort agieren: Mit der Scharfschützenwaffe, aktiver Tarnung bei Bedarf und aus grosser Distanz.
Guerillataktik funktioniert auch in SV recht gut.
Zuschlagen und sich absetzen.
Die grossen Erfolge aber bringt das natürlich nicht.
Aber immer noch besser, als im Minutentakt abzunippeln ...

Subaru Natsuki
10-26-2017, 06:22 AM
Hey Du alter Überlebenskünstler :o;)


Arkhunter's Survival Guide - Tag 70

Ich bin ernsthaft am Überlegen, eine Art "Archenjäger-Überlebenshandbuch" zu verfassen.
Für Neulinge könnte dies von immensem Nutzen sein.
Alten Defiance-Hasen könnte man auf diesem Wege selbstverständlich nur wenig Erhellendes vermitteln, wenngleich der eine oder andere durchaus noch nützliche Tipp darin zu finden sein könnte.

Keine schlechte Idee :)
Wenn ich da auch ein bischen meinen Senf dazugeben darf (?) :o :


Wenn Du kurz vor einer Strassensperre hältst, um mit quergestelltem Quad hollywoodmässig das Feuergefecht aufzunehmen, gehe nicht hinter Deinem Gefährt in Deckung. Es wird Dir nur sehr kurzfristig Schutz bieten. Entweder weil es binnen Sekunden in Fetzen geschossen wird oder weil es sich in weiser Voraussicht nach kaum nennenswert längerer Zeitspanne in Luft auflöst.

Naaa, nich anhalten, direkt reinfahren, auf den ersten Gegner den Du siehst, draufhalten. Später sollte man sich unbedingt diese Familienkutsche vom DefianceAutohändler holen, damit kann man sogar Volge attakieren. Bei Raiders steig ich gar nicht erst aus, sondern mach die mit meinem Auto platt **hehe** (aber nicht im Straßenverkehr nachmachen ;) )


Wenn Du mit Waffen mit erfreulich hoher Kadenz in die Schlacht ziehst, vergewissere Dich zuerst, dass sich eine Munitionsbox nicht allzu weit von Dir entfernt befindet. Lange Wege zur nächsten Nachfüllstation können sich als Dein letzter Fehler erweisen.

True Story Bro ... aber, dem kannst vorbeugen, in dem Du Dein Loadout so vollpackst, das Du quasi 4 verschiedene Waffen nutzen kannst. Also in einem packst Du SMG+Rakwerfer und in einem anderen Sturmgewehr+Granatwerfer (für den Stürmer). Die nutzen alle unterschiedliche Muni und wenn ein Ding leer ist, kannst Du Dich mit den anderen Waffen ballernd zur nächsten Box zurückziehen.


Schiess auf die besonders gefährlichen Feinde nur mit Waffen, die erkennbar weniger Schaden anrichten, als die Deiner Mitspieler. Du wirst diesen Hinweis verstehen, wenn Du das erste Mal die ungeteilte Aufmerksamkeit eines Gestählten Bollwerkes auf Dich gezogen hast, weil es zu dem Schluss kam, dass Du sein momentan bedrohlichstes Problem verkörperst.

Das hab ich, vielmehr das passiert mir immer. Die GegnerKI hat in Massengefechten irgendwie immer mich auf'n Kieker :D
Aber, so nen Bollwerk ist doch relativ gut zu knacken. Wenn der die Raketenschächte hochklappt, dann schieß drauf und dat Ding schaltet sich für ein paar Sekunden ab. Genug Zeit um das Kroppzeug drumherum zu erledigen. Wenn der wieder hochfährt, ausweichen, Abstand halten und dann wieder auf die aufgeklappten Raketenwerfer zielen. Das geht auch mit schwächeren Waffen :o


Auch wenn Deine Archenjäger-Kameraden im Zuge eines Grossen Archenfalles mit Höchstgeschwindigkeit von einem Schauplatz zum nächsten rasen, versuche Deine Reisegeschwindigkeit an das Gelände einerseits sowie Deine Fahrkünste andererseits anzupassen. Du wirst Deine Chancen, früh genug anzukommen, beträchtlich erhöhen, wenn Du nicht alle fünfzig Meter in einem anderen Hindernis steckst.

Auja, Autofahren, in Defiance immer wieder ein Erlebnis :D:D - Da kann man wirklich keine Tipps weiter dazu geben (ausser die von den "alten" Hasen hier in meinem Thread "Time Trials ...") .
Vlcht. nen anderes Auto. Also ich nehm halt gern die Familienkutsche (is nen Dodge glaub ich ??). Das Ding is schneller als die Buggies und robuster.


Wenn Du Dich auf einem EGO-Level unter 6000 an der Seite von vollständig entwickelten Mitstreitern in ein Gefecht wagst, nimm stets jene Gegner ins Visier, die sich von Dir am weitesten entfernt befinden. Wenn diese dann vergeltungstrunken zum Gegenschlag ausholen, ist es hilfreich, ein oder zwei andere Spieler zwischen sich und dem Feind zu wissen, die noch vor Dir in den Genuss der gegnerischen Reaktion kommen.

Entweder so, oder eben zum Mitstreiter hinrennen mit den Gegnern im Schlepptau. Wenn bei mir ein HighLevel auftaucht, dann versuch ich einfach mehr als sonst in Bewegung zu bleiben, locke die Gegner zum Mitstreiter hin und spendiere dem dann ein Schutzspike.
Granaten und SchlammRL sind da auch gut um den Gegner auszubremsen. Ne gute Sniper ist auch nicht verkehrt wenn man lieber weiter weg sein will, so wie Du geschrieben hast. Oder aber wenn man die Gegner locken will , ne Shotgun. Hoher Schaden auf kurzer Entfernung.


Wenn Du mit Waffen zu schiessen beginnst, deren Projektile beim Aufschlag explodieren, vergewissere Dich zuerst, ob sich das nächste potentielle Hindernis auch weit genug von Dir entfernt befindet. Beachte allerdings, dass es Hindernisse gibt, die sich im Zuge eines Kampfes möglicherweise auf Dich zubewegen und damit den gesundheitlich unbedenklichen Mindestabstand unterschreiten könnten. Hindernisse, die derartiges Verhalten an den Tag legen, stellen übrigens normalerweise Feinde dar und dürfen bekämpft werden.

Auja, hab mich auch mehr als einmal in die Luft gejagt :D:D Fies ist auch , wenn man ne SchlammRL benutzt und dann zwar von der Explosion nicht getroffen wird, aber im Zuge der Fluchtmaßnahme durch die schwarze Guffe rennt ... o_o

mfg
MB

Subaru Natsuki
10-26-2017, 06:59 AM
(K)Eine ruhige Nacht - Tag 72

Alamo ist heute Vertragsarbeit.
Nein danke!
Aber hinfahren und zugucken, wie ein paar andere Archenjäger nach zehn Minuten die Nerven wegschmeissen ... warum nicht?!
Nur ... da kommt Keiner.
Will sich wohl niemand antun heute Nacht.


DOCH ICH, ich war da !! 0.20 Uhr ca.
...
...

Ey sacht ma, was isn das für ein Schei... Level !? Hat das jemand geschafft ? Und wenn, dann doch nicht alleine oder ? Also wieviel Dunkle Materie ich da platt gemacht hab ... das grenzte ja schon an Genozid und es kamen immer mehr. Man kommt gar nicht dazu die Schalter aktiv zu halten, dann stoppt der Countdown und die Scheißkiste kann nicht hochgefahren werden **arrrgh** was haben die sich denn dabei bloß gedacht, die Entwickler bei der Mission ?

Un mich hat das keiner gesagt, hab da bis 1.30 Uhr dranrumgespielt und bin dann gefrustet in's Bett gegangen. Is ja schlimmer als TimeTrials. Eijooo

mfg
MB

p.s.
Konnte aber einige Erfolge/Herausforderungen oder sowas einfahren . Sowas wie ne bestimmte Anzahl von Dunkle Materie plätten, oder welche mit Granaten in die Luft zu sprengen usw. war also nicht ganz so umsonst xdxd Bin auch erstaunlich wenig gestorben ^^ - was gut kam, war, daß ich zwischendurch mal das Auto rausgepackt hab und die dann reihenweise überfahren hab. Muß schon zugeben, das hat Spaß gemacht ...

