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  1. #91
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    Tunnelblick - Tag 32

    Sitzt man stundenlang alleine vor diesem Bildschirm und tummelt sich in dieser künstlichen Realität, beginnt man, bis über beide Ohren in sie einzutauchen. Man entwickelt regelrecht automatisierte Reflexe im Steuern des Avatars, beginnt, mit seinen Augen zu sehen, seinen Ohren zu hören. Eine gewisse Verschmelzung, ja ... Identifikation mit diesem beweglichen Stück Computergrafik stellt sich ein.
    Extrem wird dieser Effekt nachts, wenn ausser dem Leuchten des Bildschirmes nur noch Dunkelheit den Raum bevölkert.
    Die Augen fokussieren in eine Art Tunnelblick auf das Geschehen auf dem Monitor und blenden den Rest der Umgebung vollständig aus.
    In den Kopfhörern stellt sich eine fast real wirkende Geräuschkulisse ein.
    Man zuckt unwillkürlich mit dem Kopf nach unten, wenn man hört, wie die Geschosse über einen hinwegfegen.
    Oder man lehnt sich im Schreibtischsessel nach links, weil die vorbeipfeiffenden Kugeln am rechten Ohr lauter zu hören sind.
    Man erschrickt, wenn überraschend das Knallen der Waffen ertönt.
    Man wird zu seinem Avatar.
    Zu einem gewissen Grad.
    Und durchlebt man gemeinsam mit anderen Avataren eine bestimmte Zeitspanne, beginnt man, sie als lebende Wesen zu interpretieren.
    Das kann unverkennbare Auswirkungen auf die Psyche erzeugen ...

    In einem grossen Archenfall der Dunklen Materie ist der Monolith gelandet.
    Etwa zwei Dutzend Spieler kämpfen intensiv gegen das überdimensionierte Biest. Ich halte mich etwas abseits des Hauptkampfplatzes, weil ich dem Beschuss dieses Monstrums nicht standhalten könnte. Durch das Zielfernrohr visiere ich einzelne, schwächere Gegner an und schalte sie mit Schüssen aus dem SSG aus. Dem Monolith kann ich sowieso kaum Schaden zufügen, also mache ich ihn besser nicht auf mich aufmerksam.
    Während ich einen lohnenden One-Shoot-Kill-Kandidaten suche, sehe ich eine Gruppe anderer Spieler, die etwa vom Zentrum des Archenfallgebietes aus auf den Koloss feuern. Sie sind allesamt nicht weit voneinander entfernt, in Summe sind es acht oder neun Avatare, die sich dort tummeln.
    Wie schon so oft beobachtet, hebt der gigantische Roboter wieder einmal vom Boden ab, schwebt ein Stück weit über dem Geschehen und beginnt, seine kolossalen Feuerbälle in Richtung Boden zu schicken.
    Die gedachte Verlängerung der Flugbahn endet exakt in der Gruppe, die ich zuvor beobachten konnte und die sich immer noch inmitten des Archentrümmerfeldes zusammenballt ...

    Für einen Moment stockt mir der Atem, als ich dieses Geschehen mitansehe!
    Und in dem Augenblick, als die Flammenkugeln einschlagen, die ganze Gruppe in einem gigantischen Feuerball versinkt und einzelne Avatare von der Druckwelle fortgeschleudert werden, beginnt mein Herz plötzlich zu hämmern.
    Adrenalin schiesst schlagartig durch meine Blutbahnen!
    "Oh mein Gott!" denke ich nur.
    Und lasse meinen Avatar reflexartig hochspringen, aus seiner gut geschützten Position heraus.

    Blindlings haste ich auf das Geschehen zu!
    Während sich die Feuersbrunst zu legen beginnt, erfasse ich immer mehr Avatare, die flackernd am Boden liegen, teilweise wegzukriechen beginnen. Ich renne einfach weiter, um so schnell wie möglich dorthin zu kommen.
    Andere Spieler waren näher dran und sind schon dort, um die Opfer wieder auf die Beine zu bringen.
    Mindestens sechs von ihnen sind gleichzeitig zu Boden gegangen.
    Da schlägt die nächste Salve wie ein flächendeckendes Napalm-Bombardement ein!
    Damit ist der Alptraum perfekt, denn auch die herbeigeeilten Helfer hat es jetzt voll erwischt!

    Ohne Rücksicht auf Verluste renne ich weiter vor, weiche Gegnern aus, statt sie zu bekämpfen.
    Geschosse zischen an mir vorbei oder tackern um mich herum in den Boden.
    Explosionen dröhnen in den Lautsprechern auf den Ohren.
    Es fühlt sich fast so an, als müsste ich verwundeten Kameraden quer über ein Schlachtfeld zu Hilfe eilen.
    Ich verspüre Angst, ... nicht um mich selbst, sondern um sie!
    Was eigentlich idiotisch ist, rational betrachtet.
    Das ist nur ein Computerspiel!
    Die sterben nicht wirklich.
    Aber der Tunnelblick nach zehn Stunden ohne Unterbrechung in Defiance hat mich zu sehr in diese Welt integriert, alsdass ich noch rein rational handeln könnte.
    Ich agiere vollkommen emotional, von virtuellen Ereignissen seelisch hochgradig stimuliert.

