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  1. #101
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    Die Rache des Krümelmonsters - Tag 37

    Der kleine Krieg am Frühstückstisch an einem verregneten Samstagmorgen.
    Also ... eigentlich am Schreibtisch!
    Aber der muss fürs Frühstück herhalten, weil nämlich in der Küche kein PC steht, auf dem ich nebenbei Defiance zocken könnte.
    Hm! Könnt ich aber mal aufbauen, hab ohnehin noch einen im Keller... egal!

    Frühstück also.
    Der Winter naht! Das ist bekannt!
    Und mit ihm die Keks- und Lebkuchenmonate!
    Etwas herb starken Kaffee dazu und das tägliche Massaker am Bildschirm.
    Soll es ruhig schütten wie aus Milcheimern da draussen.
    Ich bin versorgt!
    Nur etwas trocken sind die Kekse schon.
    Auch egal!
    Trink ich eben mehr Kaffee dazu.

    Weil ich gerade in der Gegend bin, misch ich doch einfach die Split Rock Mine nochmal auf.
    Zwei Keycodes sind da leicht und schnell dazuverdient.
    Zwischendurch, während mein Ava-Mädchen nachlädt, ein Bissen Keks und dann weitermeucheln auf Teufel komm raus!
    Eine wirkliche Herausforderung ist dieses industrielle Etablissement ja nicht.
    Da kann man schon nebenbei ein wenig kauen und süffeln.

    Als sich das grosse Finale ankündigt, hab ich gerade den sechsten Keks in Arbeit.
    Das kleine Porzellan-Schüsselchen steht rechts neben der Maus.
    Im Herumschwenken stosse ich dummerweise mit der Hand an dieses improvisierte Gebäckgefäss.
    So gross ist der Schreibtisch dann auch wieder nicht.
    Also schnell die Maus ein wenig hochgehoben, ein Stück nach links versetzt und wieder auf die Schreibtischplatte abgesenkt.
    Das geht schon automatisch!
    Beim Absetzen der Maus knirscht es ein wenig unter der Kunststoffbodenplatte des besagten Interaktionsgerätes.
    Vermutlich Kekskrümel!
    Kümmer ich mich später drum, jetzt muss ich töten!

    Und genau in dem Moment, als der grösste Ansturm über mich hereinbricht, schlägt das Schicksal gnadenlos zu!
    In höchster Notlage, wenn man reflexhaft visieren und abdrücken müsste, verklebt sich ein Kekskrümel genau im Lichtsensor an der Mausunterseite. Das Fadenkreuz beginnt wirr zu ruckeln, als hätte mein Avatar einen epileptischen Anfall, die StG-Salven hämmern unkontolliert in Wände und Container, die Feinde stürmen ungehindert auf mich ein.
    In Panik reisse ich die Maus hoch und klopfe sie hart aber herzlich zurück auf den Tisch, in der Hoffnung, der fatalen Krümelblockade ein jähes Ende bereiten zu können.
    "Meine Schilde versagen!" höre ich die Stimme an meinen Ohren jammern.
    Der Krümel verweigert engstirnig die Kapitulation.
    Ich muss in den Sensor pusten, um das Mistding loszuwerden.
    Und dabei spucke ich den Kaffeerest im Mund in feinster Tröpfchenform auf den Bauch der Maus.
    Jetzt ist es ganz vorbei!
    "Bin hier am Krepieren!" höre ich die nackte Verzweiflung sprechen.
    Panisch wische ich mit dem Ärmel über das benetzte Utensil, das Sichtfeld am Bildschirm wabert wüst herum, Boden, Himmel, Gebäude und wieder Himmel werden sichtbar, die Maus aber ist nur mit einer aufwendigen Reinigung der Linse wieder zur Kooperation zu bewegen.
    Und das bedeutet, dass nun jede Rettung längst zu spät kommen wird!

    Hilflos muss ich dem Sterben meines Avatars zusehen.
    Im Kugelhagel der Feinde dahingeschlachtet, unfähig zur Gegenwehr!
    Ein weiteres Archenjäger-Leben sinnlos verschwendet in diesem Krieg.
    Lahmgelegt durch einen winzigen, trockenen Teigbrocken.
    "Tod durch Kekskrümel!" wird man in ihren Grabstein zu meisseln haben.