DeepThought
10-26-2017, 11:25 AM
Oh ja, Alamo!

Doch, doch, das schafft man auch alleine!

Ich krieg aber auch jedes Mal den kompletten Frust dort, vor Allem, weil ich als Game-Modder ja sehe, wie extrem fies das dort gebaut ist. Da müssen Triggerzonen oder Scripte direkt bei den Terminals laufen, sobald man an denen rumfingert, fangen NPCs aus irrwitzigen Entfernungen an, den Spieler gezielt zu beschiessen. Normalerweise werden sie auf solche Distanzen nichtmal auf Deine Existenz aufmerksam, also muss da so eine Art "startcombat.Player"-Befehl aktiv werden. Sonst würden die nicht quer durch das ganze Getümmel und vorbei an zwei Bollwerken, die sie angreifen nur und ausschliesslich auf den Spieler feuern. Das machen die NUR auf direkten Script-Befehl hin. Der Erbauer hat das also absichtlich gemacht, um das Wiederanstarten der Terminals so schwer wie möglich zu gestalten!

Aber ... Alamo ist zu knacken!
Ich hab es inzwischen etwa zwei Dutzend Mal gespielt, weil man bis zu 15 Stück Archenkraft absahnen kann dort. Man muss auf die Punkteanzeige achten. Wenn man die 200.000 übersprungen hat, kann man den Hahn zudrehen, denn dann hat man den oberen Anschlag der Belohnung erreicht. Hat keinen Sinn, noch länger dran zu werkeln, denn mehr als 23 Keycodes und 15 AF springen trotzdem nicht raus.

Der Trick bei Alamo ist Folgender:

Dein EGO erzählt Dir ja dauernd, aus welcher Himmelsrichtung der Gegner kommt. Das ist nicht umsonst!
Wenn Du hörst, er kommt aus Norden, schmeiss Dich ihm dort mit aller Macht entgegen. Waffe mit grossem Magazin und hoher Kadenz und Feuereröffnung solange die Feinde noch im Pulk antraben, um so viele wie möglich auf einmal zu erwischen. Ich nehm dafür immer ein Druckluftgewehr, den Kärcher unter den Sturmgewehren! Kämpf den Feind im Norden nieder so gut es geht, als nächstes kommt er aus Westen. Halt Dich nicht länger im Norden auf, wenn Du hörst, dass der Angriff aus Westen startet. Du musst notfalls im Norden ein paar am Leben lassen, damit Du im Westen noch rechtzeitig ankommst, um sie zu erwischen, bevor sie sich komplett zerstreuen. Denn dann gewinnst Du nicht mehr schnell genug die Oberhand.
Da die Terminals auch ungefähr in diesen Himmelsrichtungen liegen, kannst Du, wenn Norden und Westen halbwegs freigekämpft sind, einen der beiden Terminals dort halbwegs in Ruhe wieder aktivieren. Denn als Nächstes kommt der Feind von Osten und dann von Süden. Und dann wieder von vorne, von Norden.
Wirst Du beim Wiederanstarten von irgendwoher beschossen, such nach dem oder den Schützen und schiess sie mit 'ner Sniper gezielt raus. Und zwar NUR die. Um nicht wieder andere NPCs auf Dich aufmerksam zu machen. Die beschäftigen sich sonst mit den Bollwerken und lassen Dich in Ruhe. Nur die Jungs, die per Befehl konkret auf Dich angesetzt sind musst Du finden und ausknipsen.
Auf die Art schafft man es, manchmal fünf bis zehn Sekunden Ruhe um einen der Terminals rauszuhauen.
Es ist aber trotzdem ein unsägliches Chaos und oft funktioniert der Trick nicht, weil man im Vorfeld nicht genug Gegner erwischt hat.

Wenn man bis 200K Punkte hochgearbeitet hat, liegt man übrigens bei rund 1000 Abschüssen.
So von wegen Genozid!
Und das dauert etwa 45 Minuten.
Also nur Geduld!
Die Belohnung sind 15 Stück Archenkraft!

Ach ... und noch ein Vorteil von Alamo: Wenn Du bei einer neuen Waffe den Beherrschungsbonus haben willst, kämpf Dich einmal da durch damit. Dann ist sie garantiert auf vollem Beherrschungswert angelangt! :)

Subaru Natsuki
10-26-2017, 02:43 PM
Grad eben geschafft :Dyeah, war Bestandteil der Hauptmission, diesmal kein Daily . Habs allerdings anders gemacht, hab nen Rakwerfer genommen, der in Sprengkörper zerfällt und das Areal damit bestrichen. Hab jetzt etwas länger gebraucht, aber es ging ... irgendwie. Geballert wie'n Irrer .

Werd des nächste mal Deine Tips ausprobieren.

mfg
MB

DeepThought
10-26-2017, 10:25 PM
Yo, Bro!
Glückwunsch!
Als erklärter Gegner des grossflächigen Artillerie-Einsatzes hab ich diese Methode nie probiert dort.
Aber wenn's funktioniert ... warum nicht!?
In Alamo ist echt alles erlaubt.
Da geht's nur ums nackte Überleben.
Sportsgeist und Scharfschützenethik kennen auch ihre Grenzen! :)

DeepThought
10-26-2017, 10:26 PM
Das Debakel im Mutanten-Bezirk - Tag 73

Die besten Geschichten ereignen sich immer spät nachts oder früh morgens.
Diese hier geschah gegen etwa sechs Uhr früh.
Und sie trug sich im südlichen San Francisco zu, genauer ... im Mutanten-Bezirk.
Einem der üblichen Schauplätze für einen Volge-Schwarm.

Ich hatte die Spur einer Überfalls-Serie aufgenommen und war ihr bis kurz vor den besagten "Stadt"teil gefolgt. Bis dahin war ich alleine beschäftigt gewesen, an dieser Stelle des Geschehens stiessen dann zwei weitere Spieler dazu: Ein ebenso 4000+ und ein etwas über 300er.
Da denkt man sich ehrlich gesagt noch nicht besoners viel dabei und rechnet wohl kaum damit, dass sich nur Minuten später der komplette Horror entfalten würde.
Genau das aber geschah mit den ersten Wellen an Volge im Mutanten-Bezirk.

Mir ist etwas schleierhaft, wieso derart starke Gegner zu spawnen begannen, denn die ersten drei oder vier Feinde trugen noch den Titel "Verbesserter", waren also halbwegs in den Griff zu bekommen. Und da mir sonst kein Spieler aufgefallen wäre, der das Niveau weiter hochgetrieben hätte, wurde ich vom Auftauchen der "Archen"-Volge heillos überrumpelt.

Mein grösster Fehler war es gewesen, mit Sturmgewehr und Scharfschützenknarre ins Gefecht zu ziehen, genauer gesagt mit einer VBI Angriffswaffe und einem FRC Schnellrepetierer. Eigentlich keine schlechte Kombination, solange man es mit Problemen zu tun hat, die dem eigenen Level halbwegs angemessen ausfallen.
Gegen Archen-Volge aber kann man diese Kombi getrost vergessen!
Und zum Loadout-Slot wechseln kam ich später beim besten Willen nicht mehr. Denn wenn ich nicht gerade verzweifelt um mich schoss, wurde ich entweder durch die Gegend geschleudert, hastete um mein virtuelles Leben oder kroch tot am Boden herum.
Und zurück auf den Beinen knüppelte sofort wieder irgendein Volge auf mich ein.

Als ich schliesslich überzuckert hatte, was da gerade abzugehen begonnen hatte, war es längst zu spät.
Der 300er war schon nach zwei Minuten weg vom Fenster.
Und dass er das Handtuch warf, ist ihm kaum zu verdenken.
Mehr als kitzeln konnte er diese Gegner mit seinen Waffen beim besten Willen nicht.
Also blieben nur zwei Leute übrig, die beide knapp über 4k rangierten.