    Als ich das Zentrum des Gefechtsfeldes erreicht habe, wo inzwischen ein gutes Dutzend Avatare am Boden liegt, spüre ich Erleichterung und gleichzeitig eine Art Verzweiflung.
    Wo zuerst anpacken?
    Egal!
    Den Nächstbesten.
    Während des Wiederbelebens werde ich getroffen, irgendwoher schiesst jemand auf mich.
    Ich ziehe die Waffe wieder, rotiere hektisch suchend, finde den Schützen und pumpe ihm das gesamte Magazin rein, obwohl er schon bei der Hälfte zu Boden geht. Selbst, als sich die Leiche schon auflöst, feuere ich immer noch darauf.
    Dann endlich kann ich ungestört helfen!
    Der Erste springt auf und macht sich sofort ebenfalls an die Rettungsarbeit, ich nehme mir auch gleich den Nächsten vor.
    Eine Kettenreaktion setzt ein, und jeder Wiederbelebte hilft sofort einem Anderen, der noch liegt.
    In weniger als einer halben Minute sind alle wieder auf den Beinen, beginnen sich zu verteilen und kämpfen weiter.
    Ich ziehe mich rasch wieder zurück, feuere vereinzelt auf nahe Feinde und gelange schliesslich zurück in meine Deckung.

    Nachdem der Archenfall sein Ende gefunden hat, sammle ich Beute ein, hüpfe auf das Quad und fahre zum nächsten sicheren Rückzugsort.
    Dort angelangt lasse ich meinen Ava stehen, um auf den Balkon zu gehen und eine Zigarette zu rauchen.
    Als ich sie mir in den Mund stecke, das Feuerzeug nehme und den Glimmstengel anzünde, bemerke ich, dass meine Hände leicht zittern.
    Und obwohl es eine laue Nacht ist, beginne ich, ein wenig zu frösteln ...
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  2. #92
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    Bewaffnet und gefährlich - Tag 32

    Sonntag, 5 Uhr morgens. Noch dunkel draussen.
    Es ist mal wieder viel zu früh, um aufzustehen.
    Meine Mitbewohnerin schläft noch in ihrem Zimmer wie ein Murmeltier, ich setze mich vor den Bildschrim. In den Kopfhörern als Hintergrundmusik die Soundtracks von "Crysis 3" und "Mass Effect", die passen zu Defiance wie dafür geschaffen.
    Vor allem zu den Wüstenlandschaften von San Francisco.

    Die Hauptmission ist weiter dran.
    Zur Abwechslung fühle ich mich ihr mal wieder gewachsen. Also pirsche ich los in die graue Ödnis hinein.
    Zwei Loadout-Slots sind extra für diese Aktion neu konfiguriert. Distanzwaffen wie SSG und eine Plasmabatterie in einem, StG und Schwert im zweiten, für die Nahkampfgeschichten.
    Dunkle Materie, ich komme!
    Noch vor Sonnenaufgang naht der Tod!
    Ich bin bewaffnet und gefährlich!

    Oh ja, ich liebe dieses "Special Forces - Feeling", wenn ich mutterseelenallein gegen den Feind ins Feld ziehe!

    Die Mission treibt mich zu zwei leichteren Objekten, wo ich nur jeweils zehn bis zwanzig Gegner niederkämpfen muss. Irgendwelche Generatoren sind zu zerstören, ein Funksignal abzuschalten und dann ein Sendemast tief im Süden anzusteuern.
    Dort angekommen entbrennt ein heftiges Gefecht, in dem zu allem Überfluss noch jede Menge Bollwerke auftauchen.
    Fast hochgradig professionell schalte ich die Biester mit der passenden Bewaffnung aus. Scharfschützen werden mit dem SSG aus grosser Distanz ausgeknipst. Im Nahkampf zwischen den Häusern bringe ich ein gutes Dutzend Vollstrecker mit StG und Schwert um.
    Die Musik putscht ordentlich auf!
    Der ganze Körper spannt sich an, man fühlt sich regelrecht in Höchstform.
    Dann ... zwanzig Minuten schwere Kämpfe liegen hinter mir ... sind alle Gegner am Boden!
    In der Hocke spähe ich noch um mich, sichere das eingenommene Gebiet.
    Langsam schleiche ich zum Terminal, lade einen Code hoch ... Mission accomplished!
    Alleine bin ich immer noch am schnellsten und tödlichsten!

    Und dann die wohlverdiente Belohnung.
    Keycodes, Scrips, Gulanit ...

    ... und ein verf****er pinkfarbener Buggy!
    PINK!
    Wollt ihr mich verarschen?
    Seh ich vielleicht aus wie 'ne verdammte Baywatch-Tussie?
    Fehlt nur noch das "Hello Kitty"-Logo auf der Motorhaube!
    Ich fasse es nicht!