    Dabei war sie noch so jung!
    Gerade einmal 37 Tage alt ...
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  2. #102
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    Soundtracks - Tag 37

    Schlecht ist die Musik in Defiance ja nicht.
    Allerdings ... wenn man sie stundenlang auf Endlosschleife im Ohr hat, wird es mit der Zeit doch etwas öde. Aber man kann sie ja abdrehen und im Hintergrund YouTube oder den Media-Player laufen lassen.
    Womit sich die berechtigte Frage aufdrängt, was man als Untermalung hören soll.
    Die Möglichkeiten sind ja schier unbegrenzt.

    Die Musik aus anderen Games passt teilweise wirklich gut.
    Die Crysis-Soundtracks mag ich ohnehin, die hör ich mir auch manchmal einfach so an, weil sie so schön unheilschwanger und düster sind. Für Defiance sind sie ziemlich gut im Gebiet von San Francisco geeignet. Da passen diese mörderischen Melodien einfach herrlich zur Landschaft.
    Auch die Filmmusik von Terminator kann ich dafür wärmstens empfehlen.
    Ist auch thematisch artverwandt!

    Im grünen Norden allerdings ist es schon schwieriger.
    Eigentlich möchte man etwas locker flockiges lauschen in diesen fruchtbaren Ackerland- und Hügelregionen. Aber das Problem ist, dass da ja ebenfalls an jeder Ecke auf Leben und Tod gefochten wird. Also sollte es auch nicht zu fröhlich ausfallen.
    Ein gewisser, morbider Charme ist folglich notwendig.
    Eine haarige, akustische Gratwanderung also!

    Den Game of Thrones - Soundtrack hab ich ein paar Stunden lang getestet.
    Und den von Herr der Ringe.
    Prädikat: Bedingt geeignet!
    Stellenweise zu pathetisch.
    Das Problem hatte ich auch schon mit Richard Wagner übrigens!

    Nicht schlecht ist auch ein langes DJ-Set in Sachen Techno.
    Nur zu schnell darf der Beat nicht werden, ich empfehle Psy-Trance mit 130 bpm als erträgliche Obergrenze.
    Dann gibt da noch eine House-Untergattung die sich etwas sperrig "Deep & Dark Progressive" nennt.
    Das kommt schon eher hin!
    Prädikt: Empfehlenswert!
    Wenn man elektronische Musik eben mag.

    Natürlich hab ich auch diverse Hardrock- und Metal-Mixes durchprobiert.
    Aber das stresst mich etwas zu sehr.
    Und gestresst bin ich schon genug, wenn aus allen Richtungen auf mich geschossen wird!
    Ausserdem nervt es beim Frust-Shoppen nach einer schmählichen Niederlage, wo man eigentlich in Ruhe gucken will, welchen Schiessprügel man sich jetzt schon wieder anschaffen möchte!
    Prädikat: Mangelhaft!

    Auf YouTube tummeln sich unter dem Suchbegriff "Programming Concentration Music" auch recht ansprechende Trommelfell-Stimulantien.
    Klarer Fall: Nachts hervorragend, tagsüber eher mässig.
    Weil stellenweise zu lahmarschig!

    Aus dem sich entwickelnden Dilemma heraus begann ich, zu äussert ungewöhnlichen Massnahmen zu greifen.
    Country-Music ist mal ganz was Anderes!
    Man glaube es kaum, das eignet sich gar nicht sooo schlecht, wie man im ersten Moment denken würde.
    Aber auf Dauer wird es ein bisschen zu kuschlig.
    Das Redneck-Feeling beim Raiders schlachten auf einer Rindschwein-Farm ist allerdings für ein paar Stunden recht anregend!

    Industrial - wie etwa die Band Combichrist - hat wieder das Problem, dass es in San Fran recht gut passt, im Norden aber eindeutig zu kratzbürstig ausfällt. Man muss dieser Musik-Spezies jedoch zugute halten, dass sie mit ihrem aggressionsfördernden Charakter die Abschussquoten statistisch signifikant erhöht!
    Akustik-Doping, sozusagen!

    Eine Zeitlang hab ich mir dann das legendäre Cyberpunk - Album von Billy Idol zu Gemüte geführt.
    Das ist klasse, aber eben nur knapp 40 Minuten lang. An einem ausgiebigen Defiance-Wochenende hört man es also gut und gerne 25 bis 30 mal durch.
    Und dann wird es auch ein bisschen abgedroschen!