Daran, die einzunehmenden drei Punkte zu halten, war absolut nicht zu denken.
Wir wurden aus den Überresten der Siedlung heraus auf freies Feld abgedrängt, womit sich auch die letzte Chance auf halbwegs taktisch ausgeklügelte Gegenwehr erledigt hatte. Stattdessen fanden sich mein Leidensgenosse und ich umringt von völlig überlegenen Feinden, die sich anschickten, uns nach allen Regeln der Kunst einzukesseln.

Mein Mitspieler hatte mir - schon als sich das Drama anzubahnen begann - eine Gruppeneinladung übersandt, vermutlich aus purer Panik heraus. So konnten wir zumindest in Echtzeit zur Kenntnis nehmen, wenn der Kampfgefährte in ernste Schwierigkeiten kam.
Und das war so gut wie ununterbrochen der Fall.
Am Höhepunkt der Schlacht standen wir zu zweit sechs Volge-Soldaten, drei Archen-Bombern und vier - VIER!!! - Archen-Visceras gegenüber!
Und das auf deckungsloser Ebene, abseits der Häuserruinen, die uns zumindest etwas Schutz hätten bieten können.

Regelrecht rührend aber war, dass sich mein Mitstreiter ohne Rücksicht auf Verluste zu mir durchbiss, als er das erste Mal entdeckte, dass mein Ava zu Boden gegangen war.
Diese Aufopferungsbereitschaft konnte ich nicht unbeantwortet lassen, also setzte im Folgenden auch ich alles daran, ihm wieder auf die Beine zu helfen, wenn es nötig wurde.
Und es wurde verdammt oft nötig!
Genau genommen kamen wir kaum noch dazu, die Volge zu bekämpfen, weil wir uns ständig gegenseitig zu retten versuchten. Und irgendwie gelang es uns auch, sehr bange Minuten lang, nie gleichzeitig abzukratzen, sodass stets Einer noch aufrecht stand, um dem Anderen zu Hilfe zu eilen.

Insgeheim betete ich schon um das Eintreffen von ein oder zwei gut ausgerüsteten 6000ern - was mir unter etwas weniger dramatischen Umständen wohl nicht im Traum einfallen würde - aber mein Wunsch wurde nicht erhört!
Bis zum bitteren Ende kämpften wir alleine verbissen gegen die feindlichen Ausserirdischen, aber es war im Grossen und Ganzen vergebliche Liebesmüh.
Als endlich das Fenster aufklappte, um das Ende des Debakels zu verkünden, hatten wir beide eine zweistellige Anzahl an Toden zu verbuchen.
Ich will hier echt nicht ins Detail gehen ... denn für die bittere Wahrheit muss man sich wirklich schämen.
Nur so viel: es war die wohl schmählichste Niederlage meiner bisherigen Archenjäger-Karriere.

Aber wenigstens gibt es nur einen Augenzeugen und auch der hat allen Grund, die Geschichte zu vertuschen.
Am Besten also wir tun ganz einfach so, als wäre das niemals passiert ...

DeepThought
10-27-2017, 05:17 AM
Unfreiwillige Schutzengel - Tag 73

Die Welt von Defiance ist bekanntlich nicht übermässig gross.
Exakter formuliert ist sie sogar verdammt klein.
Und wie das nunmal so ist in einem Dorf, trifft man auch immer wieder die selben Leute.
Dabei ist es irgendwie witzig zu beobachten, unter welchen Umständen man gewisse Personen regelmässig antrifft.
Ich habe zwei "Bekannte" inzwischen, denen ich interessanterweise stets in der selben Lage begegne.

Der Erste ist ein Spieler aus Ungarn ... also zumindest lässt seine Mitgliedschaft in einem ungarischen Clan darauf schliessen. Sein EGO-Level liegt rund 1000 über meinem, also könnte man annehmen, dass er auch grösser, stärker und überlebensfähiger auftritt.
Wenn wir uns treffen, dann ausnahmslos immer entweder bei einem Händlerstandort oder im Finale eines Grossen Archenfalles.
Und bei letzterer Gelegenheit war es noch so gut wie jedes Mal so, dass ich seine Anwesenheit zur Kenntnis nahm, weil ich hastig zu einem niedergebrochenen Avatar stürmte, um diesen wiederzubeleben und dann feststellte, dass es schon wieder mal er war.
Es ist wirklich zu drollig!
Ich nehme an, dass auch ihm inzwischen aufgefallen sein dürfte, dass immer das selbe Ava-Mädchen zu seiner Rettung herbeieilt.
Gott, wer weiss, welche Rückschlüsse der Knabe inzwischen aus dieser Beobachtung gezogen hat!?
Ich hab ihn ja ehrlich gesagt schon fast im Verdacht, dass er jedes Mal absichtlich ins Verderben rennt, wenn er meine Gegenwart bemerkt. Vielleicht steht er ja drauf, von kleinen Mädchen aus höchster Not gerettet zu werden.
Es soll ja die seltsamsten Fetische geben hab ich gehört!
Erst heute morgen habe ich ihn zum x-ten Mal aus dem Dreck gespachtelt, nachdem er von einem Anspruchsvollen Koloss im Finale eines Grossen Plagegeister-Archenfalles in Grund und Boden radiert worden war. Und gestern musste ich ihm auf die Beine helfen, nachdem er im Flammenmeer eines Monolithen-Volltreffers versunken war.
Ich könnte mich kringeln vor Lachen, wenn ich wieder mal zu einem flackernden Figürchen sprinte und im Hinabkauern seinen Namen lese.

Praktisch die selbe Absurdität wiederholt sich in unregelmässigen Abständen mit einem weiblichen Avatar mit englischem Namen. Sie rangiert derzeit um Level 2k herum und geht jedes Mal in meiner unmittelbaren Umgebung vor die Hunde, wenn wir uns treffen. Heute nacht zum Beispiel im Bolinas Hüttenwerk während einer Impfstoffgeräte-Schlacht. Dabei entdeckte ich ihre sterblichen Überreste eher zufällig, denn ich hatte gerade herzhaft mit meinem Herrscher des Universums in die Masse der Zombies getrommelt und aufgrund der Explosions-Kaskaden im Grunde gar nichts mehr erkennen können. Während des Nachladens aber, als die Lichtblitze abebbten, sah ich dieses kriechende Häufchen Elend zwischen den Infizierten am Boden. Rasch pustete ich die verbliebenen Hindernisse noch zur Seite und eilte dann zu Hilfe.
Und auch hier musste ich wieder mal schmunzeln, denn erst gestern hatte ich sie während des Volge-Überfalles in North Point aus dem Schlamm gezogen. Und vorgestern fand ich ihre flackernde Gestalt während eines Archenfalles am Boden.
Es gibt aber auch Tage, an denen ich sie zwei oder sogar drei Mal wieder aufrichten muss.
Ob ihr das inzwischen nicht schon peinlich geworden ist?

Vielleicht hat Defiance mir ja die Rolle des persönlichen Schutzengels für diese beiden Spieler zugedacht.
Die Häufigkeit meiner Rettungseinsätze für sie liesse darauf schliessen.
Allerdings muss ich gestehen, dass es auch umgekehrt nicht sehr viel besser aussieht.
Heute Nacht hat mich ein 6k-ler aus dem Dreck gekratzt, dem ich auch nicht zum ersten Mal begegnet bin.
Genau genommen sind wir schon ziemlich gute Bekannte.
Denn inzwischen hat er mich gut und gerne schon zwanzig Mal wiederbelebt.
Meistens im Finale eines Grossen Archenfalles.

Schätze, das Game hat ihn mir ungefragt als persönlichen Schutzengel zugeteilt ...

DeepThought
10-28-2017, 12:15 AM
??? - Tag 74

Eigenes Level: 4240
Waffe: Herrscher des Universums, Level 4168, Schadenswert 4459, 60 Schuss im Magazin
Die Knarre ist also Up to Date.
Und das beste Geschütz in meinem Arsenal.