    Und dafür hab ich getötet und gemordet wie ein Berserker!
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  3. #93
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    Keycode-Lotto - Tag 32

    Diese Lockboxen können einem echt ordentlich den Nerv ziehen.
    Da rackert man sich stundenlang ab, kämpft wie besessen gegen Hellbugs, Raiders, 99ers, Dunkle Materie und was sonst noch an Gesocks durch Paradise tigert, bis man endlich wieder 64 Keycodes zusammengekratzt hat. Und dann begibt man sich hoffnungsvoll zu einem dieser knubbeligen Kästen, die an den Händlerstandorten überall rumlungern, baut sich davor auf, atmet nochmal tief durch und tut es:
    Die sauer verdienten Keycodes plus eine beträchtliche Summe Scrips in diesen Koffer stecken, damit der einem irgendein zufällig zusammengewürfeltes Set an Dingen ins Inventar drückt.

    Mal ehrlich: Im echten Leben würden wir uns NIEMALS auf so ein Lotteriegeschäft einlassen!
    So dermassen blindlings die Katze im Sack zu kaufen ... kein Mensch mit drei intakten Gehirnzellen und einem Teelöffel voll Hausverstand würde da mitspielen!
    Noch dazu, wenn man aus reichhaltiger Erfahrung ohnehin schon weiss, dass das in neun von zehn Fällen der komplette Schuss in den Ofen werden wird.

    Ich könnte jedesmal winseln vor Zorn, wenn mir diese verdammten Mistdinger eine Waffe oder einen Schild auf's Auge drücken, die um Dimensionen schlechter sind, als die, die ich vor einer halben Stunde nach einem Feuerkampf in irgendeinem Schlammloch aufgelesen hab.
    Oder wenn ich wieder irgendwelche bescheuerten Spikes ausfasse, die ich nach einem einzigen Archenfall im Dutzend vom Boden kratzen kann.

    Wie oft ich jetzt schon wutschnaubend den Sondermüll, der mir da wieder angedreht wurde, verkauft oder aufgespalten hab, kann ich gar nicht mehr zählen.
    Und wenn es sich auch nur irgendwie vermeiden liesse, diese ständigen Verlustgeschäfte zu tätigen, ich würde nie wieder eine Lockbox kaufen.
    Aber das geht ja nicht!
    Die Keycodes kriegt man sowieso und wenn man sie nicht ausgibt, hat man schon überhaupt nichts davon.
    Und für was Anderes kann man sie ja gar nicht ausgeben.
    Welche sadistische Schweinebacke bei Trion hat sich DAS ausgedacht?

    Und so zieht man ein ums andere Mal wieder frustriert von dannen, um sich weiter gnadenlos durch das Paradies zu metzeln, stets mit einem Auge auf die Keycode-Ziffer links unten schielend!
    Wenn sie sich der magischen 64 wieder auf Katzensprungweite angenähert hat, fiebert man schon Minuten vorher dem grossen Augenblick entgegen:

    Jenem betörenden Moment, in dem man sich zum hundertsten Mal hoffungsvoll zu einem dieser knubbeligen Kästen begibt, sich davor aufbaut, nochmal tief durchatmet und ein letztes Stossgebet zum Himmel schickt:

    "Herr, sei mir gnädig! Lass es endlich wieder einmal Archenkraft in meine leeren Taschen regnen!"
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  4. #94
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    Keep it simple - Tag 33

    Es hat ein bisschen gedauert, aber inzwischen hab ich einen ganz guten Blick dafür entwickelt, welche Waffe im Spiel wofür am besten geeignet ist.
    Das war nämlich gar nicht so leicht zum rauskriegen.
    Und so richtig auskennen tu ich mich selbstverständlich noch längst nicht.
    Aber ein gewisses Stammsortiment an Knarren hab ich jetzt gefunden und jedes Mal, wenn ich so ein Ding in die Finger kriege, lächle ich selig.
    Und es war schon ein hartes Stück an regelrecht wissenschaftlicher Forschungsarbeit, zumindest mal so weit zu kommen.
    Denn wenn man völlig neu in Defiance einsteigt, wird man schon in den ersten zehn Stunden Spielzeit regelrecht erschlagen von der schier unendlichen Vielfalt.
    Und dann tappt man die nächsten Wochen ziemlich hässlich im Dunkeln.

    Warum spuckt die eine Kanone grüne, schleimige Fetzen und die andere - die genauso heisst - tut das nicht?
    Wieso zündet die Maschinenpistole plötzlich den Getroffenen an, obwohl die letzte, die ich von der Sorte hatte, den bläulich-violett färbte und regelrecht verpuffen liess?
    Und wieso macht die dritte von der Art plötzlich weder das eine, noch das andere?
    Da muss man erst mal halbwegs durchsteigen!
    Und das dauert eben seine Zeit!