    Heute aber habe ich etwas ganz Spezielles entdeckt!
    Es verwandelt den grünen Norden der Map in das, was er behauptet, zu sein: Ein Paradies!
    Wie auf Wolke Sieben schwebt man auf dem Quad über die Landstrassen.
    Mit engelhafter Leichtigkeit metzelt man die Mutanten, Raiders und 99ers dahin.
    Regelrecht wonnig schlachtet man die röchelnden Infizierten reihenweise ab.
    Ein Lächeln auf den Lippen zermatscht man Hellbugs in der Hunderter-Packung!
    Ein Dunkle Materie-Archenfall wird dadurch zu einer fast bewusstseinserweiternden Grenzerfahrung.
    Und selbst ein Volge-Überfall verwandelt sich in eine Begegnung der nahezu spirituellen Art.

    Prädikat: Testsieger!
    Ich höre jetzt ABBA - Greatest Hits!
    Wirklich!
    Probiert es mal aus ...
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  3. #103
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    Unter Feuer - Tag 37

    Grosser Archenfall.
    Dunkle Materie.
    Kurz tritt Ruhe ein.
    Der Monolith müsste gleich wieder irgendwo landen.
    Ich kann ihn schon hören, seh ihn aber nicht!
    Und in dem Moment legen ALLE Spieler in meine Richtung an und schiessen.
    Ich sehe Schwärme von Geschossen direkt auf mich zukommen.
    Meine Augen werden gross wie Suppenteller vor Schreck!

    Der Monolith ist exakt über mir gelandet, seine Standbeine links und rechts von mir!
    Gerade noch ausserhalb meines Blickwinkels ...
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  4. #104
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    Jäger der verlorenen Arche - Tag 38

    Gestern hab ich mal ordentlich Gas gegeben.
    Von fünf Uhr morgens mit kleineren kurzen Pausen bis drei Uhr morgens der folgenden Nacht wurde geschossen, gemordet, geplündert, gemeuchelt.
    Ein herrlicher Tag voll sinnloser Gewalt und unnötiger Brutalität!

    Nachdem ich jetzt die Möglichkeit mein Eigen nennen kann, Archenfälle auszulösen, hab ich meinen Scrips-Überhang etwas genutzt und einige dieser Dinger vom Himmel geholt. Zwei grosse und drei kleine Archenfälle des gestrigen Tages gingen auf mein Konto.

    Aber das war längst nicht alles, was ich mir gegönnt hab: Daneben noch drei Volge-Schwärme, zwei Überfälle in San Fran in voller Länge und sechs weitere kleine, sowie zwei grosse Archenfälle, die nicht von mir waren. Von den Nebenbei-Gemetzeln, die zufällig am Weg lagen, will ich erst gar nicht anfangen. Die gingen in die Dutzende!
    Keine Ahnung, wie viel Munition ich gestern verballert hab, aber die Zahl war garantiert fünfstellig.

    Dabei hab ich genug Archenkraft abgestaubt, um mein Waffenarsenal fast zur Gänze wieder auf aktuellen Stand hochzuleveln. Was gar nicht so einfach war, denn allein gestern bin ich mehr als 200 Levels hochgewandert und bewege mich jetzt schon über 1800.
    Keine Ahnung, welcher Teufel mich da geritten hat!

    Als ich dann fünf Kannen Kaffee und mehr als 20 Stunden später wieder zu mir kam, brauchte ich mal 'ne Stunde, um die Realität wiederzufinden, die ich wohl vorübergehend verlegt hatte.
    Und dass ich die ganze restliche Nacht nur wirres Zeug voller Kämpfe und Schiessereien geträumt hab, war fast folgelogisch!

    Aber es war trotzdem toll, nahezu phantastisch!

    Heute bin ich um 7 Uhr früh wieder auf, hab mir noch mehr Kaffee gemacht, Geschirr abgewaschen, die Wohnung geputzt, Wäsche gewaschen und was eben sonst noch so an Kleinkram im Haushalt zu tun war. Man sagt mir übrigens nach, ich wäre für mein fortgeschrittenes Alter zu hyperaktiv!
    Versteh ich nicht!
    Nur weil die Anderen alle so langsam und lahmarschig sind?