Mit dieser Waffe stelle ich mich einem Volge-Schwarm.
Und weil es früh am Morgen an einem Samstag ist, bin ich die ersten sieben Phasen alleine mit den Biestern.
Das ist ein hektischer und zäher Kampf, aber es ist zu schaffen.
Die Gegner, die spawnen, tragen den Vornamen "Verstärkter".
Soldaten und Bomber liegen nach etwa 20 bis 25 Schuss, ein Viscera braucht zwischen 60 und 80 Volltreffer. Mit zugeschalteter Überladung kriegt man so einen Viscera mit einem vollen Magazin also ganz gut unter Kontrolle.

In Phase 8 taucht plötzlich ein zweiter Spieler auf, EGO-Level 5724.
Und schon ist es vorbei.
Ab sofort spawnen nur noch "Archen"-Volge.
Einen Soldaten umzulegen braucht drei bis vier volle Magazine, ebenso der Bomber.

Ein einziger Archen-Viscera beschäftigt mich die komplette Phase lang.
Zwei Mal magaziniere ich die Waffe vollständig neu auf.
500 Schuss auf Reserve, 60 im Magazin, das Ganze zwei Mal hintereinander.
Jedes Mal, wenn die EGO-Fähigkeit wieder verfügbar ist, schalte ich die Überladung sofort wieder dazu. Diese ist vollständig mit Upgrades bestückt und die Perks, die ihre Wirkung verlängern und erhöhen, sind alle in diesem Loadout aktiv.
Zu deutsch: Es ist nicht mehr möglich, auf diesem Level mit dieser Waffe noch effektiver zu sein.

Nach 1120 Schuss steht das Vieh immer noch aufrecht!
Was vorher mit maximal 80 Treffern ging, ist jetzt beim besten Willen nahezu unmöglich.
Obwohl ich nicht ein einziges Mal daneben schiesse und nach dem Zusammenbruch seines Schildes nur voll in die Fresse halte und fast ausschliesslich kritische Treffer setze.
In der selben Zeit fegt der 5700er ALLE anderen Volge dieser Phase vom Teppich und rettet mich am Ende noch, indem er dem Viscera mit einer kurzen Salve den Rest gibt.
Wer weiss, wie viel Munition ich dem Ding sonst noch in die Schnauze hätte pumpen müssen.
Rechnen wir mal optimistisch und sagen wir nach 1200 Treffern wäre das Monster erledigt gewesen, dann bedeutet das eine Steigerung der Feindstärke um 1500%, und zwar nur deswegen, weil ein (!) anderer Spieler in der Nähe auftaucht, der 1484 Level höher liegt als mein Char.

Trifft mich der Viscera allerdings nur ein einziges Mal ist mein Schild down.
Trifft er ein zweites Mal, bin ich weg vom Fenster.
Bei einer Schild-Kapazität von sage und schreibe 16686, drei intakten Panzerplatten, orange selbstverständlich.
Auch der Schild ist übrigens aktuell auf Level 4234.
Eben erst hochgezogen worden!
Schützen könnte ich mich also auch nicht besser.

Drei Phasen lang prügle ich mich verzweifelt mit dieser Übermacht noch herum, dann endet die Belagerung.
Weil ich insgesamt fünf Mal extrahieren muss - jedesmal 2000 Punkte Abzug! - und kaum noch Treffer landen kann, da ich ständig um mein Leben rennen und in Deckung gehen muss, habe ich nach dem Ende weniger Punkte als bis zu dem Moment, als der Wahnsinn losging.
Der 5700er hat mehr Punkte als ich, obwohl er nur drei Phasen lang dabei war und ich zehn.
Es wäre lukrativer gewesen, einfach mit dem Quad davonzurasen als der andere Spieler erschien.

Was bitte soll das darstellen?
Game-Balancing?

DeepThought
10-28-2017, 08:13 AM
Eine andere Methode - Tag 74

Weil es mich selber dermassen an****t, wenn man von einem High Level jeden Abschuss vor der Nase weggeballert bekommt und am Schluss nach all den Mühen mit fast leeren Händen dasteht, muss ich mir als 4000+ zwangsläufig überlegen, wie ich eine Situation handhabe, die umgekehrt abläuft.
Also eine Gefechtslage, in der ich der vergleichsweise High Level bin und meine Mitstreiter im drei- oder niedrigen vierstelligen EGO-Bereich herumdümpeln.
Diese Methode habe ich heute Nachmittag mal an drei kleinen Archenfällen recht erfolgreich erprobt.
Für diese Zwecke hab ich mir jetzt extra einen eigenen Loadout-Slot erstellt.

Bei einem Kleinen Plagegeister-Archenfall stosse ich dazu, als die zweite Welle läuft. An Ort und Stelle sind ein Level 750+ und ein 620+ am Werk. Das seh ich mir gleich mal an, bevor ich überhaupt den ersten Schuss abgebe.
Angesichts der Lage wechsle ich vom Hardcore-Equipment in die neue Konfiguration. Darin finden sich eine schlagkräftige Sniperwaffe und eine VBI TACC Angriffswaffe. Beide Kanonen eignen sich für recht präzise Schüsse auf einzeln ausgesuchte Ziele.
Und dann mach ich erst mal gar nichts, ausser zu beobachten.

Als einer der Beiden in Bedrängnis gerät und von den Zombies abgedrängt wird, schiesse ich gezielt die Gegner heraus, die ihm am Nächsten sind, also die grösste Gefahr für ihn darstellen. Alle die noch weit genug von ihm entfernt sind, lasse ich in Ruhe.
Damit verschaffe ich ihm Luft, damit er sich seine Abschüsse holen kann und nehme ihm nicht jede Möglichkeit, auch ordentlich Punkte zu machen. Zudem behalte ich beide Low Levels immer ein wenig im Auge, um notfalls schnell reagieren zu können, wenn sie in Not geraten oder zu Boden gehen.

Als die Kolosse antraben, eröffne ich sofort das Feuer auf sie, ohne jetzt gleich volles Rohr loszuballern. Das macht die Biester auf mich aufmerksam, sodass sie mich anzugreifen beginnen. Dann fange ich an, in Zick-Zack-Linien vor ihnen zurückzuweichen, ohne weiter auf sie zu schiessen.
Wenn mich mal einer ein wenig abwatscht, ist das auch nicht so tragisch.
Mein Schutzschild verkraftet es durchaus, wenn ich mal eine aufs Maul kriege von so einem Monster.
Währenddessen können die zwei Kleinen ungestört auf diese starken Gegner feuern.

In dem Moment, wo sich so ein Koloss aber wieder von mir abwendet - weil ich ihm ja eigentlich gerade keinen Schaden zufüge - jag ich ihm wieder zwei oder drei Salven mit der VBI TACC in die Rippen. Das bringt ihn nicht um, aber da meine Waffe natürlich sehr viel mehr Schaden anrichtet, wendet er sich dann wieder mir zu und geht nicht auf die Low Levels los. So können wir ein paar Minütchen lustig Fangenspielen und die zwei Low Levels können ballern, was die Knarren hergeben, bis das Riesenvieh aus den Latschen kippt.

Das Ergebnis so einer Aktion:
Fast zehn Minuten lang lustige Ballerei für alle Beteiligten und nicht nach drei Minuten Hahn zugedreht.
37 Abschüsse für den 750+ auf Platz 1, 28 Abschüsse für den 620+ auf Platz 2 und ich auf Platz 3 mit 18 Abschüssen.
Da krieg ich auch noch ein wenig Gulanit und zwei Keycodes dafür und die beiden anderen Spieler haben auch was davon, dass sie sich wegen meiner Anwesenheit mit viel schwereren Gegnern rumschlagen müssen.

Im gesamten Archenfall hab ich übrigens 8 Schuss aus der Sniperwaffe und 86 Schuss aus der VBI TACC abgegeben. Die beiden Low Levels waren jeder mindestens drei Mal beim Muni-Container nachfüllen.

Ich muss nicht immer überall um jeden Preis alles holen, was geht.
Am Hungertuch nage ich auf diese Art ja auch nicht ...