    Inzwischen aber hab ich das kleine Einmaleins der Defiance-Waffenkunde mühselig (und kostspielig) erlernt.
    Und meine Rückschlüsse daraus gezogen.
    Das Ergebnis mag eventuell überraschen!

    Die absolute Hammerwaffe in meinem Arsenal schleppe ich jetzt schon etwa 1000 Levels weit mit.
    Sie hat mir in Gefechten an der Seite von 6k-lern ebenso gute Dienste erwiesen, wie in Grossen Archenfällen und in Silicon Valley. Sie stanzt einen Volge-Bomber ebenso weg wie einen Monitor oder einen Omnivolt. Sogar ein sogenanntes "Anspruchsvolles Bollwerk" hab ich damit schon in die Schrottpresse befördert.
    Mit ihr habe ich mehr Feinde ausgeschaltet, als mit jeder anderen Kanone, die ich je in die virtuellen Finger bekam.
    Es mag erstaunen, dass ihr Name in Weiss geschrieben ist.
    Sie hat auch weder Nano-Effekte, noch Synergien.
    Sie ist quasi nackt, wie Trion sie schuf.
    Ein FRC Bolt Action Repetierer.
    Ich hab nur alle vier Mod-Slots bestückt.
    Ansonsten kann das Ding nur Eines: Brachiale kinetische Energie ins Ziel transportieren!
    Mir ist bis jetzt nur eine andere Scharfschützenwaffe untergekommen, die einen höheren Schadenswert auf die Waage brachte.

    Solche weissen Waffen sind natürlich gegen die wirklich harten Nüsse eher zu schwach auf der Brust.
    Man braucht definitiv die Eine oder Andere violette oder orange Stahlgewitter-Maschine im Inventar, um sich zum Beispiel mit einer Schrottschläger-Schmiede anzulegen.
    Aber für 95% der Gegner reichen die weissen Knarren locker aus, wenn man sie immer schön mitlevelt.
    Und das eine Stückchen Archenkraft, das alle 100 Levels dafür jeweils nötig ist, treibt man immer irgendwo auf.
    Das ist ihr grosser Vorteil!
    Sie sind kostengünstig!
    Sowohl im Level-Upgrade, als auch im Verbessern der Mod-Slots!

    Inzwischen hab ich auch eine weisse VBI TACC Angriffswaffe ergattert und einen weissen VOT Disruptor.
    Die Dinger behalte ich vorerst mal.
    Denn solange ich jedes Stück Archenkraft genau kalkulieren muss, sind weisse Waffen einfach DIE Antwort schlechthin für das Problem.

    Wundert Euch also nicht, wenn ihr mich in ein paar Monaten auf Level 6k immer noch mit den Dingern im Loadout antrefft.
    Ich hab durchaus meine Gründe dafür ...
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  5. #95
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    Duelle - Tag 34

    Bisher hab ich Duell-Einladungen konsequent ignoriert.
    Zwar hab ich mir den Spieler mal angesehen, aber mehr auch nicht.
    In der Regel waren es deutlich höhere Levels, die mich herauszufordern versucht haben.
    Das soll wohl ein Scherz sein?
    Wieso soll ich mich auf einen Zweikampf mit einem Gegner einlassen, von dem ich mir garantiert sicher kann, dass er über Waffen verfügt, die das drei- bis fünffache von dem draufhaben, was ich im Arsenal führe?

    Eine völlig andere Geschichte aber ist es, wenn man von einem 500er-Level herausgefordert wird, während man selber die 1600 schon hinter sich hat.
    Das soll wohl auch ein Scherz sein?
    Wenn auch mit völlig anderer Pointe.
    Aber gut, er hat es so gewollt!

    Die erste Runde war ich echt gemein.
    Ich hab mein schwerstes Geschütz ausgepackt, einmal draufgehalten und Schluss.
    Okay, dacht ich mir, so geht das nicht!
    Das ist moralisch nur schwierig vertretbar.
    Für die zweite Runde hab ich eine Pistole gezogen.
    Er ein SSG!
    Klarer Fall von krasser Fehlkalkulation meinerseits.
    War aber ein sauberer Kopfschuss, den ich mir eingefangen hab.
    Respekt!
    Die dritte Runde war die spannendste.
    StG gegen SSG.
    Er dachte wohl, das klappt zweimal hintereinander!
    Hat es nicht!
    Mein erstes Duell in Defiance endete also 2:1 für mich ... gegen einen Gegner, der mir faktisch 3:1 unterlegen war.
    Kein besonders ruhmreiches Kapitel meiner Archenjäger-Geschichte also.
    Aber ... jetzt war ich auf den Geschmack gekommen!

    Mein zweites Duell war sozusagen auf Augenhöhe.
    Uns trennten nur gute 80 Levels.
    StG bei mir, Massenkanone bei ihm.
    Über alle drei Runden.

    Und ... ich hab 3:0 gewonnen. Weil der Junge nicht bedacht hat, dass seine Geschosse zu langsam sind.
    Bevor die dort aufschlagen, wo ich gerade war, bin ich schon aus dem Gröbsten raus.