    Nachdem jetzt alles Wesentliche und Unumgängliche wieder erledigt ist, bleibt mir angesichts der miserablen Witterung - die mir als Ausrede sehr gelegen kommt - nur noch, erneut in den Krieg zu ziehen!

    Paradise, zieh Dich warm an!
    Der Jäger der verlorenen Arche ist erneut erwacht!
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  5. #105
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    Auge in Auge - Tag 38

    Es ist irgendwie skurril, dass man im schlimmsten Gewühl eines Archenfalles unversehens einem Gegner völlig alleine gegenüberstehen kann. Als wäre man in einer Duell-Situation gelandet, in die sich niemand einzumischen wagt, steht man einem einzelnen Feind Auge in Auge gegenüber und kein anderer Spieler kommt auf die Idee, auch auf diesen zu feuern.
    So geschehen bei einem Grossen Hellbug-Archenfall heute nachmittag.

    Die anwesenden 6k-ler hoben das Gefechtsniveau entsprechend an, sodass überall vor den Namen der Käfer das Vorwort "Apex-" zu lesen war. Da braucht man als 1800er schon ein wenig mehr Munition und Zeit, um das Biest zu Fall zu bringen.

    Das Schrägste war, dass ich mich nichteinmal irgendwo im Abseits befand, als der Apex-Monarch auf mich losging, sondern unser Zweikampf praktisch mitten ins grösste Chaos eingebettet stattfand. 20 oder mehr andere Spieler turnten um uns herum, aber jeder schoss um sich, ohne meinen Monarchen ins Visier zu nehmen.
    Aber beginnen wir am Anfang ... bei dem Moment, wo der Käfer genau vor mir aus der Erde krabbelte.

    Ich war gerade in Richtung des Zentrums des Archenfallgebietes gerannt, um im Vorbeilaufen Munition einzusammeln, als ich plötzlich diesem Biest genau vor's Maul stolperte.
    Sofort wich ich zurück, lud noch nach, um ein volles Magazin zu haben und begann zu schiessen.
    Der Monarch setzte nach, um zuzuschlagen, schlug daneben und bekam die Fresse voll.
    Bis ich nachladen musste.
    Dann holte er auf.
    Ich wich weiter bogenförmig zurück, um den Kern des Geschehens herum, denn ich wollte nicht in gerader Linie aus dem Terrain gedrängt werden.
    Schnell hatten wir das Zentrum einmal umrundet, mitten durch das ganze Schlachtfeld, aber alle anderen Spieler schossen auf andere Käfer.
    Als er sich aufbäumte, pumpte ich ihm den gelben Bauch voll, sodass er zu Boden ging und mir die
    Möglichkeit zum Nachladen beschert wurde. Die ganze Zeit rechnete ich felsenfest damit, dass ihn andere Archenjäger endlich in Fetzen sprengen würden, aber das geschah nicht.
    Er rappelte sich stattdessen wieder hoch und griff mich erneut an.
    Diesmal überrollte er mich, bekam den Arsch voll, war aber vom Verrecken immer noch weit entfernt.
    "Herrgott!" dachte ich mir, "Schiesst doch bitte mal auf das Monster!"
    Meine Schilde waren schon bei Null, meine Gesundheit sank, der Monarch verpasste mir eine, dass ich abhob.
    Und immer noch waren alle Leute ringsum mit etwas Anderem beschäftigt.
    "Ja, der macht mich jetzt ungestört platt!" dachte ich mir.
    Wieder auf den Beinen wich ich immer noch zurück, schoss, lud nach, schoss weiter.

    Ich schätze, eine satte Minute lang pumpte ich alles an Munition in die Bestie, was mir unterkam, mein Ava war knapp vorm Abnippeln, dann endlich zerbarst der Riesenkäfer unter der Wucht meiner Geschosse.
    Und kein Schwein hatte sonst noch auf ihn geschossen!

    Ich hab mir einen völlig ungestörten Zweikampf mit einem Apex-Monarchen umringt von zahllosen anderen Archenjägern geliefert.
    Und nur um Haaresbreite hab ich gewonnen.
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  6. #106
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    Mein schlimmstes Gemetzel - Tag 39

    Raider-Zerstörung.
    So ein kleiner Archenfall eben. Irgendwo in der Terraforming-Wüste.
    Das ist ja schon Routine.
    Könnte man meinen ...!
    Ich hab noch nie eine Situation in Defiance so derb unterschätzt wie diese!