DeepThought
10-29-2017, 01:57 AM
Schluck! - Tag 75

Ich hab gerade einen Archenjäger sterben sehen.
Ja, ich weiss!
Archenjäger sterben ständig.
Ist ja auch ein hartes Pflaster das Paradies.
Aber ... üblicherweise sterben sie nicht so richtig, nicht so wie der heute.
Wenn Archenjäger sterben, sind sie ja doch irgendwie immer noch nicht ganz tot, können rumkriechen und flackern dabei und man kann hinrennen und ein bisschen an ihnen herumhantieren und dann wird alles wieder gut.
Aber der heute morgen ... der war ganz tot.
So ... richtig tot!
Und das an einer völlig harmlosen Strassensperre.

Ich hatte angehalten, weil da ein anderer Spieler gegen die Volge kämpfte und wollte auch ein bisschen mitmischen. Also gab ich einige Schüsse ab, der zweite Archenjäger war dicht neben mir und schoss auch, aber dann schoss der Volge zurück und traf ihn.
Und dann war er tot.
So richtig tot!
Ganz ohne Flackern und Herumkriechen!
Er lag zwar in genau der Flacker-und-Herumkriech-Haltung da, ... aber er flackerte nicht.
Und er kroch auch nicht herum.
Lag einfach nur still da und war augenscheinlich nicht mehr lebendig.

Ich bügelte noch die restlichen Volge um, dann hastete ich zu ihm und wollte an ihm rumhantieren, damit alles wieder gut werden würde, ... aber ... *schluck* .... man konnte nicht an ihm rumhantieren.
Vermutlich, weil er nicht flackerte.
Und nicht herumkroch.

Weil ich die Volge alle umgebracht hatte, verschwand die Strassensperre dann plötzlich, aber der tote Archenjäger lag immer noch da.
Kurz suchte ich im Schnellmenü nach einer passenden Funktion bei den Emotes ... sowas wie "Anstupsen" oder "Ohrfeigen", fand aber leider nichts.
"Hey!" dachte ich nur ratlos. "Flacker doch mal! Wie soll denn sonst alles wieder gut werden?"
Aber er flackerte nicht.

Hilflos blickte ich mich um, aber es war niemand da.
Also pirschte ich kauernd langsam nach hinten davon, sprang in einigen Metern Entfernung auf mein Quad und brauste wieder los.
Die Funktion "Beerdigen" konnte ich nämlich bei den Emotes auch nicht entdecken.

Als ich etwas später wieder dort vorbeikam war er weg.
Keine Ahnung, wohin seine Leiche gekommen war.

Ich jedenfalls bin jetzt traumatisiert.
Wer rechnet denn bitte damit, dass jemand stirbt, nur weil rund um die Uhr geschossen wird dass die Knarren glühen?

DeepThought
11-01-2017, 10:43 AM
Expeditionserkenntnisse - Tag 76

Zu zweit ist es einfach trotzdem leichter.
So meine Bilanz nach rund 12 Stunden Expeditionen auf Teufel komm raus.

Nach dem Aufploppen der Gruppeneinladung gestern abend warfen wir uns gemeinsam ins Gefecht. Was inzwischen schon langsam den Status einer Tradition bekommt und mich jedes Mal mit einem wonnigen Lächeln beglückt. Denn das Gefühl, nicht allein durch die dunklen Höhlengänge oder die sterilen Bunkerkorridore zu streifen, beruhigt ungemein. Ganz abgesehen davon, dass wir inzwischen ein verdammt effektives Kampfteam abgeben.
Seine Spezialität sind ein durchschlagsstarkes Plasma-SSG und die Massenkanone. Ich trage mit hoher Kadenz und grosser Magazinkapazität zum Gelingen unserer Aktionen bei. Was den Fernbeschuss mit Sniperwaffe und Raketenwerfer überstanden hat, läuft ins Trommelfeuer meiner Explosivgeschosse und wenn es zu nahe kommt, pumpe ich mit dem Druckluftgewehr nach. Auf diese Art haben wir uns letzte Nacht von Tier 17 bis 20 hochgearbeitet.
Dann war allerdings Feierabend!

Den heutigen Nachmittag habe ich mit Training und Materialerprobung verbracht.
Und bin verbissen genug gegen die Hellbugs angerannt, um es auch im Alleingang bis auf Tier 19 zu schaffen. Dabei wurde mir eine sensationelle Erkenntnis zuteil: Kurze Wartezeiten bis zur Wiederaufladung des Schildes sind in den Expeditionen der höheren Kapazität absolut vorzuziehen. Fast 17000 Punkte sind auch irgendwann heruntergebombt und wenn man dann 9,6 Sekunden warten muss, ehe der Schutzschild wieder hochfährt, hat man reale Chancen auf ein recht überraschendes Ableben.

Fährt der Schild aber schon nach 2,7 Sekunden wieder hoch, verlängert dies das Dasein in den düsteren Katakomben merklich. Dafür reicht auch die Zahl 9500 völlig aus. Die höhere Kapazität bewährt sich auf freiem Terrain, wenn man Beschuss ausweichen kann. Was jedoch in den unterirdischen Gefilden nahezu unmöglich ist. Dem Geschosshagel von vier oder fünf Hellbug-Schützen für zweieinhalb Sekunden auszuweichen ist schon eine Leistung, fast zehn Sekunden lang ist das aber kaum einmal möglich. Die Anzahl der Panzerplatten ist belanglos. Die sind ohnehin nach spätestens zwei Minuten zerdeppert und auch wenn man sie zehnmal wieder zusammenkleistert mit dem passenden Stim, rennt man trotzdem die allermeiste Zeit mit kaputten Teilen herum. Der bisher erprobte orange Rhino-Schutzschild musste also im Loadout-Slot für die Expeditionen jetzt einem hellblauen Funken-Protektor weichen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Erst auf Tier 19 konnte mir der Nestfürst den Hahn abdrehen.
Soviel zum Eigenschutz!

Was meine Offensivfähigkeiten angeht, schlage ich mich gar nicht schlecht.
Fast jede gemeinsam abgewickelte Operation konnte ich als Punktestärkerer abschliessen. Zumal ich mich inzwischen darauf konzentriere, sofort den stärksten Gegnern an die Gurgel zu gehen. Sind die erstmal am Boden ist der Rest eher Routinearbeit. Knifflig wird es nur stets beim Endgegner, insbesondere, wenn man die Dauer des Besuches in seinem Domizil auf recht engem Raum mit ihm zusammengesperrt verbringen muss.
Alleine brauche ich nach wie vor ziemlich viel Glück dazu.
So wie heute Nachmittag, wo sich der Nestfürst mit seinen bläulichen Barrieren aus stehenden Gulanitkristallen so bescheuert selber eingemauert hatte, dass ich ihn in aller Seelenruhe in Fetzen schiessen konnte, ohne seine Gegenwehr befürchten zu müssen. Passieren diesen Monstern aber keine hirnamputierten Fehler, ist und bleibt es knifflig bis bedrohlich, wenn ich mich ihnen alleine entgegenstelle.

Ja, kein Zweifel!
Zu zweit ist es einfach trotzdem leichter.
Und viel aufregender!

Neutronenstern
11-02-2017, 11:07 AM
??? - Tag 74

Eigenes Level: 4240
Waffe: Herrscher des Universums, Level 4168, Schadenswert 4459, 60 Schuss im Magazin
Die Knarre ist also Up to Date.
Und das beste Geschütz in meinem Arsenal.

Mit dieser Waffe stelle ich mich einem Volge-Schwarm.
Und weil es früh am Morgen an einem Samstag ist, bin ich die ersten sieben Phasen alleine mit den Biestern.
Das ist ein hektischer und zäher Kampf, aber es ist zu schaffen.
Die Gegner, die spawnen, tragen den Vornamen "Verstärkter".
Soldaten und Bomber liegen nach etwa 20 bis 25 Schuss, ein Viscera braucht zwischen 60 und 80 Volltreffer. Mit zugeschalteter Überladung kriegt man so einen Viscera mit einem vollen Magazin also ganz gut unter Kontrolle.