    Mein drittes Duell war die bisherige Krönung.
    Gegen einen 3100er.
    StG gegen LMG.
    Und es war saumässig knapp.
    Die erste Runde ging klar an ihn, die zweite knapp an mich.
    Und in der dritten arbeiteten wir mit allen Tricks.
    Ich hatte den grossen Vorteil, dass ich die besseren Deckungsmöglichkeiten hatte. Er die besseren Schilde und Waffen.
    Ganz ehrlich!
    Hätte ich ihn noch zwei- oder dreimal getroffen, hätte ich gewinnen können.

    Nicht schlecht, finde ich.
    Gegen einen doppelt so starken Gegner!

    Ja, ich bin auf den Geschmack gekommen!
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  6. #96
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    Die Massenkanonen-Schützen - Tag 35

    Sie sind zahlreich, wie Sand am Meer.
    Die Massenkanonen-Schützen.
    Wo auch immer man hinkommt, ... wenn geschossen wird, ist mindestens Einer dabei, der mit einem solchen Haudrauf-Gerät einfach blindwütig reinhämmert.
    Das ist ja recht nett und schön und effektiv, bringt dem Betreffenden wahrscheinlich auch zahlreiche Abschüsse ... aber ... mal ehrlich ... Wie unsportlich ist das denn?

    Das hat irgendwie so den Touch von US-Army-Warfare: Wenn wir nicht gut genug zielen, dann holen wir uns einen strategischen Bomber und machen den ganzen Landstrich platt!

    Ich hätte einen Vorschlag für das nächste Defiance-Update:
    - Reduktion der Munitionsvorräte für Raketenwerfer auf maximal 10 Schuss.
    Für äusserste Notfälle eben!
    - Verwendungssperre für Raketen- und Granatenwerfer, sobald sich Gefangene oder Verbündete in Schussweite befinden. Oder würde die GSG9 etwa eine Geisellage mit einer Panzerhaubitze bereinigen?
    - Nach 50 Schuss aus einem Raketenwerfer Verwendungssperre für sämtliche Explosionswaffen für die Dauer von einer Woche. Um das gute alte infanteristische Kriegshandwerk mit SSG, StG, LMG und MP wieder zu neuen Ehren kommen zu lassen.

    Warum ich das vorschlage?
    Ganz einfach!
    Versucht doch mal, im Zielfernrohr den Kopf eines Gegners auszumachen, während es ringsum nur noch blitzt und funkt und ausser grellweissem Licht nichts mehr zu sehen ist!

    Es mag ja viele Punkte bringen, so zu klotzen.
    Aber ist es nicht langweilig, einen so grandiosen Shooter wie Defiance so billig abzuwickeln?
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  7. #97
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    Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 36

    Liebes Tagebuch!

    Wenn Du wüsstest, wie gestresst ich die ganze Zeit bin.
    Immer ist irgendwas.
    Man hat keine zehn Minuten Ruhe hier. Ich frag mich echt, wieso das hier Paradies heisst, weil da geht es einem auch nicht besser. Eher im Gegenteil!

    Dass dauernd irgendwelche bösen Leute auf mich schiessen, oder irgendwelche ekligen Riesenkäfer versuchen, mich totzuspucken, daran hab ich mich ja schon gewöhnt. Aber dass ich dauernd noch in der Gegend rumfahren muss, weil wieder irgendwo so ein Archendings abstürzt oder irgendwelche Ausseriridschen irgendwas oder irgendwen überfallen, daran kann man sich gar nicht so richtig gewöhnen.
    Kaum hab ich ein Problem irgendwo gelöst, tauchen schon zwei neue auf und ständig muss ich mich darum kümmern. Dabei würd ich viel lieber auf einer ruhigen Farm arbeiten, vielleicht ein paar Rindschweine melken und Heu einfahren. Aber das geht ja auch nicht. Weil nämlich die Farmen werden ja auch dauernd überfallen oder von diesen Gasmasken-Punks, den Raiders, belagert oder so.
    Das ganz Komische ist ja, dass das dauernd wieder passiert.
    Ich hab nämlich was ganz Grusliges entdeckt, liebes Tagebuch!

    Heute war ich am Meer, bei so einer Hafenanlage und da waren gefangene Arbeiter, die musste ich befreien. Also hab ich alle Bösen totgeschossen und die armen Männer da rausgelassen. Danach war ich ziemlich stolz auf mich, weil das ja so eine Art Heldentat war und ich alle gerettet hab!
    Auf jeden Fall bin ich nachher dann zu einem Händler-Automaten gefahren, um mal zu gucken, was der so verkauft.
    Hab mir eh nichts gefunden!
    Und am Rückweg dann komm ich wieder bei diesem Hafen vorbei und da sind schon wieder alle gefangen genommen worden!
    Jetzt bin ich da wieder rein, hab wieder alle erschossen und dann find ich die selben Männer wieder am genau selben Ort. Und die waren wieder alle gefesselt und ich musste sie nochmal befreien! Obwohl ich die keine zehn Minuten vorher da schon rausgehauen hab!