    Vor Ort tummeln sich bereits vier Spieler, als ich eintreffe.
    Und noch sieht alles recht beherrschbar aus.
    Einer der Anderen ist ein 5800er. Der Rest tummelt sich unter meinem Level.
    Durch den Fast-6k-ler spawnen aber schon recht heftige Feinde, die sich mit einer schnellen Salve nicht mehr so einfach aus den Schuhen hebeln lassen.
    Trotzdem läuft alles ganz passabel ab, bis die Hellbugs dazustossen.

    Keine zwei Minuten später sind die drei Low-Levels extrahiert, aufgemischt von vier bis sechs gleichzeitig agierenden Hellbug-Schützen und diversen Raiders. Der 5800er wurde Richtung Süden abgedrängt und ich nach Nordwesten. Ich sehe nur noch seinen violetten Punkt auf der Mini-Map, aber uns gegenseitig decken oder helfen können wir nicht mehr, weil wir zu weit auseinandergeschoben wurden. Und im Ring des Archenfalles spawnen ganze Fluten von Gegnern, die sich teilen und sowohl in seine als auch meine Richtung strömen.

    Raiders, Raider-Panzer, Hellbug-Schützen und -Krieger.
    Schiessen, nachladen, schiessen, nachladen, nur noch Dauerfeuer, ununterbrochen auf bewegliche Ziele.
    Und solange wir nicht an den Kern rankommen, um ihn zu zerstören, wird das auch nicht aufhören!
    Aber kaum richte ich die Waffe auf den Kristall im Zentrum, werde ich schon wieder fast überrannt und muss die Gegner weiter bekämpfen, um zu überleben.

    Auf der Seite des anderen Spielers geht es genauso schlimm zu und auch er scheint wild reinzuklotzen, was seine Kanone ausspucken kann. Immer mehr entwickelt sich das Gefecht zum Nahkampf, Unmengen an Hellbugs sterben so knapp vor meiner Mündung, dass mir wenigstens die Munition nicht ausgeht, weil die gedroppten Häufchen sofort in mein Inventar springen. Überall flackert es bereits weisslich und grün von der herumliegenden Beute, ein regelrechtes Lichtermeer bedeckt den Boden so dicht, dass man die Grundtexturen schon nicht mehr sieht.

    Mit wilder Entschlossenheit lasse ich das Schiessen kurz sein und stürme einfach Richtung Archenfallkern zurück, um endlich den blöden Kristall zu zertrümmern, aber das war die falscheste Entscheidung überhaupt!
    Denn nur Sekunden später finde ich mich eingekesselt und von allen Seiten unter Beschuss.
    In Folge kann ich nur noch wüst um mich ballern, mich dabei ständig herumdrehend und alles was sich bewegt niedermetzelnd.
    Zwischendurch gelegentlich ein Heilungs-Stim, um nicht abzukratzen.

    Erst als es dem 5800er gelingt, ein wenig die Oberhand zu gewinnen und sich in meine Richtung vorzuarbeiten, entsteht eine Handvoll Spielraum. Zwischendurch gehen sich immer wieder ein paar Salven auf den Kern aus, sodass wir dem Ende der Sache in Trippelschrittchen näherkommen.

    Als der Archenfall endlich detoniert, sind die brutalsten Kämpfe meiner bisherigen Archenjäger-Karriere überstanden.
    Auf einer riesigen Fläche liegt Beutestück an Beutestück, ein dichter Teppich aus funkelnden, kristallinen Lichtquellen.
    Es müssen Hunderte gewesen sein, die hier ins Gras gebissen haben.
    Die Opferbilanz des bislang schlimmsten Gemetzels, das ich in Defiance erlebt habe, lässt sich schier nicht mehr beziffern.

    Das war kein Feuergefecht mehr, das war ein richtiger, kleiner Genozid!
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  7. #107
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    Aus dem Tagebuch meines Avatars - Tag 39

    Liebes Tagebuch!

    Heute kannst Du mich als Helden feiern, weil ich nämlich die Welt gerettet hab.
    Das war gar nicht so schwierig, wie ich befürchtet hab und ich musste gar nicht so besonders viele Leute deswegen umbringen.
    Dafür hab ich den Oberphysiker totgeschossen, weil der nämlich alles zerstören wollte.
    Wobei ich mich frag, ob das überhaupt noch aufgefallen wäre, wo doch sowieso schon alles kaputtgeschossen ist ringsum. Aber ganz viele andere Leute wollten den umbringen und ich musste da natürlich auch wieder mitkommen.
    Und typisch ... am Ende musste ich wieder alles alleine machen!