In Phase 8 taucht plötzlich ein zweiter Spieler auf, EGO-Level 5724.
Und schon ist es vorbei.
Ab sofort spawnen nur noch "Archen"-Volge.
Einen Soldaten umzulegen braucht drei bis vier volle Magazine, ebenso der Bomber.

Ein einziger Archen-Viscera beschäftigt mich die komplette Phase lang.
Zwei Mal magaziniere ich die Waffe vollständig neu auf.
500 Schuss auf Reserve, 60 im Magazin, das Ganze zwei Mal hintereinander.
Jedes Mal, wenn die EGO-Fähigkeit wieder verfügbar ist, schalte ich die Überladung sofort wieder dazu. Diese ist vollständig mit Upgrades bestückt und die Perks, die ihre Wirkung verlängern und erhöhen, sind alle in diesem Loadout aktiv.
Zu deutsch: Es ist nicht mehr möglich, auf diesem Level mit dieser Waffe noch effektiver zu sein.


Was bitte soll das darstellen?
Game-Balancing?

Das ist die Wirkungsweise der Nanos. Also, ja, irgendwie ist es Game-Balancing.:)
Dein Herrscher hat nen Feuer-Nano drauf (falls nicht umkonvertiert) und Feuer (Brandstoff um genau zu sein) ist nicht sonderlich effektiv gegen Volge.

Du machst auf das Schild eines Visceras mit dieser Waffe/Nano nur 50% deines Schadens!
Und jede intakte Panzerplatte hält nochmal 10% ab.

Der richtige Nano für die richtige Situation macht eine Waffe erst effektiv.
Bei Volge würde ich die Strahlungswaffen empfehlen. Da umgehst du Panzerplatten, machst immerhin 75% Schaden auf das Schild und 100% auf die Lebensenergie.
Durch den Verstrahlungs-Effekt nimmt der Feind nochmal mehr Schaden (25% warens glaub ich) und JEDER der mit drauf ballert, egal mit welchen Nano, umgeht Panzerplatten.

Oder du nutzt erst eine Elektro- oder Strahlungswaffe bis das Schild unten ist und wechselst dann auf den Herrscher... (Die Volge sind allerdings immun gegen den Elektro-Effekt...Volge tanzen nicht.:D Machst aber trotzdem 150-160% Schaden aufs Schild.)

Mit einer Brandstoff-Waffe auf Gegner mit Schild ist nie eine gute Idee. Das soll gar nicht funktionieren.;)
Da könnte dich nur noch der Synergie-Effekt retten, je nachdem welchen Nano er zusätzlich auslöst. Aber das ist nicht sonderlich verlässlich. Und funktioniert auch nur wenn du alle Mods Synergiegerecht vebaut hast.



Öhm...blaues Funken in ner Expedition?!:eek:
Das kann nur auf niedrigen Tiers funktionieren...heb das Rhino lieber noch auf.;)

DannyTphotouk
11-04-2017, 04:10 AM
Perfect Article. Thank you very much for posting and sharing this great article. It is so interesting for me and beneficial to all people who read.

DeepThought
11-05-2017, 12:42 AM
Erstaunlich, wie viele Englischsprachige hier mitlesen. Muss anstrengend sein, sich auf die konfusen Google-Übersetzungen einen Reim zu machen.

Sag, Sternchen, wo erfährt man all solche Sachen? Ich seh nirgends eine Beschreibung, welche Waffen, welche Effekte wann, wie gegen welche Feinde am Wirksamsten sind.
Aber mal abgesehen davon: Würde mir auch nur sehr begrenzt weiterhelfen.
Wenn schlagartig die Feinde 1500% stärker sind als vorher und gleichzeitig ein Dutzend von denen herumturnt - davon vier Visceras - kann ich mit JEDER Waffe, die mir auf meinem Level in die Finger kommen könnte, einpacken. Die Relationen sind einfach komplett entgleist. Das ist, als würde ich mit einer Steinschleuder gegen eine Panzerkompanie antreten versuchen. Hoffnungslos!

In so Situationen wie einem Volge-Schwarm geht es ja noch, wenn gleichzeitig fünf bis zehn Spieler auf so ein Vieh ballern. Da mach ich dann eben 3% vom Gesamtschaden, der das Biest umbringt und zieh nicht seine volle Aufmerksamkeit auf mich. Aber wenn nur zwei Spieler vor Ort sind und sich zwei Archen-Visceras, ein Bomber und drei Soldaten gleichzeitg auf mich einschiessen, kann ich nur noch rennen und flüchten. Ich hab überhaupt keine Chance mehr, auch nur einen Gegner zu Boden zu bringen, bevor ich selber platt gemacht werde. Und das find ich einfach komplett überzogen.
Ich hab mir inzwischen aber schon angewöhnt, wirklich abzuhauen, wenn sich sowas anbahnt. Bringt einfach nichts mehr, weiter dranzubleiben.

Was den blauen Schild betrifft: Bewährt sich derzeit. Die extrem kurze Zeitspanne, bis die Wiederaufladung des Schildes beginnt, ist echt der Unterschied zwischen Leben und Tod. Schnell mal für zwei bis drei Sekunden in Deckung zu gehen oder auszuweichen ist machbar. Zehn Sekunden lang geht das kaum einmal. Dafür muss man eben mit der schwächeren Kapazität leben. Wo ich mit einem langsameren Schild ruhig mal drei bis vier Treffer wegstecken konnte, muss ich jetzt schon nach dem ersten rennen.

Neutronenstern
11-05-2017, 10:39 AM
Viel ist Erfahrung. Der Rest... angelesen: Patch Notes/Dev Tracker, englisches Forum (inkl. PTS), DefianceData.com, Livestreams, ...

Zu den Nano-Effekten findest du Infos im Spiel: ESC -> Info -> Hilfe -> irgendwo hier:p;)
Oder auf Defiancedata.com (http://www.defiancedata.com/) -> Nano Effects (http://www.defiancedata.com/page=15/nano-effects) (Siphon wurde Überarbeitet, Info dazu hier (http://forums.defiance.com/showthread.php?248570-Defiance-Neo-Votanis-Freebooters) in den Patch Notes)


SYPHON NANO
The Syphon nano has been adjusted/redesigned:
Added an additional HoT/DoT effect to the regular Syphon Proc effect
Ticks every .25s for 5s, healing the player after the initial heal
Additionally, applies 15% health/shield/plate damage for all damage types
Additionally, applies 5% armor penetration for all damage types
Syphon now applies the trigger reduction all other nanos have, which will prevent syphon from triggering for 15s

Ich empfehle dringend sich die Nanos und ihre Wirkung einzuprägen. Sie machen einen großen taktischen Vorteil aus, wenn man sie richtig einzusetzen weiß! Mit DLC-Perks lassen sie sich sogar nochmal verstärken, das sollte man auch nicht unterschätzen.

Im Spiel schaltest du bei Spielfortschritt Informationen über Gegner frei, die kannst du dir ansehen. EGO gibt zusätzlich Hinweise zu Schwächen und Stärken von Feinden....dann einfach mal was ausprobieren.

Ganz viel "Wissen" wird innerhalb der Community weitergegeben. Daher lohnt/lohnte es sich hier und da mal im englischen Bereich mitzulesen. Denn selbst wenn es irgendwann mal was offizielles von Trion selbst gab, wird es heutzutage schwer zu finden sein. Und man muss ja nix blind glauben, einfach im Spiel selbst verifizieren.