    Da bin ich natürlich neugierig geworden und später nochmal hingefahren!
    Und schon wieder war alles so wie vorher!

    Das ist doch gespenstisch, oder nicht!?
    Bin ich in so einer Art Zeitschleife drin, weil sich alles dauernd wiederholt?
    Vielleicht sind diese komischen Physiker daran schuld, diese Dunkle Materie-Leute!?
    Das Dumme ist, dass ich die nicht fragen kann, weil ich muss sie immer erst erschiessen, damit sie mal Ruhe geben. Und dann antworten sie natürlich nicht mehr, weil sie ja tot sind!
    Das ist ziemlich blöd!
    So werd ich das nie herausfinden, was da los ist.

    In grosser Sorge vor der Zukunft,

    Dein Deep Thought
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  8. #98
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    Ein vorgezogenes Weihnachtswunder - Tag 36

    Ich hab mal wieder etwas sehr Ominöses erlebt hier in Defiance.
    Das ist wirklich schwer zu erklären, aber ich werde mich bemühen!

    Ein grosser Hellbug-Archenfall war der Ort des Geschehens. Man kennt das ja ... dieses riesige, widerliche Ding in der Mitte, wo immer wieder dieses Flattervieh rauskommt. Das EGO-Implantat erzählt mir dann, dass sich der Symbiont vom Körper getrennt hat und man ihn jetzt abknallen soll. Und weil der Einiges aushält, dauert das so seine Zeit.

    Wie bei grossen Archenfällen so üblich, wimmelte es nicht nur von Gegnern, sondern auch von anderen Spielern. Ich schätze mal es waren um die 25 Leute hier, um die Käfer plattzumachen. Man sieht dann ja auch die vielen violetten Pünktchen auf der Mini-Map rechts oben.

    Das Ganze geschah, als der Symbiont schon fast erledigt war. Nur noch ein kleiner Rest seines roten Lebensenergie-Balkens war noch da, sein Ende also nahte bereits. Und während das Vieh da so herumflattert, alle darauf ballern, was das Zeug hergibt - ich natürlich auch - fällt mir plötzlich während des Nachladens auf, dass ich niemanden mehr schiessen höre.
    Wieder visiere ich den Flügelkäfer durch das Zielfernrohr an, drücke aber noch nicht ab.
    Es ist tatsächlich still geworden.
    Ziemlich still!
    Also lasse ich die Taste für das Zielfernrohr wieder los und nehme erstaunt zur Kenntnis, dass nur noch ich und der sogenannte Teufelsbraten hier sind. Das grosse Ding in der Mitte und die paar ringsum auch noch. Sozusagen die statische Infrastruktur des Archenfalles.
    Aber sonst ... keine anderen Hellbugs, keine Spieler, also nichts Bewegliches mehr.
    Völlig irritiert werfe ich einen Blick auf die Mini-Map.
    Tatsächlich!
    Nur noch ein roter Punkt und kein einziger violetter.
    Als wären plötzlich alle wegteleportiert worden.
    Kurz staune ich noch, dann nehme ich den Teufelsbraten wieder ins Visier und feuere.
    Beim Nachladen sehe und höre ich noch immer nichts und niemanden.
    Wieder drücke ich ihm das ganze Magazin rein.
    Und nochmal Nachladen in fast erschreckender Leere ringsum.

    In dem Moment, als ich wieder schiesse, das Biest hochgeht und abkratzt, erscheint links unten ein Herausforderungs-Update. Es erzählt mir, dass ich gerade einem Hellbug-Teufelsbraten den Fangschuss verpasst habe. Im selben Moment geht der Archenfall hoch, es wird grell am Bildschirm und als das Gleissen der Explosion wieder erlischt, sind alle anderen Spieler plötzlich wieder hier. Auch auf der Mini-Map wimmelt es wieder von violetten Punkten.
    Alles ist wieder völlig normal, so wie es theoretisch sein sollte.

    In der gesamten Zeit, in der alle verschwunden waren - ich schätze mal es waren um die 20 bis 30 Sekunden - war kein Schuss von jemand Anderem ausser mir zu hören oder zu sehen.
    Auch keine violetten Pfeilchen, die normalerweise über den Avataren schweben.
    Nichts!
    Vollständige Entvölkerung!
    Ich war mit dem Symbionten alleine!
    Und nur die Treffer, die ich ihm verpasst habe, wurden von seinem letzten Rest Lebensenergie abgezogen.
    Es war wie ein vorgezogenes Weihnachtswunder, dafür da, mir die Erfüllung der Herausforderung zu schenken.