    Dann hat sich der blöde Kerl auch noch so vervielfacht, mit so Hologrammen von sich selber, jetzt wusste ich gar nicht, worauf ich da wirklich schiessen muss. Aber am Schluss hab ich ihn doch noch drangekriegt.
    Tja!
    Und jetzt ist die Welt gerettet, aber dadurch hat sich auch nichts geändert.
    Immer noch bringen sich alle gegenseitig um, die Raumschiffe fallen immer noch vom Himmel und die blöden Insekten sind immer noch genauso aggressiv wie vorher.
    Wär vielleicht gar nicht so schlecht gewesen, alles in die Luft zu sprengen!
    Sehr viel schlimmer wär's dadurch wahrscheinlich auch nicht geworden!

    Am meisten ärgert mich, dass ich zur Belohnung nur so eine lausige Pistole gekriegt hab, als ob ich hier nicht an jeder Ecke irgendeine Waffe finden könnte, mit der man Leute erschiessen kann.
    Für den Retter der Welt hätten sie sich schon was Besseres einfallen lassen können!
    Aber so ist das nunmal hier im Paradies.
    Sogar hier sind die Leute ziemlich undankbar.

    Du siehst also, liebes Tagebuch, mein Leben als Archenjäger ist immer noch genauso anstrengend wie vorher.
    Nächstesmal soll gefälligst wer Anderer die Welt retten!
    Ich hab auch noch andere Sachen zu tun!

    Bis zum nächsten Mal,

    Dein Deep Thought
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  8. #108
    Du bist echt verrückt ^^ , das ist nicht bös gemeint. Diese Ausdauer beim Schreiben ...

    Und ich dachte schon , ich sei verrückt, weil ich seit ein paar Monaten wirklich jeden Tag Defiance zocke. Bin froh, das ich damit nicht allein bin.

    Und ja, man kommt an einen süßen kleinen Archenfall und denkt sich so ... naja, is halb 12, bis zum Mittag bin ich wieder zu Hause, die paar Gegner hab ich in 5min mit meinem Stufe 60 Sturmgewehr weggeholzt ...
    1 sekunde später : 6 Leute mit EGO Level 6000 tauchen auf ... UND DIE HÖLLE BRICHT LOS

    mfg
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  9. #109
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    Ooooh ja!
    Ich bin verrückt!

    Das fasse ich übrigens immer als Kompliment auf, beschimpfen muss man mich mit: "Herrgott, bist Du normal!"

    Das Schreiben ist seit meiner späten Kindheit schon ein Hobby von mir und ich schreibe so ziemlich über alles, was ich erlebe. Nebenbei Bücher, nur so zum Spass, um sie Jahre später selber wieder zu lesen, Gedichte, Kurzgeschichten, Recherchen, Reportagen, Sachbücher... was auch immer sich aus Worten formen lässt.
    Ich hab einen zweiten PC neben dem Zocken laufen und wenn was Erzählenswertes passiert ist, parke ich meinen Ava an einem sicheren Ort, tippe mal schnell in 5 bis 10 Minuten so einen Text und poste ihn später mit Copy/Paste hier im Forum.
    Macht echt Spass, das nachher schnell zu protokollieren und wenn ich in zehn Jahren wieder lese, was ich da so niedergetippt hab, kringel ich mich wahrscheinlich wieder vor Lachen bei den aufkommenden Erinnerungen.

    Andere Leute machen von allem Erinnerungsfotos, ich mal mir stattdessen Wortbilder.
    21 ist nur die halbe Wahrheit!

  10. #110
    Wenn Dir Schreiben liegt, dann empfehle ich Wattpad. Da treffen sich Nachwuchsautoren und teilweise sogar Profies.


    Haste denn jetzt den blöden Monarchen besiegt ? War nur ne rhetorische Frage , sicherlich hast Du, man kann ja lesen wie weit Du schon bist .
    Hab jetzt endlich Feierabend, mal sehen ob ich es heut noch schaffe dem Krater nen Besuch abzustatten Vlcht. trifft man sich ja mal.


    mfg
    MB

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