Beispiel: Kritische Treffer
Zu Erkennen an den gelben Zahlen die vom Gegner aufsteigen, wenn man ihn beschießt.
Wie hoch der eigene Multiplikator ist steht in der Waffenkarte von fast jeder Waffe. Dazu kommen evtl. Perk Boni. Und der Gegner-eigene Multiplikator.
Kritische Treffer gehen immer direkt auf die reine Lebensenergie und umgehen (ausser bei Boss-Gegnern) Panzerplatten.
Beispiel: DM und 99er: ist das Schild erstmal weg und du schießt ihnen in den Kopf, ist völlig wurscht wieviele Panzerplatten sie noch haben.
Die Schrottschläger Schmiede hat einen der höchsten Multiplikatoren in ihrem großen "Auge". (Hinweis hierzu in der Mission am Bernal-Turm) Wenn ich dieses Monster nun schnell & effektiv beseitigen will, nehme ich alle Informationen zusammen...das ergibt: Ich brauche eine Waffe mit höchst möglichen Krit-Wert und Feuer Nano.
Spiele ich lieber aus der Distanz suche ich mir ein entsprechendes Scharfschützengewehr. Bin ich gern nah am Feind wähle ich eine Pistole wie: HP-6 Wolfhound (inkl. automatische Variante), HP-7 Wildcat (DLC nötig, basiert auf der HP-6) oder Magnum.
Nun immer auf die gelben und roten Stellen am Gegner schießen.
Nerven doch mal Panzerplatten (je nach Bedrohung), können Shrill- und Schleim-Granaten helfen. Oder eben Bio- und Strahlungswaffen.

Überhaupt: einfach mal auf die Zahlen achten die da so vom Gegner aufsteigen. Die Farben geben die Treffer an:
so "bläulich" sind Schild-Treffer, weiß sind Körper-Treffer und gelb sind Kritische-Treffer.
Die Schadenswerte der Nanos steigen in "Ticks" vom Gegner auf.
Der Rest ist dann eigentlich nur simple Mathematik. Und da Defiance besonders Großzügig im Auf- und Abrunden ist, muss man auch gar nicht soooo genau Rechnen können.:D

Wenn es dich interessiert oder du einfach mal ein "Gefühl" dafür bekommen willst, mach einen Abstecher zum Sutro-Turm. Dort schießt du dir eins der Geschütze frei. Geschütze haben keine eigenen Multiplikatoren und sind daher gute "Testobjekte". Du musst nur mit einer Bio-Waffe die Panzerplatten runterholen. Dabei kannst du auch gleich den Schadenszuwachs mit jeder brechenden Panzerplatte beobachten. Danach kannst du z.B. schauen wieviel Schaden deine Waffe "wirklich" macht, indem du die aufsteigenden Schadenswerte mit denen auf deiner Waffenkarte abgleichst. Vergiss dabei aber nicht die Boni von Perks, Synergie, Rig, etc zu beachten ...oder einfach alles ablegen.
Wenn ein Nano auf dem Geschütz liegt, kannst du sehen wieviel mehr Schaden du währenddessen machst und was der Nano selbst anrichtet.

Die Beschreibungen der einzelnen Waffen-Typen gibt Aufschluß wie man sie am besten einsetzt. Explosiv-Waffen mit hohem Radius sind besonders effektiv gegen Gegner-Gruppen, helfen aber weniger gegen einzelne Feinde.
Der Spreng-Radius besteht aus zwei ineinander liegenden Kreisen. Der äußere Kreis beschreibt den Blast-Radius, dieser ist auf der Waffenkarte ablesbar und beschreibt den Bereich in dem deine Explosion Schaden verursacht. Der innere Kreis ist der Full-Damage-Radius (FDR), hier machst du den maximalen Schaden. Dieser ist nirgendwo ablesbar, wird allerdings durch die Rolls und Mods beeinflusst. Deshalb ändert der Mod für mehr Radius auch nichts auf der Waffenkarte. Austesten kann man den FDR mit einem Detonator, einer Wand und sich selbst.;)
(Wissen tut man das z.B. durch eine Diskussion die im englischen Forum, vor einigen Jahren, mit einem der (damaligen) Devs über Big Boomer geführt wurde und in deren Zuge besagter Dev die Funktionsweise des Radius erklärte)

Ein paar (ältere) Threads hier im deutschen Forum dürften auch Informationen enthalten. Einiges veraltet, anderes noch brauchbar. Einfach durchklicken, reinlesen, im Spiel ausprobieren. Und Fragen! ...ich weiß manchmal nicht was alles weitergegeben werden muss/sollte/könnte...aber ich tue es gern wenn es anderen hilft.:o:)

DeepThought
11-12-2017, 01:11 AM
Ein ungeklärtes Rätsel - Tag 77

Die letzten Tage haben mich ein paar gute Bücher komplett vom Schreiben abgehalten. Aber lesen muss auch mal sein!
Zum Zocken kommt man natürlich auch fast nicht, wenn man ständig ein Buch vor der Nase hat.
Nur ein paar kurze Stipp-Visiten in Defiance hab ich mir gegönnt, um ein bisschen Archenkraft zu scheffeln und die täglichen Belohnungen abzuholen.

Bei diesen Kurzbesuchen kam mir auffallend häufig eine Situation unter, mit der ich noch immer rein gar nichts anzufangen weiss.
Und obwohl ich sie schon dutzende Male miterlebt habe, weiss ich noch immer nicht, ob es sich um irgendetwas Sinnvolles handelt oder einfach nur um einen Game-Bug.

Man begegnet immer wieder irgendwo an einer Strasse plötzlich einem einsamen NPC, einer Art Arbeiter, der Jeans und eine orange-gelbe Warnweste trägt. Zeitgleich beginnt am oberen Bildschirmrand ein Balken zu erscheinen, der in pulsierenden Intervallen auftaucht und verschwindet. Normalerweise steht in solchen Balken irgendetwas, ein Missionsname.
In diesem Fall aber ist das nie so.
Der Balken ist ganz einfach nur leer.
In unmittelbarer Nähe des NPCs buddelt sich dann - wenn man nahe genug herangekommen ist - ein Hellbug-Krieger aus dem Boden und geht auf diesen besagten Arbeiter los.

Beseitigt man dieses Vieh dann - auf welche Art auch immer, entweder, indem man es überfährt oder abknallt - ploppt ein rotes Zählwerk unterhalb des Balkens auf. Witzigerweise hat es ziemlich viele Stellen, als würde es Stunden, Minuten und Sekunden jeweils zweistellig anzeigen wollen.
Was es aber nicht tut.
Es zählt lediglich aus einem niedrigen Sekundenbereich rückwärts.
In etwa 00:00:05 ... 00:00:04 .... 00:00:03 ... usw.
Schafft man es, innerhalb dieses ablaufenden Countdowns sehr nahe an den NPC heranzukommen, scheint das irgendetwas zu triggern. Denn links unten erscheint plötzlich ein kleines Hinweis-Fenster, das behauptet, man würde jetzt einen minimalen Betrag an Bits erhalten, meist +2 oder +3. Oben links neben dem Balken erscheint zudem eine Ziffer, die fast immer 2 lautet und von der ich auch keinen Schimmer habe, was sie bedeuten soll.
Bits bekommt man jedenfalls keine dafür, auch wenn es so aussieht.

Hat das Zählwerk 00:00:00 erreicht, ist der Spuk vorüber.
Mehr passiert nicht.

Es ist mir völlig schleierhaft, was das darstellen soll.
Ob es irgendeinen Sinn hat.
Oder ob ich vielleicht irgendetwas Bestimmtes hätte machen sollen, um der Sache einen Sinn zu geben.
Am meisten aber ärgert mich, dass es so aussieht, als würde ich Bits dafür bekommen.
Wenn dem so wäre, hätte ich längst einen dreistelligen Betrag zusammen.
Das passiert nämlich verdammt oft und überall, wo ich bislang war, kann es auftauchen.

Ich werde wohl damit leben müssen, dass ich es nie herausfinde.
Es ist und bleibt ein absolut ungeklärtes Rätsel.

Neutronenstern
11-13-2017, 07:42 AM
Geht doch nichts über ein gutes Buch.:)

Viel Licht werd ich auch nicht ins Dunkel bringen können, aber ein bißchen vielleicht.