    Was ich mich frage:
    Wie haben all die anderen Spieler diese kurze Phase ihres Verschwindens erlebt?
    War für die alles normal zu sehen und zu hören?
    Oder waren sie kurz mal woanders?
    Oder wurde ihr Bildschirm schwarz in der Zwischenzeit?
    Und wenn sie da waren, auf das Vieh geschossen haben, wieso wurde das nicht von dessen Gesundheitszustand abgezogen?

    Was zum Teufelsbraten war da nur los?
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  9. #99
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    Die Rache des Krümelmonsters - Tag 37

    Der kleine Krieg am Frühstückstisch an einem verregneten Samstagmorgen.
    Also ... eigentlich am Schreibtisch!
    Aber der muss fürs Frühstück herhalten, weil nämlich in der Küche kein PC steht, auf dem ich nebenbei Defiance zocken könnte.
    Hm! Könnt ich aber mal aufbauen, hab ohnehin noch einen im Keller... egal!

    Frühstück also.
    Der Winter naht! Das ist bekannt!
    Und mit ihm die Keks- und Lebkuchenmonate!
    Etwas herb starken Kaffee dazu und das tägliche Massaker am Bildschirm.
    Soll es ruhig schütten wie aus Milcheimern da draussen.
    Ich bin versorgt!
    Nur etwas trocken sind die Kekse schon.
    Auch egal!
    Trink ich eben mehr Kaffee dazu.

    Weil ich gerade in der Gegend bin, misch ich doch einfach die Split Rock Mine nochmal auf.
    Zwei Keycodes sind da leicht und schnell dazuverdient.
    Zwischendurch, während mein Ava-Mädchen nachlädt, ein Bissen Keks und dann weitermeucheln auf Teufel komm raus!
    Eine wirkliche Herausforderung ist dieses industrielle Etablissement ja nicht.
    Da kann man schon nebenbei ein wenig kauen und süffeln.

    Als sich das grosse Finale ankündigt, hab ich gerade den sechsten Keks in Arbeit.
    Das kleine Porzellan-Schüsselchen steht rechts neben der Maus.
    Im Herumschwenken stosse ich dummerweise mit der Hand an dieses improvisierte Gebäckgefäss.
    So gross ist der Schreibtisch dann auch wieder nicht.
    Also schnell die Maus ein wenig hochgehoben, ein Stück nach links versetzt und wieder auf die Schreibtischplatte abgesenkt.
    Das geht schon automatisch!
    Beim Absetzen der Maus knirscht es ein wenig unter der Kunststoffbodenplatte des besagten Interaktionsgerätes.
    Vermutlich Kekskrümel!
    Kümmer ich mich später drum, jetzt muss ich töten!

    Und genau in dem Moment, als der grösste Ansturm über mich hereinbricht, schlägt das Schicksal gnadenlos zu!
    In höchster Notlage, wenn man reflexhaft visieren und abdrücken müsste, verklebt sich ein Kekskrümel genau im Lichtsensor an der Mausunterseite. Das Fadenkreuz beginnt wirr zu ruckeln, als hätte mein Avatar einen epileptischen Anfall, die StG-Salven hämmern unkontolliert in Wände und Container, die Feinde stürmen ungehindert auf mich ein.
    In Panik reisse ich die Maus hoch und klopfe sie hart aber herzlich zurück auf den Tisch, in der Hoffnung, der fatalen Krümelblockade ein jähes Ende bereiten zu können.
    "Meine Schilde versagen!" höre ich die Stimme an meinen Ohren jammern.
    Der Krümel verweigert engstirnig die Kapitulation.
    Ich muss in den Sensor pusten, um das Mistding loszuwerden.
    Und dabei spucke ich den Kaffeerest im Mund in feinster Tröpfchenform auf den Bauch der Maus.
    Jetzt ist es ganz vorbei!
    "Bin hier am Krepieren!" höre ich die nackte Verzweiflung sprechen.
    Panisch wische ich mit dem Ärmel über das benetzte Utensil, das Sichtfeld am Bildschirm wabert wüst herum, Boden, Himmel, Gebäude und wieder Himmel werden sichtbar, die Maus aber ist nur mit einer aufwendigen Reinigung der Linse wieder zur Kooperation zu bewegen.
    Und das bedeutet, dass nun jede Rettung längst zu spät kommen wird!

    Hilflos muss ich dem Sterben meines Avatars zusehen.
    Im Kugelhagel der Feinde dahingeschlachtet, unfähig zur Gegenwehr!
    Ein weiteres Archenjäger-Leben sinnlos verschwendet in diesem Krieg.
    Lahmgelegt durch einen winzigen, trockenen Teigbrocken.
    "Tod durch Kekskrümel!" wird man in ihren Grabstein zu meisseln haben.

    Dabei war sie noch so jung!
    Gerade einmal 37 Tage alt ...
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  10. #100
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    Soundtracks - Tag 37

    Schlecht ist die Musik in Defiance ja nicht.
    Allerdings ... wenn man sie stundenlang auf Endlosschleife im Ohr hat, wird es mit der Zeit doch etwas öde. Aber man kann sie ja abdrehen und im Hintergrund YouTube oder den Media-Player laufen lassen.
    Womit sich die berechtigte Frage aufdrängt, was man als Untermalung hören soll.
    Die Möglichkeiten sind ja schier unbegrenzt.

    Die Musik aus anderen Games passt teilweise wirklich gut.
    Die Crysis-Soundtracks mag ich ohnehin, die hör ich mir auch manchmal einfach so an, weil sie so schön unheilschwanger und düster sind. Für Defiance sind sie ziemlich gut im Gebiet von San Francisco geeignet. Da passen diese mörderischen Melodien einfach herrlich zur Landschaft.
    Auch die Filmmusik von Terminator kann ich dafür wärmstens empfehlen.
    Ist auch thematisch artverwandt!

    Im grünen Norden allerdings ist es schon schwieriger.
    Eigentlich möchte man etwas locker flockiges lauschen in diesen fruchtbaren Ackerland- und Hügelregionen. Aber das Problem ist, dass da ja ebenfalls an jeder Ecke auf Leben und Tod gefochten wird. Also sollte es auch nicht zu fröhlich ausfallen.
    Ein gewisser, morbider Charme ist folglich notwendig.
    Eine haarige, akustische Gratwanderung also!

    Den Game of Thrones - Soundtrack hab ich ein paar Stunden lang getestet.
    Und den von Herr der Ringe.
    Prädikat: Bedingt geeignet!
    Stellenweise zu pathetisch.
    Das Problem hatte ich auch schon mit Richard Wagner übrigens!

    Nicht schlecht ist auch ein langes DJ-Set in Sachen Techno.
    Nur zu schnell darf der Beat nicht werden, ich empfehle Psy-Trance mit 130 bpm als erträgliche Obergrenze.
    Dann gibt da noch eine House-Untergattung die sich etwas sperrig "Deep & Dark Progressive" nennt.
    Das kommt schon eher hin!
    Prädikt: Empfehlenswert!
    Wenn man elektronische Musik eben mag.

    Natürlich hab ich auch diverse Hardrock- und Metal-Mixes durchprobiert.
    Aber das stresst mich etwas zu sehr.
    Und gestresst bin ich schon genug, wenn aus allen Richtungen auf mich geschossen wird!
    Ausserdem nervt es beim Frust-Shoppen nach einer schmählichen Niederlage, wo man eigentlich in Ruhe gucken will, welchen Schiessprügel man sich jetzt schon wieder anschaffen möchte!
    Prädikat: Mangelhaft!

    Auf YouTube tummeln sich unter dem Suchbegriff "Programming Concentration Music" auch recht ansprechende Trommelfell-Stimulantien.
    Klarer Fall: Nachts hervorragend, tagsüber eher mässig.
    Weil stellenweise zu lahmarschig!

    Aus dem sich entwickelnden Dilemma heraus begann ich, zu äussert ungewöhnlichen Massnahmen zu greifen.
    Country-Music ist mal ganz was Anderes!
    Man glaube es kaum, das eignet sich gar nicht sooo schlecht, wie man im ersten Moment denken würde.
    Aber auf Dauer wird es ein bisschen zu kuschlig.
    Das Redneck-Feeling beim Raiders schlachten auf einer Rindschwein-Farm ist allerdings für ein paar Stunden recht anregend!

    Industrial - wie etwa die Band Combichrist - hat wieder das Problem, dass es in San Fran recht gut passt, im Norden aber eindeutig zu kratzbürstig ausfällt. Man muss dieser Musik-Spezies jedoch zugute halten, dass sie mit ihrem aggressionsfördernden Charakter die Abschussquoten statistisch signifikant erhöht!
    Akustik-Doping, sozusagen!

    Eine Zeitlang hab ich mir dann das legendäre Cyberpunk - Album von Billy Idol zu Gemüte geführt.
    Das ist klasse, aber eben nur knapp 40 Minuten lang. An einem ausgiebigen Defiance-Wochenende hört man es also gut und gerne 25 bis 30 mal durch.
    Und dann wird es auch ein bisschen abgedroschen!

    Heute aber habe ich etwas ganz Spezielles entdeckt!
    Es verwandelt den grünen Norden der Map in das, was er behauptet, zu sein: Ein Paradies!
    Wie auf Wolke Sieben schwebt man auf dem Quad über die Landstrassen.
    Mit engelhafter Leichtigkeit metzelt man die Mutanten, Raiders und 99ers dahin.
    Regelrecht wonnig schlachtet man die röchelnden Infizierten reihenweise ab.
    Ein Lächeln auf den Lippen zermatscht man Hellbugs in der Hunderter-Packung!
    Ein Dunkle Materie-Archenfall wird dadurch zu einer fast bewusstseinserweiternden Grenzerfahrung.
    Und selbst ein Volge-Überfall verwandelt sich in eine Begegnung der nahezu spirituellen Art.

    Prädikat: Testsieger!
    Ich höre jetzt ABBA - Greatest Hits!
    Wirklich!
    Probiert es mal aus ...
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

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