Du bist nicht der Erste dem dieser Notfall aufgefallen ist. Das mit den Bits ist ein Anzeigefehler. Natürlich verschenkt Trion keine Bits und vielleicht fixen sie das sogar irgendwann. Allerdings ist es nur ein visueller Bug und die haben traditionell wenig bis gar keine Priorität für Trion. Dieses Prinzip kannst du auch gut in der Verwertungsmatrix beobachten, die beim modden einer Waffe gerne mal Fantasiewerte in der Vorschau anzeigt. Da die Waffe aber hinterher immer die korrekten Werte hat, gab es in 4(!) Jahren noch keinen Grund das zu reparieren...:rolleyes:

Soweit ich das mitbekommen habe, ist deine Aufgabe bei diesem Notfall relativ simpel: rette oder schütze den Arbeiter vor den Hellbugs. Wenn er überlebt hat, hast du gewonnen.:D ...nur eben keine Bits.;)

Ich bin mir 100%ig sicher, da auch eine Aussage zu, von nem Dev gelesen zu haben...aber wie so oft, finde ich das betreffende Zitat grade nicht...vllt wars auch in nem Livestream...:confused:

Subaru Natsuki
11-28-2017, 05:03 AM
Ein ungeklärtes Rätsel - Tag 77

Die letzten Tage haben mich ein paar gute Bücher komplett vom Schreiben abgehalten. Aber lesen muss auch mal sein!
Zum Zocken kommt man natürlich auch fast nicht, wenn man ständig ein Buch vor der Nase hat.
Nur ein paar kurze Stipp-Visiten in Defiance hab ich mir gegönnt, um ein bisschen Archenkraft zu scheffeln und die täglichen Belohnungen abzuholen.

Bei diesen Kurzbesuchen kam mir auffallend häufig eine Situation unter, mit der ich noch immer rein gar nichts anzufangen weiss.
Und obwohl ich sie schon dutzende Male miterlebt habe, weiss ich noch immer nicht, ob es sich um irgendetwas Sinnvolles handelt oder einfach nur um einen Game-Bug.

Man begegnet immer wieder irgendwo an einer Strasse plötzlich einem einsamen NPC, einer Art Arbeiter, der Jeans und eine orange-gelbe Warnweste trägt. Zeitgleich beginnt am oberen Bildschirmrand ein Balken zu erscheinen, der in pulsierenden Intervallen auftaucht und verschwindet. Normalerweise steht in solchen Balken irgendetwas, ein Missionsname.
In diesem Fall aber ist das nie so.
Der Balken ist ganz einfach nur leer.
In unmittelbarer Nähe des NPCs buddelt sich dann - wenn man nahe genug herangekommen ist - ein Hellbug-Krieger aus dem Boden und geht auf diesen besagten Arbeiter los.

Beseitigt man dieses Vieh dann - auf welche Art auch immer, entweder, indem man es überfährt oder abknallt - ploppt ein rotes Zählwerk unterhalb des Balkens auf. Witzigerweise hat es ziemlich viele Stellen, als würde es Stunden, Minuten und Sekunden jeweils zweistellig anzeigen wollen.
Was es aber nicht tut.
Es zählt lediglich aus einem niedrigen Sekundenbereich rückwärts.
In etwa 00:00:05 ... 00:00:04 .... 00:00:03 ... usw.
Schafft man es, innerhalb dieses ablaufenden Countdowns sehr nahe an den NPC heranzukommen, scheint das irgendetwas zu triggern. Denn links unten erscheint plötzlich ein kleines Hinweis-Fenster, das behauptet, man würde jetzt einen minimalen Betrag an Bits erhalten, meist +2 oder +3. Oben links neben dem Balken erscheint zudem eine Ziffer, die fast immer 2 lautet und von der ich auch keinen Schimmer habe, was sie bedeuten soll.
Bits bekommt man jedenfalls keine dafür, auch wenn es so aussieht.

Hat das Zählwerk 00:00:00 erreicht, ist der Spuk vorüber.
Mehr passiert nicht.

Es ist mir völlig schleierhaft, was das darstellen soll.
Ob es irgendeinen Sinn hat.
Oder ob ich vielleicht irgendetwas Bestimmtes hätte machen sollen, um der Sache einen Sinn zu geben.
Am meisten aber ärgert mich, dass es so aussieht, als würde ich Bits dafür bekommen.
Wenn dem so wäre, hätte ich längst einen dreistelligen Betrag zusammen.
Das passiert nämlich verdammt oft und überall, wo ich bislang war, kann es auftauchen.

Ich werde wohl damit leben müssen, dass ich es nie herausfinde.
Es ist und bleibt ein absolut ungeklärtes Rätsel.

Ist mir auch schon öfters passiert. Kannst aber im Statistikmenü nachkontrollieren, es gibt keine Bits.

Zu den Volge wollt ich noch sagen also ich hab das Bad auch schon mehr als einmal geleert. Krits und Strahlung kann ich nur empfehlen (nachtrag: grad gesehen, hat Neutronenstern schon geschrieben). Und immer versuchen Kopftreffer zu landen. Ich hab ne Vot-Plasma Pistole mit etwas über 5000 Schaden und Krit-Multi von 3,2 . Die is echt klasse. 2 Treffer ein Soldat und 5-6 der große. Was nicht so gut geht sind Raketen oder Sturmdingers (zumindest, was ich mit meinem EGO-Level so finde) . Die Scharfschützengewehre brauchen auch einfach zu lange. Gerade die Volge mit den roten Raketen sind da echt eklig.

Im Handbuch für Feinde sind bei den Volge auch noch die Hände/Gelenke als kritische Stellen markiert. Kann da aber net bestätigen, ob die da mehr Schaden nehmen.

mfg
MB

Subaru Natsuki
12-04-2017, 02:07 AM
Machst nich weiter ? :confused:

mfg
MB

Subaru Natsuki
12-06-2017, 04:12 AM
Mir ist gestern auch nen Ding passiert :D

Ich hatte noch a bisserl Zeit vorm Schlafengehen, also dachte ich, machst halt noch nen Vertrag.

Hab mir "Kenn's Farm ..." rausgepickt und bin da hingefahren. War natürlich net allein dort, da waren schon ein paar Leuts. Hab dann mal abgecheckt, welches EGO die so hatten und die lagen alle so um die 1000-2000 . Meiner einer steht im Moment auf 3600 . Bin also drüber und vermutlich mitverantwortlich, wenn die Gegner etwas schwerer zu knacken sind. Da ich den anderen aber net das Game iwie vermiesen wollte, ich hatte ja selber oft genug das Vergnügen mit Highlevels, hab ich den Sani rausgepackt.

Kills waren mir sowieso wurscht, ich wollte nur den Vertrag erledigen und so gegen Abend bin ich auch i.d.R. zu müd um da wie ein angestochener rumzurennen, auszuweichen und zu ballern. Also mein BMG geschnappt und mich zur Gruppe gesellt.

Schon ging der Spaß los. Rumrennen mußte ich trotzdem, weil die Gruppe eben immer so versprengt war und derjenige, der Hilfe brauchte immer irgendwie auf der anderen Seite vom Haus war. Konnte somit nicht verhindern, das 3 mal gestorben wurde. Hab natürlich sofort wiederbelebt . Nebenbei hab ich noch einen Rettungsabschuss gemacht. Naja, wollte eigentlich keine Kills, aber der Mate hat den Raider hinter sich einfach net für voll genommen ^^

Soweit so normal ... bis die Abschlussbewertung kam ... da war ich auf einmal als ERSTER gelistet mit der meisten Punktezahl

:eek::confused: WTF , alle anderen hatten so zwischen 50-150 kills und ich nur einen ^^ , ich mein, ich finde das Bewertungssystem sowieso schon irgendwie cruel, da steig ich net durch, nach welchen Kriterien der das macht. Aber, nur ein Kill (!) , also die 3 mal Wiederbelebung kanns net gewesen sein. Ich hab schonmal 6 Leuts ins Leben zurückgerufen und da hatte ich keine so hohe Bewertung.

Noch besser war aber dann die Reaktion der Anderen. Also ich hab mich in einem Game noch nie so beobachtet gefühlt ;) Die standen soweit alle um mich rum und haben in meine Richtung geguckt. Man hat denen förmlich das "Hääääääh" "angesehen" .
tsss im Spiel wohlgemerkt . War schon irgendwie komisch ...


mfg
MB